{"id":7622,"date":"2016-06-20T19:20:35","date_gmt":"2016-06-20T17:20:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7622"},"modified":"2026-01-29T17:21:58","modified_gmt":"2026-01-29T16:21:58","slug":"primavera-sound-festival-barcelona-04-06-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-04-06-2016\/","title":{"rendered":"Primavera Sound Festival \u2013 Barcelona, 04.06.2016"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Parc del F\u00f2rum, Barcelona<br><strong>Bands:<\/strong> Bob Mould, Boredoms, The chills, U.S. Girls, Brian Wilson, Drive like Jehu, PJ Harvey, Parquet Courts, Die Katapult, Julien Baker<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1151\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Bob-Mould.jpg\" alt=\"Bob Mould\" class=\"wp-image-7625\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Bob-Mould.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Bob-Mould-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Bob-Mould-1011x568.jpg 1011w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Alle guten Dinge sind drei. Dritter Festivaltag, drittes Konzert auf der Hidden Stage, ein drittes Mal fr\u00fch am Nachmittag am Festivalgel\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist das Konzert von <strong>Bob Mould<\/strong> mein wichtigstes Hidden Stage Konzert. Ich sp\u00fcrte schon den halben Tag eine gewisse Vorfreude und ein L\u00e4cheln auf meinem Gesicht, wenn ich nur an das Konzert dachte. <strong>Bob Mould<\/strong> begeisterte mich vor Jahren bereits beim Primavera, damals mit band und vielen Songs von <strong>Sugar<\/strong>. Nun also solo-electric. Ich war wirklich gespannt, wie das sein wird. Also abseits von laut und gitarrig. Das es das werden wird, war irgendwie klar. Aber eine ein-Mann-Rock-Show mit E-Gitarre habe ich &#8211; glaub\u2018 ich &#8211; zuvor noch nicht gesehen. Funktioniert sowas, oder ist das nichts Halbes und nichts Ganzes?<br>Nun, es funktioniert pr\u00e4chtig. Nachdem der Run auf die Tickets wieder gro\u00df war (vielleicht noch gr\u00f6sser als am Tag zuvor), ich aber vom Zettelausgabem\u00e4dchen am Ticketstand mit dem Worten \u2018<strong>Bob Mould<\/strong>?\u2018 begr\u00fc\u00dft wurde und mir, noch eh\u2018 ich antworten konnte, der Einlassschein \u00fcberreicht wurde, war ich erneut dabei in den Katakomben des Parc del F\u00f2rum. \u2018Ja\u2018, dachte ich, \u2018<strong>Bob Mould<\/strong>. Seh\u2018 ich so aus?\u2018\u00a0 Was soll ich sagen: ein Blick in die Schlange der noch wartenden zeigte mir haupts\u00e4chlich Mittvierziger und Menschen mit grauen Haaren. Ja, ich sehe so aus. Das ist die <strong>Bob Mould<\/strong> Zielgruppe des Jahres 2016.<br>Das Konzert war grandios. <strong>Bob Mould<\/strong> begann mit \u201eHoover Dam\u201c, dem ollen <strong>Sugar<\/strong> Smash-Hit. Kann man besser in einen Festivaltag starten, schrieb ich direkt nach Konzertende an das Internet. Nein, kann man nicht. Erst recht nicht, wenn sich das solo-electric Konzert so anf\u00fchlt, als st\u00fcnde eine ausgewachsene Band auf der B\u00fchne. \u2018Is it loud enough\u2019, fragte <strong>Bob Mould<\/strong> in die Runde. \u2018Because it should be loud.\u2019 Es war laut. Es war gut. Es gab nichts zu meckern. Es wurde ein \u00fcberragendes Best-of Set aus allen <strong>Bob Mould<\/strong> Bands und Solosachen (\u201eIf i can changed your mind\u201c, \u201eI don\u2019t know you any more\u201c, \u201eHold on\u201d). Das Ende war besonders \u00a0grandiose: Dreimal <strong>H\u00fcsker D\u00fc<\/strong>, der Jubel vor der Hidden Stage war gro\u00df. \u201cHey Mr. Grey\u201d, es war ein fulminanter Auftritt, einer der besten des diesj\u00e4hrigen Primavera Sound. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1151\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Boredoms.jpg\" alt=\"Boredoms\" class=\"wp-image-7626\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Boredoms.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Boredoms-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Boredoms-1011x568.jpg 1011w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Im Anschluss war etwas Luft. Ich besuchte <strong>Boredoms<\/strong> an der Primavera B\u00fchne und stellte fest, dass der Freiluft-Festivaltag begann wie der gestrige Tag endete: mit zwei Schlagzeugern. <strong>Boredoms<\/strong> ist eine japanische Noise-, Psychodelic-, Rock-Band, die seit gut 30 Jahren Platten ver\u00f6ffentlicht. Ende der 1980er Jahre machten die Japaner etwas mit <strong>Sonic Youth<\/strong>, sp\u00e4ter noch mit <strong>John Zorn<\/strong>. Daher war mir der Name nicht g\u00e4nzlich unbekannt, auch wenn ich bis dato nat\u00fcrlich nichts von <strong>Boredoms<\/strong> geh\u00f6rt hatte.<br>Ich blieb ein bisschen, auch wenn mir der L\u00e4rm von der B\u00fchne befremdlich vorkam. Nein, konzentriert habe ich mich nicht auf das Konzert, ich sa\u00df abseits und dachte so vor mich hin. <strong>Boredoms<\/strong> liefen da eher im Hintergrund. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1152\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/The-Chills.jpg\" alt=\"The Chills\" class=\"wp-image-7627\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/The-Chills.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/The-Chills-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/The-Chills-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>\u00c4hnliches galt auch f\u00fcr das Konzert der <strong>Chills<\/strong>. Ich war auf dem Weg zur Adidas Stage, um mir <strong>U.S. Girls<\/strong> anzuschauen, als ich kurz vor der Ray-Ban stoppte. <strong>The Chills<\/strong>, noch so eine Band aus l\u00e4ngst vergangenen Zeiten. \u201ePink Frost\u201c k\u00f6nnte man vielleicht von ihnen kennen. Nach 20 Jahren haben <strong>The Chills<\/strong> wieder ein Album rausgebracht und Touren diesen Sommer ein bisschen durch Europa. In K\u00f6ln hatte ich sie ein paar Tage zuvor noch verpasst, bzw. <strong>Metz<\/strong> den Vortritt gelassen. Ich wusste ja, ich k\u00f6nnte sie hier sehen. Ihr Indierock mit Violine und sanften Gitarren beeindruckte mich dann aber nicht so stark wie ich es vorher dachte, so dass ich ihren Auftritt nicht bis zum Ende verfolgen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlenderte weiter zur Adidas B\u00fchne. Adidas B\u00fchne, Ray-Ban, Heineken, in den Jahren zuvor die Mini, San Miguel oder Converse. Sponsoring auf gro\u00dfen Festivals ist Normalit\u00e4t, ich nehme es eigentlich gar nicht mehr wahr. \u2018Wir sehen uns vor der Adidas\u2018, eine Aussage, die w\u00e4hrend eines Primavera Festivals in meinen allgemeinen Sprachgebrauch \u00fcbergeht. <strong>Meghan Remy<\/strong> von den <strong>U.S. Girls<\/strong> sieht das ein bisschen kritisch. Lakonisch beschwert sie sich, dass sie ja noch nicht ihren Trainingsanzug und die Schuhe bekommen habe, daf\u00fcr, dass sie auf der Adidas B\u00fchne Auftritt und dies auch getwittert hat. \u2018Wir tragen die Markennamen in die Welt und was bekommen wir als Gegenleistung?\u2018 so ihre anklagende Frage. Musikalisch \u00fcberzeugt das <strong>U.S. Girl<\/strong>. Gemeinsam mit einer weiteren S\u00e4ngerin steht sie auf der B\u00fchne und begeistert mich mit einer Mischung aus Pop, Rap, Lo-Fi und Indie. Die Gesellschaftskritik ist in ihren Texten und Ansagen dabei nicht zu \u00fcberh\u00f6ren. Nun gut, denke ich und gehe mit ehrlich gesagt wenig Gedanken \u00fcber Produktplatzierungen auf Festivals und anderswo in Richtung des gro\u00dfen Festivalplatzes.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1152\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/US-Girls.jpg\" alt=\"U.S. Girls\" class=\"wp-image-7628\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/US-Girls.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/US-Girls-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/US-Girls-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Brian Wilson<\/strong> spielt gleich <em>Pet Sounds<\/em>. Das m\u00f6chte ich mir nun doch nicht entgehen lassen. Wahrscheinlich bin ich der einzige Mensch, der <em>Pet Sounds<\/em> noch nie geh\u00f6rt hat. &nbsp;Ich habe es probiert, vor einigen Jahren, allerdings erwischte ich beim Durchh\u00f6ren wohl die beiden Instrumentalst\u00fccke des Albums und wich erschreckt zur\u00fcck. Das klang nicht nach Sonne, Strand, Surfin USA und \u201eGood vibrations\u201c. Was waren das auf <em>Pet Sounds <\/em>f\u00fcr <strong>Beach Boys<\/strong>, die kannte ich so aus dem Radio nicht. Und warum genau ist es das allerwichtigste Album der wichtigen Alben aller Zeiten? Ich verstand das nicht und lie\u00df wenig begeistert von der Platte ab.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1151\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Brian-Wilson.jpg\" alt=\"Brian Wilson\" class=\"wp-image-7624\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Brian-Wilson.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Brian-Wilson-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Brian-Wilson-1011x568.jpg 1011w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>50 Jahre <em>Pet Sounds<\/em>, f\u00fcr <strong>Brian Wilson<\/strong> ein Grund, nochmal mit dem Album auf Tour zu gehen. Zusammen mit den Beach Boys <strong>Al Jardine<\/strong> und <strong>Blondie Chaplin<\/strong>. Insgesamt standen 11 Musiker auf der B\u00fchne: Streicher, Hornisten, Cembalisten oder Trompeter. Die hohen, signifikanten Beach Boys typischen Gesangparts \u00fcbernahm <strong>Matt Jardine<\/strong>.50 Jahre sind eine lange Zeit, und man mag \u00fcber ein solches Konzert denken was man m\u00f6chte: peinlich, unn\u00f6tig, hochinteressant oder endlich einmal. Gute oder herausragende Musik bleibt zeitlos, die dazugeh\u00f6rigen Konzerte m\u00fcssen es nicht unbedingt sein. Es wirkt nat\u00fcrlich befremdlich, wenn <strong>Brian Wilson<\/strong> mit wirklich nicht gesund aussehender Gesichtsfarbe vor seinem Klavier sitzt, bzw. dort hingesetzt wird und mit br\u00fcchiger Stimme Ansagen ins Mikrofon ruft (\u2018This next song has no voices, no voices. Can you imagine? Just instruments! Just instruments!\u2018), die etwas komisch anmuten. Andererseits stehen vor der B\u00fchne mehrere 10000 Menschen und lachen, tanzen, singen und lassen sich von dem schmalzigen Mehrstimmengesang. Daher haben alle alles richtig gemacht: <strong>Brian Wilson<\/strong> f\u00fcr das Umsetzen dieser Konzerttour, die Veranstalter f\u00fcr das Platzieren des Konzertes zur Primetime auf der gr\u00f6\u00dften Festivalb\u00fchne und ich, der dort hingegangen ist um sich das anzuschauen. &nbsp;Das <em>Pet Sounds<\/em> Konzert h\u00e4lt den Anspr\u00fcchen stand. Um mich herum verbreitet sich rasch eine enorm gute Laune Stimmung. Ich lasse mich anstecken, stelle aber auch fest, dass das vermeintlich beste Album der Menschheit auch L\u00e4ngen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Songs von <em>Pet Sounds<\/em> gab es das, was bei Albenkonzerten oft folgt. Ein Potpourri der gr\u00f6\u00dften Hits. \u201eGood vibration\u201c machte den Anfang, weitere folgten. Ich blieb jedoch nicht l\u00e4nger auf dem gro\u00dfen Platz sondern stiefele zu den kleineren B\u00fchnen. Einen der gr\u00f6\u00dften Musiker hatte ich gesehen, <em>Pet Sounds<\/em> endlich in voller L\u00e4nge geh\u00f6rt. Nun waren mir <strong>Drive like Jehu<\/strong> wichtiger als ein paar weitere Surfersongs.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Es gab eine Zeit da war Emo nicht gleich schlechter Haarschnitt trifft auf Teenage-Angst, Emo war eigentlich der Ausdruck einer Eruption im Hardcore, der die Zeit nach Bands wie Black Flag und Minor Threat stark DIY geschw\u00e4ngert einnahm. Der Post-Hardcore nahm sich breitere k\u00fcnstlerische Freiheit raus und ebnete den Weg f\u00fcr diverse Subgenres, eben auch genannten Emo, der in seiner heutigen Form nicht weiter entfernt vom Ursprungsgedanken sein k\u00f6nnte. In dieser Zeit formierte sich in San Diego auch Drive Like Jehu um den Rocket From The Crypt Frontmann Speedo Reis. Ihr Einfluss auf die noch junge Szene war enorm, auch wenn der Erfolg oft &#8222;gr\u00f6\u00dferen&#8220; Bands wie Quicksand oder Fugazi in die Schuhe geschoben wurde. Die F\u00e4higkeit komplizierten Gitarrenrock mit Hardcore zu verbinden ohne dass er an Intensit\u00e4t verliert, hatte Charme und fand eine treue und zeitlose Fangemeinde. Drive Like Jehu war wohl die Fortschrittlichste der f\u00fchrenden Post-Hardcore-Bands: Ihre langen, geschnittenen Kompositionen mit ungeraden Taktarten, waren orchestriert gebaut und voll von elliptischen Melodien und andere Drehungen und Wendungen. Das Ergebnis war einer der markantesten und wildesten Sounds in der lose definierten Post-Hardcore-Bewegung.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1152\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Drive-like-Jehu.jpg\" alt=\"Drive like Jehu\" class=\"wp-image-7629\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Drive-like-Jehu.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Drive-like-Jehu-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Drive-like-Jehu-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Das Primavera schafft es immer wieder, gro\u00dfe unbekannte Bands der 1990er Jahre auszugraben und zu Liveauftritten zu bewegen. So spielten hier vor einigen Jahren die <strong>Meat Puppets<\/strong> und <strong>Slint<\/strong>, letztes Jahr <strong>Julie Ruin<\/strong> und <strong>Mineral<\/strong>. An diesem Abend nun <strong>Drive like Jehu<\/strong>. Bands, deren Namen vielleicht kaum einer kennt, die aber so wichtig f\u00fcr die zeitgen\u00f6ssische Musik sind, wie kaum jemand. Postrock, und Emo, vielleicht h\u00e4tten wir das gar nicht, ohne <strong>Drive like Jehu<\/strong> und <strong>Mineral<\/strong>.Ihre beste Phase hatten <strong>Drive like Jehu<\/strong> zwischen 1991 und 1995. Zwei Albenver\u00f6ffentlichungen reichten der Band, um alles zu sagen. Die Band l\u00f6st sich auf. S\u00e4nger und Gitarrist <strong>Rick Froberg<\/strong> machte anschlie\u00dfend mit <strong>Rocket from the Crypt<\/strong> weiter. 2015 kamen <strong>Drive like Jehu<\/strong> f\u00fcr ein paar Liveauftritte wieder zusammentaten. Kann man machen.<br>Da ich <strong>Drive like Jehu<\/strong> bis zum Ende sehen wollte, kam ich erst p\u00fcnktlich zu <strong>PJ Harvey<\/strong> auf das gro\u00dfe Konzertgel\u00e4nde zur\u00fcck. Keine Chance also, weiter nach vorne vor die B\u00fchne zu gelangen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PJ Harvey<\/strong> mutiert zum Kunstobjekt. Die B\u00fchnenshow ist von atemberaubender Sch\u00f6nheit. Gebannt starre ich auf die Leinw\u00e4nde und lasse mich von einer perfekt gestylten <strong>Polly Jean<\/strong> begeistern. Das Konzert erinnert mich an eine <strong>Bj\u00f6rk<\/strong> Show in schwarz-weiss. Musikalisch sagt mir das aktuelle <strong>PJ Harvey<\/strong> Album nicht sonderlich zu, live k\u00f6nnen mich die neuen St\u00fccke auch nicht recht \u00fcberzeugen. Und so warte ich auf den ein oder anderen \u00e4lteren Song und genie\u00dfe dabei das n\u00e4chtliche Festivaltreiben. Es ist es doch wieder toll hier, denke ich so, das Wetter ist top, die Luft gut und das Festivalambiente wie immer entspannt und unaufgeregt. Und \u201eLet England shake\u201c spielt sie dann ja noch\u2026<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1152\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Parquet-Courts-2.jpg\" alt=\"Parquet Courts\" class=\"wp-image-7630\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Parquet-Courts-2.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Parquet-Courts-2-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Parquet-Courts-2-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Parquet Courts<\/strong> werden anschlie\u00dfend die letzte Band f\u00fcr mich im Parc del F\u00f2rum sein. Die letzte f\u00fcr 2016. Im n\u00e4chsten Jahr m\u00f6chte ich wieder gerne hierhin zur\u00fcck. Doch so weit ist es noch nicht. 60 Minuten LoFi sind noch vor mir. Die Musik von <strong>Parquet Courts<\/strong> begeisterte mich vor ein paar Jahren beim Phono Pop. Ihr Geschrammel hatte viel von <strong>Pavement<\/strong> und Konsorten, das gefiel mir. In diesem Sommer haben sie ihr aktuelles Album <em>Human Performance<\/em> ver\u00f6ffentlicht, es enth\u00e4lt meinen derzeitiges Lieblingslied: \u201eDust\u201c. Ein Song, extra f\u00fcr mich als Sauberkeitsfanatiker geschrieben:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Dust is everywhere<br>Sweep<br>Sweep<br>Dust is everywhere<br>Sweep<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ha, gro\u00dfartig! Auch 2016 klingen <strong>Parquet Courts<\/strong> noch super, ihr Konzert ist (m)ein w\u00fcrdiger Abschluss des diesj\u00e4hrigen Primavera Sound.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1150\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Julien-Baker.jpg\" alt=\"Julien Baker\" class=\"wp-image-7631\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Julien-Baker.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Julien-Baker-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Julien-Baker-1012x568.jpg 1012w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Nachschlag:<br>Nachmittags gab es nat\u00fcrlich auch schon Konzerte. Im Innenhof des CCCB spielten erst <strong>Die Katapult<\/strong>, eine spanische Band, und <strong>Julien Baker<\/strong>, eine amerikanische Singer Songwriterin. Diese Primavera-Tageskonzerte sind jedes Jahr heimliche H\u00f6hepunkte. Irgendwo in Barcelona finden sie statt, frei zug\u00e4nglich f\u00fcr jedermann. Hier spielen K\u00fcnstler, die man auch abends im Parc del F\u00f2rum sehen kann, kurze Sets. <strong>Julien Baker<\/strong> zum Beispiel spielte tags zuvor auf der Adidas B\u00fchne. Hatte man sie also dort verpasst, oder fand sie so unheimlich gut, dass man nicht genug bekam, bot sich am Nachmittag eine neue Chance. Ich hatte <strong>Julien Baker<\/strong> verpasst und nahm <strong>Die Katapult<\/strong> \u2013 die nicht im Parc del F\u00f2rum auftraten \u2013 gleich noch mit.<br><strong>Julien Baker<\/strong> macht sch\u00f6ne Singersongwriterin Musik. Ihre Musik ist keine Neuerfindung von irgendwas. Ich k\u00f6nnte <strong>Scout Niblett<\/strong> nennen oder <strong>Waxahatchee<\/strong>. &nbsp;Im letzten Jahr zum Beispiel verliebte ich mich in <strong>Torres<\/strong>, die \u00e4hnliches auf die B\u00fchnen Spaniens zauberte. &nbsp;In diesem Jahr also <strong>Julien Baker<\/strong>, die ihre Sache sehr gut machte. Ich mag ja sowas, da braucht es viel, um mich sofort in gro\u00dfe Begeisterung zu versetzen. Eigentlich braucht es nur eine Gitarre und eine interessante Stimme mit leicht traurig-verzweifeltem Gesang.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1150\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Die-Katapult.jpg\" alt=\"Die Katapult\" class=\"wp-image-7632\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Die-Katapult.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Die-Katapult-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Die-Katapult-1012x568.jpg 1012w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Katapult es una banda hispano-sueca que hace krautpop mediterr\u00e1neo.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Die Katapult<\/strong> sind gef\u00fchlt die spanische Variante von <strong>Schnipo Schranke<\/strong>. Die beiden Spanierinnen singen mit deutschen Texten, ohne ein Wort Deutsch zu verstehen. Ihre Songs nennen sie \u201eSchweinsteiger\u201c oder \u201eBraun\u201c oder \u201eDeutsche TV\u201c. Das ist unterhaltsam und f\u00fcr eine Stunde kurzweilig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: Julien Baker - Everybody does\" width=\"1200\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Pm45FcebvJ0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-01-06-2016\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Primavera Sound Festival \u2013 Barcelona, 01.06.2016<br><\/a><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-02-06-2016\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Primavera Sound Festival \u2013 Barcelona, 02.06.2016<br><\/a><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-03-06-2016\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Primavera Sound Festival \u2013 Barcelona, 03.06.2016<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle guten Dinge sind drei. Dritter Festivaltag, drittes Konzert auf der Hidden Stage, ein drittes Mal fr\u00fch am Nachmittag am Festivalgel\u00e4nde. Vielleicht ist das Konzert von Bob Mould mein wichtigstes Hidden Stage Konzert. Ich sp\u00fcrte schon den halben Tag eine gewisse Vorfreude und ein L\u00e4cheln auf meinem Gesicht, wenn ich nur an das Konzert dachte. Bob Mould begeisterte mich vor Jahren bereits beim Primavera, damals mit band und vielen Songs von Sugar.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7579,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"pretty-paracetamol in concert: 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