{"id":7531,"date":"2016-04-25T17:28:01","date_gmt":"2016-04-25T15:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7531"},"modified":"2025-05-13T19:21:15","modified_gmt":"2025-05-13T17:21:15","slug":"sophia-maastricht-23-04-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/sophia-maastricht-23-04-2016\/","title":{"rendered":"Sophia &#8211; Maastricht, 23.04.2016"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Muziekgieterij, Maastricht<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1152\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_7750.jpg\" alt=\"Sophia\" class=\"wp-image-7534\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_7750.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_7750-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_7750-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter, nachdem das Konzert sein Ende gefunden hat, stehen wir am Merchstand. \u2018Und ich dachte immer, <strong>Robin Proper-Sheppard<\/strong> sei ein Brite\u2018 bemerke ich nebenbei. \u2018Seine Musik klingt so britisch\u2018. \u2018Findest du?\u2018 kam die Frage zur\u00fcck. \u2018Ja\u2018.<br>Wir warten darauf, kurz \u2018Hallo\u2018 sagen zu k\u00f6nnen. Da wir aber nicht die einzigen sind, die das machen wollen, reihen wir uns in die Schlange ein und ich lausche den Gespr\u00e4chen der Anderen mit dem <strong>Sophia<\/strong> S\u00e4nger. Der amerikanische Akzent ist un\u00fcberh\u00f6rbar. Nett scheint er zu sein, der Mann aus San Diego. Bereitwillig macht er Selfies ohne Ende und signiert enthusiastisch jedwede CD oder Platte, die ihm hingehalten wird.<br>Dass die Security bereits mit den F\u00fcssen scharrt und am liebsten von jetzt auf gleich die Halle leerfegen m\u00f6chte, interessiert ihn und uns erstmal nicht. Die Disco, die im Anschluss, oder vielleicht doch erst sp\u00e4ter &#8211; denn als wir die Muziekgieterij verlassen ist sie nahezu menschenleer &#8211; hier stattfindet, muss noch warten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe <strong>Sophia<\/strong> so richtig erst im letzten Jahr kennengelernt. Klar, den Hit der Band, \u201eOh my love\u201c kannte ich bewusst unbewusst schon seit Jahren, die \u00fcbrigen Songs aber, oder gar ein bisschen etwas \u00fcber die Band, war mir bis dahin unbekannt. Auf dem Bruis Festival sollte sich das \u00e4ndern. <strong>Sophia<\/strong> waren auch ein Grund, dieses Festival zu besuchen. Zu vieles und sehr oft hatte ich zuvor von Bekannten und Freunden \u00fcber diese Band geh\u00f6rt. Nun gab es endlich die Gelegenheit, sie zu sehen. Das wollte ich mir damals nicht entgehen lassen. <strong>Sophia<\/strong> spielten seinerzeit in Bandbesetzung ein wunderbares, gitarrenlastig l\u00e4rmendes und melancholisches Set, das mich sehr begeisterte. Ja, ich war angetan von der Band. Sehr angetan sogar.<br>Und ich war ein wenig irritiert. Dar\u00fcber, dass ich die Band nicht schon fr\u00fcher kennengelernt hatte. Denn das, was <strong>Sophia<\/strong> machen, war doch irgendwie meine Musik. Komisch, wie das manchmal so zugeht in dieser Welt. Als die Tour zum neuen Album <em>As we make our way<\/em> bekanntgegeben wurde, war klar, ich muss diese Band noch einmal sehen.<br>Vor einigen Tagen stellte sich dann heraus, dass sich ihr K\u00f6lner Konzerttermin mit einem anderen Konzert \u00fcberschneidet, f\u00fcr das ich schon ein Ticket besa\u00df. Bl\u00f6d. Da ist wochenlang nichts los in der Stadt und dann kommen sie auf einmal alle zeitgleich. Aber es gibt zum Gl\u00fcck noch andere St\u00e4dte und Konzerts\u00e4le in Reichweite, und nachdem ich recherchierte hatte, dass <strong>Sophia<\/strong> am Vortag in Maastricht spielen sollten, war die Konzertfahrt fix. Es ist ja nur ein Katzensprung, und Konzerte in den Nachbarl\u00e4ndern sind eh die angenehmeren, weil die S\u00e4le sch\u00f6ner und das Ambiente aufger\u00e4umter und ruhiger sind. Wo wird einem schon von einem kleinen Steppke das Ticket abgescannt, wohlumsorgt von seiner Mutter, die daneben steht und ein Auge hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sch\u00f6nheit und die Annehmlichkeiten von Konzertbesuchen in Belgien und den Niederlanden, das war erneut der Punkt, \u00fcber den wir vor dem Konzert sprachen. Es ist immer das gleiche, es f\u00e4llt uns immer wieder von neuem auf. Ausgeh\u00e4ngte Zeitpl\u00e4ne, entspannte, aufmerksame Mitarbeiter, ein grundsolider Servicegedanke in jedweder Hinsicht. Bei uns geht all das ein bisschen verloren. Wenn ich zum Beispiel nur kurz daran zur\u00fcckdenke, wie lange wir beim letzten Mal an der Theke der Live Music Hall auf die Bedienung warten mussten. Von frisch zugebereiteten Speisen wie hier in der Muziekgieterij m\u00f6chte ich erst gar nicht anfangen. Das wirklich einzig \u00e4rgerliche an Konzertbesuchen in Belgien und den Niederlanden sind diese Bezahlchips. Die muss man vorher an Automaten kaufen, um sich etwas kaufen zu k\u00f6nnen, und am Ende des Tages bleiben immer welche \u00fcbrig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Muziekgieterij scheint ein relativ neuer Konzert- bzw. Kulturort zu sein. Es riecht noch ein wenig nach Baustelle, das Gel\u00e4nde um die ehemalige Gie\u00dferei ist mit Bauapparaten und Baumaterialien gut zugestellt. Leicht abseits der Stadt liegt sie in einem wohl ehemaligen Industrieareal, das jetzt nach und nach der urbanen Nutzung zugef\u00fchrt wird. Die Geb\u00e4ude drumherum sind teilweise schon schick renoviert und gentrifiziert. Das Musikgeb\u00e4ude, wenn es denn mal fertig sein wird, wird dann definitiv der kulturelle Anziehungspunkt dieses Stadtviertels. Und da gerade mal 80 km von K\u00f6ln entfernt eine gute Alternative f\u00fcr Konzertbesuche. Das Programm in den letzten Wochen war hier zumindest h\u00f6chstinteressant. Leider hatte ich es nicht rechtzeitig auf dem Plan, sonst w\u00e4re der <strong>Sophia<\/strong> Abend nicht meine erste Fahrt nach Maastricht geworden.<br>Wie gesagt, alles riecht noch neu und somit war alles irgendwie super, weil auf dem aktuellsten Technikstand: der Saal, der Sound. Vor allem der Sound.<br>Auch die Band war begeistert von dem Klang der Anlage. Beim Merchstand-Gespr\u00e4ch erkundigt sich <strong>Robin Proper-Sheppard<\/strong> gleich nach der Soudausstattung im K\u00f6lner Arttheater, als er realisiert, dass wir aus K\u00f6ln kommen. Im Arttheater sollte die Band am n\u00e4chsten Tag auftreten. Eine Auskunft k\u00f6nnen wir ihm dar\u00fcber nicht geben, nur darauf verweisen, dass der Saal viel kleiner sei als hier. \u2018Nun ja, sie w\u00fcrden es schon krachen lassen\u2018, so <strong>Sheppards<\/strong> Kommentar. Wir schmunzeln \u00fcber die Antwort, denn das Konzert gerade war ordentlich laut. Die Band lie\u00df es bereits ordentlich krachen. Ich kenne <strong>Sophia<\/strong> nur in dieser Konstellation, mit drei Gitarren, Keyboarder und Schlagzeug. (Und in dieser Lautst\u00e4rke). Bereits auf dem Bruis Festival ein paar Stra\u00dfenecken weiter spielte <strong>Robin Proper-Sheppard<\/strong> in Begleitung. Dass <strong>Sophia<\/strong> auch akustisch und solo geht, das wusste ich aus Erz\u00e4hlungen. Erlebt habe ich das bisher nicht, ich stelle es mir aber gut vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorband lassen wir aus. Erst zum <strong>Sophia<\/strong> Intro gingen wir in den Saal, der eine angenehme Gr\u00f6\u00dfe hat. Vielleicht 100 Leute waren da, gedr\u00e4ngelt voll war es also nicht. Im Dunkeln schlichen wir nach vorne. Das gesamte Konzert \u00fcber sollte es dunkel bleiben, eine B\u00fchnenausleuchtung oder gar direkte Schweinwerfer auf die Musiker verbot sich die Band. Nein, Licht st\u00f6re nur, es ist ein unwillkommener Gast. Das l\u00e4\u00dft uns <strong>Robin Proper-Sheppard<\/strong> in einer ersten Ansage wissen.<br>Es dauerte ein bisschen, bis der S\u00e4nger gespr\u00e4chig wird. Erst gegen Ende des Sets erz\u00e4hlt er \u00fcber die Songs, bedankt sich bei seinen Maastrichter Freunden f\u00fcr die erneute Einladung und beim Publikum f\u00fcrs kommen.<br>Das Konzert besteht in der Hauptsache aus Songs des neuen Albums. Diese klingen, wenn ich das so sagen kann, wie das, was ich von <strong>Sophia<\/strong> kenne: gitarrenlastig, melancholisch, ein bisschen d\u00fcster, ruhig und getragen.<\/p>\n\n\n\n<p>A pro pos getragen. Im Laufe des Konzertes erz\u00e4hlt <strong>Robin Proper-Sheppard<\/strong>, dass ihn seine Tochter einmal gefragt h\u00e4tte, warum er denn keine schnellen und poppigen Songs schreiben w\u00fcrde. Seine Antwort auf diese Frage bleibt er uns schuldig, spielt aber &#8211; quasi als kleinen Gegenbeweis, dass er sowas auch kann &#8211; den Hit der Band, \u201eOh My Love\u201c.<br>Es bleibt das flotteste St\u00fcck des Abends. Das lauteste ist es aber nicht. Der Ger\u00e4uschpegel ist zwar schon zu Beginn hoch, aber gegen Ende wird das Konzert eine Gitarrenwand. Die Band k\u00fcndigt die letzten beiden Songs an, oder 20 bis 25 Minuten richtige Musik, wie <strong>Sheppard<\/strong> es im Hinblick auf die anschlie\u00dfende Disco formuliert. Es scheint ihn etwas zu wurmen, dass im Anschluss Techno und\/oder R\u2019n\u2019B angek\u00fcndigt sind. Fr\u00fcher, so <strong>Sheppard<\/strong> weiter, w\u00e4re es immerhin noch eine Indiedisco gewesen. So werden die beiden letzten Songs eine laute Trotzreaktion auf das kommende Discoprogramm. Eine sch\u00f6ne Trotzreaktion!<br>Generell war es ein Abend, an dem die Sch\u00f6nheit von St\u00fccken wie \u201eSo slow\u201c, \u201eIt\u2019s so easy to be lonely\u201c oder \u201eThe river song\u201c so richtig zur Geltung kam.<br>Ein gutes Konzert. Eine gute Band. Ein sch\u00f6ner Konzertort.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzert:<br><\/strong><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/bruis-festival-maastricht-04-09-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sophia \u2013 Bruis Festival Maastricht, 04.09.2015<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4ter, nachdem das Konzert sein Ende gefunden hatte, stehen wir am Merchstand. \u2018Und ich dachte immer, Robin Proper-Sheppard sei ein Brite\u2018 bemerkte ich nebenbei. \u2018Seine Musik klingt so britisch\u2018. \u2018Findest du?\u2018 kam die Frage zur\u00fcck. \u2018Ja\u2018.<br \/>\nWir warten darauf, kurz \u2018Hallo\u2018 sagen zu k\u00f6nnen. 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