{"id":7829,"date":"2016-12-11T16:37:02","date_gmt":"2016-12-11T15:37:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7829"},"modified":"2016-12-14T21:56:11","modified_gmt":"2016-12-14T20:56:11","slug":"ash-koeln-04-12-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/ash-koeln-04-12-2016\/","title":{"rendered":"Ash &#8211; K\u00f6ln, 04.12.2016"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Luxor, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7830\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1-1.jpg\" alt=\"Ash\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1-1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1-1-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1-1-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>Wenn ich meine letzten Konzertbesuche Revue passieren lasse, komme ich ins Nachdenken. Es waren doch ganz sch\u00f6n viele 1990er Jahre Erinnerungsveranstaltungen dabei: <strong>Pixies<\/strong>, <strong>L7<\/strong>, <strong>The Rifles<\/strong>. Eigentlich alles Bands, die mich vor 20 Jahren mehr faszinierten als sie es heute tun. \u00a0Und nun kommt noch ein weiteres dazu: <strong>Ash<\/strong>. Oh Gott, wie lange habe ich diese Bands nicht mehr verfolgt, wie lange keinen einzigen Song von dieser Band bewusst geh\u00f6rt. Gibt es denn kein spannendes junges Gem\u00fcse, das mich vom Ofen hervorholen kann? Doch, das gibt es zu gen\u00fcge. Aber irgendwie bleibe ich doch immer wieder an meinen fr\u00fchen Lieblingen h\u00e4ngen, an der Musik, die mich in vielerlei Hinsicht pr\u00e4gte. Selbst wenn ich zum Beispiel \u201eOh yeah!\u201c seit einem Jahrzehnt nicht geh\u00f6rt habe, die ersten Textzeilen sind trotzdem noch da. \u00a0Und so geht es mir auch mit \u201ePretend I\u2019m dead\u201c, \u201ePeace and Quiet\u201c und anderen Songs. F\u00fcr mich sind das Evergreens, die ich nie vergesse. Und da ist es logisch, Konzerte dieser Bands zu besuchen. Auch wenn diese oft einen kleinen fahlen Beigeschmack des l\u00e4ngst vergangenen haben. Auch wenn mich diese nur selten \u00fcberzeugen (<strong>Breeders<\/strong>, <strong>The Charlatans<\/strong>) und mich manchmal sogar sehr entt\u00e4uschen (<strong>Starsailor<\/strong>). Auch wenn ich eigentlich immer nach wenigen Minuten feststellen musste: ja, fr\u00fcher w\u00e4re ich ausgeflippt.<br \/>\nUnd trotz dieses Wissens schlich ich mich auch an diesem Abend aus der Gem\u00fctlichkeit des Sonntags und nahm den Weg auf zu <strong>Ash<\/strong>. Machen die noch was? Ehrlich, ich habe keine Ahnung. Ich musste gar googlen, um herauszufinden, wann sie ihr letztes regul\u00e4res Album rausgebracht haben. Und das ist gar nicht so lange her. Vor einem Jahr erschien <em>Kablammo!<\/em>, einen Song des Albums, \u201eMachinery\u201c, spielten sie auch im Luxor. Vielleicht waren es auch zwei, so genau habe ich nicht auf die Ansagen geachtet.\u00a0 Und die letzten Alben habe ich nicht geh\u00f6rt, um die Songs zeitlich korrekt zuordnen zu k\u00f6nnen. Ist aber auch schnuppe, denn eigentlich ging es an diesem Konzertabend um etwas anderes: es ging darum, den 20. Geburtstag des Deb\u00fctalbums <em>1977<\/em> zu feiern. Mit Musik von <em>1977<\/em> und aus der Zeit der Ver\u00f6ffentlichungsphase, sprich Singles B-Seiten und so.<\/p>\n<p><em>1977<\/em> ist ein Meisterwerk, das mit einer kleinen 1977 &#8211; 20th Anniversary Tour W\u00fcrdigung erhalten sollte. Im Herbst gab es erst eine Handvoll Konzerte in Irland und England. Dass das aber nun wirklich nicht ausreicht, das Album zu w\u00fcrdigen, erkannte auch die Band und schiebt in diesen Tagen ein paar Europatermine hinterher.<\/p>\n<p>Die Band k\u00fcndigte die Jubil\u00e4ums-Tour folgenderma\u00dfen an:<\/p>\n<blockquote><p>We\u2019re as excited as we are in disbelief to announce the 20th anniversary tour of 1977. Some of these songs have grown with us throughout those years; others have the ability to transport us mentally and emotionally back to that crazy formative year of 1995 to 96. These gigs are going to be a trip, trip, trip!<\/p><\/blockquote>\n<p>Vor 20 Jahren war <em>1977<\/em> revolution\u00e4r gut. Allein die Singles \u201eKung Fu\u201c, \u201eGirl from Mars\u201c oder \u201eOh Yeah\u201c waren verdammte Ohrw\u00fcrmer. Oder sind es immer noch (\u201eOh Yeah\u201c).<br \/>\nDie Herren <strong>Wheeler<\/strong>, <strong>Hamilton<\/strong> und <strong>McMurray<\/strong> waren dick im Gesch\u00e4ft. Sie wurden mit den jungen <strong>U2<\/strong> verglichen, machten tolle Videos (Ralley fahren mit Ford Escort und Ford Capri in \u201cA life less ordinary\u201c oder Cheerleader im \u201eBurn baby burn!\u201c Video) und hatten Hits ohne Ende. <em>1977<\/em> war kein one album wonder, <em>Nu-Clear Sound<\/em>, das zwei Jahre sp\u00e4ter erschien, ist keinen Deut schw\u00e4cher und etablierte die Band im gro\u00dfen britischen Musikbiz.<\/p>\n<p>Ich hatte <em>1977<\/em> bestimmt 16 Jahre nicht mehr geh\u00f6rt und nahm das Konzert zum Anlass, die Scheibe mal wieder aus dem Regal zu kramen. Ich bemerkte, dass die Platte tats\u00e4chlich ein paar H\u00e4nger hatte. Vor 20 Jahren kam mir das \u00fcberhaupt nicht so vor, aber 2016 bin ich ein bisschen st\u00e4rker ern\u00fcchtert und dachte innerlich, eigentlich sind nur die Singles wirklich top. 1996 lief <em>1977<\/em> rauf und runter und ich erinnere mich gerne an ihr K\u00f6lner Konzert zur\u00fcck, dass ich seinerzeit noch in der alten Kantine irgendwo im Nirgendwo am Stadtrand besucht hatte. Auch, weil damals die tollen <strong>Miles<\/strong> das Vorprogramm bestritten.<br \/>\nAn diesem Abend klang die Vorband nicht so interessant und so lie\u00df ich mich dazu hinrei\u00dfen, erst zur Vorband aufzulaufen. Ich dachte ja auch immer noch, das Konzert sei nur locker besucht.<\/p>\n<p>Vor einigen Tagen wurde mir geraten, mir fix ein Ticket zu besorgen. Das Konzert sei bereits nahezu ausverkauft, hie\u00df es.\u00a0 Ich machte das nicht, wartete mit meiner Entscheidung bis zum Samstagvormittag. So wichtig war mir das Konzert nicht, als gro\u00dfen <strong>Ash<\/strong> Fanboy w\u00fcrde ich mich nicht bezeichnen. Wenn es ausgeht, ist es gut, wenn es nicht ausgeht, ist es auch nicht schlimm. Als ich zwei Stunden vor Konzertbeginn ins Internet schaute, gab es immer noch Tickets. Von wegen ausverkauft, im Gegenteil, das Konzert scheint nicht sonderlich voll zu werden. Und so plante ich, erst relativ sp\u00e4t zum Luxor zu fahren. Gl\u00fcck gehabt, sagte ich mir nachher, ich kam noch gerade so rechtzeitig an, um mich nicht ganz hinten im Klub anstellen zu m\u00fcssen. Scheinbar wollten nur die letzten f\u00fcnf verf\u00fcgbaren Tickets keinen Abnehmer finden.<br \/>\nDer Laden war knacke voll und ich war dar\u00fcber \u00fcberrascht. Wow, es scheinen doch viele Spass daran zu finden, <em>1977<\/em> noch einmal live zu h\u00f6ren. Die B\u00fchne ist leergefegt. Keine Keyboards, keine Effektger\u00e4te keine riesen Fu\u00dfpedale. Nur Schlagzeug, Gitarre, Bass und das technisch quasi nackt. Herrlich, das hatte ich auch l\u00e4nger nicht mehr. Das <strong>Ash<\/strong> Konzert geh\u00f6rt <em>1977<\/em> und den Songs um das Album herum. Die Setlist sah vor, erst das Album zu spielen, in Reihenfolge jedoch ohne den hidden track, und abschlie\u00dfend B-Seiten und anderen Kram von aus der Zeit um 1996. So h\u00f6rte ich das wunderbare <strong>Abba<\/strong> Cover \u201eDoes your mother know\u201c und als Abschluss des Nostalgiesets die erste regul\u00e4re Singleauskopplung nach <em>1977<\/em>, \u201eA life less ordinary\u201c.<\/p>\n<p>Das klingt gut und sch\u00f6n und schl\u00fcssig. Das war es auch. Aber nicht nur das! Denn was ich v\u00f6llig untersch\u00e4tzt hatte war, dass <strong>Ash<\/strong> auch 2016 noch eine so enorm ansteckende Spielfreude auf die B\u00fchne bringen und Euphorie entfachen k\u00f6nnen wie fr\u00fcher. Es war absolut unm\u00f6glich, nicht gutgelaunt vor der B\u00fchne zu stehen. Das sp\u00fcrte nicht nur ich, sondern auch alle anderen. So wurde es schnell stimmungsm\u00e4ssig eines der besten Konzerte des Jahres. Hilfreich dabei war sicherlich auch, dass mit dem ersten Song der Platte \u201eLose control\u201c, gleich ein gute Laune Gitarrenhit kam und die anderen dicken Klopper direkt im ersten Drittel des Konzertes folgten. Das Luxor sang, h\u00fcpfte und stagedive-te fr\u00fch, genoss <strong>Tim Wheelers<\/strong>\u00a0 Gitarrensoli und das klassische Poserbassspiel von <strong>Rick McMurray<\/strong>.<br \/>\nWarmmachen war gar nicht m\u00f6glich. Sofort rein in die Vollen und gut! Konzertgeherherz, was willste mehr?! Dass zum Ende hin die Platte schw\u00e4cher wird, und demzufolge auch im Konzert ein bisschen Zeit zum Durchatmen\u00a0 war, war so wenig auff\u00e4llig und wirkte nicht st\u00f6rend. Denn bevor man dar\u00fcber nachdenken konnte, kamen die n\u00e4chsten Kracher aus dem Speckg\u00fcrtel der Albenver\u00f6ffentlichung. Die tolle Coverversion oder \u201eLife less oridnary\u201c.<\/p>\n<p>Ach jee, es war ein sch\u00f6nes Konzert, das mir viel Spa\u00df gemacht hat. Wenn man mich am Morgen gefragt h\u00e4tte, ich h\u00e4tte Ash so einen Konzertabend nie und nimmer zugetraut. Nun ja, manchmal passieren eben Dinge, wenn ich sie am wenigsten erwarte. Und so wurde es das beste 20-Jahre plus Albumkonzert, das ich gesehen habe. Und ich habe schon einige erlebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich meine letzten Konzertbesuche Revue passieren lasse, komme ich ins Nachdenken. Es waren doch ganz sch\u00f6n viele 1990er Jahre Erinnerungsveranstaltungen dabei: Pixies, L7, The Rifles. Eigentlich alles Bands, die mich vor 20 Jahren mehr faszinierten als sie es heute tun.  Und nun kommt noch ein weiteres dazu: Ash. Oh Gott, wie lange habe ich diese Bands nicht mehr verfolgt, wie lange keinen einzigen Song von dieser Band bewusst geh\u00f6rt. Gibt es denn kein spannendes junges Gem\u00fcse, das mich vom Ofen hervorholen kann? Doch, das gibt es zu gen\u00fcge. Aber irgendwie bleibe ich doch immer wieder an meinen fr\u00fchen Lieblingen 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