{"id":5993,"date":"2014-10-09T22:52:33","date_gmt":"2014-10-09T20:52:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5993"},"modified":"2022-08-20T14:26:57","modified_gmt":"2022-08-20T12:26:57","slug":"future-islands-berlin-05-10-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/future-islands-berlin-05-10-2014\/","title":{"rendered":"Future Islands &#8211; Berlin, 05.10.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Astra Kulturhaus, Berlin<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5994\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/1.jpg\" alt=\"Future Islands\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/1.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/1-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>&#8218;Das Konzert ist erst beendet, wenn sein Hemd durchgeschwitzt ist. Wetten?!&#8216; Nach einer guten halben Stunde <strong>Future Islands<\/strong> im Berliner Astra Kulturhaus unken wir ob der ersten sich bildenden Schwei\u00dfflecken auf dem hellblauen Hemd von <strong>Samuel T. Herrings<\/strong>. Der wiedermal klassisch in norm-core gekleidete <strong>Future Islands<\/strong> S\u00e4nger hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine Menge seiner ber\u00fchmt ber\u00fcchtigten Tanzeinlagen hinter sich gebracht und zeigte erste \u00e4u\u00dfere Anzeichen von Anstrengung.<br \/>\nDoch was um alles in der Welt ist dieses norm-core? Lustigerweise schnappte ich den Begriff vor einigen Tagen gleich zweimal in Verbindung mit den <strong>Future Islands<\/strong> auf. Unter norm-core versteht man einen Unisex-Modetrend, der sich durch unauff\u00e4llige, durchschnittliche Kleidung ausdr\u00fcckt. Samuel Herring liegt da scheinbar voll im Trend, f\u00fcr mich tr\u00e4gt er ganz normale Alltagskleidung, so wie ich und tausend andere das schon seit Jahren tun. Da ich jedoch nicht \u00fcber Mode blogge, muss ich mich hier nicht genau auskennen sondern stelle lediglich fest, manchmal ist es vielleicht sch\u00f6n, Dingen neue Begriffe zu geben, und norm-core klingt nun mal viel besser als Massenmode.<\/p>\n<p>Denn mit Musik und dem <strong>Future Islands<\/strong> Konzert hat das alles \u00fcberhaupt nichts zu tun. Auch nicht in Berlin- Friedrichshain, wo die Moden entstehen, wo man nicht norm-core sein m\u00f6chte, es sei denn, norm-core ist gerade hip. Das Astra Kulturhaus liegt da quasi mittendrin, zwischen Boxhagener Platz und Warschauer Stra\u00dfe. Wer noch nicht da war, sollte da mal hin, es ist lustig.<br \/>\nDas Astra selbst ist relativ gro\u00df und leider relativ un\u00fcbersichtlich. Deckenpfeiler versperren bei ung\u00fcnstigem Platz die B\u00fchnensicht und die paar Mal, die ich hier war, war die Luft immer extrem stickig und die Besuchermasse sehr gro\u00df. Nein, es macht nicht wirklich Spa\u00df, hier Konzerte zu sehen, aber lamentieren n\u00fctzt nichts. Denn nicht hingehen ist auch keine Option.<br \/>\nDa ich mich an diesem Abend im Vorraum verquatsche, bin ich erst zu den <strong>Future Islands<\/strong> im Saal und habe genau das Problem, dass besagte Deckenpfeiler st\u00f6rend sind. Ich quetsche mich also st\u00e4rker in die Mitte und bin froh, hier nicht schon eine Stunde stehen zu m\u00fcssen. Es ist unangenehm Luftwarm. Und gleich tanzt sicher auch noch jeder zu \u201eSeansons (waiting on you)\u201c oder \u201eA Dream of you and me\u201c oder \u201eFall from grace\u201c, den Welthits des aktuellen Albums <em>Singles<\/em>. Und insgeheim denkt dann jeder, ohh, ich m\u00f6chte auch gerne so sch\u00f6n tanzen k\u00f6nnen wie <strong>Samuel Herring<\/strong>. Der Begriff Ausdruckstanz ist da noch untertrieben.<\/p>\n<p>Warum sind die <strong>Future Islands<\/strong> eigentlich aktuell so erfolgreich? Jahrelang interessierte sich niemand ernsthaft f\u00fcr die Band aus Baltimore. Jahrelang tourten die <strong>Future Islands<\/strong> mit ihren Songs zwischen Synthie-Pop und Indie-Rock nahezu unbemerkt durch die Klubs Europas. Das Internet gibt neben den uneingeschr\u00e4nkten Livequalit\u00e4ten der Band ihrem Fernsehauftritt bei Letterman die Schuld f\u00fcr die aktuelle Erfolgswelle.<\/p>\n<blockquote><p>On a Monday night in early March, everything changed for Future Islands. The Baltimore synth-pop trio was in New York to make its national television debut on the Late Show With David Letterman, performing \u201cSeasons (Waiting on You),\u201d the first single from its new record, Singles, when singer Samuel Herring lowered his hips, held one hand in the air like a beacon and unleashed a series of dance moves that set the Internet ablaze.<\/p>\n<p>Though the Letterman appearance made Future Islands more of a household name, the reality is that the band, rounded out by keyboardist-programmer Gerrit Welmers and bassist-guitarist William Cashion, has been one of the most reliable live acts in indie rock for years, and Herring\u2019s magnetic stage presence is a big reason why. (<a title=\"homepage\" href=\"http:\/\/www.wweek.com\/portland\/article-22911-how_to_dance_like_future_islands_an_animated_guide.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Live sind die <strong>Future Islands<\/strong> in der Tat unglaublich. Auch und gerade wegen<strong> Samuel Herring<\/strong>. Ich sah die Band im Fr\u00fchjahr auf dem Primavera zum ersten Mal, kannte nichts von ihnen und konnte dann aber ihren Auftritt nicht einfach vorzeitig verlassen. Ein typisches Festivalph\u00e4nomen von mir, ich gucke eine Band &#8211; meist aus Verlegenheit mangels bekannterer Alternativen -, die ich im Vorfeld irgendwie als interessant erachtet habe und schwupps, hat sie mich gepackt. \u201eSeasons\u2026\u201c klebte das gesamte Barcelona Wochenende an mir und wurde eines der Lieder des Sommers. Ich war m\u00e4chtig beeindruckt von der Show, vom wilden und w\u00fcsten Rumgehampel des S\u00e4ngers, das so nat\u00fcrlich wirkte, so passend zur Musik war und mir \u00fcberhaupt nicht geplant und effekthaschend erschien. Eine Augenweide, und das scheinbar nicht nur f\u00fcr mich. Gestern entdeckte ich im Internet eine <a title=\"homepage\" href=\"http:\/\/www.wweek.com\/portland\/article-22911-how_to_dance_like_future_islands_an_animated_guide.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seite<\/a>, in der der i-touch-myself, der squat-and-wobble und noch ein paar andere Tanzschritte Herrings ausf\u00fchrlich beschrieben werden. Zum Schmunzeln und f\u00fcr Fans!<br \/>\nUnd ich w\u00fcrde l\u00fcgen, wenn ich nicht eine \u00e4hnlich gute Show (und ein \u00e4hnlich gutes Konzert) wie die in Barcelona erhoffte, nein erwartet h\u00e4tte. Um es kurz und knackig zu sagen: Erwartung erf\u00fcllt, <strong>Future Islands<\/strong>.<\/p>\n<p>Das Konzert ist brillant, steigert sich enorm und hat einen uneingeschr\u00e4nkten Unterhaltungswert!<br \/>\nNat\u00fcrlich ist die Pr\u00e4senz von <strong>Herring<\/strong> das entscheidende Ding bei <strong>Future Islands<\/strong> Konzerten. Er unterscheidet sich so deutlich von seinen Mitmusikern: <strong>Gerrit Welmers<\/strong> steht angewurzelt hinter seinen Keyboards und Gitarrist <strong>William Cashion<\/strong> h\u00e4lt sich mit Rockstargesten ebenso sehr bedeckt.<\/p>\n<p>Es beginnt ruhig und leicht chaotisch. <strong>Herring<\/strong> erz\u00e4hlt zu Beginn viel und bewegt sich wenig. Zum Wohle der Fotografen (die B\u00fchne ist gut ausgeleuchtet, was sp\u00e4ter nicht mehr so der Fall ist) und zum Reinkommen, vermute ich. Probleme, das Publikum mitzunehmen, haben sie von Beginn an nicht. Viele im Saal scheinen die <strong>Future Islands<\/strong> bereits gesehen zu haben und sind mit gro\u00dfer Vorfreude bei der Band. Die Stimmung so von Beginn an gut. Als die Musiker selbst nach zwei, drei Songs drin sind, passiert das Drum-Synthesizer-Elektro-Missgeschick. Irgendwie \u00fcberdreht die Technik und die Synthiet\u00f6ne beginnen zu h\u00fcpfen. Ich bin Techniklaie, daher wei\u00df ich es nicht besser zu beschreiben, als dass es so klingt, als ob jemand den Geschwindigkeitsregler hochgedreht h\u00e4tte. Nat\u00fcrlich kommt die Band aus dem Takt und muss abbrechen. Soweit, nicht schlimm. Beim zweiten Versuch passiert allerdings das gleiche Dilemma ein paar Takte sp\u00e4ter. Die Band ist ratlos, keiner wei\u00df scheinbar so recht, was los ist. Nach kurzem hin und her und entspanntem Gel\u00e4chter gehen sie dann zum n\u00e4chsten Song \u00fcber, der ganz klassisch ohne Synthesizer sondern nur mit Gitarre und Schlagzeug dargeboten wird. Nachdem <strong>Gerrit Welmers<\/strong> den einen Song lang sein Keyboard neu justiert hat, starten sie den dritten Versuch. Unter gro\u00dfem Jubel \u00fcberstehen sie die beiden Abbruch-Sequenzen der vorherigen Versuche.<br \/>\nDanach l\u00e4uft es wie geschmiert und es wird ein Konzert ohne weitere besondere Vorkommnisse, aber immer mit stilvollen Tanzeinlagen. Nach knapp 2 Stunden und vier Zugaben ist das Hemd auch an den Seiten durchgeschwitzt und das Konzert zu Ende.<\/p>\n<p>Die <strong>Future Islands<\/strong> sind live eine Wucht.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Primavera Sound Festival \u2013 Barcelona, 28.05.2014\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5738\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Primavera Sound Festival \u2013 Barcelona, 29.05.2014<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Das Konzert ist erst beendet, wenn sein Hemd durchgeschwitzt ist. Wetten?!&#8216; Nach einer guten halben Stunde Future Islands im Berliner Astra Kulturhaus unken wir ob der ersten sich bildenden Schwei\u00dfflecken auf dem hellblauen Hemd von Samuel T. Herrings. 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