{"id":603,"date":"2008-11-24T21:39:42","date_gmt":"2008-11-24T20:39:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=603"},"modified":"2010-12-08T19:48:02","modified_gmt":"2010-12-08T17:48:02","slug":"foals-koln-23112008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/foals-koln-23112008\/","title":{"rendered":"Foals &#8211; K\u00f6ln, 23.11.2008"},"content":{"rendered":"<p>Drau\u00dfen rieselt der Schnee. Es ist einer dieser typischen lazy Sonntagnachmittage im November. Zum kurzfristig abgesprochenen Brunch h\u00f6ren wir &#8222;Lambchop&#8220; und &#8222;Get well soon&#8220;, definieren &#8222;Mudhoney&#8220; als die besseren &#8222;Nirvana&#8220; und glauben, dass Acer mit dem <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.acer.de\/aspireone\/\" target=\"_blank\">Acer Aspire One<\/a> das derzeit beste Netbook auf den Markt geworfen hat.<br \/>\nGegen Abend ist der Suppentopf leer, die Br\u00f6tchen vertilgt und der Koffeinhaushalt mehr als ausgeglichen, so dass wir uns langsam auf den Weg ins ausverkaufte Luxor machten. Dort stand mit &#8222;Cut off your Hands&#8220;, &#8222;Friendly Fires&#8220; und den &#8222;Foals&#8220; ein ganz besonderes  Bandtriple auf dem Abendprogramm.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" title=\"Foals 23112008\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/10\/75\/03\/3497503.565d5f4d.240.jpg\" border=\"0\" alt=\"Foals 23112008\" width=\"350\" height=\"143\" \/><\/p>\n<p>Die Welt sieht aus wie ein Cafe Latte. Eine feine, d\u00fcnne Schneeschicht hat sich auf die Natur und Kultur gelegt. Der Weg nach K\u00f6ln geht dennoch problemlos vonstatten. Gegen 20.30 Uhr erreichen wir das Luxor und kommen gerade rechtzeitig zur ersten Band des Abends. <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/cutoffyourhands\" target=\"_blank\">Cut off your Hands<\/a>, von denen ich einiges an Positivem geh\u00f6rt hatte, er\u00f6ffnen den Reigen. Der Saal ist schon gut gef\u00fcllt, obwohl der eigentliche Beginn \u00fcberall mit 21 Uhr angepriesen wurde. Also gl\u00fccklich derjenige, der etwas zu fr\u00fch dran war. Und sei es auch nur, weil er aufgrund des Wetters ein bisschen mehr Zeit einkalkuliert hat. Nun wurde er mit dem vollen Genuss des <a title=\"Wikipedia\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Cut_Off_Your_Hands\" target=\"_blank\">Cut off your Hands<\/a> Programms belohnt. Obwohl, war es eine Belohnung?<br \/>\nIch h\u00e4tte gut drauf verzichten k\u00f6nnen. Was sich gut anlie\u00df, wurde im Laufe des halbst\u00fcndigen Sets doch sehr schwerf\u00e4llig und anstrengend. \u201eThe Strokes\u201c, dachte ich mehrmals, zum Ende hin auch \u00f6fter \u201eThe Strokes und Blink 182\u201c. Zwischendurch auch kurzzeitig <a title=\"YouTube\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7MQzwV7tFmc\" target=\"_blank\">Cop Shoot Cop<\/a>, n\u00e4mlich genau in dem Moment, als S\u00e4nger Nick Johnston zwei Sticks durch \u00fcbermotiviertes Schlagen aufs Schlagzeugbecken zerst\u00f6rte.<br \/>\nWas sonst noch h\u00e4ngenblieb waren zwei kl\u00e4gliche Stagedive Versuche Nick Johnstons, die aber mangels Auffangbereitschaft der vorderen Reihen kl\u00e4glich scheitern und das zweimalige Spucken an die Decke. Ob der Rotz wieder heruntergekommen ist, oder heute noch dort verharrt, ist mir relativ egal. &#8222;Cut off your Hands&#8220; irgendwie auch.<br \/>\nNach einer guten halbst\u00fcndigen Pause folgte der Abend zweiter Teil. Mittlerweile war es proppenvoll und das junge Publikum in Feierlaune. <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/friendlyfires\" target=\"_blank\">Friendly Fires<\/a> waren sowas wie der erste Hauptact des Abends. Die Band hat, genau wie die sp\u00e4ter auftretenden Foals gerade ihr erstes Album ver\u00f6ffentlicht und wurde in diesem Sommer schon mit einigen Lorbeeren ausgestattet. Von den Konzertveranstaltern ein guter Schachzug, zwei Newcomer gemeinsam auf Tour zu schicken. Gerade auch, wenn sie musikalisch nicht sie weit auseinanderliegen wie die beiden F-Bands von der Insel.<br \/>\nWarum geschieht dies eigentlich nicht \u00f6fter? Gerade in den letzten Monaten, bei dem \u00dcberangebot von Konzerten, bei der sich einschleichenden Idee, auch ohne neues Album auf Tour zu gehen um Geld zu verdienen, bei den doch teilweise nicht ganz billigen Tickets, warum schn\u00fcrt man nicht h\u00e4ufiger Bandpakete mit ein, zwei Bands, die sich erg\u00e4nzen oder nicht, die aber gemeinsam mehr Leute in die Clubs ziehen als sie das alleine tun w\u00fcrden. W\u00e4ren dann nicht alle gl\u00fccklicher? Wir, die wir nicht nur eine Band f\u00fcr 45 Minuten sehen (weil nach einem herausgebrachten Album das Material nicht mehr Spielzeit hergibt), die Clubs, weil sie mehr Umsatz machen und die Veranstalter, weil mehr Karten verkauft werden.  Es kann f\u00fcr Bands wie Ra Ra Riot nicht sch\u00f6n sein, vor 30 Leuten zu spielen. Warum sie also nicht gemeinsam mit, z. B. <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/theliamfinn\" target=\"_blank\">Liam Finn<\/a>, der morgen im Blue Shell spielt, oder <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/rocktheaudience\" target=\"_blank\">The Audience<\/a>, die in den n\u00e4chsten Tagen in K\u00f6ln gastieren, durch die Lande schicken. Mit dem entsprechend angepassten Ticketpreis w\u00fcrden zu diesem Triple bestimmt mehr Leute hingehen als zu den Einzelshows. Und jede wenn jeder Act seine 45 Minuten abrei\u00dft, ist der Abend eine runde Sache.<br \/>\nVielleicht ist das ein Weg, den die Veranstalter \u00f6fter gehen sollten. Oder denke ich zu naiv?<br \/>\nGestern jedenfalls ging diese Paketstrategie auf.<br \/>\nAber zur\u00fcck zu den <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.wearefriendlyfires.com\/\" target=\"_blank\">Friendly Fires<\/a>. (Die ich mir solo im \u00dcbrigen nicht angeschaut h\u00e4tte)<br \/>\nArte.tv schreibt \u00fcber die Band aus England:<br \/>\n\u201eZwar h\u00f6rt man bei den Friendly Fires eindeutig den Einfluss elektronischer Musik heraus, allerdings immer mit einem Gesp\u00fcr f\u00fcr echten Brit-Pop im Stil der Klaxons und Hot Chip. Ihr energiegeladener Elektro-Disco-Rock geht direkt in die Beine. Das Erfolgsrezept ist eine trendige Mischung zwischen Rock aus den 80ern, Disco-Punk und Pop.\u201c<br \/>\nIndieelektro nennt man das neudeutsch. Ich hab schon viel dr\u00fcber gelesen, aber wenig geh\u00f6rt. Die Klaxons gingen voll an mir vorbei, und auch Friendly Fires kenne ich nur von ihrem wunderbaren Lykke Li Cover \u201eI\u2018m good, i\u2019m gone\u201c<br \/>\nAls die Band die B\u00fchne betrat, die ersten M\u00e4dels anfingen dezent zu schreien und ich blaue und gr\u00fcne Neonarmb\u00e4nchen  entdeckte, war der Friendly Fires Drops schon halb gelutscht. Nach den ersten drei Songs war er weg. Indieelektro ist nicht mein Ding! Ein, zwei St\u00fccke sind okay, aber auf Konzertl\u00e4nge, nee, tut mir Leid.<br \/>\nDaf\u00fcr hatte erstmals das Luxor seine gro\u00dfe Freude. Dichtes Gedr\u00e4nge vor der B\u00fchne. H\u00fcpf- und Tanzstimmung! Leider haben sie das tolle Lykke Li Cover nicht gespielt. Auch Friendly Fires durften eine halbe Stunde ran, und brachten mit dem abschlie\u00dfenden <a title=\"YouTube\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TSdeDJUxF-0\" target=\"_blank\">Paris<\/a> das Luxor zu richtig auf Betriebstemperatur.<br \/>\nDie Temperatur war immer noch kurz vor dem Siedepunkt, als die Foals unter gro\u00dfen Jubel die B\u00fchne betraten. Vergessen war die doch sehr lange Wartezeit bis kurz nach Elf, der Moshpit war nicht zu bremsen, als <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4BwA6ZiY1dg\" target=\"_blank\">French Open<\/a> sofort alle D\u00e4mme brechen lie\u00df, und der Security-Mann mehr als einmal grimmig von der B\u00fchne schauen musste.<br \/>\nIch war froh, dass mit <a title=\"YouTube\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=A3lWbPEOJp0\" target=\"_blank\">Cassius<\/a> nicht gleich ein weiterer Kracher nachgelegt wurde, sondern die f\u00fcnf Freunde aus Oxford erst mal das Tempo ein wenig rausnahmen.<br \/>\nSo blieb Zeit, um sich das B\u00fchnenbild n\u00e4her anzuschauen. Hingucker eins: Steht da <a title=\"Wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prince\" target=\"_blank\">TAFKAP<\/a> (zu der Zeit mit Kurzhaarfrisur und Dreitagebart) auf der B\u00fchne? Eine <a title=\"Google\" href=\"http:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;channel=s&amp;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&amp;hs=luh&amp;q=prince+fotos&amp;btnG=Suche&amp;meta=\" target=\"_blank\">\u00c4hnlichkeit<\/a> mit dem amerikanischen Wunderk\u00fcnstler der Endachtziger Jahre ist in Nuancen durchaus gegeben.<br \/>\nHingucker zwei: Ich hatte mir die Foals total anders vorgestellt. Irgendwie cooler, mehr mit kurz unter dem Kinn h\u00e4ngenden Gitarren wie bei Albert Hammond jr.,  irgendwie reservierter, bewegungs\u00e4rmer. Die stagediving Einlage von  Yannis Philippakis oder sein abtauchen in die Zuschauermenge \u2013 weil er nicht gerade gro\u00df ist hab ich gar nicht mitbekommen, wie er pl\u00f6tzlich gitarrespielend hinter mir stand &#8211; waren \u00dcberraschungen f\u00fcr mich.<br \/>\nEbenso hatte ich erwartet, dass die Songs live schneller gespielt werden. Noch ein Irrtum! Stattdessen wurden die einzelnen St\u00fccke gekonnt ausgedehnt und sie konnten so ihre brachiale Wucht voll ausleben. Toll! Eh einmal von den eing\u00e4ngigen und sehr tanzbaren Foals- Sounds angefixt, kommt man so schnell nicht mehr von ihnen los. Punk, Rock, dazu zackige Beats und  nicht ganz soviel Elektroschwerpunkte  wie bei den Friendly Fires. Das gefiel mir sehr. Eine gute Mischung. Live legen die Foals noch eine Sch\u00fcppe drauf  mutieren zu wahren B\u00fchnenbestien.  \u201eThe lighthouse is an accident.\u201c<br \/>\nSo wurde es ein Abend voller \u00dcberraschungen. Da war der schwache Auftakt schnell vergessen und die Freude am Ende  sehr gro\u00df.<br \/>\nWenn es den Foals gelingt, ein ungef\u00e4hr gleichgutes zweites Album nachzulegen, dann sind sie endg\u00fcltig die Zukunft des Indierock.<\/p>\n<p>\u2014\u2014<br \/>\nMultimedia:<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"..\/..\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/user-login-red.gif\" alt=\"\" align=\"absmiddle\" \/>Fotos: <a title=\"frank@ipernity\" href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/37201\/album\/96548\" target=\"_blank\">frank@ipernity<\/a><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"..\/..\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/user-login-red.gif\" alt=\"\" align=\"absmiddle\" \/>Setlist: &#8211;<a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/meinzuhausemeinblog.blogspot.com\/2008\/10\/i-am-kloot-kln-241008.html\" target=\"_blank\"><br \/>\n<\/a><img decoding=\"async\" src=\"..\/..\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/user-login-red.gif\" alt=\"\" align=\"absmiddle\" \/>Video: &#8211;<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"..\/..\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/user-login-red.gif\" alt=\"\" align=\"absmiddle\" \/>Lesenswert: &#8211;<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"..\/..\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/user-login-red.gif\" alt=\"\" align=\"absmiddle\" \/>Archiv: &#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drau\u00dfen rieselt der Schnee. 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