{"id":7236,"date":"2015-10-29T21:49:41","date_gmt":"2015-10-29T20:49:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7236"},"modified":"2024-06-14T18:16:57","modified_gmt":"2024-06-14T16:16:57","slug":"yo-la-tengo-koeln-28-10-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/yo-la-tengo-koeln-28-10-2015\/","title":{"rendered":"Yo la tengo &#8211; K\u00f6ln, 28.10.2015"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Kulturkirche, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/21.jpg\" alt=\"Yo la tengo\" class=\"wp-image-7238\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/21.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/21-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Damals in Bochum konnte ich nicht so richtig etwas mit der Band anfangen. <strong>Yo la tengo<\/strong> spielten in der Zeche, ich kaufte mir ein blaues Katzen Tour-T-Shirt, habe aber sonst wenig bis gar keine Erinnerungen mehr an diesen Konzertabend aus dem Jahr 1997. Heute denke ich, ich war damals noch nicht bereit genug, die Lo-Fi Songs der Band aus Hoboken richtig genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Ich war zu sehr Alternativerock und Post-Grunge, und es fehlte mir bei <strong>Yo la tengo<\/strong> das rockige. Gitarren sch\u00f6n und gut, aber w\u00e4hrend meiner Jugend mussten die Songs noch ein bisschen nach vorne gehen. Bei <strong>Yo la tengo<\/strong> war das damals nur bedingt der Fall.<br>Auch f\u00fcr diesen Abend roch es mehr nach einem bed\u00e4chtig, ruhigem Konzert als nach einer Feedbackorgie. Das aktuelle <strong>Yo la tengo<\/strong> Album <em>Stuff like that there<\/em> ist ein reines Coveralbum, aufgenommen ohne viel Brimborium. Aus den Vorberichten zu der Tour wurde dann sehr schnell klar, dass die Pr\u00e4sentation des Albums in den Konzerten h\u00f6chste Priorit\u00e4t genie\u00dft, bzw. das Vorhaben, Cover zu spielen, und dass es dabei genauso ruhig zugehen werde wie auf der aktuellen Platte.<br><em>Stuff like that there<\/em> ist nicht da erste Coveralbum der Band. Bereits 1990 haben <strong>YLT<\/strong> mit <em>Fakebook<\/em> ein reines Coveralbum aufgenommen. Ein Umstand, der in den aktuellen Rezensionen und Tourausf\u00fchrungen immer wieder erw\u00e4hnt wird.<br>Ich m\u00f6chte in diesem Zusammenhang die Band <strong>Condo Fucks<\/strong> erw\u00e4hnen. Denn das habe ich bisher noch nirgends gelesen. Die <strong>Condo Fucks<\/strong> waren ein alter ego <strong>Yo la tengos<\/strong>. 2009 ver\u00f6ffentlichten sie unter diesem Namen das Coveralbum <em>Fuckbook<\/em>. Bereits dies war eine Anspielung auf <em>Fakebook<\/em>. Ich sah sie als <strong>Condo Fucks<\/strong> auf dem Primavera, es war laut, krachig und punkig. Ganz anders als die regul\u00e4ren <strong>Yo la tengo<\/strong> Alben dieser Zeit. Das alter ego wurde f\u00fcr dieses Projekt daher zu Recht \u00fcbergezogen. Mit <strong>Yo la tengo<\/strong> hatte diese Band mit diesem Sound nicht allzu viel gemein. <em>Fuckbook<\/em>, <em>Fakebook<\/em>, <em>Stuff like that there<\/em>, oh ja, <strong>YLT<\/strong> waren und sind eine sehr coverfreudige Band.<br><strong>Yo la tengo<\/strong> Konzerte sind musikalisch sehr unterschiedlich. Sie k\u00f6nnen halt viel und haben ganz unterschiedliche Vorlieben, mal ist es laut, mal leise, mal rockig t\u00e4nzelnd, mal einschl\u00e4fernd langweilig. Ich habe das bei meinen bisherigen vier Konzerten alles schon durch.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Nat\u00fcrlich war es mehr ein Zuh\u00f6rkonzert als ein Mitwippkonzert, nat\u00fcrlich fiel daher das Stehen auf Dauer ein wenig schwer, nat\u00fcrlich passierte auf der in ruhigen, unhektischen Rot- und Blaut\u00f6nen angestrahlten B\u00fchne nicht viel. (D\u00fcsseldorfer Konzert 2006)<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt habt ihr wieder E-Gitarren! (D\u00fcsseldorfer Konzert 2009)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Meine letzten beiden Konzerte waren also total unterschiedlich. Aber sie waren beide auf ihre Art wundersch\u00f6n. Scheinbar k\u00f6nnen <strong>Yo la tengo<\/strong> machen, was sie wollen, ich finde immer Gefallen an ihnen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Heute Nacht im KulturkirchK\u00f6ln, K\u00f6ln, DE! YLT, mit zwei Sets! Beginn: 20.00 Uhr!<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>twittert die Band am Nachmittag und erz\u00e4hlt damit nichts Neues. Zwei Sets, unterbrochen von einer gut zwanzigmin\u00fctigen Pause, sind auf dieser Konzerttour die Regel. Prostatapause, nannte es jemand am Abend. Na ja, wir alle sind nicht mehr die j\u00fcngsten.<br>Es ist ein akustisches Set, ein ruhiges Konzert. Der Besen ersetzt die Drumsticks und ist an diesen Abend <strong>Georgia Hubley<\/strong> liebstes Werkzeug, Basser <strong>James McNew<\/strong> spielt Kontrabass und <strong>Ira Kaplan<\/strong> die Akustikgitarre. Nur <strong>Dave Schramm<\/strong>, ehemaliges und jetziges Tourmitglied der Band <strong>Yo la tengo<\/strong>, spielt Slide-Gitarre. Die n\u00f6tigen Slide-Werkzeuge hat er in einer alten Blechdose vor sich auf dem kleinen Tisch liegen. Zwischen einigen Songs fingert er darin rum, sucht das passende Werkzeug. \u201eTake your time\u201c sagte <strong>Georgia Hubley<\/strong> einmal zu ihm. Ja, Zeit haben <strong>Yo la tengo<\/strong> an diesem Abend.<\/p>\n\n\n\n<p>In casual Klamotten stehen sie auf der B\u00fchne, nebeneinander. <strong>Ira Kaplan<\/strong> am linken Rand schaut immer ganz genau, was seine Bandkollegen spielen. Oft l\u00e4chelt er w\u00e4hrend der Songs, ihm scheint sein Konzert sehr zu gefallen. <strong>Georgia Hubley<\/strong> wippt &#8211; hinter ihren Trommeln stehend \u2013 \u00fcber die Fu\u00dfballen und Versen, das Spiel der beiden wirkt enorm unanstrengend und leicht. Einzig <strong>James McNew<\/strong> verliert gegen Ende des Abends ein paar Schwei\u00dftropfen. Aber nur zwei oder drei. Es ist nicht er Abend der gro\u00dfen Bewegungen. Die Musik schwebt leise durch das Kirchenschiff. Das Publikum lauscht aufmerksam, selbst das meist obligatorische Geklapper mit den Biergl\u00e4sern und Flaschen verkneift es sich.<br>Das Konzert ist kurzweilig, aber eine Bestuhlung w\u00e4re sch\u00f6n gewesen. Stehend vor der B\u00fchne f\u00fchlte ich mich \u00fcberfordert: Die Songs sind an diesem Abend zum Tanzen zu behutsam, zum nur seicht mit dem Oberk\u00f6rper wippen jedoch zu viel. So richtig warm werde ich in den ersten Minuten mit dem Konzert nicht. Was aber an mir liegt. Noch vor der gut 20 min\u00fctigen Pause \u2013 die mich vollkommen aus dem Konzert rei\u00dft \u2013 spielen sie noch \u201eFriday I\u2019m in love\u201c. Das w\u00e4re damit schon mal durch. In meinen Augen ist es das unn\u00f6tigste Cover der aktuellen Platte und damit auch an diesem Abend.<br>Schon im Vorfeld war ich nicht sicher, ob mir die Konstellation mit den rein ruhigen (Cover)-Songs gefallen wird. Auch heute kann ich das Konzert noch nicht klar einordnen. Auf der einen Seite waren da die tollen <strong>Yo la tengo<\/strong> Sachen wie \u201eToday is the day\u201c oder \u201eOur way to fall\u201c, auf der anderen Seite aber auch diese uns\u00e4glichen Cover \u2013von denen ich die meisten noch nicht einmal im Original kenne. Ich meine, die Band hat so viele sch\u00f6ne eigene Songs, warum ein Konzert mit Coverversionen vertun?<br>Nach der Pause f\u00e4llt es mir schwer, mich direkt wieder auf das Konzert einzustimmen. Die Band macht im gleichen Stil weiter, es bleibt einlullend und bed\u00e4chtig. Wer einen zweiten Teil mit v\u00f6llig anderer Musik erwartete, hatte sich geirrt. Aber ich denke, dass aufgrund der Vorberichte der bereits stattgefundenen Konzerte damit niemand gerechnet hat. Die beiden Bl\u00f6cke wurden ungef\u00e4hr mit der gleichen Anzahl an Songs bespielt, aber gef\u00fchlt dauerte der zweite l\u00e4nger. Dabei waren hier \u2013 auch gef\u00fchlt &#8211; mehr <strong>YLT<\/strong> Songs zu h\u00f6ren. Mit fortschreitender Dauer hatte ich immer mehr M\u00fche, konzentriert zuzuh\u00f6ren. Das Kurzweilige war weg, die stille und irgendwie eint\u00f6nige Grundstimmung, die oft unbekannten Songs (mein Musikhorizont beginnt erst in den 1980er Jahren), die Hoffnungslosigkeit auf Abwechslung und das meist ruhige Stehen nagten. Aber sie nagten nur leicht. \u201eOur way to fall\u201c als letzter Song vor der Zugabe riss alles raus. Warum an diesem Abend nicht mehr eigene Songs, dieses kritteln muss ich machen.<br>Ansonsten gilt auch hier das bekannte <strong>Yo la tengo<\/strong> Konzertmotto: Sie k\u00f6nnen machen was sie wollen, ich finde immer Gefallen. F\u00fcr m\u00fcde Beine kann diese gro\u00dfartige Band ja nix.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br><\/strong><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/yo-la-tengo-dusseldorf-22112009\/\">Yo la Tengo \u2013 D\u00fcsseldorf, 22.11.2009 \/ zakk<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/meet-me-on-the-dancefloor-yo-la-tengo-in-dusseldorf\/\" data-type=\"post\" data-id=\"109\">Yo la Tengo \u2013 D\u00fcsseldorf, 22.11.2006 \/ zak<\/a><a title=\"A sunny day in Glasgow, Condo Fucks \u2013 Primavera, 28.05.2010\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/a-sunny-day-in-glasgow-condo-fucks-primavera-28-05-2010\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><br><\/strong>Yo la tengo &#8211; Primavera Sound Festival Barcelona, 28.05.2010<strong><br><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damals in Bochum konnte ich nicht so richtig etwas mit der Band anfangen. 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