{"id":7387,"date":"2015-12-07T15:38:51","date_gmt":"2015-12-07T14:38:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7387"},"modified":"2025-02-17T19:39:53","modified_gmt":"2025-02-17T18:39:53","slug":"anna-von-hausswolff-koeln-03-12-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/anna-von-hausswolff-koeln-03-12-2015\/","title":{"rendered":"Anna von Hausswolff &#8211; K\u00f6ln, 03.12.2015"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"563\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/IMG_6959.jpg\" alt=\"Anna von Hausswolff\" class=\"wp-image-7389\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/IMG_6959.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/IMG_6959-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><em>The Miraculous<\/em> hei\u00dft <strong>Anna von Hausswolffs<\/strong> neue Platte, die ich sehr mag und gerade oft h\u00f6re. Jedes Jahr im Herbst \u00e4ndert sich meine musikalische Vorliebe. Die luftig leichten Popsongs verschwinden mehr und mehr im CD regal und ich krame die dunklen, ruhigen, sentimentalen Sachen heraus. Es scheint dann so, als ob nicht nur die Tage tr\u00fcber und trister werden, sondern auch meine Stimmung. In diesem Jahr merkte ich diese \u00c4nderung deutlicher als sonst. In Utrecht gefielen mir die eher traurigen Konzerte am besten. Und von denen gab es viele. \u201eBlood and tears\u201c von <strong>Marissa Nadler<\/strong> war eines der besten Livest\u00fccke, das ich in den letzten Monaten geh\u00f6rt habe. Auch das in der Nachbetrachtung immer sch\u00f6ner werdende <strong>Chelsea Wolfe<\/strong> Konzert spricht irgendwie f\u00fcr die Tatsache, dass mich aktuell die eher schweren und melancholisch-dramatischen Songs begeistern.<br>Ich fuhr also mit einer durchaus freudigen Erwartungshaltung zum <strong>Anna von Hausswolff<\/strong> Konzert. Die Schwedin mit ihren gro\u00dfen Orgelkl\u00e4ngen in ihren Songs sollte mir eine weitere Dosis an musikalischer Herbstmelancholie verpassen. Auf <em>The Miraculous<\/em>, so lese ich, h\u00f6rt man eine Orgel mit 9000 Pfeifen. Das ist beeindruckend, das Album auch.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Auf ihrem neuen Album hat sie all das nun noch weiter perfektioniert: die Kirchenorgeln, ihren sakralen Gesang, den grollenden Bass. Als Inspiration diente ihr ein Fleckchen Erde, von dem ihre Eltern ihr immer erz\u00e4hlt haben und der f\u00fcr sie zu einem Ort voller Mysterien, Magie und Terror wurde, so ihr Label City Slang. Sie nennt diesen Ort: Miraculous. Genauso wie ihr neues Album.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Geschichte \u00fcber diesen imagin\u00e4ren Ort Miraculous h\u00f6rte ich vor einigen Tagen im Radio, als dort das neue Album <strong>Anna von Hausswolffs<\/strong> vorgestellt wurde. Himmel klang das spannend und interessant! Zuhause blieb ich beim ersten H\u00f6rdurchgangs des Albums direkt an \u201eCome wander with me\/Deliverance\u201c h\u00e4ngen. Wow, was f\u00fcr ein Klangklo\u00df. Es f\u00e4ngt an wie ein Kirchenst\u00fcck, erinnert zwischendurch an <strong>Clannad<\/strong>, und wird, als das Schlagzeug einsetzt, zu einem irrsinnigen Drone-Metal Song. Und mittendrin immer die kieksige Stimme von <strong>Anna von Hausswolff<\/strong>. Sie erinnert mich spontan an <strong>Kate Bush<\/strong>. W\u00e4hrend des Konzertes stelle ich dann fest, dass das live sogar noch deutlicher der Fall ist, als ohnehin schon auf Platte.<br>\u201eCome Wander with me\/Deliverance\u201c spielen sie auch im Geb\u00e4ude 9. Es ist das herausragende St\u00fcck des Abends, an das in seiner Wucht und Intensit\u00e4t vielleicht nur noch \u201eDeathbed\u201c heranreicht. Beide Songs sind so intensiv, dass ich nur fassungslos sein kann. Ich sp\u00fcre den Sound zwar nicht k\u00f6rperlich, die Lautst\u00e4rkenregler im Geb\u00e4ude 9 sind eher auf moderat eingestellt, aber die T\u00f6ne von Keyboard und die Gitarren schaffen es auch ohne k\u00f6rperliche Reizstimulationen, mich zu fesseln. Der Band gelingt es in diesen Augenblicken, ein solches Klangmonstrum aufzubauen, dem ich mich nicht entziehen kann. &#8218;Anna, play louder&#8216; ruft jemand w\u00e4hrend einer Songpause; ich empfinde das nicht f\u00fcr notwendig. Die Soundg\u00fcte ist ausreichend.<br>Als sich der Nebel aufl\u00f6st und das sph\u00e4rische blaue B\u00fchnenlicht sich mit Wei\u00dflicht mischt, entdecke ich die \u00fcbrigen Musiker. Gitarre und Keyboard links, Bass rechts, dazu das Schlagzeug hinten in der Ecke. Es ist dunkel auf der B\u00fchne, die Deckenstrahler leuchten diffus. So dauerte es tats\u00e4chlich ein paar Songs, bis ich den Schlagzeuger ausmachen konnte. Ich h\u00f6rte das Instrument zwar, aber ich sah es nicht.<br>Die Stimmung im Raum ist getragen, das Konzert strahlt eine unheimliche Ruhe aus. Das Geb\u00e4ude 9 ist gut gef\u00fcllt. Bei ihrem letzten Besuch an gleicher Stelle war das noch nicht so, dies stellt auch die Schwedin fest und zeigt sich begeistert von so vielen Zuh\u00f6rern. Die zeigten sich wiederum von den langen Instrumentalpassagen angetan, die das Konzert logischerweise mit sich brachte. Logischerweise deshalb, weil auf sich dem aktuellen Album ein Drittel der Songs nahe der 10 Minuten Marke bewegen, und weil <strong>Anna von Hausswolff<\/strong> es auch sonst weniger mit dreieinhalb Minuten St\u00fcckchen. Entsprechend gilt es, sich das Konzert zug\u00e4nglich zu machen. Seichte Kost ist das n\u00e4mlich nicht wirklich. Ein <strong>Anna von Hausswolff<\/strong> Gelegenheitsh\u00f6rer, so denke ich, tut sich schwer. Dabei ist die Zugangsformel eigentlich ganz einfach: Finde ich das Endlosintro des ersten Songs gut, gef\u00e4llt mir auch alles andere. Erscheint mir jedoch da alles schon zu z\u00e4hfl\u00fcssig, \u00fcberladen und tr\u00e4ge, dann wird es ein anstrengender Abend. Denn erst nach einer halben Stunde kommt ein Popst\u00fcck. Zumindest f\u00fchlt es sich so an. Waren die Songs zuvor mit wuchtig zarten Instrumentalintros und -outros vollgestopft, so z\u00e4hlte dieses St\u00fcck nur wenige Minuten. Kein Doombass, keine Ger\u00e4uschorgie. Zum ersten Mal vibrierte und dr\u00f6hnte es nicht. Aber auch zum letzten Mal. Ein paar Augenblicke weiter war mit \u201eDeathbed\u201c und \u201eEvocation\u201c wieder alles wie gehabt: Keyboard, Gitarre, Bass bilden eine Ger\u00e4uschkulisse, die mich zeitweise ein bisschen an <strong>Sunn O)))<\/strong> denken l\u00e4sst. Also die Kindergartenvariante von <strong>Sunn O)))<\/strong>.<br>Kurze Zeit sp\u00e4ter war das Konzert vorbei. Eigentlich schade, denn an diesem Abend passte vieles zusammen und lie\u00df das Konzert zu einem sehr guten Konzert werden. Immerhin oder wenigstens machte \u201eMountains crave\u201c als Zugabe die Konzertsache rund.<br>Ein sehr gef\u00fchlsreicher Abend war vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Miraculous hei\u00dft Anna von Hausswolffs neue Platte, die ich sehr mag und gerade oft h\u00f6re. Jedes Jahr im Herbst \u00e4ndert sich meine musikalische Vorliebe. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20722,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"pretty-paracetamol in concert: %%post_title%%","_seopress_titles_desc":"The Miraculous hei\u00dft Anna von Hausswolffs neue Platte, die ich sehr mag und gerade oft h\u00f6re. 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