{"id":592,"date":"2008-11-04T19:45:13","date_gmt":"2008-11-04T18:45:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=592"},"modified":"2023-04-25T20:48:04","modified_gmt":"2023-04-25T18:48:04","slug":"swell-koeln-03-11-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/swell-koeln-03-11-2008\/","title":{"rendered":"Swell &#8211; K\u00f6ln, 03.11.2008"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> MTC, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> \u2013<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kristeen Young<\/strong> liest auf ihrer CD <em>X<\/em> quasi als Hidden Track zusammen mit <strong>Brian Molko<\/strong> die Credits aus ihrem Booklet vor. Als Grund geben die beiden an, dass der H\u00f6rer die Danksagungen im Booklet eh lieber \u00fcberliest und gar nicht bis kaum wahrnimmt.<br>Warum erz\u00e4hl\u2018 ich das, wenn dieser Bericht das gestrige <strong>Swell <\/strong>Konzert im K\u00f6lner MTC besprechen soll?<br>Nun, in den 90ern gab es eine Band, die auf ihrer vielleicht besten CD nicht nur die Credits, sondern gleich alle Songtexte vorlas. Richtig, diese Band nannte und nennt sich <strong>Swell<\/strong>.<br><strong>Swell <\/strong>gr\u00fcndete sich 1990. Von den damaligen drei Urv\u00e4tern <strong>Freel<\/strong>, <strong>Kirkpatrick <\/strong>und <strong>Signorelli <\/strong>ist heute noch S\u00e4nger und Gitarrist <strong>David Freel<\/strong> mit dabei. In den Jahren dazwischen gab es unterschiedlichste Line- Ups mit mehrfach wechselnden Musikern, und um die Jahrtausendwende waren <strong>Swell <\/strong>gar nur das Projekt des S\u00e4ngers <strong>David Freel<\/strong>.<br><a title=\"Wikipedia\" rel=\"noopener\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Swell_(band)\" target=\"_blank\">Wikipedia <\/a>wei\u00df zu berichten, dass <strong>Swells <\/strong>Durchbruch in den USA mit der Verpflichtung als Support f\u00fcr <strong>Mazzy Star<\/strong> gelang. Vorher war die Band viel in Europa unterwegs, tourte durch Spanien und Benelux und verdiente sich fern der Heimat erste Meriten.<br>Nach ihrem Durchbruch in den Staaten wurde die Band aus San Fransisco anschlie\u00dfend in den Kontext der &#8218;The new folk&#8216; Bands gehoben. Es war der Musiktrend eines Sommers und quasi ein seichter Grunge Gegenpol. 1993 kompilierte die Spex den dazugeh\u00f6rigen Sampler <em>Hit me with a flower&#8230; the new sounds of San Francisco<\/em> mit u. a. <strong>Penelope Houston<\/strong>, <strong>A subtle Plague<\/strong> und <strong>Sonya Hunter<\/strong>.<br>Im Unterschied zu den vorgenanten sind <strong>Swell <\/strong>Sounds dunkler, melancholischer. Die minimalistischen Strukturen, die sich in jedem Song wiederfinden, k\u00f6nnten Monotonie aufkommen lassen. K\u00f6nnten, tun sie aber nicht. Die akustischen und elektrischen Gitarren scheinen sich jedesmal neu zu erfinden und schleichen um das rau und schroff gespielte Schlagzeug, und ab und an ert\u00f6nt im Hintergrund ein Keyboard.<br>Der <strong>Swell <\/strong>Sound ist sehr markant und wird durch <strong>David Freels<\/strong> Stimme eindeutig identifizierbar.<br><br>Das K\u00f6lner Konzert ist mein dritter <strong>Swell <\/strong>Kontakt. Anfang der 90er sah ich sie als Vorband der <strong>Lemonheads <\/strong>in Essen, einige Zeit sp\u00e4ter dann noch einmal im M\u00fcnsteraner Gleis 22 auf ihrer eigenen Tour. Mann, das ist schon lange her, und das rote <strong>Swell <\/strong>T-Shirt schon l\u00e4ngst verschlissen und entsorgt.<br>Und das vermutete ich auch von <strong>Swell<\/strong>. Ein letztes Lebenszeichen habe ich vor gut 9 Jahren mit dem Album \/ EP <em>Feed <\/em>aufgeschnappt, danach wurde es f\u00fcr mich doch sehr still um die Band. Tats\u00e4chlich hatte ich in der Zwischenzeit auch nichts vermisst, bis ich vor kurzem durch Zufall wieder auf <strong>David Freel<\/strong> gesto\u00dfen bin und mir in den letzten Tagen einige Sachen nach langer Zeit mal wieder angeh\u00f6rt habe. Welch Gro\u00dfartiges doch darunter ist. Allein <em>41 <\/em>ist eine Albumbesprechung wert. Aber auch die neueren Perlen wie \u201eLike poverty\u201c oder \u201eToday\u201c sind unheimlich sch\u00f6n.<br>Live klingen <strong>Swell <\/strong>Songs noch eine Spur intensiver als auf Konserve. <strong>David Freels<\/strong> Stimme ist das Ma\u00df aller Dinge. Rauchig, kauzig, dunkel, so m\u00f6chte ich sie beschreiben. Das Gesicht des Mannes sieht man kaum, der Backenbart und das D\u00fcvel Cappi verhindern einen freien Blick. Neben dem Gesang ist das Schlagzeug bestimmend. Es klingt kr\u00e4ftig und eindringlich. Am linken B\u00fchnenrand vervollst\u00e4ndigt ein Keyboarder \/ Gitarrist unbekannten Namens die Band. Meine ersten Bef\u00fcrchtungen \u00fcber ein reines One-man-Akustik-Set sind daher schnell ausger\u00e4umt. Bef\u00fcrchtungen deshalb, weil ich reines Singer- Songwritertum nicht so mag, und weil ich <strong>Swell <\/strong>Musik eher im Bandgef\u00fcge mehrinstrumentalisch sehe als im Solovortrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Entt\u00e4uschung gibt es aber. Das Konzert dauerte nur knappe 75 Minuten. In Zeiten des stillschweigenden Einverst\u00e4ndnisses auf gute 90 Minuten Konzertdauer war mir das zu wenig. Ich erspar mir die Diskussion um &#8218;Qualit\u00e4t kommt nicht von Quantit\u00e4t&#8216; oder &#8218;f\u00fcr 15 Euro ist das doch okay&#8216;. Es war einfach viel zu wenig Zeit um all die guten <strong>Swell <\/strong>Songs unterzukriegen. Einige waren zwar dabei, \u201eSong 7\u201c zum Beispiel, oder \u201eWhat I always wanted\u201c oder \u201eget high\u201c, viele andere h\u00e4tte ich aber noch genauso gerne geh\u00f6rt.<br>Nichtsdestotrotz war es eine gute Mischung zwischen den alten Sachen und Songs des neuen, aktuellen Albums <em>South of the rain and snow<\/em>. Das ist in Deutschland noch gar nicht erh\u00e4ltlich. Eine M\u00f6glichkeit es dennoch zu kaufen bietet sich \u00fcber die <strong>Swell <\/strong>Homepage und dem dortigen Merchandise-Shop. Geht man diesen Weg, dann sind <em>South of the rain and snow<\/em> und das ebenfalls online erh\u00e4ltliche <em>Lost Album<\/em> gute Schn\u00e4ppchen. F\u00fcr je 8,88 $ sind beide Alben als 320 kbit mp3 Dateien downloadbar. Bezahlt wird \u00fcber PayPal in Euro, Macht bei derzeitigem Wechselkurs gut 7 \u20ac.<br>Die zweite, allerdings zeitlich begrenzte, M\u00f6glichkeit ist die Merchandisekiste auf einem der n\u00e4chsten <strong>Swell <\/strong>Konzerte. Diese wird relativ schnell nach den letzten Kl\u00e4ngen des Konzertes (gestern \u201eKinda stone\u201c) ge\u00f6ffnet; auf der B\u00fchne steht sie ja schon. Was dann zum Vorschein kommt, CD\u2019s, T-Shirts, Vinylscheiben, Tourposter, wird auf der ganzen B\u00fchnenbreite ausgebreitet. Mikrofonst\u00e4ndern wird dabei ein zweites Leben als Kleiderb\u00fcgelhalter eingehaucht. Das sieht dann ein bischen nach Flohmarkt aus. Einer der MTC Mitarbeiter brachte es noch 15 min\u00fctigem Treiben gut auf den Punkt: &#8218;Ist jetzt hier noch eine l\u00e4ngere Verkaufsveranstaltung.&#8216; Nein, viel l\u00e4nger dauerte es nicht mehr.<br>Viele der gut 60 anwesenden waren nicht mehr am B\u00fchnenrand.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Setlist (mit einigen Fragezeichen):<\/strong><br>01. ???<br>02. Trouble loves you<br>03. Tell us all<br>04. What I always wanted<br>05. Sunshine everyday<br>06. ???<br>07. South of the rain and snow<br>08. Saved by summer<br>09. Get high<br>10. Song Seven<br>Zugabe:<br>11. Bridgette, you love me<br>12. ???<br>13. Good, good, good<br>14. Kinda stone<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konzertkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kristeen Young liest auf ihrer CD X quasi als Hidden Track zusammen mit Brian Molko die Credits aus ihrem Booklet vor. 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