{"id":5689,"date":"2014-05-05T18:28:19","date_gmt":"2014-05-05T16:28:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5689"},"modified":"2014-05-05T18:28:19","modified_gmt":"2014-05-05T16:28:19","slug":"minor-alps-koeln-03-05-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/minor-alps-koeln-03-05-2014\/","title":{"rendered":"Minor Alps \u2013 K\u00f6ln, 03.05.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Luxor, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Herrek<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5690\" alt=\"Minor Alps\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/1.jpg\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/1.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/1-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5691\" alt=\"Minor Alps\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/2.jpg\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/2.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/2-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Mal wieder: Von den <strong>Minor Alps<\/strong> kenne ich nur einen halben Song, alle <strong>Nada Surf<\/strong> Platten und das <strong>Lemonheads<\/strong> Album.<br \/>\nWas die Lemonheads und Nada Surf mit den Minor Alps zu tun haben, ist schnell erl\u00e4utert: Hauptprotagonisten der Band sind <strong>Juliana Hatfield<\/strong> (unter anderem Teilzeitbassistin bei den Lemonheads) und <strong>Matthew Caws<\/strong>, S\u00e4nger und Kopf von Nada Surf. Zusammen bilden die beiden Minor Alps und haben im vergangene Jahr mit \u201aGet there\u2018 ihr Deb\u00fctalbum ver\u00f6ffentlicht. Das die Fakten.<br \/>\nAls ich mir die samst\u00e4gliche Abendgestaltung \u00fcberlegte, war ich lange unsicher, wie ich mich entscheiden solle. Zwei durchaus interessante Bands gastierten in der Stadt, <strong>Messer<\/strong> und eben die Minor Alps. F\u00fcr die ebenfalls auftretenden <strong>Markus Wiebusch<\/strong> und <strong>Peter Gabriel<\/strong> interessierte ich mich im Vorhinein weniger, was aber, wie ich am Morgen in der Tageszeitung las, ein Fehler war. Peter Gabriel spielte das komplette \u201aSo\u2018 Album, das durchaus seine St\u00e4rken hat und auch ein sch\u00f6nes Liveerlebnis gewesen w\u00e4re.<br \/>\nDass ich mich dann f\u00fcr die Band entschied, von der ich nur einen halben Song kannte und gegen die sehr guten Messer, deren Album ich derzeit rauf und runter h\u00f6re, entbehrt sicher jeglicher Logik. Nun, manchmal entscheide ich komisch. Und ist Unberechenbarkeit nicht viel spannender?<br \/>\nNein, ist sie nicht, aber da ich das Messer Album ja bereits kenne, sollte es an diesem Abend an der Zeit, die Minor Alps n\u00e4her kennenzulernen. (Und nebenbei bemerkt war ich 1992 ein kleiner Juliana Hatfield Fan, als sie damals die s\u00fc\u00dfe Zweitstimme in \u201eGreat big No\u201c oder den Anheizerpart in \u201eBit part\u201c gab (I wanna bit part in your life, I just wanna bit part in your life)).<!--more--><br \/>\nVor 20 Jahren oder so sei sie das letzte Mal in K\u00f6ln gewesen, auf der anderen Stra\u00dfensite. Wie hie\u00dfe der laden noch gleich? An die Br\u00fccke und den Kiosk an der Ecke k\u00f6nne sie sich erinnern. Es m\u00fcssen starke Erinnerungen gewesen sein, die Juliana Hatfield \u00fcber die Jahre mit sich herumtrug. Und was war seitdem mit ihr? \u00dcber Matthew Caws muss ich diese Frage nicht stellen, seine Band habe ich in den 00er Jahren oft gesehen und seine Platten oft geh\u00f6rt, aber Juliana Hatfield war von meinem Musikradar verschwunden.<br \/>\nSo lese ich etwas \u00fcberrascht, dass sie seit 2010 vier Soloalben ver\u00f6ffentlicht und davor auch immer mal wieder Platten an den Start brachte. Das wusste ich nicht. Das ging genauso an mir vorbei wie die Ver\u00f6ffentlichung des Minor Alps Albums im letzten Jahr. Ich kann nicht \u00fcberall meine Ohren haben.<\/p>\n<p>Minor Alps finde ich \u00fcbrigens einen sch\u00f6nen und gelungenen Bandnamen. Manchmal, wenn ich meinem Musikfreund einen neuen Song oder eine Band empfehle, kommt es schonungslos per Post zur\u00fcck: \u201eGef\u00e4llt mir nicht. Und der Bandname klingt auch doof.\u201c Da frage ich mich, ob es einen Zusammenhang zwischen guter Musik und Bandnamen gibt? Sicher gibt es den nicht, allerdings ist es genauso sicher, dass es bei mir manchmal eine Band aufgrund ihres Namens schwerer hat als andere Bands, zu mir durchzudringen. Und das nicht nur bei mir, wie es scheint.<br \/>\n<strong>Preston School of Industry<\/strong> finde ich auch sehr gelungen, das klingt schon im Namen nach Indie. <strong>Cocktail twins<\/strong> dagegen schreit f\u00f6rmlich nach Coverband, auch wenn es keine ist. Ich k\u00f6nnte noch weitere Beispiele nennen, doch Namedropping hin oder her, so wichtig ist das nun wirklich nicht.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu den Minor Alps, die mit diesem Namen schon mal ein Stein im Brett haben, der an diesem Abend musikalisch auch nicht herausgebohrt wurde. Im Gegenteil!<br \/>\nDas Konzert war sehr reduziert: 2 Instrumente, Gitarre und Keyboard, und zwei sehr gut miteinander harmonierende und funktionierende Stimmen. Mehr brauchte es nicht, um diesen Abend sehr kurzweilig zu gestalten. Matthew Caws und Juliana Hatfield reisten allein, ohne Band, ohne gro\u00dfen Schnickschnack.<br \/>\nOft gefallen mir derart minimalistische Konzerte nicht so, mir wird bei zu viel Eint\u00f6nigkeit (im Sinn von klanglicher Abwechslung) schnell langweilig und Konzert somit langatmig. Daher sind auch reine SingerSongwriter Konzerte nicht so mein Ding. Da bedarf es schon sehr guter St\u00fccke, um mich auch l\u00e4nger als 20 Minuten zu begeistern.<br \/>\nDie Minor Alps haben das irgendwie geschafft. Zwar hatte das Konzert auch eine kleine L\u00e4nge, aber durch ein wohlgesetztes Nada Surf Cover \u201eInside of love\u201c war dieser Moment schnell passee. Und da \u201aGet there\u2018 auch selbst gute St\u00fccke hat, war genug sch\u00f6nes Material beisammen, um es im Weiteren unterhaltsam sein zu lassen. \u201eI don\u2019t know what to do with my hands\u201c, ist ohne Zweifel ein Hit, und auch \u201eWaiting for you\u201c oder \u201eMaxon\u201c (von Caws mit den Worten: \u201eM-a-x-o-n. It\u2019s a country. No, it\u2019s not a country. It\u2019s a kind of bird. No, it\u2019s not a kind of bird\u201c angek\u00fcndigt) geh\u00f6ren in die Sparte Hit.<br \/>\nIm Gegensatz zum Album, auf dem die Songs mit voller Instrumentierung und Band eingespielt wurden, pr\u00e4sentieren sich Hatfield und Caws im Luxor als Alleinreisende. Somit klingen die St\u00fccke live komplett anders. Wer schon einmal ein Nada Surf Akustikset geh\u00f6rt hat, der hat jetzt eine grobe Vorstellung. Denn nur mit Gitarrenbegleitung gespielt haben Minor Alps Songs sehr viel von Nada Surf. Was ich nicht schlimm finde. Und so perfekt Matthew Caws Stimme zu den weichen Melodien passt, so gut passt Juliana Hatfields Gesang zu Matthew Caws Stimme. Beide erg\u00e4nzen sich perfekt, wobei mir Juliana Hatfields Gesang etwas rebellischer erscheint. Ihre Solosongs, das Set bestand neben Minor Alps und Nada Surf Sachen auch aus Hatfield Musik, klangen lauter und w\u00fctender, auch wenn sie es nicht waren.<br \/>\nWenn ich es richtig behalten habe, spielten die beiden zwei Hatfield Songs, vier Nada Surf St\u00fccke und in der Zugabe eine sehr gelungene \u201e<a title=\"youtube\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qeE9KgroijE\" target=\"_blank\">Bette Davis eyes<\/a>\u201c Version. Viel besser kann ein ein-Album Konzert nicht aufgebaut sein. Hut ab vor dem gro\u00dfen musikalischen Wissen und dem Gesp\u00fcr f\u00fcr zueinander passende Songs. So ist das also, wenn sich alte Musikerhasen zusammentun und Konzerte geben.<\/p>\n<p>Die Vorband <strong>Herrek<\/strong> aus den Niederlanden spielte Folkpop. Ein idealer Soundtrack zu einem 60, 70er Jahre Film, nichts spektakul\u00e4res, aber auch nichts Herausragendes. Also f\u00fcr mich. Ich mag weder 70er Jahre Filme (au\u00dfer Die drei Tage des Condors) noch diesen Mumford Sons und Fleet Foxes Kram sonderlich. Und da die Rotterdamer davon nicht so weit entfernt sind, trifft das auch auf ihre Musik zu. Nachdem sie die B\u00fchne geleert hatte, standen nur noch zwei Mikrofonst\u00e4nder, ein Hocker und ein Keyboard bereit. Links und rechts der B\u00fchne postierten sich Juliana Hatfield und Matthew Caws, um ihre Musik zu spielen.<\/p>\n<p>Zu Beginn wechselte sich Juliana Hatfield mit ihren beiden Instrumenten ab. Keyboard und Gitarre, immer sch\u00f6n im eins nach dem anderen, wobei mir nach dem dritten Wechsel auffiel, dass mir die Keyboardsongs besser gefielen. Zur Mitte hin, und wie ich schon berichtete, genau zum richtigen Zeitpunkt, gab es mit \u201eInside of love\u201c den ersten Nada Surf Hit. Ich hatte das St\u00fcck schon einmal in einer Akustikversion geh\u00f6rt, ich glaube beim Rolling Stone Weekender. Er funktioniert so wahnsinnig gut und viel besser, als in Bandbesetzung. Das war toll, wie eigentlich das gesamte Konzert!<\/p>\n<p>So zwischen Abendessen und samst\u00e4glichen Ausgehvergn\u00fcgen h\u00e4tten die Minor Alps durchaus mehr Publikum verdient gehabt. F\u00fcr mich war es die richtige Entscheidung, ins Luxor zu fahren. An das Messer Konzert dachte ich keine Sekunde lang. Und ich habe eine Band n\u00e4her kennengelernt, die es verdient, n\u00e4her kennengelernt zu werden.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3458\" target=\"_blank\">Nada Surf &#8211; Rolling Stone Weekender, 12.11.2011 \/ Weissenh\u00e4user Strand<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Luxor, K\u00f6ln Vorband: Herrek Mal wieder: Von den Minor Alps kenne ich nur einen halben Song, alle Nada Surf Platten und das Lemonheads Album. 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