{"id":7519,"date":"2016-04-12T20:37:26","date_gmt":"2016-04-12T18:37:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7519"},"modified":"2016-04-12T20:37:26","modified_gmt":"2016-04-12T18:37:26","slug":"anna-ternheim-koeln-11-04-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/anna-ternheim-koeln-11-04-2016\/","title":{"rendered":"Anna Ternheim &#8211; K\u00f6ln, 11.04.2016"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Stadtgarten, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7520\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_7699.jpg\" alt=\"Anna Ternheim\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_7699.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_7699-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>\u2018Do you like the Backstreet Boys?\u2018 fragt <strong>Anna Ternheim<\/strong> zu Beginn der Zugabe ins Rund des Stadtgartens. Eine Antwort bleibt aus, das Grummeln zeigt aber, dass man irritiert ob der Frage ist. Uahh, die <strong>Backstreet Boys<\/strong>! Himmel hilf, nein, die mag man nicht. Wirklich nicht. Das ist doch die Musik der Kinder und\/ oder Neffen; aber es ist doch nicht unsere Musik, die wir hier im Stadtgarten stehen.<br \/>\nAls <strong>Anna Ternheim<\/strong> dann \u201eShow me the meaning of being lonely\u201c anstimmt, nur auf der Akustikgitarre und in Begleitung des Keyboarders, mu\u00df ich direkt an eine Dokumentation \u00fcber Eurodance\/ -disco denken, die ich letztens im Fernsehen gesehen habe. Dort wurde unter anderem ein gewisser <strong>Nosie Katzmann<\/strong> portraitiert. Den Namen h\u00f6rte ich seinerzeit zum ersten Mal, seine Lieder kannte ich nat\u00fcrlich. Unbewusst. Er war der Produzent vieler gro\u00dfer Eurodance Bands (<strong>Culture Beat<\/strong>, <strong>Captain Hollywood<\/strong>) und schrieb deren Hits wie \u201eMr Vain\u201c oder \u201eMore and more\u201c. <strong>Nosie Katzmann<\/strong> sagte in dieser Fernsehdoku sinngem\u00e4\u00df folgendes:<\/p>\n<blockquote><p>Einen guten Eurodance Song erkennt man daran, dass er auch in anderer Instrumentierung funktioniert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und dann spielte er quasi zum Beweis \u201eMr Vain\u201c auf der Akustikgitarre und ja, es klang wirklich wunderbar.<\/p>\n<p>Das <strong>Backstreet Boys<\/strong> Cover war toll, genauso wie der gesamte Abend mit der Schwedin, die in Bandbesetzung angereist war, enorm sch\u00f6n und unterhaltsam war. Doch warum war das Konzert f\u00fcr mich so unterhaltsam, obwohl ich doch eher nicht auf skandinavische Frauenstimmen (Ausnahme: <strong>Nina Persson<\/strong>)und deren Musik?<\/p>\n<p>Nun, sicher lag es daran, dass <strong>Anna Ternheim<\/strong> an diesem Abend viele kleine Konzerte in einem spielte, und so keine Langeweile aus Gleichartigkeit heraus entstand.<br \/>\nDa war die \u2018Hardrock\u2018-Sequenz mit vielen Gitarren und Gitarrensoli gleich zu Beginn, da war der Popteil, luftig und sch\u00f6n und mit zwei, drei Songs, die ich kannte (eins davon war \u201eLeaving on a mayday\u201c), und da war der Folk- und Akustikteil, der vielleicht urspr\u00fcnglichste und erbeigenste Stil in der Musik der <strong>Anna Ternheim<\/strong>.<br \/>\nNur Eurodisco und fiese Gitarren, wie ich es in einem Konzertbericht vom Konzert in Frankfurt am Tag zuvor gelesen hatte, h\u00f6rten wir nicht heraus. Nein, da waren wir uns nach dem Konzert einig, beides gab es nicht. Mit dem Autor dieser Zeilen, so ebenso unisono unser Fazit, muss gesprochen werden.<br \/>\nWas ich sagen will. Es war ein abwechslungsreicher Abend, den ich so nicht erwartete hatte.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte ich bis zum Tag davor \u00fcberhaupt nicht erwartet, auf dieses Konzert zu gehen. Als nicht riesengro\u00dfer <strong>Anna Ternheim<\/strong> Fan kam ich erst sp\u00e4t und nur durch die Absage eines Freundes zu einem Ticket f\u00fcr die seit langer Zeit ausverkaufte Veranstaltung. <strong>Anna Ternheim<\/strong>, ja, ich hatte ein paar CDs zuhause, also genau ein Paar CDs. <em>Leaving on a mayday<\/em> und eine Cover Songs EP. Das meiste kenne ich also \u00fcberhaupt nicht von der Schwedin, die in ihrer Heimat ein Weltstar ist und auch schon mal auf dem Bankett zur Nobelpreisvergabe spielen darf, wie ich aus einem youtube Video erfuhr, das ich mir nachmittags noch schnell reinzog. Lustigerweise war es auch das <strong>Backstreet Boys<\/strong> Cover, was ich im Internet erwischte.<br \/>\nIhr sechs Alben Backkatalog ist mir daher zu mehr als zwei Dritteln fremd, aber ich besuchte schon mal ein Konzert von ihr. 2009 war das und ich so hatte grunds\u00e4tzlich eine Ahnung dar\u00fcber, welche Musik mich erwarten k\u00f6nnte. Damals schrieb ich:<\/p>\n<blockquote><p>Musikalisch riss mich Anna Ternheim nicht um. Sie schaffte es nicht, mich heute so zu begeistern, dass ich unbedingt bis zum Ende bleiben wollte. Lag es an mir und meinem Stehplatz oder an Anna? Ich bin mir \u00fcber die Antwort nicht ganz klar. Vielleicht sollte ich das Ternheim\u2019sche Gesamtwerk nochmals h\u00f6ren, damit diese Frage nicht unbeantwortet bleibt. Bis jetzt bin ich kein Fan<\/p><\/blockquote>\n<p>Oh je.<br \/>\nAber ich hatte Lust, hinzugehen. Und Lust ist das \u00dcberzeugungsargument schlechthin. Also ging ich.<br \/>\nOhne Vorband und gro\u00dfes Tamtam startete Anna Ternheim mit besagter \u2018Hardrockphase\u2018 in das Konzert. Die Bandmitglieder kamen zum Intro von \u201eHours\u201c einzeln und nacheinander auf die dunkle B\u00fchne, zuletzt die S\u00e4ngerin. \u201eHours\u201c ist laut, und gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Im gleichen Stil ging es erstmal einen Song lang weiter, bevor uns <strong>Anna Ternheim<\/strong> im Anschluss dar\u00fcber aufkl\u00e4rte, wie es zu den Songs zum neuen Album gekommen sei und warum sich die aktuelle Scheibe <em>For the young<\/em> so anders anh\u00f6rt als die Platten davor.<\/p>\n<p>&#8218;This evening will be completely different&#8216;, sagte sie in Anspielung an ihren letzten Stadtgartenauftritt vor einigen Jahren, als sie zusammen mit Musikern aus Nashville unterwegs war. Nun, ich war seinerzeit nicht dabei, also sagte mir das nicht allzu viel.<br \/>\nAber dieser Konzertbeginn war gut und im Wechsel mit den ruhigen Akustikpassagen und den lupenreinen Popsongs ging es wunderbar different weiter. Ein rein akustischer Abend w\u00e4re sicherlich langweiliger geworden, denke ich zwischendurch mehrere Male. Da war es so doch um so viel besser.<br \/>\nDer Satz des Abends vervollst\u00e4ndigte das gute Konzert auf eine bestimmte Art und Weise:<\/p>\n<blockquote><p>\u00dcber bestimmte Dinge zu viel nachzudenken, ist manchmal allzu hinderlich. To let things come radically in your life is sometimes better.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich wei\u00df nicht, was Anna Ternheim dazu bewogen hat, diesen Satz zu sagen. Aber er stimmt. Und ich als eher nachdenklicher Mensch sollte das vielleicht auch mal beherzigen.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/anna-ternheim-koln-27042009\/\">Anna Ternheim \u2013 K\u00f6ln, 27.04.2009 \/ Stadtgarten<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2018Do you like the Backstreet Boys?\u2018 fragt Anna Ternheim zu Beginn der Zugabe ins Rund des Stadtgartens. Eine Antwort bleibt aus, das Grummeln zeigt aber, dass man irritiert ob der Frage ist. Uahh, die Backstreet Boys! Himmel hilf, nein, die mag man nicht. Wirklich nicht. 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