{"id":7373,"date":"2015-12-01T19:11:15","date_gmt":"2015-12-01T18:11:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7373"},"modified":"2022-12-27T19:06:33","modified_gmt":"2022-12-27T18:06:33","slug":"le-guess-who-utrecht-22-11-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-22-11-2015\/","title":{"rendered":"Le Guess Who? &#8211; Utrecht, 22.11.2015"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Tivoli Vredenburg, Utrecht<br \/>\n<strong>Bands:<\/strong> Eerie Wanda, Death and Vanilla, Bennie Maupin, Atlas Sound, Deerhunter<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7379\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Deerhunter2.jpg\" alt=\"Deerhunter\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Deerhunter2.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Deerhunter2-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Am Sonntag war Festival-Blues. <strong>Nachdem Kamasi Washington<\/strong> am Vorabend die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Show abgeliefert hatte, war die Luft ein bisschen raus. So viele Reize str\u00f6mten an den vorherigen drei Tagen auf mich ein, es war beinahe genug f\u00fcr das Wochenende. Hinzu kam, dass an diesem letzten Utrecht Tag kein Konzert dabei war, auf das ich regelrecht hin fieberte. Am Donnerstag freute ich mich sehr auf <strong>Ought<\/strong>, am Freitag auf <strong>Marissa Nadler<\/strong>, am Samstag <strong>Destroyer<\/strong> und <strong>Kamasi Washington<\/strong>.<br \/>\nSo pl\u00e4tscherte der Tag ein wenig. Sicher, <strong>Deerhunter<\/strong> sollten noch spielen, <strong>The Pop Group<\/strong> und <strong>Ariel Pink<\/strong> auch. Bands und Musiker, die man sich gerne anschauen mag, aber ich eben nicht zwingend ansehen muss.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7378\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Death-and-Vanilla.jpg\" alt=\"Death and Vanilla\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Death-and-Vanilla.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Death-and-Vanilla-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/>Um jedoch nicht g\u00e4nzlich den Absprung zu verpassen, machte ich mich relativ fr\u00fch auf den Weg ins Tivoli Vredenburg. Man kennt das ja, wenn man sich an solchen Tagen nicht beizeiten aufrafft, schafft man es \u00fcberhaupt nicht mehr. Und im \u00dcbrigen, mich reizten die holl\u00e4ndischen Eerie Wanda ein bisschen, denn das Festivalhandbuch hielt fest:<\/p>\n<blockquote><p>Like fellow retro-revivalists Allah-Las and Jacco Gardner, Eerie Wanda likes to submerge in sounds from the past. Formed by singer-songwriter Marina Tadic, the group\u2019s elementary psych pop breathes a lush, sparkling aura that recalls Jefferson Airplane and the beatnik 60s folk rock of The Lovin\u2019 Spoonful. Simmering at the hub of this sound is Tadic\u2019s self-possessed Nico-like delivery.<\/p><\/blockquote>\n<p>Da las sich nicht so verkehrt. Da ich eh die nachfolgenden <strong>Death and Vanilla<\/strong> sehen wollte, kam mir ihr Auftritt zeitlich somit gut gelegen. Dass ich dann doch nicht so viel von ihrem Konzert mitbekam, lag zum einen an der Tatsache, dass mich ihr Pop schlussendlich doch nicht wirklich begeisterte, ich lieber aus dem Fenster der Pandora Bar, in der das Konzert stattfand, schaute oder mich von anderen Sachen ablenken lie\u00df.<br \/>\nBei <strong>Death and Vanilla<\/strong> lie\u00df ich mich nicht so schnell ablenken. Direkt mit ihrem ersten Song machte mich die Band neugierig auf mehr und hielt mich bei der Stange. Der klang sehr sch\u00f6n 1980er Jahre poppig und hatte Qualit\u00e4t. Die Pandora Bar war zwar nach wie vor noch sehr sp\u00e4rlich besucht, aber die, die da waren, waren wegen der Band da. Mit Dream-Pop kriegt man halt Leute. <strong>Marleen Nilsson<\/strong>, <strong>Anders Hansson<\/strong> und <strong>Magnus Bodin<\/strong> aus Malm\u00f6 gelingt das m\u00fchelos, ihre Songs aus Keyboard und Gitarre sind sch\u00f6n und passen irgendwie zur Uhrzeit. Nachmittags nach f\u00fcnf Uhr mag ich sowas h\u00f6ren, was der Online-Guardian mit<\/p>\n<blockquote><p>\u2026put baroque pop through a 90s dreampop filter. Their music variously recalls the eerie, haunted ambience of Angelo Badalamenti\/Julee Cruise\u2019s Twin Peaks soundtrack, Stereolab\/Broadcast\u2019s experimental vision of 50s lounge muzak\/exotica and French 60s pop, or the narcotic country-noir of Mazzy Star.<\/p><\/blockquote>\n<p>bezeichnet. Dort waren sie vor einigen Wochen die sogenannte Band of the week. Wenn sie auch nicht meine Band of the festival wurden, zumindest gaben <strong>Death and Vanilla<\/strong> mir den notwendigen Aufwachkick f\u00fcr diesen Sonntag, so dass ich neugierig in den weiteren Abend blickte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7375\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Bennie-Maupin.jpg\" alt=\"Bennie Maupin\" width=\"1000\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Bennie-Maupin.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Bennie-Maupin-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/>Jazz. <strong>Bennie Maupin<\/strong> war unsere heutige Dosis. Wiederum eine dieser <strong>SunnO)))<\/strong> Geschichten.<br \/>\nIm Vorfeld waren wir uns nicht ganz einig, welche Art von Jazz uns erwarten w\u00fcrde. Nach dem deutlich \u00fcberzogenen Soundcheck, denn wir so nahezu komplett mitbekamen, gab es keinen Zweifel mehr. Der Saxophonist, Klarinettist und Fl\u00f6tist wird uns mit einem wundersch\u00f6nen unpr\u00e4tenti\u00f6sen Jazzset verw\u00f6hnen, dass sehr klassisch und ausgeglichen daherkommt. Klavier, Saxofon oder Klarinette und Bass. Der gro\u00dfe Saal der Vredenburg war zwar nicht so ausgiebig gef\u00fcllt wie tags zuvor bei <strong>Kamasi Washington<\/strong>, aber man merkte doch erkennbar, dass viele etwas mit dem Namen <strong>Bennie Maupin<\/strong> anfangen konnten und sich bewusst dieses Konzert aussuchten. \u2018Everything sounds perfect. Think of your audience\u2018 wurde auch dann der pingelig wirkende Soundcheck von den R\u00e4ngen aus kommentiert, als die eigentliche Konzertstartzeit bereits um 15 Minuten \u00fcberschritten war und scheinbar immer noch nicht alles zur Zufriedenheit der Musiker aus den monitorboxen klang. <strong>Bennie Maupin<\/strong> winkte zwar mit der Hand kurz ab, verschwand dann aber hinter der B\u00fchne, um kurz danach mit dem Konzert zu beginnen. Als dann das Licht ausging zogen viele ihre Schuhe aus und machten es sich auf den roten und weichen Theaterklappsesseln gem\u00fctlich.<br \/>\nDer Jazz, den <strong>Bennie Maupin<\/strong> und Band dazu spielten, war der ideale Soundtrack zum wegd\u00f6sen. Keine wilden soloritte, keine unvorhersehbare Dramatik, ein sch\u00f6ner gleichbleibender ruhiger Ger\u00e4uschpegel. Nur ein Mal lie\u00df er sich zu einer Ansage hinrei\u00dfen. Als n\u00e4chstes St\u00fcck w\u00fcrden sie jetzt einen Song spielen, denn man vielleicht kennen k\u00f6nne und an dem er mitgeschrieben h\u00e4tte: <strong>Herbie Hancocks<\/strong> \u201eButterfly\u201c. Klang diese Ansage ein bisschen sarkastisch? Ach, ich glaube nicht.<br \/>\nUnd w\u00e4hrend alle zu <strong>Annette Peacock<\/strong> gingen, schauten wir uns <strong>Atlas Sound<\/strong> an.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7376\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Atlas-Sound.jpg\" alt=\"Atlas Sound\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Atlas-Sound.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Atlas-Sound-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><strong>Atlas Sound<\/strong> ist ein Projekt des <strong>Deerhunter<\/strong> S\u00e4ngers <strong>Bradford Cox<\/strong>. Seit 2007 ver\u00f6ffentlicht er unter diesem Namen seine Musik abseits er Band <strong>Deerhunter<\/strong>. Das l\u00e4uft f\u00fcr <strong>Cox<\/strong> nicht anders als bei jedem anderen Musiker, lese ich nach dem Konzert.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;I have ideas that I can&#8217;t make work with a five piece rock band&#8230;There&#8217;s kind of this palette of sounds that I use that I don&#8217;t necessarily get to use with Deerhunter.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Folglich muss ein anderes Musikprojekt her, <strong>Atlas Sound<\/strong>. Das stemmt er im Ronda alleine. Auf der B\u00fchne sind zwei Synthesizer aufgebaut, abwechselnd steht <strong>Bradford Cox<\/strong> vor dem ein oder anderen. Eine Gitarre h\u00e4ngt dabei um seine Schulter, denn einige der Songs spielt er nur auf der Gitarre. Das Ganze wirkt auf mich etwas Dr\u00f6ge. Lange und alleingelassene Keyboardpassagen oder Gitarrenfeedbacks geben wenig Abwechslung, die Songs wirken dadurch verschroben und arg inszeniert. So richtig Spa\u00df macht mir das Zuh\u00f6ren nicht, allerdings muss ich ausharren. Da sich der Saal immer mehr f\u00fcllt, w\u00e4re ein kurzes Verschwinden vielleicht schon gleichbedeutend mit dem nicht-sehen des <strong>Deerhunter<\/strong> Konzertes, das direkt im Anschluss an Ort und Stelle stattfindet. Irgendwie geht dann auch diese knappe Stunde vorbei, sie f\u00fchlte sich an wie die uninteressanteste des gesamten Le Guess Who Festivals.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7377\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Deerhunter.jpg\" alt=\"Deerhunter\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Deerhunter.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Deerhunter-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/>Kurz darauf dann <strong>Deerhunter<\/strong>. Das B\u00fchnenlicht war nun nichtmehr durchg\u00e4ngig blau, sondern auch manchmal einfarbig rot. <strong>Bradford Cox<\/strong> in Bandbesetzung mit <strong>Lockett Pundt<\/strong>, <strong>Moses Archuleta<\/strong> und <strong>Josh McKay<\/strong>. 2013 spielten sie auf dem Primavera Festival drei Konzerte \u2013 zwei regul\u00e4re und eines als schneller Ersatz f\u00fcr eine kurzfristig ausgefallene Band \u2013 mit drei identischen Setlisten. In Utrecht bleibt es bei einem Auftritt, dem letzten des Le Guess Who 2015. In Barcelona sah ich sie nicht, und so wurde ich mit den Worten \u2018die machen halt so Indierock\u2018 belehrt, als ich nach der Musik fragte, die mich erwarten k\u00f6nnte. Nun denn. Leider blieb nichts so richtig h\u00e4ngen, auch dieses Konzert lief komplett an mir vorbei.<\/p>\n<p>In der Nachbetrachtung muss ich leider sagen, dass es f\u00fcr mich nicht der beste Abschluss eines Le Guess Who Festivals war, das mir viele sch\u00f6ne Konzerte beschert hatte. Aber das ist ja meistens so. Headliner sind meistens nicht die besten Auftritte w\u00e4hrend eines Festivals. Meist sind es doch die kleineren Bands oder in zuf\u00e4llig hineingestolperte Konzerte, die einen am meisten begeistern. Vielleicht h\u00e4tten mir <strong>Deerhunter<\/strong> auch mehr zugesagt, wenn ich sie nicht als 20. Band innerhalb von vier Tagen gesehen h\u00e4tte, sondern einige Konzerte fr\u00fcher. Denn eine kleine Konzertm\u00fcdigkeit und ein Aufmerksamkeitsdefizit nahm ich bei mir schon w\u00e4hrend des gesamten Sonntags war. Sei es wie es ist, <strong>Deerhunter<\/strong> waren so schlecht nicht. Ich kann nur kein Ausrufezeichen hinter ihren Namen setzten, wie ich es bei <strong>Kamasi Washington<\/strong>, <strong>Ought<\/strong>, <strong>Marissa Nadler<\/strong>, <strong>Julia Holter<\/strong> oder <strong>Destroyer<\/strong> tun mu\u00df.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Le Guess Who? \u2013 Utrecht, 19.11.2015\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-19-11-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Le Guess Who? 2015 &#8211; Utrecht, 19.11.2015<br \/>\n<\/a><a title=\"Le Guess Who? \u2013 Utrecht, 20.11.2015\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-20-11-2015\/\">Le Guess Who? 2015 &#8211; Utrecht, 20.11.2015<br \/>\n<\/a><a title=\"Le Guess Who? \u2013 Utrecht, 21.11.2015\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-21-11-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Le Guess Who? 2015 &#8211; Utrecht, 21.11.2015<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag war Festival-Blues. 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