{"id":7695,"date":"2016-10-10T19:12:47","date_gmt":"2016-10-10T17:12:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7695"},"modified":"2016-10-10T19:13:53","modified_gmt":"2016-10-10T17:13:53","slug":"the-rifles-koeln-08-10-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-rifles-koeln-08-10-2016\/","title":{"rendered":"The Rifles &#8211; K\u00f6ln, 08.10.2016"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Underground, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Whitecliff<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7696\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/2_edited.jpg\" alt=\"The Rifles\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/2_edited.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/2_edited-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/2_edited-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/p>\n<p>2005 waren <strong>The Rifles<\/strong> der letzte hei\u00dfe Britpopscheiss. Und das mit dem letzten ist w\u00f6rtlich zu nehmen. W\u00e4hrend die Klasse von 2005 um Bands wie <strong>Maximo Park<\/strong>, <strong>HardFi<\/strong>, <strong>Franz Ferdinand<\/strong> und wie sie nicht alle hie\u00dfen die britische Popmusik von all den Oasis- und Blur-meriten losl\u00f6ste, machten <strong>The Rifles<\/strong> starrsinnig da weiter, wo 10 Jahre zuvor <strong>Cast<\/strong>, <strong>Shed Seven<\/strong> und die <strong>Bluetones,<\/strong> oder noch viel fr\u00fcher <strong>The La\u2019s<\/strong>, aufgeh\u00f6rt hatten: mit Britpop. \u00dcberraschenderweise schien ihnen der Erfolg der ersten Songs wie \u201ePeace &amp; Quiet\u201c oder \u201eLocal Boy&#8220; recht zu geben, <strong>Ian Browdie<\/strong> produzierte das Deb\u00fct <em>No love lost<\/em> und die Dinge nahmen ihren Lauf.<br \/>\nUnd zwar den Lauf, den Britpop im Jahr 2005 nehmen mu\u00dfte. Nach dem ersten Album kam ein weniger erfolgreiches zweites und dann lange nichts Gutes. <strong>The Rifles<\/strong> waren weg. 2011 tauchten sie in meiner Erinnerung nochmal kurz auf. Sie machten eine Akustiktour &#8211; was eine Band ebenso macht, wenn die Kreativit\u00e4t nicht gerade zubeisst -, da sah ich sie zum zweiten und zum bisher letzten Mal. Sch\u00f6ne Erinnerung habe ich an mein erstes <strong>Rifles<\/strong> Konzert im Vorprogramm von <strong>Paul Weller<\/strong>. Das war besonders. Aber auch 2011 war es unterhaltsam. Ich schrieb damals:<\/p>\n<blockquote><p>Vielmehr hatte ich von diesem Abend nicht erwartet. Es war das erhoffte Wiederh\u00f6ren l\u00e4nger nicht geh\u00f6rter Lieblingssongs. Denn genau die haben mir die Rifles vor einigen Jahren zu Hauff beschert, und genau auf die habe ich mich an diesem Abend am meisten gefreut. Und genau die haben sie alle gespielt. Es gibt schlechtere Sachen, mit denen man sich an einem Sonntagabend befassen kann. Bremer Tatorte gucken zum Beispiel.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit einer \u00e4hnlichen Grundeinstellung ging ich in diesen Abend. Nichts erwarten und trotzdem das beste Erhoffen. In meiner Erinnerung waren die <strong>Rifles<\/strong> die Band mit den sch\u00f6nsten sing-along Refrains. \u2018La la la la laaa\u2018 oder \u2018wowwowwowohoo\u2018, je nachdem ob \u201eSpend a lifetime\u201c oder \u201eRomeo and Julie\u201c anstehen. Und wenn sie nur diese beiden alten Sachen spielen, w\u00e4re es ein gelungener Abend.<\/p>\n<p>Ein gelungener Abend schien es auch f\u00fcr die Vorband gewesen zu sein. Als ich das Underground betrete, fliegen allerlei Gegenst\u00e4nde auf die B\u00fchne. Bl\u00fcmchen und Pl\u00fcschgedp\u00f6ns. Bierbecher h\u00e4tte ich allerdings auch verstanden, denn <strong>Whitecliff<\/strong>, so der Name der Vorgruppe, machten gruseligen <strong>White Lies<\/strong> Powerpop. Mir gefiel das nicht und ja, ich wunderte mich \u00fcber so viel Begeisterung aus den ersten Reihen. Auch wunderte ich mich \u00fcber die deutschsprachigen Ansagen. Sollte die Band nicht aus Liverpool stammen? Das hatte ich zumindest im Vorfeld gelesen, aber es h\u00e4tte ja durchaus sein k\u00f6nnen, dass die Vorband kurz vor dem Konzert gewechselt wurde. Wurde sie nicht und <strong>Whitecliff<\/strong> kommen auch aus Liverpool. Allerdings stammt ihr S\u00e4nger aus K\u00f6ln. Das wusste ich selbstverst\u00e4ndlich nicht, ich recherchierte das nach. Der Sache mit den Ansagen musste schlie\u00dflich auf den Grund gegangen werden. Neudeutsch nennt man das wohl funfact. Wieder was gelernt und sicher bald wieder vergessen, denn <strong>Whitecliff<\/strong> waren nicht meine Sache. Ich war nicht wegen der Vorgruppe hier.<br \/>\nAndere schon. Das fiel auf, als die Rifles die B\u00fchne betraten. Nach einigen Konzertbesuchen bilde ich mir ein, einen Blick daf\u00fcr zu haben, wer im Publikum wirklich wegen der Band da ist und wer nicht. Ein mittelgro\u00dfes Gr\u00fcppchen &#8211; gemessen an der Zuschauerzahl &#8211; \u00a0war nicht wegen der Band da. Selten habe ich so viele Sektgl\u00e4ser leeren und holen sehen wie hier, selten wurden so viele Selfies und Gruppenselfies mit ekligem Handyblitz und mit 100%er Ignoranz dessen, was auf der B\u00fchne geschieht, geschossen. Friends und family des S\u00e4ngers vermutlich. W\u00e4hrend also die einen zeitweise sehr viel besseres zu tun hatten, als auf die Band zu achten, gab es aber auch Gott sei Dank ein die gro\u00dfe Masse, die die Rifles sehen wollten und die jeden Song dankbar aufnahmen. Selbst bei den neuen Sachen bewiesen viele Textsicherheit und sorgten so daf\u00fcr, dass im Underground eine gute Stimmung aufkam.<\/p>\n<p>Ich stand irgendwo dazwischen. Nach den ersten beiden Alben hatte ich die <strong>Rifles<\/strong> beiseitegelegt. Die beiden Livekonzerte vor Jahren waren toll, aber f\u00fcr mehr Begeisterung reichte es bei mir nicht. Folgerichtig hatte das Konzert nat\u00fcrlich H\u00f6hepunkte, aber auch M\u00fc\u00dfiggang. Der verflog jedoch schnell nach seinem Aufkommen, denn die <strong>Rifles<\/strong> waren sich den Erwartungen des Saals bewusst und drehten sehr oft an der Zeitschraube. Der Abend hatte somit Potential. \u201eRomeo and Julie\u201c, \u201eLocal boy\u201c, \u201eWinter Calls&#8220;, sch\u00f6n, all das wiederzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der erste Blick zur\u00fcck kam nach zwei Songs. \u201eThe great escape\u201c und \u201ePeace and quiet\u201c brachten erstmals mehr Stimmung in den Laden. Ja ja, die Last der Vergangenheit. Oder die Freuden. Die Opener setzten viele zwar auch in Verz\u00fcckung, aber den gesamten Laden gewannen die <strong>Rifles<\/strong> erst mit den alten Gassenhauern. \u2018She\u2018s got standards\u2018. Ein jetzt schon verzweifelter Zwischenrufer verlangte nach mehr. Sein Wunsch wurde jedoch cool von <strong>Joel Stoker<\/strong> mit \u2018No, she\u2018s not.\u2018 abgewiesen. Vorerst zumindest. Es sollte bis zur Zugabe dauern, bis die Band das St\u00fcck spielte. Viel neuer Kram vom aktuellen Album <em>Big life<\/em> zeichnete bis dahin genauso den Weg wie ein kleiner, drei, vier Songs z\u00e4hlende Akustikpart um das wunderbare \u201eSpend a lifetime\u201c. (Mit sing-along Teil!). Vielleicht ist das ihre St\u00e4rke, diese simple Songgestaltung ohne viel Schnickschnack. Ich mochte schon damals ihre Akustiktour sehr, und auch an diesem Abend gefiel mir diese kleine Sequenz. &#8222;When i&#8217;am alone&#8220; h\u00e4tten sie aber spielen k\u00f6nnen.<br \/>\n<em>Big life<\/em> klingt aus der Zeit gerissen. <strong>The Rifles<\/strong> sind sich ihrem Sound treu geblieben, das kann ich ohne Zweifel anmerken. Vieles klingt wie fr\u00fcher: ein flottes Schlagzeugintro, harmonisierende Gitarrenriffs von <strong>Joel Stocker<\/strong> und <strong>Lucas Crowther<\/strong>. Leider fehlt denn neuen Songs das kleine F\u00fcnkchen mehr, um mich direkt vom Hocker zu hauen. Auch das kann ich ohne Zweifel anmerken. Sie klingen nicht wirklich spannend, auch wenn mich in guten Momenten der Gesang von <strong>Joel Stoker<\/strong> immer noch an die alte Ladism Attit\u00fcde erinnert. Das sehr untersch\u00e4tzte \u201eCatch her in the rye\u201c vom 2014er Album m\u00f6ge als Beweis herhalten.<br \/>\nAn diesem Abend fallen die schw\u00e4cheren Songs nicht ins Gewicht. Spielen die <strong>Rifles<\/strong> nach \u201eVictoria\u201c und \u201eYoung for a day\u201c zum Beispiel \u201eSpend a lifetime\u201c, dann \u00fcberragt der Hit locker und bleibt im Kopf, w\u00e4hrend das andere schnell beiseite rutscht. Ja, ich gebe es zu: ich freute mich, die bekannten Sachen noch einmal zu h\u00f6ren, und nahm dabei die anderen einfach hin. Und wirklich schlecht sind sie ja nicht, lassen wir mal die Kirche im Dorf.<\/p>\n<p>Band: \u2018Wir spielen noch zwei neue Sachen. \u2018<br \/>\nPublikum: \u2018Und dann?!\u2018<br \/>\nBand: \u2018Und dann ein paar alte!\u2018<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Zufriedenheit machte sich breit, als nacheinander \u201eWinter Calls\u201c,\u201c &#8222;Robin Hood\u201d, und \u201eRomeo &amp; Julie\u201c aus den Boxen dr\u00f6hnten. Wow, ein tolles Finale, das f\u00fcr viele gl\u00fcckliche Gesichter sorgte.<br \/>\nSo machten die <strong>Rifles<\/strong> nichts falsch, eine Songmischung aus allen Phasen ihrer Bandgeschichte zu pr\u00e4sentieren. Solide und gut. Nicht mehr und nicht weniger.<\/p>\n<p>Ich mag die <strong>Rifles<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-rifles-koln-15-06-2011\/\" target=\"_blank\">The Rifles \u2013 K\u00f6ln, 15.05.2011 \/ Geb\u00e4ude 9<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/rifles-weller-washington-13092008-20-09\/\" target=\"_blank\">The Rifles \u2013 Washington DC, 13.09.2008 \/ 9.30 Club<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2005 waren The Rifles der letzte hei\u00dfe Britpopscheiss. Und das mit dem letzten ist w\u00f6rtlich zu nehmen. 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