{"id":7483,"date":"2016-03-15T18:42:58","date_gmt":"2016-03-15T17:42:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7483"},"modified":"2024-10-14T19:16:54","modified_gmt":"2024-10-14T17:16:54","slug":"bettie-serveert-roermond-12-03-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/bettie-serveert-roermond-12-03-2016\/","title":{"rendered":"Bettie Serveert &#8211; Roermond, 12.03.2016"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> ECI, Roermond<br><strong>Vorband:<\/strong> Madi<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1080\" height=\"608\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/IMG_7443-1080x608.jpg\" alt=\"Bettie Serveert - Roermond, 12.03.2016\" class=\"wp-image-19640\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/IMG_7443-1080x608.jpg 1080w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/IMG_7443-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/IMG_7443-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/IMG_7443-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/IMG_7443.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Lieblingsband.<br>Uneingeschr\u00e4nkt. Seit vielen, vielen Jahren verfolge das Treiben er niederl\u00e4ndischen Band, die sich nach der Tennisspielerin <strong>Bettie St\u00f6ve<\/strong> (Winbledonfinalistin) bzw. ihrer Biographie <em>Bettie serveert<\/em> benannt hat. <strong>Carol van Dijk<\/strong> und <strong>Peter Visser<\/strong> sind \u00fcber all die Jahre die beiden konstanten der Band, die kurz vor der Ver\u00f6ffentlichung ihres 11. regul\u00e4ren Albums steht.<br><strong>Bettie Serveert<\/strong> gibt es seit Beginn der 1990er Jahre, lange musste ich auf ein Konzerterlebnis mit ihnen warten. Zu Beginn der 2000er Jahre war es dann soweit, im M\u00fchlheimer Kulturbunker vor viel zu wenigen Leuten. In den letzten Jahren gab es dann sch\u00f6nerweise mehrere Gelegenheiten, und ein <strong>Bettie Serveert<\/strong> Konzertbesuch wurde so f\u00fcr mich fast schon zur Routine. Also in Relation zu den ersten 10 Jahren, als die Alben und Songs sicher noch mehr Relevanz hatten, als heutzutage. Also f\u00fcr die grosse Indiemasse, f\u00fcr mich haben Songs wie \u201ePalomine\u201c oder \u201eWhat friends\u201c immer noch den gleich hohen Stellenwert.<br>Lieblingsband eben.<br>Zumindest kommt es mir so vor. Denn betrachte ich das Publikum um mich herum, und entsinne mich zur\u00fcck an meinen letzten Konzertbesuch in Venlo, so f\u00e4llt mir auf, dass <strong>Bettie Serveert<\/strong> kaum Fannachwuchs rekrutieren k\u00f6nnen. Die, die zu ihren Konzerten kommen, kennen die Band noch von Pinkpop Auftritten. Seinerzeit waren sie einige von 10000, aktuell, und so leider auch an diesem Abend in Roermond, sind wir nahezu unter uns. 100, vielleicht 150. Altersdurchschnitt 40plus.<br>Dabei leben <strong>Bettie Serveert<\/strong> \u00fcberhaupt nicht nur oder gar ausschlie\u00dflich in der Vergangenheit. <em>Pharmacy of love<\/em> und <em>Oh Mayhem!<\/em>, ihre letzten beiden regul\u00e4ren Alben, sind gerademal drei, bzw. vier Jahre alt, und Songs wie \u201eDeny all\u201c oder \u201eCalling\u201c sehr zeitgem\u00e4\u00df. Nat\u00fcrlich schwelgen sie dar\u00fcber hinaus auch in Erinnerungen. 20 Jahre <em>Palomine<\/em> vor einigen Jahren war ein gro\u00dfes Fest mit viel Tamtam und ausverkauftem Paradiso (gro\u00dfer Saal), ganz so wie es sich f\u00fcr eine Indieinstitution eines Landes geh\u00f6rt. Man stelle sich vor, <strong>Tocotronic<\/strong> w\u00fcrden 20 Jahre <em>Wir kommen um uns zu beschweren<\/em> feiern. Das w\u00e4re in etwa der Ma\u00dfstab, der angelegt werden m\u00fcsste, um die Bedeutung von <strong>Bettie Serveert<\/strong> in den Niederlanden irgendwie zu erkl\u00e4ren.<br>Und so ist es nur zu normal, dass die alten Welthits nach wie vor gespielt werden: mein pers\u00f6nlicher Depressionsklassiker \u201ePalomine\u201c, \u201eTom Boy\u201c oder \u201eKids alright\u201c, das im Nachbarland jeder kennt.<br>Aber <strong>Bettie Serveert<\/strong> ruhen sich nicht auf alten Gassenhauern aus, sie schreiben immer weiter neue Hits. Ein n\u00e4chstes Album ist in Vorbereitung, drei oder vier neue Songs spielten sie an diesem Abend.<br>Mein niederl\u00e4ndisch ist nicht so gut, um alle detaillierten Angaben zur Ver\u00f6ffentlichung und Namen des neuen Werkes mitzubekommen. Ich verstand immer nur<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>een nieuwe liedje.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Konzerte in der Beneluxprovinz sind etwas Spezielles. Ich sah mal <strong>K\u2019s choice<\/strong> in Weert, einem Nachbarst\u00e4dtchen von Roermond, aber ich glaube auf belgischer Seite, <strong>Get well soon<\/strong> in Herleen oder <strong>Lee Ranaldo<\/strong> in Hasselt. Alles kleine St\u00e4dte in mehr oder weniger Grenzn\u00e4he, alle mit tollen Musikcentren und jederzeit einen Ausflug wert.<br>In Roermond war ich bisher nur zum einkaufen. Das Outlet Center am Rande der Stadt lockt mich mindestens einmal im Jahr hierhin. Konzerte verband ich bisher weniger mit dieser tollen und sch\u00f6nen Stadt, die, wie fast alle niederl\u00e4ndischen St\u00e4dte, einige sch\u00f6ne Ecken und nette Pl\u00e4tze inklusive kleinem Hafen hat. Die Rur flie\u00dft hier entlang, ich kenne den Flu\u00df auch aus der Eifel. Das ECI war mir bisher noch nie aufgefallen, es liegt aber auch am anderen der Stadt. Bei der Routenplanung sah ich bereits, dass es ein altes Fabrikgel\u00e4nde sein muss, auf dem jetzt allerlei Kunstkram veranstaltet wird. In natura stellte es sich als eine sch\u00f6n hergemachte (der gemeine Begriff ist gentrifizierte) Anlage heraus, die neben einem Konzertsaal auch ein kleines Kino, ein Restaurant und Veranstaltungsr\u00e4ume beheimatet. In einem Wort. Es ist toll. Und nicht nur ich lieben unsere Benelux-Nachbarn f\u00fcr solche gro\u00dfartigen Kulturzentren. ECI steht \u00fcbrigens f\u00fcr Elektro Chemische Industrie, 2009 wurde die ehemalige Fabrikanlage renoviert und ist seitdem ein Kulturzentrum.<br>Nur eine Handvoll Menschen stehen vor einer Glast\u00fcr, als ich das Gel\u00e4nde nach dem richtigen Eingang hin durchquere. Sie sind das einzige Anzeichen, dass hier eine Veranstaltung stattfindet. Ansonsten liegt das gesamte Areal im samst\u00e4glichen Ruheschlaf. Ich gehe hinein, die Kasse ist doppelt besetzt, in einem Nebenraum h\u00e4ngen Fotografien aus den 70er Jahren. Es sieht nach einer Ausstellung aus, um was genau es geht, kann ich nicht ausmachen.<br>Im Konzertsaal, den Gang entlang in einem Nebenkomplex liegend, ist die B\u00fchne hergerichtet. Eingefunden haben sich hier vielleicht 20 Leute. Sie stehen gr\u00f6\u00dftenteils an der Theke. Als gegen halb zehn <strong>Madi Hermens<\/strong> die B\u00fchne betritt und sich hinter ihr Keyboard setzt &#8211; ich m\u00f6chte die niederl\u00e4ndische S\u00e4ngerin nicht nur deswegen mit <strong>Kate Nash<\/strong> vergleichen, auch wenn ihre Songs weniger rotzig frech und viel ruhiger sind &#8211; sind nur ein paar Duzend mehr Leute in den Saal gekommen. Die Musik interessiert sie jedoch ohrenscheinlich nur wenig, ich h\u00f6re intensivstes Gerede von der Theke. Vielleicht 20 lauschen aufmerksam, alle anderen sind, ja aus welchem Grund eigentlich hier? Ich wei\u00df es nicht, die Situation wirkt skurril bis grotesk. <strong>Madi Hermens<\/strong> kommt mit ihrem Keyboard kaum gegen das Geschnatter aus dem hinteren Teil des Raumes an. Die Akustik des Saals ist einfach zu gut, jedes Glasklappern wird bis zur B\u00fchne transportiert. Dass nur sehr wenige ihrer Musik zuh\u00f6ren, merkt <strong>Madi<\/strong> auch, ihre Ansagen, zu Beginn noch euphorisch und erz\u00e4hlend vorgetragen, werden immer k\u00fcrzer und fallen dann ganz weg. Stattdessen spielt sie nur noch ihr Set runter, und &#8211; so zumindest mein Eindruck &#8211; das ohne ihren Auftritt wirklich genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Schade, denn ihre Songs sind wirklich gut, ihre Stimme toll! Das h\u00e4tte mehr Aufmerksamkeit verdient, viel mehr! Aber leider wird dieser Konzertbesuch nur von einer kleinen Minderheit prim\u00e4r als Musikerlebnis verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bettie Serveert<\/strong> sind hipsterfreie Zone. Ich erw\u00e4hnte ja bereits das maue Interesse. Der Band scheint das wurscht, oder sie hat sich mittlerweile damit abgefunden, und wirkt unaufgeregt spa\u00dfig. Zwei neue Songs zu Beginn, und ich glaube, dass neue Album wird gut und viel rockiger als die letzten Platten. Wow. Seit diesen 10 Minuten freue ich mich auf das neue Album.<br>Das ist f\u00fcr mich \u00fcberraschend, denn die letzten Meldungen \u00fcber die aktuellen musikalischen Ausrichtungen der Band waren gruselig. Eine <strong>The Cure<\/strong>-Cover Tour mit einem sogenannten <strong>Prof. Nomad<\/strong> lie\u00dfen mich zusammenzucken. \u2018Nein, sowas brauche ich nicht\u2018, sehr sicher stellte ich das beim Betrachten einiger Videos von dieser besagten Tour fest. Selbst von einer Lieblingsband muss ich nicht alles m\u00f6gen. Meine Bef\u00fcrchtungen, Songs aus diesem Projekt h\u00f6ren zu m\u00fcssen, er\u00fcbrigten sich jedoch Gott sei Dank sehr schnell.<br>Nachdem ich die neuen St\u00fccke verarbeitet hatte, ging es peu a peu zur\u00fcck. \u201eBalentine\u201c, \u201ePalomine\u201c, \u201eDeny all\u201c, \u201eTom Boy\u201c folgten alsbald und die Setlist mutierte zu einer feinen kleinen alte-Hits-und-Lieblingslieder Setlist. <strong>Carol van Dijk<\/strong>, <strong>Peter Visser<\/strong>, <strong>Herman Bunskoeke<\/strong> und Schlagzeuger <strong>Joppe Molenaar<\/strong>, der nach kurzen Aussetzern wieder am Schlagzeug sitzt, liefern, doch das Publikum dankt es nur wenig. Nach elf Uhr wurde es auf einmal gef\u00fchlt leer. Das verstand ich nicht, denn wer die Band mag oder sich auch nur \u00fcber die alten St\u00fccke mit ihr identifizieren kann, der kam vollends auf seine Kosten. alles wichtige und sch\u00f6ne war doch im Programm. Na egal, mir gefiel alles und ich fand es ein wunderbares Konzert.<br><strong>Bettie Serveert<\/strong> m\u00f6gen auf den ersten Blick live etwas angestaubt und wie aus einer anderen Zeit wirken. Aber sie k\u00f6nnen es noch. Und sie haben verdammt gute Popsongs.<br>Lieblingsband eben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/bettie-serveert-venlo-02-03-2013\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"item-title\">Bettie Serveert &#8211; Venlo, 02.03.2013<\/span> \/ Perron 55<br><\/a><a title=\"a\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3355\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bettie Serveert &#8211; Amsterdam, 10.09.2011 \/ Paradiso<\/a><br><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2090\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bettie Serveert &#8211; Heerlen, 21.03.2010 \/ Nieuwe Nor<\/a><br><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=161\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bettie Serveert &#8211; K\u00f6ln, 22.03.2007 \/ Kulturbunker M\u00fchlheim<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lieblingsband.<br \/>\nUneingeschr\u00e4nkt. 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