{"id":6022,"date":"2014-11-14T22:30:00","date_gmt":"2014-11-14T21:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=6022"},"modified":"2014-11-15T17:01:48","modified_gmt":"2014-11-15T16:01:48","slug":"ought-koeln-13-11-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/ought-koeln-13-11-2014\/","title":{"rendered":"Ought &#8211; K\u00f6ln, 13.11.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> King Georg, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Dazzle Ships<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6023\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/2.jpg\" alt=\"Ought\" width=\"1000\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/2.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/2-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Es war noch Zeit, also konnte ich meinen Plan umsetzen, und dem King Georg einen zwar geplanten aber doch spontanen Besuch abzustatten. An diesem Abend sollte dort die kanadische Band <strong>Ought<\/strong> spielen.<br \/>\nEine Band, deren Deb\u00fctscheibe <em>More than any other day<\/em> ich in den letzten Wochen sehr oft h\u00f6rte und h\u00f6re. <em>More than any other day<\/em> ist aus komplett grandios, ich f\u00fcrchte, einen schwachen Song gibt es auf diesem Album nicht.<br \/>\nOught klingen wie <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> zu ihrer besten Phase ohne die nervige Stimme des S\u00e4ngers und wie <strong>Modest Mouse<\/strong> ohne deren Trant\u00fctenhaftigkeit. Ought sind da etwas knackiger, aber nicht zu knackig.<\/p>\n<p>Auf Platte hatte ich die Band im weitesten Sinn dem Post Punk zugeordnet. Roh und scharf klingen die Gitarren, n\u00f6lig der Gesang. Live aber ist das irgendwie anders. Im King Georg sind ihre Gitarren viel poppiger, die Musik klingt weniger nach Punk als vielmehr nach Pop. Oder wegen meiner nach Art Punk. <strong>Television<\/strong> f\u00e4llt mir irgendwann ein. Keine Ahnung ob\u2019s passt, aber es tut der Sache auch keinen Abbruch. <strong>David Byrne<\/strong> hatte ich bei Ought von Anfang an im Kopf, Tim Beelers Gesang erinnert in einigen St\u00fccken (\u201eHabit\u201c) stark an den S\u00e4nger der <strong>Talking heads<\/strong>. Live ist das weniger so, da taucht der Sprechgesang etwas ab und klingt weniger pr\u00e4gnant. Vielleicht lag es aber auch an der schwachen Aussteuerung. Zu Beginn fragte <strong>Tim Beeler<\/strong> mehrfach in die Runde, ob jeder seinen Gesang zu h\u00f6re, um dann aber abschlie\u00dfend zu erkl\u00e4ren, dass dieser gar nicht so wichtig sei.<!--more--><\/p>\n<p>Nach 10 Minuten bin ich erstmals baff. Wie konnten Ought nur in den ersten Minuten mit ihren zwei Hits starten? Riesenkn\u00fcller sparen sich Bands doch f\u00fcr gew\u00f6hnlich eher f\u00fcr die Mitte oder das Ende eines Konzertes auf. Das Konzert mit \u201eToday, more than any other day\u201c und \u201eThe weather song\u201c zu starten, fand ich mutig, aber auch \u00fcberragend sch\u00f6n. Von der ersten Sekunde an wurde es so ein Riesenkonzert! Ought Songs schreien nach Bewegung, da muss irgendwas zucken oder zappeln. Durch den Wahnsinnsauftakt verfiel nicht nur ich direkt in den leichten Mittanz- und Wippmodus. Was eben so geht, wenn das King Georg randvoll ist. Das blieb auch so, denn im direkt nachfolgenden \u201eClarity\u201c fiel es mir dann wieder ein: Ought haben auf ihrem Deb\u00fctalbum \u201cMore than any other day\u201c ja nur Hits, also war ein Spannungsabfall in den n\u00e4chsten Minuten nicht zu erwarten. Und wer nur Hits hat, kann eben nur mit Hits in ein Konzert starten. Dem geschuldet bediente sich die Band aus Kanada in der guten Konzertstunde auch keiner Coverversion, um ihr Set aufzuh\u00fcbschen. Sie spielten nahezu alles von <em>More than any other day<\/em> und noch zwei, drei Songs von einer just ver\u00f6ffentlichten EP.<\/p>\n<p>\u201eHere\u2019s place for one more person\u201c, trotz aller F\u00fclle ging scheinbar direkt vor dem Mikrofonst\u00e4nder des S\u00e4ngers noch was. Das war sicher der einzige Ort im Laden, wo niemand stand.<br \/>\nOh ja, das King Georg war voll, sehr voll. Wie fast meistens und immer, wenn ich da bin. Die musikalische Auswahl des Klubs ist aber auch zu \u00fcberragend, so dass sich dieser Zustand quasi wie automatisch einstellt. Und ein volles King Georg ist &#8211; na ja &#8211; kein guter Konzertort. So hatte ich dieses Mal wenigstens das Gl\u00fcck, eine kleine Sichtschneise zum S\u00e4nger zu erhaschen, er ist das einzige Bandmitglied, das ich an diesem Abend sehe. Die \u00fcbrigen Musiker oder gar ihre Instrumente sah ich \u00fcberhaupt nicht. Es m\u00fcssen aber noch drei weitere Musiker auf der bodenebenen B\u00fchne gestanden haben, denn zum einen sind Ought eine Vier Mann Band (oder besser eine Vier Jungs Band, denn auf Fotos sehen sie noch relativ jung aus) und zum anderen h\u00f6re ich Schlagzeug, Keyboard und Bass. Tim Beeler spielt Gitarre.<\/p>\n<p>Ought entdeckte ich im Fr\u00fchjahr diesen Jahres \u00fcber die Webseite anydecentmusic. Anydecentmusic ist eine Art Plattenbesprechungsmetadatencrawler. W\u00f6chentlich werden hier die Plattenrezensionen wichtiger online- und offline Musikportale bzw. Zeitschriften zusammengef\u00fchrt und ein Albumranking nach den Besprechungspunkten erstellt. Irgendwann tauchten hier auch Ought auf und die Metaanalyse von <em>More than any other day<\/em>. Ich h\u00f6rte in das Album und schon war die Scheibe gekauft.<\/p>\n<p>Die Band ist live toll. Das Konzert erscheint mir wie aus einem Gu\u00df, die Songs flie\u00dfen scheinbar ineinander \u00fcber und es bleibt beim Zuh\u00f6ren nahezu keine Zeit, \u00fcber irgendwas nachzudenken. Zu sehr binden Ought meine Aufmerksamkeit, \u201eClarity\u201c, \u201eHabit\u201c, \u201ePleasant heart\u201c, all meine Lieblingsst\u00fccke des Sommers laufen einfach so durch. Und sie werden dabei ausgebaut: Das Repetitive in den Songtexten steigern Ought live um ein vielfaches. So wird der ruhige, langsame Beginn von \u201eThe weather song\u201c immer und immer wieder mit den Textzeilen \u201cwe\u2019re sinking deeper\u201d wiederholt, bis er sich endlich zu dem Popsong aufrafft, der er ist. Das ist jederzeit wunderbar und enorm unterhaltsam. Das scheinbar neue St\u00fcck &#8222;Beautiful blue sky&#8220; setzt den vermeindlichen Schlusspunkt. Acht Songs haben sie bis dahin gespielt, ein neunter soll noch folgenden.<\/p>\n<p>\u201eIt\u2019s ten but we have one more.\u201c Tim Beeler schaut sich hilfesuchend und fragend nach den King Georg Verantwortlichen um. \u201eOr do we respect the neighbours?\u201c Das Verantwortlichen geben gr\u00fcnes Licht und aus dem Publikum ruft jemand: \u201eFuck the neighbors.\u201c. Mhh\u2026<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: Today, more than any other day<br \/>\n02: The weather song<br \/>\n03: Clarity<br \/>\n04: Habit<br \/>\n05: Pleasant heart<br \/>\n06: New Calm, Pt. 2<br \/>\n07: Gemini<br \/>\n08: Beautiful blue sky<\/p>\n<p>Die Vorband passte. <strong>Dazzle Ships<\/strong> aus dem Bonner Raum spielen das, was sie sicher auch privat gerne h\u00f6ren. Aber auch hier gilt das, was ich an ahuizotl so sch\u00e4tze: sie schaffen es, ihre musikalischen Vorlieben nicht einfach nur nachzuspielen, sondern irgendwie eigen klingen zu lassen. Die Dazzle Ships haben mir gefallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: King Georg, K\u00f6ln Vorband: Dazzle Ships Es war noch Zeit, also konnte ich meinen Plan umsetzen, und dem King Georg einen zwar geplanten aber doch spontanen Besuch abzustatten. An diesem Abend sollte dort die kanadische Band Ought spielen. 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