{"id":7360,"date":"2015-11-28T11:41:11","date_gmt":"2015-11-28T10:41:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7360"},"modified":"2025-11-14T16:21:52","modified_gmt":"2025-11-14T15:21:52","slug":"le-guess-who-utrecht-21-11-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-21-11-2015\/","title":{"rendered":"Le Guess Who? &#8211; Utrecht, 21.11.2015"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Tivoli Vredenburg, Utrecht<br><strong>Bands:<\/strong> The Besnard Lakes, Destroyer, Ringo Deathstarr, Keiji Haino, Suuns and Jerusalem in my heart, Kamasi Washington<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/The-Besnard-lakes.jpg\" alt=\"The Besnard lakes\" class=\"wp-image-7362\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/The-Besnard-lakes.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/The-Besnard-lakes-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der nachmitt\u00e4gliche Kaffeedurst zieht mich ins sogenannte Village Cafe ein paar Stra\u00dfen n\u00f6rdlich des Tivoli Vredenburg. In einem ehemaligen Gef\u00e4ngnis hat sich ein wirklich sch\u00f6nes, zeitgen\u00f6ssisches vinatge Cafe eingenistet; eine Empfehlung f\u00fcr jeden Utrechtbesucher. Hier veranstaltet der niederl\u00e4ndische Sender 3voor12, ein Multimediaableger des niederl\u00e4ndischen \u00f6ffentlichen Rundfunksenders VPRO, seine Nachmittagssessions, Musik und Interviews mit Le Guess Who Bands. Warum also nicht das lebensnotwendige mit der Musik verbinden? So schlecht k\u00f6nnen Koffie verkeerd und Kuchen im Village Cafe nun auch nicht sein.<br>Die Band, die gleich auftreten wird, nennt sich <strong>The Besnard Lakes<\/strong>. ich kenne sie nicht, aber gerade solche Kleinevents im Rahmen eines Festivals sind immer gute M\u00f6glichkeiten, unbekannte Bands kennenzulernen. Es gibt ja nichts zu verlieren, und wenn das Ambiente und Kaffee und Kuchen passen, ist alles wunderh\u00fcbsch. Die Band l\u00e4sst sich vom Geschirrgeklimper nicht st\u00f6ren. Ruhig und bed\u00e4chtig spielen sie ihre Songs, die mich an <strong>Arcade Fire<\/strong>, die <strong>Stars<\/strong> und andere erinnern. Leider ist die Trennung von Band und Cafebesuchern gro\u00df: hier die St\u00fchle und Tische und im anderen Eck des Raumes die improvisierte B\u00fchne. Dazwischen wuseln die Kameram\u00e4nner von 3voor12. So entsteht leider keine Enge zwischen Publikum und Musikern, aber sicherlich ein wundersch\u00f6nes Videoergebnis f\u00fcr YouTube. <strong>The Besnard Lakes<\/strong> spielen eine gute halbe Stunde, schlecht war das nicht.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/112.jpg\" alt=\"Destroyer\" class=\"wp-image-7363\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/112.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/112-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Destroyer<\/strong> waren nach ihrem K\u00f6lner Konzert eine Woche zuvor f\u00fcr mich in Utrecht gesetzt. Da sie Gott sei Dank konkurrenzlos den Konzertreigen im Tivoli Vredenburg am Abend er\u00f6ffneten, gab es keinen \u00dcberlegungsspielraum, selbst wenn es ihn gegeben h\u00e4tte. Es ist Samstag und Tag drei des Le Guess Who hat gerade begonnen. Der gro\u00dfe Saal, in dem sp\u00e4ter auch <strong>Kamasi Washington<\/strong> enorm umjubelt wird, ist noch \u00fcberschaubar gef\u00fcllt.<br><strong>Destroyer<\/strong> schafften es erneut, mich von der ersten Minute an zu verzaubern. Genau wie in K\u00f6ln er\u00f6ffneten sie mit \u201eBangkok\u201c und genau wie in K\u00f6ln war ich sofort verliebt. Poison season ist eines meiner drei Lieblingsalben, <em>The Epic<\/em>, das zweite, (<strong>Kamasi Washington<\/strong>) werde ich sp\u00e4ter noch h\u00f6ren \u2013 zumindest ausschnittsweise &#8211; , <em>St. Catherine<\/em> von den <strong>Ducktails<\/strong> wohl erstmal nicht. \u00c4hnlich wie in K\u00f6ln spielt die achtk\u00f6pfige Mannschaft haupts\u00e4chlich Songs von <em>Poison season<\/em>. Und es war wieder gro\u00dfartig. Normalerweise m\u00f6chte ich mir sch\u00f6ne Konzerte nicht durch eine Besuchswiederholung wenige Tage sp\u00e4ter verw\u00e4ssern, bei <strong>Destroyer<\/strong> war ich jedoch froh, sie zweimal innerhalb einer Woche live gesehen zu haben. Da spielte es auch keine Rolle, dass die Setlist auch sonst alles nahezu gleich waren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Ringo-Deathstarr.jpg\" alt=\"Ringo Deathstarr\" class=\"wp-image-7364\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Ringo-Deathstarr.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Ringo-Deathstarr-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Ringo Deathstarr<\/strong> sind die gro\u00dfen Unbekannten. Zwischen <strong>Destroyer <\/strong>und <strong>Suuns and Jerusalem in my heart<\/strong> ist eine gr\u00f6\u00dfere Zeitl\u00fccke. Da sonst nichts anliegt, beschlie\u00dfe ich, <strong>Ringo Deathstarr<\/strong> anzuschauen. Der Bandname klingt immerhin sehr Indie und als Musik erwartete ich entweder luftigen Gitarrenindiepop oder Shoegaze. Dass ich w\u00e4hrend der 45 Minuten beides h\u00f6rte, umso sch\u00f6ner. <strong>Ringo Deathstarr<\/strong> sind <strong>Alex Gehring<\/strong>, <strong>Elliott Frazier<\/strong> und <strong>Daniel Coborn<\/strong> aus Austin, Texas. Austin, der Ortsname b\u00fcrgt f\u00fcr Indiegitarrenqualit\u00e4t.<br>So frisch, wie ich die Band vermutete hatte, ist <strong>Ringo Deathstarr<\/strong> nicht. Seit 2007 nehmen sie Alben auf, haben vier Alben und drei EPs ver\u00f6ffentlicht. Ihr Sound ist nicht neu, aber sch\u00f6n. Zwischen <strong>Jesus and Mary Chain<\/strong> Gitarren (und Ged\u00e4chtnisfrisur des Gitarristen <strong>Elliott Frazier<\/strong>) dringt immer wieder die s\u00fc\u00dfe und melodische Stimme der Bassistin. Und unter uns, gibt es eine bessere Kombination als Gitarrengeschrammel und M\u00e4dchengesang? Ich kenne viele, die laut \u2018nein\u2018 sagen w\u00fcrden, mich eingeschlossen. Irgendwie erinnern sie mich an <strong>Moon King<\/strong> und tausend andere Bands, die \u00e4hnliches machen. H\u00f6re ich jemanden <strong>Pains of being pure at heart<\/strong> sagen? Oder <strong>Yuck<\/strong>? Ich lasse all das gelten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u2026done well but done several times before\u201d<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>steht es in einer Plattenkritik zu ihrem 2011er Deb\u00fctalbum <em>Color trip<\/em>. Auch das lasse ich gelten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"563\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Keiji-haino.jpg\" alt=\"Keiji Haino\" class=\"wp-image-7365\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Keiji-haino.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Keiji-haino-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Keiji Haino<\/strong> machte uns neugierig. Und da ich auch den Kulturteil der Tageszeitung lese, gucke ich mir den Japaner, der laut Internet immerhin zu den wichtigsten Grenzg\u00e4ngern von free Jazz, Minimalism und Noise z\u00e4hlt, nat\u00fcrlich an. Da wir die Hertz B\u00fchne im Tivoli Vreddenburg noch nicht von innen sahen, machten wir einen kurzen Abstecher in den schon laufenden Auftritt des japanischen Avantgardmusikers und Multiinstrumentalisten. Avantgardmusiker, sagt man so, wenn man das, was ein K\u00fcnstler macht, nicht versteht? <strong>Keiji Haino<\/strong> macht ganz viel von dem, was ich nicht verstehe: Seine Performance mit den beiden Becken zum Beispiel, die mir so vorkommt, als symbolisiere sie die Flucht vor den T\u00f6nen. Oder der abstrus wirkende Tanz am Ende seines Auftritts. Mainstream war dagegen noch seine Klangkomposition mit den Wassergl\u00e4sern. Die sehe ich zuerst, als ich den vollen Saal betrete. Wir sind nicht die einzigen, die hineinschneiten, auch nach mir kommen und gehen immer wieder Leute aus und in den Saal. Zur St\u00f6rung der Konzentration der anderen. Immer wieder gibt es \u2018ppschhhttt\u2018 Laute und angenervte Blicke in Richtung der Unruhestifter. Die Kehrseite, wenn man einen Avantgardk\u00fcnstler ins Programm steckt, den sich viele mal kurz anschauen wollen, um dann aber schnell festzustellen, dass es ihnen nicht gef\u00e4llt und laut redend mit ihrem Kumpel wieder aus dem Saal verschwinden. Dass gegen 22 Uhr das ein oder andere Bier auch schon im Spiel ist, macht die ganze Sache nicht ertr\u00e4glicher.<br>Doch noch ein Wort zu <strong>Keiji Haino<\/strong>: ach ich wei\u00df nicht. Sowas ist superinteressant, aber ich kann damit nicht viel anfangen. Genauso wie mit vielen Artikeln im Kulturteil der Tageszeitung. Es war erneut eine <strong>Sunn O)))<\/strong> Pr\u00e4sentation, ein Tag ohne scheint bei diesem Le Guess Who nicht zu gehen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Suuns.jpg\" alt=\"Suuns and Jerusalem in my heart\" class=\"wp-image-7366\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Suuns.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Suuns-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Was <strong>Suuns and Jerusalem in my heart<\/strong> fabrizierten, war toll. Die Kanadier <strong>Suuns<\/strong> haben vor zwei, drei Jahren ein famoses Album hingelegt. <em>Images Du Futur<\/em>. Elektrokram mit Indiegitarren. Ein Album voller Hits. Ich sag nur: \u201e2020\u201c oder \u201eMusic won\u2019t save you\u201c. Danach war Ruhe und sie begannen ihre Zusammenarbeit mit dem libanesischen Musiker und Videok\u00fcnstler <strong>Radwan Ghazi Moumneh<\/strong>. Bereits im letzten Jahr traten sie zusammen beim Le Guess Who unter dem Namen <strong>Suuns and Jerusalem in my heart<\/strong> auf. Im Fr\u00fchjahr dieses Jahres ver\u00f6ffentlichten sie ihr Album <em>Suuns and Jerusalem in my heart<\/em>, eine Zusammenfassung von Songideen und Mixen und allerlei experimentellem Elektrokram. Live klingt das entsprechend wirr, einzig der Gesang von <strong>Radwan Ghazi Moumneh<\/strong> und Suuns <strong>Ben Shemie<\/strong> scheint das Gesamtwerk irgendwie zusammenzuhalten. Ich brauchte meine Zeit, um mich in dieses Konzert einzufinden. Auch weil die Videoanimationen im Hintergrund mir nur so um die Ohren flackern. Die vorderasiatischen Kl\u00e4nge gepaart mit dem Sunn\u2019schen Elektrogefrickel und Gitarren klingen anfangs befremdlich. Allerdings sind sie so gro\u00dfartig sch\u00f6n, dass sie mich nach kurzer Eingew\u00f6hnungsphase in den Bann zogen. Der <strong>Suuns and Jerusalem in my heart<\/strong> Auftritt wurde zu einem der spannendsten des Le Guess Who Festivals.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Kamasi-Washington2.jpg\" alt=\"Kamasi Washington\" class=\"wp-image-7367\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Kamasi-Washington2.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Kamasi-Washington2-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Als musikalischer Gegenentwurf stand anschlie\u00dfend das Konzert des heimlichen Festivalheadliners an: <strong>Kamasi Washington<\/strong>. Ihm gab das Le Guess Who mit 90 Minuten an diesem Wochenende die l\u00e4ngste Spielzeit im gro\u00dfen Theatersaal.<br>Himmel freute mich auf diesen Augenblick. Seit ich <strong>Washington<\/strong> monumentales Album <em>The Epic<\/em> im Sommer entdeckte, bin ich dem Jazz wiederum ein St\u00fcck n\u00e4her gekommen. Mit rund 180 Minuten Spielzeit z\u00e4hlt schon jetzt zu einer der drei gr\u00f6\u00dften Jazzplatten f\u00fcr Jazzgelegenheitsh\u00f6rer. Die anderen beiden sind <strong>Miles Davis<\/strong> <em>Kind of blue<\/em> und <strong>John Coltrane<\/strong>\u2019s <em>A love supreme<\/em>. Alle drei Alben kennzeichnet eine Gemeinsamkeit: sie machen es einem leicht, Jazz toll zu finden. So ging es zumindest mir. Ich kenne mich nicht sonderlich gut im Jazz aus, aber ich wollte ihn unbedingt f\u00fcr mich entdecken und kennenlernen. Ein Jazzexperte riet mir zum Einstieg zu <em>Kind of blue<\/em>. Ich liebte das Album vom ersten H\u00f6rdurchgang an. Da war doch genau die Musik, die ich Laie mit Jazz in Verbindung brachte: Saxophonspielereien. <strong>Kamasi Washington<\/strong> klingt \u00e4hnlich. Wie toll das erst live sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mag keine Schlagzeugsolos. Sie sind so ziemlich das schlimmste, was ich mir bei einem Konzert vorstellen kann. Au\u00dfer bei einem Jazzkonzert. Da ist das anders. Da fliegen einem die Soli ja nur so um die Ohren, weil jeder Musiker seinem Kollegen einen Sonderauftritt zugesteht. Egal ob bass, Saxophon, Klavier oder eben Schlagzeug. <strong>Kamasi Washington<\/strong> hat gleich zwei Schlagzeuger in seiner Band, Tony Austin und Ronald Bruner Jr., und beide sicher nicht die schlechtesten. Schlappe 10 Minuten duellieren sich die beiden mit ihrem Instrument. Nennt man das auch battle? Die Spex schreibt richtig \u00fcber diesen Augenblick:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Bruner triumphiert au\u00dferdem in einem spektakul\u00e4ren Schlagzeugduell \u00fcber Austin, dass man sich vorstellen muss, als bek\u00e4me der Vereinsmeister eines sehr, sehr guten Tennisclubs mal so richtig von Roger Federer den Arsch versohlt. Bruner ist der Beste, und er wei\u00df es auch. H\u00e4tte er nach dem Konzert noch zwei Stunden weitergetrommelt, w\u00e4ren die Leute auch noch zwei Stunden l\u00e4nger geblieben.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und so ist das Konzert voller Entdeckungen. Irgendwann taucht Kamasis Vater <strong>Rickey<\/strong> auf der B\u00fchne auf, schlurft umher wie <strong>Bill Cosby<\/strong> und spielt wunderbar Querfl\u00f6te und Klarinette. Als w\u00e4ren nicht schon genug Hochwertmusiker auf der B\u00fchne: der Posaunist <strong>Ryan Porter<\/strong>, von derem Album die Band sp\u00e4ter noch einen Song spielen wird, Kontrabassist <strong>Miles Mosley<\/strong>, Keyboarder <strong>Brandon Coleman<\/strong>, S\u00e4ngerin <strong>Patrice Quinn<\/strong> sowie die beiden Schlagzeuger.<br>Trotz Mainstreamjazz und teilweise seichten Kaffeehauskettensoundtracks wird das Konzert nie peinlich platt. Daf\u00fcr spielt die Band auf ihrer ersten Europatour einfach zu gro\u00dfartig, daf\u00fcr ist das alles instrumententechnisch einfach zu perfekt. Ich kann mich gar nicht genug satt h\u00f6ren an all den Instrumenten, an dem Bass, <strong>Washington<\/strong>\u2019s Tenorsaxophon, der Posaune. Eigentlich k\u00f6nnten sie doch die komplette Platte spielen. Sicher w\u00fcrde sich niemand beschweren. Die S\u00e4le hier sind ja perfekt schallged\u00e4mmt, wenn man drau\u00dfen vor der geschlossenen T\u00fcr steht oder an einem Saal vorbeigeht, h\u00f6rt man nichts. Aber sie spielen nur 90 Minuten. Hinrei\u00dfende 90 Minuten.<br>Der Applaus ist langanhaltend und riesengro\u00df. Verdientermassen!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Kamasi-Washington.jpg\" alt=\"Kamasi Washington\" class=\"wp-image-7368\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Kamasi-Washington.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Kamasi-Washington-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br><a title=\"Le Guess Who? \u2013 Utrecht, 19.11.2015\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-19-11-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Le Guess Who? 2015 &#8211; Utrecht, 19.11.2015<br><\/a><a title=\"Le Guess Who? \u2013 Utrecht, 20.11.2015\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-20-11-2015\/\">Le Guess Who? 2015 &#8211; Utrecht, 20.11.2015<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nachmitt\u00e4gliche Kaffeedurst zieht uns ins sogenannte Village Cafe ein paar Stra\u00dfen n\u00f6rdlich des Tivoli Vredenburg. 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