{"id":7731,"date":"2016-10-26T19:51:14","date_gmt":"2016-10-26T17:51:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7731"},"modified":"2016-10-28T16:48:46","modified_gmt":"2016-10-28T14:48:46","slug":"the-kills-koeln-25-10-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-kills-koeln-25-10-2016\/","title":{"rendered":"The Kills &#8211; K\u00f6ln, 25.10.2016"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> E-Werk, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7737\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/1-1.jpg\" alt=\"The Kills\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/1-1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/1-1-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/1-1-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>Es gibt tats\u00e4chlich immer noch Bands in meinem Interessenskosmos, die ich noch nicht live gesehen habe. Das englisch-amerikanische Duo <strong>Alison Mosshart<\/strong> und <strong>Jamie Hince<\/strong> a.k.a. <strong>The Kills<\/strong> z\u00e4hlen dazu.<\/p>\n<p>Die Band existiert seit Anfang der 2000er Jahre. F\u00fcnf Alben sp\u00e4ter schaffe ich es endlich, sie live zu sehen. <strong>The Kills<\/strong> haben nach l\u00e4ngerer Pause just ihr f\u00fcnftes Album <em>Ash &amp; Ice<\/em> ver\u00f6ffentlicht, ich muss mir die Platte noch zulegen. Wie so oft bin ich sp\u00e4ter dran. <em>No wow<\/em>, so etwas wie ihr Durchbruchalbum, mochte und mag ich sehr, auch das Deb\u00fct <em>Keep on your mean side<\/em> h\u00f6rte und h\u00f6re ich dann und wann.<br \/>\nBeide Albenver\u00f6ffentlichungen liegen schon einige J\u00e4hrchen zur\u00fcck. Ich f\u00fcrchte, das war die Hochzeit der Band <strong>The Kills<\/strong>. In meiner subjektiven Sicht auf die Dinge f\u00fchle ich mich best\u00e4tigt, als ich am Nachmittag im Internet aktuelle Plattenrezensionen und Konzertberichte der bisher ausverkauften Shows in Berlin und Hamburg \u00fcberfliege. Hinsichtlich der aktuellen Platte stand da sowas wie \u2018eine Kopie ihrer selbst\u2018, \u2018kein Fortschritt erkennbar\u2018, \u2018sch\u00f6n aber wenig originell\u2018. Mhh, das gab mir zu denken. Die Konzertberichte klangen euphorischer. \u2018Emotionale, laute, enthusiastische Indierockshow\u2018 und \u2018gro\u00dfe Publikumszufriedenheit\u2018 sind die Schlagbegriffe und Hauptaussagen der Nachrichtenportale. Auch dar\u00fcber machte ich mir meine Gedanken, allerdings dahingehend, nun gerade und wirklich und definitiv das K\u00f6lner <strong>Kills<\/strong> Konzert zu besuchen.<br \/>\nAlso, nicht so viel lesen, sich lieber selbst ein Bild von <strong>The Kills<\/strong> machen. Nur noch schnell ein, zwei Videos angucken (&#8222;Love is a deserter&#8220;) und dann los.<\/p>\n<p>Es dauert lange, bis ich im E-Werk ankomme. Verkehrsstaus, woher ich auch fahre. Kurzzeitig beschlichen mich Zweifel, ob ich p\u00fcnktlich zur Hauptband im E-Werk sein werde. Die Uhr tickerte bedrohlich Richtung 21:00, als ich den Backsteinbau betrat. Drinnen war es Gott sei Dank luftig voll, es war ein leichtes, bis nach vorne zur B\u00fchne zu gehen. Das versp\u00e4tete Ankommen erwies sich nicht als Nachteil und wurde nicht mit schlechter Sicht quittiert. An diesem Abend, so sollte sich herausstellen, w\u00e4re das auch fatal gewesen. Seit wann ist eigentlich der Barbereich im hinteren Teil des Konzertsaales abgebaut? Ich war lange nicht mehr hier\u2026<\/p>\n<p>Nach zwanzig Minuten warten kamen <strong>The Kills<\/strong> auf die B\u00fchne. Dort blieben sie gute 90 Minuten. W\u00e4hrend dieser Zeit spielt <strong>Alison Mosshart<\/strong> manchmal Gitarre, einmal Keyboard, einmal haut sie auf die Trommeln. Und wenn sie das nicht tut, l\u00e4uft sie im Kreis herum wie eine nerv\u00f6se, aufgescheuchte Raubkatze im K\u00e4fig. <strong>Alison Mosshart<\/strong> sieht verdammt gut aus bei allem, was sie macht. Das steht fernab jeglicher Diskussion. Auch<strong> Jamie Hince<\/strong> sieht gut aus. <strong>The Kills<\/strong> sehen gut aus. Fast schon zu gut und zu durchgestylt erscheint mir das Konzert und die Band, so dass ich schnell diesen Gedanke fasse: das hier ist Indierock f\u00fcr Glamour und GQ Leser*innen. So platt das klingt, ich f\u00fcrchte, ein bisschen was ist dran. Klar, die Gitarre klingt rau und ruppig, das Konzert ist ohrenbet\u00e4ubend laut, aber es fehlt nie an dem Hauch Eleganz und style, dass ich mir die Band bzw. die Musik der <strong>Kills<\/strong> in einem anderen Ambiente vorstellen k\u00f6nnte. Das mag mir an diesem Abend nicht gelingen. Ist aber nicht weiter schlimm.<\/p>\n<p>Vom ersten Ton an ist die Band auf Betriebstemperatur, wie man so sagt. Das E-Werk braucht ein wenig, um temperaturm\u00e4ssig folgen zu k\u00f6nnen. Die ersten Songs bleibt es verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ruhig im gut gef\u00fcllten Saal. Erst nachdem <strong>Alison Mosshart<\/strong> zum ersten Mal die Gitarre umlegte, wurde es um mich herum euphorischer. Das war nach dem dritten Song. Aber so richtig schien die Intensit\u00e4t der B\u00fchne nicht r\u00fcber springen zu wollen. \u00a0\u00dcberforderung? Bewunderung? L\u00e4hmendes Staunen? Ich hatte <strong>The Kills<\/strong> zuvor noch nicht live gesehen und war m\u00e4chtig beeindruckt, mit wie viel Adrenalin die beiden Bandleader das Konzert angingen. Qualitativ vergleichen k\u00f6nnte ich die Konzertintensit\u00e4t h\u00f6chstens mit dem Auftritt von <strong>Wolf Alice<\/strong> Anfang des Jahres, als ich mich von der B\u00fchnenpr\u00e4senz einer Band \u00e4hnlich \u00fcberrannt f\u00fchlte.<\/p>\n<p>Da die Begleitmusiker am Schlagzeug und am Synthesizer im Hintergrund wirken und kaum in Erscheinung traten geh\u00f6rt die breite und leere B\u00fchne allein den beiden Bandmitgliedern. Und sie wissen sie zu nutzen. Hin und her und her und hin. <strong>Alison Mosshart<\/strong> und <strong>Jamie Hince<\/strong> waren viel unterwegs.<\/p>\n<p>Nachdem ich anf\u00e4nglich schlichtweg begeistert ob der B\u00fchnenshow war, beschlich mich aber im Laufe des Konzertes immer mehr der Eindruck, dass die beiden nicht ihren besten Tag erwischt haben. Ich hatte im Vorfeld irgendwo gelesen, dass <strong>The Kills<\/strong> es auf der B\u00fchne schaffen, eine knisternde Stimmung einem Konzertflirt gleich aufzubauen, der wie eine riesige Spannungsblase \u00fcber dem Konzert schwebe und nie platzen w\u00fcrde. Das sp\u00fcrte ich leider nicht, f\u00fcr mich wirkten ihre Posen an diesem Abend eingespielt und zu gezwungen ihre Ann\u00e4herungen, wenn sich zum Beispiel <strong>Alison Mosshart<\/strong> auf den Monitorboxen rekelt und sich <strong>Jamie Hince<\/strong> breitbeinig \u00fcber sie stellt.<\/p>\n<p>Mal singt <strong>Alison<\/strong> alleine, mal singen die <strong>Kills<\/strong> im Duett. Die Songs brettern stur auf mich herein. Ab und an werden die sowieso recht kurzen St\u00fccke um Gitarrensoli ausgeweitet. Manchmal belassen es The Kills aber bei den krachigen 3 Min\u00fctern und die Gitarrenriffs rei\u00dfen zum Ende abrupt ab. Dann geht es Schlag auf Schlag. Ein St\u00fcck jagt das n\u00e4chste, ein Gitarrenriff, immer toll gespielt von <strong>Jamie Hince<\/strong>, das andere. Was mir auff\u00e4llt: die Stimmen sind mit viel Hall unterlegt. Sicher ist das notwendig, da sie sonst bei den lauten Schlagzeug- und Gitarrenparts komplett untergehen w\u00fcrden. Zeitweise sind sie nahe dran, das ein oder andere St\u00fcck gegen Ende des Konzertes ist ordentlich nach oben ausgepegelt und verdammt laut.<\/p>\n<p>Der Wiedererkennungswert der <strong>Kills<\/strong> Musik ist enorm hoch. <strong>The Kills<\/strong> St\u00fccke verlaufen eigentlich immer nach dem gleichen Muster. Die Gitarre klingt immer gleich. Oh, diese Blues-Indie-Garagen-Rock-Gitarre! Sie ist herrlich, sie ist laut, f\u00fchrt aber schlussendlich f\u00fcr mich zu der Erkenntnis: Kennste einen <strong>The Kills<\/strong> Song, kennste eigentlich alle. Nur einmal wird dieses Muster durchbrochen. Zur ersten Zugabe kommt <strong>Alison Mosshart<\/strong> alleine zur\u00fcck, spielt auf der akustischen Gitarre \u201eThe love\u201c und erntet daf\u00fcr einen anerkennenden Schulterklopfer ihres Bandkollegen.<\/p>\n<p>Was nach Langeweile klingt, ist jedoch keine. Die erste Konzertstunde vergeht rasend schnell und\u00a0 ist irrsinnig abwechslungsreich.\u00a0 <strong>Kate Moss<\/strong> Ex-Mann ist ein herausragender Gitarrist, <strong>Alison Mosshart<\/strong> eine perfekte Frontfrau mit einer super Stimme. Es macht Spa\u00df, den beiden zuzuschauen.<br \/>\nAls Fazit des Abends passt diese Aussage recht gut, die ich tags\u00fcber in einer Plattenkritik zu <em>Ash &amp; Ice<\/em> gelesen hatte:<\/p>\n<blockquote><p>Die Kills sind immer noch eine gute Band. Und sie sollen Milliarden Alben verkaufen. Verdient h\u00e4tten sie es ja. Die Muse aber, die den beiden wenige Jahre lang heftige Zungenk\u00fcsse verabreicht hat, d\u00fcrfte mittlerweile anderswo hausen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong><\/p>\n<div id=\"jig1\" class=\"justified-image-grid jig-7c3209d398f332b9290ebda6335339e6 jig-preset-c2 jig-source-wp-gallery\"><div class=\"jig-clearfix\"><\/div><noscript id=\"jig1-html\" class=\"justified-image-grid-html\" data-lazy-src=\"skiplazyload\" data-src=\"skipunveillazyload\"><ul><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/2-2-1010x568.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2016%2F10%2F2-2-1010x568.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"The Kills\" width=\"408\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">The Kills<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/1-1-1010x568.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2016%2F10%2F1-1-1010x568.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"The Kills\" width=\"408\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">The Kills<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/6-1-1010x568.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2016%2F10%2F6-1-1010x568.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"6\" width=\"408\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">6<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/5-2-1010x568.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2016%2F10%2F5-2-1010x568.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"The Kills\" width=\"408\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">The Kills<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/4-1-1011x568.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2016%2F10%2F4-1-1011x568.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"The Kills\" width=\"409\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">The Kills<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/3-1-1010x568.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2016%2F10%2F3-1-1010x568.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"The Kills\" width=\"408\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">The Kills<\/p><\/li><\/ul><\/noscript><\/div>\n<p class=\"wpview-selection-before\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt tats\u00e4chlich immer noch Bands in meinem Interessenskosmos, die ich noch nicht live gesehen habe. 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