{"id":8182,"date":"2017-03-09T17:57:42","date_gmt":"2017-03-09T16:57:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=8182"},"modified":"2017-03-09T17:57:42","modified_gmt":"2017-03-09T16:57:42","slug":"the-orb-koeln-04-03-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-orb-koeln-04-03-2017\/","title":{"rendered":"The Orb &#8211; K\u00f6ln, 04.03.2017"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Studio 672, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8185\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/3.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/3.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/3-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/3-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>In meiner Disco hie\u00df es Anfang der 1990er Jahre auch immer noch Rave-o-lution: <strong>Soup Dragons<\/strong>,<strong> Charlatans<\/strong>,<strong> Happy Mondays<\/strong>,<strong> Stone Roses<\/strong>. Die britische Gitarrenpopmusik bediente sich beim Acid House und f\u00fcr eine kurze Zeit waren die Genregrenzen sehr flie\u00dfend. Wer sich einmal die extended Mixe der <strong>Soup Dragons<\/strong> angeh\u00f6rt hat, oder das wunderbare <em>Halleluja<\/em> Album von den <strong>Happy Mondays<\/strong> bekommt eine Ahnung dar\u00fcber, was ich versuche, zu sagen. Die britische Band <strong>The Orb<\/strong> geh\u00f6rte nicht nur dazu, sie waren in dieser Zeit eine der ganz gro\u00dfen Bands im Rave-Gesch\u00e4ft. Als unn\u00fctzes Wissen zu <strong>The Orb<\/strong> h\u00e4tte ich folgende Information: Ihre 1992er Single \u201eBlue Room\u201c war mit fast 40 Minuten die l\u00e4ngste Single, die jemals an der Spitze der britischen Charts stand. Daraus k\u00f6nnte man ableiten, dass <strong>The Orb<\/strong> nicht aus dem Gitarrensektor zur Rave-o-lution kamen, sondern von jeher im Dancebereich verankert waren. Eine Ableitung, die nicht falsch ist. <strong>The Orb<\/strong> hatten ihre Gr\u00fcndungsphase in den Londoner Clubs als Ambient und House DJs.<\/p>\n<p>Doch genug der alten Zeit, das ist alles schon viel zu lange her. Und wichtiger ist auch, dass <strong>The Orb<\/strong> immer noch zu den Platten machenden Bands geh\u00f6ren. In diesem Jahrtausend haben sie in bisher jedem Jahr eine Platte ver\u00f6ffentlicht. Ausruhen auf dem fr\u00fchen Ruhm der 1990er Jahre gibt es bei dem Duo nicht. Ihr 2016er Werk nennen sie <em>COW \/ Chill Out, World!<\/em> und ambient ist es f\u00fcr mich immer noch. Der Name der Platte ist durchaus als musikalisches Programm zu verstehen: chill out.<br \/>\nAm Samstag war nicht allzu viel los, so war es durchaus keine schlechte Idee, sich Tickets f\u00fcr das <strong>The Orb<\/strong> Konzert im K\u00f6lner Stadtgarten besorgt zu haben. Kann man sich ja mal angucken und sich entspannt in den Abend ziehen lassen, so mein Gedanke im Vorfeld.<br \/>\nVormittags wurde dann bekanntgegeben, dass das Konzert vom Stadtgarten Saal ins kleine Studio 672 verlegt wird. Okay, also nicht genug Karten verkauft. Es h\u00e4tte mich eh gewundert, wenn das Konzert stark besucht gewesen w\u00e4re. Ich meine, <strong>The Orb<\/strong>, wen locken die schon noch hinter dem Ofen hervor?! Allerdings nahm meine Wahnvorstellung die Form an, dass es dann abends im Studio sicher brechend voll nahe der ausverkauft Grenze sein w\u00fcrde, denn der Saal ist sehr viel kleiner als der Konzertsaal des Stadtgartens und ein paar Tickets werden bestimmt verkauft worden sein. Ein sehr volles Studio finde ich jedoch nicht so optimal. Am Abend konnte ich dann aber relativ schnell meine Bedenken hinsichtlich der Wohlf\u00fchlatmosph\u00e4re beiseite wischen. Das Studio war vielleicht halb voll, als ich p\u00fcnktlich um acht Uhr meinen Einla\u00dfstempel auf den Handr\u00fccken gedr\u00fcckt bekam.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen regnete es wie Bolle und die Parkplatzsuche an diesem Samstagabend war nicht ganz einfach. Das Auto parkte ein paar Meter entfernt und ich musste durch den leicht fr\u00fchlingshaften Regen. Mit tropfender Jacke lauschte ich den ersten T\u00f6nen, denn just als ich durch die T\u00fcr stapfte betraten<strong> Thomas Fehlmann<\/strong> und <strong>Alex Paterson<\/strong> die kleine B\u00fchne. Die war vollgestellt mit Elektrokrempel und Apple Computer. Das Set begann einfach so aus dem nichts heraus. Nebelmaschine an, Audio-visuelles ab. Disconebel und Videosequenzen begleiten mich von da an durch den Abend. Die Videos waren mal psychodelisch mit bunten Bl\u00fcmchen, mal existenziell mit dicken M\u00e4nnerb\u00e4uchen, die im Takt der Musik wabberten oder surrealer Natur mit Phantasieobjekten und -figuren. Ab und an hakte die Videospur und es dauerte eine Zeit, bis sie zu sehen war. Eine kleine Randbeobachtung von mir, die jedoch total irrelevant f\u00fcr das tolle Konzert ist. Da die Decke im Studio nicht sehr hoch ist, spiegelten sich die Projektionen in den Gesichtern der beiden DJs, so dass sie unfreiwillig oft im hellen Licht standen und Teil der Projektionsfl\u00e4che wurden. Die Visuals waren das einzige, weswegen es sich aus dem hinteren Bereich des Studios lohnte, auf die B\u00fchne zu gucken. Das machte ich anfangs \u00f6fter, sp\u00e4ter weniger oft. Denn im Laufe des Sets zuckte es immer mehr in meinen Beinen und ich ging dazu \u00fcber, mehr und mehr zu tanzen. Was soll ich mir auch zwei Stunden lang komische Videofilmchen anschauen. Um Himmels Willen, nicht bei einem quasi DJ Konzert.<br \/>\n<strong>The Orb<\/strong> reihten Track an Track. Es gab mal kurze, mal l\u00e4ngere, die sich zu einem kleinen Gesamtkunstwerk zusammenwebten. Es klang mal vertr\u00e4umter, mal technoider. Mal waren es House Rhythmen, die mich zum Tanzen verf\u00fchrten, mal poppigere T\u00f6ne. F\u00fcr nicht Eingeweihte mag das jetzt nach einer exzessiven Tanzveranstaltung klingen, House, Techno. Aber das hier war nicht Ibiza, Detroit Ende der 1980er Jahre oder die Love Parade, <strong>The Orb<\/strong> liefern die Beats auf sehr minimale und unterschwellige Art und Weise. Das war besser!<\/p>\n<p>Da es kein Vorprogramm gab verlief der Abend zeitlich \u00fcberschaubar. Kurz irritiert war ich \u00fcber den pl\u00f6tzlichen Abgang der beiden nach schlappen 50 Minuten. Das Studio war doch gerade erst auf Betriebstemperatur, sollte da das Konzert schon beendet sein? Neben mir h\u00f6rte ich erste Beschwerden: \u2018Das war aber kurz.\u2018 Auch ich war mir unsicher dar\u00fcber, was ich davon halten sollte. Nach 10 Minuten, in denen in einer endlosschleife Sounds aus den Boxen pluckerten, stellte es sich \u00a0als Unterbrechung heraus. Zigarettenpause oder so. \u00a0Um kurz nach neun Uhr kamen <strong>Thomas Fehlmann <\/strong>und <strong>Alex Paterson<\/strong> zur\u00fcck und starteten mit dem zweiten Teil ihres Sets. Hier brachten sie anfangs ein paar Tracks ihres aktuellen Albums an den Start. Die erkannte ich, weil ich mir das Album kurz vorher angeh\u00f6rt hatte. Im Verlauf des Konzertes h\u00f6rte ich dann St\u00fccke, in die das Twin Peaks Thema gesampelt wurde oder ich mir einbilde, <strong>Yello<\/strong> Anleihen (\u201eThe Race\u201c) herausgeh\u00f6rt zu haben. Besser wei\u00df ich es nicht, und wer nach einer genaueren Setlist fragt, dem muss ich mit einem \u2018ich hab keine Ahnung\u2018 antworten. Das ist aber auch nicht weiter wichtig. \u201eLittle Fluffy Clouds\u201c &#8211; ein weiterer kleiner Hit &#8211; war nicht darunter, wie ich sp\u00e4ter erfuhr. \u00a0Ich nahm das so auf.<\/p>\n<blockquote><p>Wohin zur H\u00f6lle &#8211; mit den Depressionen?<br \/>\nIch geh&#8216; in die Disko, ich will da wohnen;<br \/>\nIch geh&#8216; in die Disko und bringe Depri mit;<br \/>\nNa wie w\u00e4r&#8217;s? Wechselschritt;<br \/>\nTrauernder Tango, flennender Fox,<br \/>\nlanges Elend, elender Trotz.<br \/>\nTanz&#8216; den Burnout, Tanz&#8216; das Syndrom;<br \/>\nImmer &#8218;was neues, kennt man schon.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meiner Disco hie\u00df es Anfang der 1990er Jahre auch immer noch Rave-o-lution: Soup Dragons, Charlatans, Happy Mondays, Stone Roses. 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