{"id":6008,"date":"2014-10-30T19:45:21","date_gmt":"2014-10-30T18:45:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=6008"},"modified":"2014-10-30T19:45:21","modified_gmt":"2014-10-30T18:45:21","slug":"ahuizotl-koeln-24-10-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/ahuizotl-koeln-24-10-2014\/","title":{"rendered":"Ahuizotl &#8211; K\u00f6ln, 24.10.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> King Georg, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Lauter B\u00e4umen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6010 size-full\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/12.jpg\" alt=\"ahuizotl\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/12.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/12-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Alle paar Monate \u00fcberf\u00e4llt mich die Wehmut nach 1990er Jahre Gitarrenindiemusik. Dann krame ich in den hinteren Ecken meines CD Regals und suche das, was dort schon l\u00e4nger steht und nicht mehr so oft Beachtung findet. Vor einigen Wochen erwischte es Sharon Stoned und all das, was sich im damaligen Umfeld der Ostwestfalen so rumtrieb: <strong>Hip Young Things<\/strong>, <strong>Speed Niggs<\/strong>, <strong>H.P. Zinker<\/strong>. Das <strong>Sharon Stoned<\/strong> Album <em>Sample &amp; Hold<\/em> ist sicher eines der meist untersch\u00e4tzten und eines meiner liebsten. Ich muss es dringend allen empfehlen, es ist wunderbar! Es fasst f\u00fcr mich all das auf einer Platte zusammen, was ich an Gitarrenmusik so mag und sch\u00e4tze.<br \/>\nWarum erz\u00e4hl ich das?<br \/>\nNun, ich war auf einem Konzert der K\u00f6lner Band <strong>Ahuizotl<\/strong>, die sich voll und ganz im Sound und in der Tradition des 1990er Gitarrenindies w\u00e4lzt. Auf den ersten Blick mag das kurz irritieren, klingt Ahui-Dingens doch eher nach einer bayerischen Blas- und Tanzkapelle, nach Oktoberfest und Sch\u00fctzenfestumzug als nach anderem. Ahuizotl, nennt man so seine Indieband?<br \/>\nNun, die vier K\u00f6lner haben es getan und orientierten sich bei der Namensgebung an einem aztekischen Vieh, hunds\u00e4hnlich und in Gew\u00e4ssern lebend.<\/p>\n<p>Ich sah Ahuizotl vor einigen Jahren im Vorprogramm der englischen Frauencombo <strong>Bleech<\/strong>. Normalerweise ist es ja so, dass die Vorband irgendwie da ist aber nicht immer meine tiefergehende und Beachtung findet. Das klingt nicht nur ungerecht und gemein, es ist auch. Im Laufe all meiner Konzertbesuche habe ich unbewusst folgendes Verhalten an mir beobachtet: Die ersten Songs einer Vorband h\u00f6re ich intensiv zu, aber wenn sie es in dieser, eigentlich viel zu kurzen Zeit nicht schaffen, mein Interesse zu wecken, wird es f\u00fcr sie schwierig. Sehr schwierig. Dann werde ich schnell unaufmerksam und lasse mich ablenken.<!--more--><br \/>\nDie Vorband Ahuizotl weckte seinerzeit unser Interesse und hielt es \u00fcber ihren gesamten Auftritt aufrecht. Sie machte das schon vor ihrem Auftritt, in dem Bandmitglieder Bandshirts von Lieblingsbands trugen. Ein <strong>Rah-Rah-Riot<\/strong> T-Shirt wie es der Keyboarder trug, sah und sehe ich nicht so oft, sowas bleibt positiv im Kopf h\u00e4ngen. Umso sch\u00f6ner war dann, dass ihre Musik den T-Shirts entsprachen: Indiemusik, wie ich sie mag. Damit waren Ahuizotl auf der Plusseite.<br \/>\n<em>Integrity is overrated<\/em> ist die just erschienene Deb\u00fctplatte der K\u00f6lner Band, und vor einigen Wochen wurde ich auf ihr Konzert im King Georg aufmerksam gemacht und ich war mir ziemlich sicher, dass ich da hingehen wollte. Denn neben ihrem Auftritt vor Bleech sahen wir sie auch im Geb\u00e4ude 9 vor <strong>Wild Flag<\/strong>, wiederum waren wir sehr angetan.<br \/>\nWarum also nicht etwas mehr als nur 20 Minuten von ihnen h\u00f6ren? Und die Platte musste man sich ja auch irgendwie besorgen. Denn Integrity is overrated ist ein sehr gelungenes Album, das mit den Beiworten<\/p>\n<blockquote><p>\nNicht nur die punkige DIY-Attitude, auch die Sound\u00e4sthetik und der Ursprung als Soloprojekt erwecken Assoziationen zu Bands wie z.B. seBADoh.\u2026.<\/p><\/blockquote>\n<p>schon richtig beworben wird, aber nur die H\u00e4lfte verr\u00e4t. Mich erinnern sie gr\u00f6\u00dftenteils eher an Sharon Stoned und andere poppige Indiebands wie die <strong>Lemonheads<\/strong> in ihrer \u201eShame about Ray\u201c Phase. Das rumpelige und ruppige <strong>Sebadoh<\/strong>\u2019s w\u00e4re mir nicht als erste Referenz in den Kopf gekommen. \u201eGhosts of departed quantities\u201c ist zum Beispiel \u00fcberhaupt nicht ruppig, genauso wie \u201eI wanna be ignored\u201c, das in seinen 7 Minuten ordentlich was zu bieten hat. Und immer klingt alles so vertraut.<br \/>\nDamit erfindet <em>Integrity is overrated<\/em> das Rad nicht neu, aber die sch\u00f6nen Gitarren und guten Melodien, die <strong>Stefan Ebbers<\/strong> (Bass) <strong>Felix Hedderich<\/strong> (Keyboard) <strong>Barry Langer<\/strong> (Gitarre, Gesang) und <strong>Christof Schulte<\/strong> (Schlagzeug) hier zusammengebaut haben, sind noch l\u00e4ngst nicht aus der Mode. <em>Integrity is overrated<\/em> ist es zwar ein altbacken klingendes Album, aber ein sch\u00f6n altbacken klingendes Album.<\/p>\n<p>Dass Ahuizotl auch live h\u00f6rbar sind, hatte ich bereits feststellen k\u00f6nnen und so entschied ich mich f\u00fcr den Weg ins King Georg. Ich h\u00e4tte auch zu den <strong>Swans<\/strong> ins Geb\u00e4ude 9 fahren k\u00f6nnen, an diesem Abend waren Ahuizotl waren nicht alternativlos. Aber auf L\u00e4rmattacken hatte ich keine Lust, \u00fcberdies sah ich die Swans erst beim letztj\u00e4hrigen Primavera Sound, was ich bis heute immer noch als ausreichend empfinde. Ahuizotl dagegen erlebte ich zuletzt im Vorprogramm von Wild Flag, und das ist immerhin schon 2 Jahre her. Wild Flag gibt es nicht mehr, die Band um <strong>Carrie Brownstein<\/strong> und <strong>Janet Weiss<\/strong> hat sich wieder zu ihrem Erstprojekt <strong>Sleater Kinney<\/strong> zusammengefunden, ein Album wird bald erscheinen.<br \/>\nAhuizotl gibt es noch, und an diesem Abend steigt so etwas wie das Release-Konzert zur Plattenver\u00f6ffentlichung.<br \/>\nDas King Georg ist sp\u00e4rlich besucht, als wir eintrudeln. Ahuizotl sind f\u00fcr viertel nach neun vorgesehen. Aufgrund der Anwohnerproblematik m\u00fcssen Konzerte in dem ehemaligen Nachtklub um zehn Uhr beendet sind, so dass gute 45 Minuten Zeit bleiben, um altes und neues Material zu pr\u00e4sentieren. Das sollte aber passen, das Album bietet entsprechenden zeitlichen Spielraum. Doch die Vorband spielt l\u00e4nger als geplant, als um Viertel nach neun die Ger\u00e4tschaften ausgetauscht und umgebaut wurde, kam kurzzeitig leichte hektische Betriebsamkeit auf.<\/p>\n<p>Als Ahuizotl etwas versp\u00e4tet an die Instrumente gehen, ist es vor uns etwas leerer als bei der Vorband. Im King Georg ist das ein Vorteil, hier, wo die Instrumente ebenerdig stehen (von einer B\u00fchne kann \u00fcberhaupt keine Rede sein) und der Thekentresen -in der Mitte des Raumes als Umlauf-Bar konzipiert &#8211; immer irgendwie st\u00f6rt. Es scheint, als h\u00e4tten Lauter B\u00e4umen mehr Freunde und Familienangeh\u00f6rige f\u00fcr einen Konzertbesuch rekrutiert. Denn das an diesem Abend Laufkundschaft im King Georg vorbeischaut, war nicht unbedingt zu erwarten. Wer um Himmels Willen sollte eine der Bands kennen, Ich f\u00fcrchte, wir sind an diesem Abend die Exoten unter den Besuchern.<br \/>\nAhuizotl klingen unaufgeregter und ruhiger als das, was wir zuvor h\u00f6rten. Die sehr an Hamburger Bands erinnernden Songs der Vorband wirkten befremdlich. Irgendwie, als ob etwas nicht passte. Da ist noch Luft nach oben.<br \/>\nBei Ahuizotl lief es besser, f\u00fcr mich war ihr Konzert perfekt. Gesang, Gitarren, alles klang ausgereift und ausgefeilt. Ihr Auftritt gefiel mir von Anfang an und lie\u00df die Nervigkeit des King Georgs schnell zur Nebensache werden und best\u00e4tigte sehr den Liveeindruck, den wir bereits gewinnen konnten. Hier spielt eine Band, die was auf dem Kasten hat.<br \/>\nAllerdings, und das muss ich erneut eingestehen, ist es auch nicht sonderlich schwer, mich mit dieser Art von Musik rumzukriegen und zu begeistern. Das geht schnell, aber Songs wie ihr Hit \u201eI wanna be ignored\u201c machen es mir auch nicht allzu schwer. So wurden es schnelle 40 Minuten US-Gitarrenindie, bis um kurz vor zehn das Konzert beendet war. Es gibt wahrhaft schlimmeres!<\/p>\n<p>Am Ende des Abends stehen wir noch ein paar Minuten drau\u00dfen beisammen und unterhalten uns \u00fcber die Dinge, \u00fcber die sich Anfangvierziger so unterhalten: nicht gesehenen und gesehenen <strong>Nirvana<\/strong> Konzerte. Mein musikalischer Kreis schlie\u00dft sich. Sehr gut!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: King Georg, K\u00f6ln Vorband: Lauter B\u00e4umen Alle paar Monate \u00fcberf\u00e4llt mich die Wehmut nach 1990er Jahre Gitarrenindiemusik. Dann krame ich in den hinteren Ecken meines CD Regals und suche das, was dort schon l\u00e4nger steht und nicht mehr so oft Beachtung findet. 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