{"id":7219,"date":"2015-10-25T18:08:37","date_gmt":"2015-10-25T17:08:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=7219"},"modified":"2015-10-25T18:08:37","modified_gmt":"2015-10-25T17:08:37","slug":"metric-koeln-23-10-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/metric-koeln-23-10-2015\/","title":{"rendered":"Metric &#8211; K\u00f6ln, 23.10.2015"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Kantine, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7220\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/4.jpg\" alt=\"Metric\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/4.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/4-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>2009. Als ich <strong>Metric<\/strong> zum letzten Mal live sah, war es anders. Damals stand die Band aus Kanada vor ihrem Durchbruch, spielte Indiepop an der Grenze zum Mainstream und f\u00fcllte das Luxor gerade einmal zur H\u00e4lfte. Mittlerweile m\u00fcssen <strong>Emily Haines<\/strong> und Kollegen im gro\u00dfen Popgesch\u00e4ft angekommen sein, zumindest in den USA. So mein Kurzfazit nach einem ziemlich genau handgestoppten 90 Minuten <strong>Metric<\/strong> Stadionrockkonzert in der K\u00f6lner Kantine.<br \/>\n2015. Sehr fr\u00fch im Jahr entschied ich mich zu diesem Konzertbesuch. Metric sind nicht so oft in Deutschland. Da muss ich die Gelegenheit nutzen. Die letzte Tour ist gef\u00fchlt Jahrzehnte her, ein einzelnes Konzert fand seither nur in Berlin statt.<br \/>\nIn den letzten Tagen unterhielt ich mich sehr oft \u00fcber Konzerte, Konzertfahrten und -besuche. Das wieso weshalb warum stand dabei allerdings nicht zu Debatte, eher das, was einen so bewegt, wenn er ein Konzert besucht, was er mitnimmt, welche Erwartungen man hat, wie sich die Vorfreude \u00e4u\u00dfert. All die kleinen Nebens\u00e4chlichkeiten, die auch mich vor und w\u00e4hrend eines Konzertbesuches besch\u00e4ftigen. Das Fazit unter all dem lautete unison: Ein Konzert ist ein Konzert ist ein Konzert. Es kann mich nie entt\u00e4uschen. Es gibt immer irgendwas, was interessant ist, was Spa\u00df macht, was den Ticketkauf und all den Aufwand rechtfertigt. Egal ob die Band nun einen guten Tag erwischt hat oder nicht. Nat\u00fcrlich ist die Musik und der Musiker der wichtigste Bestandteil eines Konzertbesuches, aber er ist nicht der einzige. Manchmal ist es genauso wichtig, oder gar wichtiger, mit wem man ein Konzert besucht, was Drumherum so passiert und wie man das alles erlebt. Passt es, oder passt es nicht. Eine Band kann noch gut sein, wenn der Nebenmann oder die Anreise nervig waren, wird es nie und nimmer ein gutes Konzert. Andersrum ist es genauso: Verlebt man vor und nach dem Konzert ein paar sch\u00f6ne Augenblicke, dann ist das, was auf der B\u00fchne passiert, schon fast wumpe.<br \/>\nAn diesem Freitag waren die Voraussetzungen klar. Ich hatte grunds\u00e4tzlich keine Erwartungen an das Konzert und auch keine an die Begleitumst\u00e4nde. In der Kantine war ich lange nicht mehr, die Konzerte dort liefen etwas abseits meines Musikhorizontes und ich konnte mich \u00fcberhaupt nicht an den Ort erinnern.<br \/>\n\u201aAch, das ist ja sch\u00f6n hier\u2018, positiv \u00fcberrascht wurde ich von dem Konzertsaal und dem gesamten Geb\u00e4udekomplex. So sah das hier nochmal aus. Gem\u00fctlich. Da das Konzert zwar gut besucht, aber nicht \u00fcberlaufen war, legte sich sofort eine ruhige und entspannte Stimmung auf den Abend. Es st\u00f6rte auch nicht, dass ich ein paar Minuten zu sp\u00e4t kam. Ansto\u00df war laut Aushang um 19.30 Uhr, ich war um kurz nach acht vor Ort. Eine m\u00f6gliche Vorband wollte ich mir schenken. Da ich mit meinen <strong>Metric<\/strong> Konzertpl\u00e4nen alleine da stand, also niemand Bekanntes antreffen w\u00fcrde, schien mir das eine gute Option. Und so wichtig war mir das Konzert nicht, es unbedingt aus Reihe eins bis f\u00fcnf sehen zu m\u00fcssen.<br \/>\nEine Vorband gab es aber scheinbar nicht. Um viertel nach acht war es ruhig auf der B\u00fchne, das Equipment f\u00fcr <strong>Metric<\/strong> stehen fein s\u00e4uberlich aufgebaut: die beiden mit Flokati verkleideten Keyboards, das Schlagzeugset im Hintergrund, die Windmaschinen. und nichts deutete darauf hin, dass vorher eine Band gespielt hatte. Aufgrund des Zeitplans mit nachfolgender \u00dc40 Disco war auch keine mehr zu erwarten.<br \/>\nIch positionierte mich gem\u00fctlich im vorderen Bereich und wartete auf den Konzertbeginn. \u201eSind aber ganz sch\u00f6n viele M\u00e4nner hier\u201c. Hinter mir begann ein Gespr\u00e4ch zwischen drei Leuten, dass ich unfreiwillig mitbekam. Bei <strong>Beach House<\/strong> wird der ein oder andere von ihnen auch sein, eine Information, die mich in meinem Glauben unterst\u00fctzte, <strong>Metric<\/strong> immer noch in die richtige Musikerkategorie eingeordnet zu haben. In die des Indiepop. Denn ja, eigentlich kenne ich die Kandier nicht, oder nicht mehr. <em>Grow up and blow away<\/em> sowie <em>Fantasies<\/em> markieren den Zeitrahmen, in dem ich <strong>Metric<\/strong> verfolgte. Das ist nun schon \u00fcber sechs Jahre her. Die beiden letzten Alben <em>Pagans in Vegas<\/em> und <em>Synthetica<\/em> sind mir vollkommen unbekannt. Sind <strong>Metric<\/strong> also immer noch dieser Indiepop von \u201eHelp, I\u2019m alive\u201c oder sind sie mittlerweile irgendwas zwischen Indiepop und Formatradio, also in der belanglosesten Schublade aller Kategorien des Pop, angekommen?<br \/>\nIch wusste es wirklich nicht, ich war sehr gespannt.<br \/>\nAm Publikum konnte ich es nicht ausmachen, es ist enorm unterschiedlich. Also warte ich mal darauf, was auf der B\u00fchne passiert. Als das Licht ausgeht erscheinen vier Gestalten in B\u00e4ren- und Fuchskost\u00fcmen, und leuchten der S\u00e4ngerin <strong>Emily Haines<\/strong> den Weg. Nachdem die B\u00e4rchen die B\u00fchne verlassen haben startet der Opener \u201eLie lie lie\u201c und ich sehe die S\u00e4ngerin genauer. Sie sieht toll aus! Nat\u00fcrlich! Sie tr\u00e4gt einen pfauenartigen Umhang, an dessen Ende leuchtende L\u00e4mpchen die Pfauenaugen symbolisieren. Das ist schon mal die ganz gro\u00dfe Show. In den n\u00e4chsten 85 Minuten wird <strong>Emily Haines<\/strong> noch ein paar Mal ihren Umhang wechseln. <strong>Madonna<\/strong> w\u00fcrde vor Neid erblassen!<br \/>\nMusikalisch ist es Poprockig. Nicht zu seicht, nicht zu wild. \u201eHelp, i\u2019m alive\u201c, das <strong>Metric<\/strong> St\u00fcck, an das ich die beste Erinnerung habe, kommt fr\u00fch als drittes oder viertes St\u00fcck. Der Abend nimmt nun langsam an Fahrt auf, und es wird eine kleine Stadionshow. Das B\u00fchnenlicht ist enorm hell, die S\u00e4ngerin immer gut ausgeleuchtet. Ihre Mitmusiker bleiben dezent im Hintergrund, nur ab und an wagt sich Gitarrist und Co-Bandgr\u00fcnder <strong>James Shaw<\/strong> an den B\u00fchnenrand. Dann wird es mir f\u00fcr einige Minuten enorm poppig-peinlich, seine Gitarrensoli sind mir einen Tick zu lang und etwas zu h\u00e4ufig. Die Soli st\u00f6ren aber nur wenig, denn von Minute zu Minute wird mir klarer, wie viele heimliche Hits die Band mittlerweile hat: \u201eSatellite mind\u201c, \u201eBlack Sheep\u201c oder \u201cCollect call\u201d von der <em>Fantasies<\/em> Platte zum Beispiel, oder &#8222;Gold guns girls\u201c sowie die aktuelleren \u201eYouth without youth\u201c, &#8222;Synthetica&#8220; und &#8222;The Shade&#8220;.<br \/>\nDas Konzert rutscht in einem durch. Nach nahezu jedem Song verl\u00e4sst <strong>Emily Haines<\/strong> kurz die B\u00fchne, um mit leicht ver\u00e4ndertem Outfit wiederzukommen. Zu &#8211; ich glaube &#8211; \u201cCelebrate\u201d, einem feinen Melt- Festival Elektrostampfer tr\u00e4gt sie einen seidenen Umhang, die Windmaschine vor ihr bl\u00e4st ihn permanent in die H\u00f6he. Die Band tr\u00e4gt dazu mit kleinen Leuchtdioden versehene Brillen. Es ist der H\u00f6hepunkt der Stadionrockshow. Hier ist alles bis auf das kleinste durcharrangiert. <strong>Metric<\/strong> liefern ein Popcornkonzert bester G\u00fcte. Ich f\u00fchle mich damit leicht \u00fcberfordert, genauso wie mit dem nachfolgend auf Deutsch \u00fcbersetzten Songzeilen von \u201eCascades\u201c. <strong>Emily Haines<\/strong> singt sie von einem Zettel ab, nur begleitet vom Gitarrenspiel <strong>James Shaws<\/strong>.<br \/>\nNach ziemlich genau einer Stunde ist das Konzert vorbei. Es folgte ein ausufernder Zugabenblock mit vier Songs und der \u2013 trotz B\u00e4rchenparade zu Beginn &#8211; irritierendsten Performance des Abends: <strong>Emily Haines<\/strong> steht am B\u00fchnenrand, ein Ventilator bl\u00e4st ihr so ins Gesicht, dass ihre Haare nach hinten wehen. In diesen Minuten sieht sie aus wie <strong>Helene Fischer<\/strong>. Der Song klingt \u00e4hnlich. Wie gesagt, ein absurder Augenblick.<br \/>\nDas abschlie\u00dfendes \u201eBreathing Underwater\u201c ist dann wieder vers\u00f6hnlicher. Es markiert das endg\u00fcltige Konzertende eine Viertelstunde vor Discobeginn.<br \/>\nUnd in welche Schublade geh\u00f6ren <strong>Metric<\/strong> jetzt? Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung. Oder, um es in Anlehnung an den Schlusssatz des literarischen Quartetts zu sagen: ich sehe betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen.<br \/>\nVielleicht sollten sie <strong>Madonna<\/strong> supporten. Das w\u00fcrde passen. Nein, nicht vielleicht!<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Metric \u2013 K\u00f6ln, 05.05.2009\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/metric-koln-05052009\/\" target=\"_blank\">Metric &#8211; K\u00f6ln, 05.05.2009 \/ Luxor<\/a><\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong><\/p>\n<div id=\"jig1\" class=\"justified-image-grid jig-8a204e16fc6d06eb4ed1c6d7939a8d3e jig-preset-global jig-source-wp-gallery\"><div class=\"jig-clearfix\"><\/div><noscript id=\"jig1-html\" class=\"justified-image-grid-html\" data-lazy-src=\"skiplazyload\" data-src=\"skipunveillazyload\"><ul><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/14.jpg\" title=\"14\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2015%2F10%2F14.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"Metric\" width=\"409\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">Metric<br\/>14<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/2.jpg\" title=\"2\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2015%2F10%2F2.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"Metric\" width=\"409\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">Metric<br\/>2<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/41.jpg\" title=\"41\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2015%2F10%2F41.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"Metric\" width=\"409\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">Metric<br\/>41<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/5.jpg\" title=\"5\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2015%2F10%2F5.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"Metric\" width=\"409\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">Metric<br\/>5<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/6.jpg\" title=\"6\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2015%2F10%2F6.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"Metric\" width=\"409\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">Metric<br\/>6<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/7.jpg\" title=\"7\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2015%2F10%2F7.jpg&amp;h=230&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"Metric\" width=\"409\" height=\"230\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">Metric<br\/>7<\/p><\/li><\/ul><\/noscript><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2009. 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