{"id":5551,"date":"2014-03-14T18:38:31","date_gmt":"2014-03-14T17:38:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5551"},"modified":"2026-04-15T19:58:46","modified_gmt":"2026-04-15T17:58:46","slug":"franz-ferdinand-koeln-12-03-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/franz-ferdinand-koeln-12-03-2014\/","title":{"rendered":"Franz Ferdinand &#8211; K\u00f6ln, 12.03.2014"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Palladium, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Citizens!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/63.jpg\" alt=\"Franz Ferdinand\" class=\"wp-image-5553\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/63.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/63-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Franz Ferdinand<\/strong> sind durch. Also f\u00fcr mich. Da mag mir ihr neues <em>Album Right words, Right thoughts, Right action<\/em> noch so sehr ans Herz gelegt werden, ich f\u00fcrchte, ich m\u00f6chte es mir nicht bewusst anh\u00f6ren. Geh\u00f6rt habe ich es nat\u00fcrlich, im Hintergrund lief es ein-, vielleicht zweimal. Aber es hinterlie\u00df keinen Eindruck, es weckte null Neugierde auf mehr.<br>\u00dcberhaupt ist es eine merkw\u00fcrdige Situation zwischen mir und den Bands der britischen Klasse von 2005. <strong>Max\u00efmo Park<\/strong>, <strong>Editors<\/strong> und <strong>Block Party<\/strong> sind mir schon l\u00e4nger nicht mehr wichtig und mit <strong>Franz Ferdinand<\/strong> \u2013 obwohl mit Abstand die Klassenbesten \u2013 scheint es \u00e4hnlich zu laufen. Diese Musikphase habe ich unbewusst zu den Akten gelegt, mit den Bands irgendwie abgeschlossen. Selbstverst\u00e4ndlich mag ich noch den ein oder andere Song, Lieblinge verschwinden nicht, <strong>Bloc Partys<\/strong> \u201eWaiting for the 7 a. m.\u201c finde ich immer noch gro\u00dfartig, aber in Summe ist die 2005er Generation nicht mehr spannend. Da verbindet mich schon mehr mit den Brit-Jahrg\u00e4ngen 93 bis 95. <strong>Pulp<\/strong>, <strong>Cast<\/strong>, <strong>Bluetones<\/strong>, <strong>Oasis<\/strong> und <strong>Blur<\/strong>.<br>Wie kommt das? Hat das was mit dem Alter zu tun und mit dem Eintrittszeitpunkt einer Band in ein Leben? H\u00e4ngt man eher einer Band nach, die einem in j\u00fcngeren Jahren wichtig war als einer, die man erst im mittleren Alter entdeckt? Oder anders gefragt, wieso begeistern mich heute die <strong>Bluetones <\/strong>viel mehr als es <strong>Franz Ferdinan<\/strong>d tun, obwohl ich beiden Bands ein gleich gro\u00dfen Enthusiasmus entgegen gebracht habe, als ich sie entdeckt habe. Das Argument, ich mag die einen mehr als die anderen, sticht also nicht. Also warum kommen mir Hits wie \u201eMichael\u201c und \u201eMatinee\u201c viel \u00fcberspielter vor als \u201eSlight return\u201c oder \u201eCut some rug\u201c?<br>Ich finde bisher keine Antworten.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend gleichg\u00fcltig beschloss ich am Nachmittag sehr spontan, mir ein Ticket f\u00fcr das <strong>Franz Ferdinand<\/strong> Konzert im Palladium zu kaufen. Ich hatte diesen Konzertbesuch nicht lange im Voraus geplant, ich h\u00e4tte mich auch nicht ge\u00e4rgert, wenn das Konzert ausverkauft gewesen w\u00e4re. Ich machte meine Entscheidung, hinzugehen oder nicht, vom Ticketkauf abh\u00e4ngig. Gibt es noch eins, bin ich dabei, wenn nicht, dann nicht.<br>Es gab noch eins, und ich fuhr mit wenig Erwartungshaltung in die Schanzenstrasse. Unterhaltsam wird es schon werden, dass geht bei der Hitdichte und den tanzbaren Songs der Glasgower gar nicht anders, aber umhauen wird es mich sicherlich nicht. Ich wei\u00df, das ist keine optimale Grundhaltung f\u00fcr einen Konzertbesuch, aber nach einigen erlebten <strong>Franz Ferdinand<\/strong> Auftritten konnte ich mir ziemlich genau zusammenreimen, was mich erwarten w\u00fcrde: Feiersongs, gute Laune und Hits, Hits, Hits. Allein das Deb\u00fctalbum<em> Franz Ferdinand<\/em> hat elf Welthits,<em> You could have it so much better<\/em> ist keinen Deut schlechter und den Elektroausflug der Band finde ich, im Gegensatz zu vielen anderen, auch nicht so verkehrt und durchaus hitlastig. Das ein Konzert bei so einer F\u00fclle an guten Songs nicht schlecht werden kann, dieser Ansatz stellt sich \u00fcberhaupt nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher hatte ich <strong>Franz Ferdinand<\/strong> haupts\u00e4chlich bei Festivalauftritten erlebt: Rock am Ring, Rock a field und Primavera. Ein Klubkonzert steht dem entgegen, wobei der Klub 2009 schon Palladium hie\u00df. Und immer waren ihre Auftritte unterhaltsam.<br>Das war auch an diesem Abend der Fall, auch wenn Franz Ferdinand f\u00fcr mich durch sind. Als Schwerpunkt des Konzertes und Hauptteil der Setlist empfand ich den Block um \u201eCan&#8217;t stop feeling\u201d bis \u201cLucid dreams\u201c, der sich gef\u00fchlt eine halbe Ewigkeit hinzog.<br>Das war der quasi ruhigere Part abseits der gro\u00dfen Abifeier-Fetenhits und er gefiel mir am besten. Hier konnte ich etwas wegd\u00f6sen und meinen Gedanken nachh\u00e4ngen. Kurz davor oder danach, so genau hab ich es nicht mehr in petto, entdeckte ich als sch\u00f6nstes Lied der neuen Platte \u201eFresh strawberries\u201c. Ein wirklich sehr gutes St\u00fcck Musik und live wundervoll. Die \u00fcbrigen Momente waren dem gro\u00dfen Tanzen \u00fcberlassen: \u201eTake me out\u201c, \u201eMichael\u201c, \u201eNo you girls\u201c, \u201eThis fire\u201c, \u201eThe dark of the Matin\u00e9e\u201c sind immer noch wundersch\u00f6n anzuh\u00f6ren. Allerdings bekamen sie im Laufe der Jahre f\u00fcr meine Ohren einen kleinen Unwichtigkeitsstatus und schaffen es nicht mehr, mich richtig zu begeistern oder gar vom Hocker zu hauen.<br>Auch nicht an diesem Abend und just kommt mir der irritierte Gesichtsausdruck des vor uns stehenden M\u00e4dchens wieder ins Ged\u00e4chtnis, die sich erschreckt zu uns umdrehte, als mein Konzertnachbar mich ironisch-vorwurfsvoll fragte &#8218;warum biste eigentlich hier, wenn <strong>Franz Ferdinand<\/strong> f\u00fcr dich durch sind.&#8216; Nun, er wei\u00df wie ich es meine, aber vielleicht sollten wir uns in zuk\u00fcnftigen Umbaupausen nicht mehr zu laut unterhalten oder aber nur \u00fcber Themen wie das Wetter sprechen. Durch sein bedeutet ja nicht, nicht mehr m\u00f6gen. Eine \u00dcbersetzung mit &#8218;weniger wichtig&#8216; ist die passendere Wahl. Und so ist die Antwort auf die Frage, warum ich hier sei, relativ einfach. <strong>Franz Ferdinand<\/strong> sind eine exzellente Liveband. Nur weil sich einige Songs im Laufe der Zeit zu Tode gespielt haben, muss ich ja nicht gleich einen Konzertabend auslassen.<br>Als Ausnahme vom Unwichtigkeitsstatus lasse ich \u00fcbrigens nur \u201eWalk away\u201c (wurde gespielt) und \u201eEleanor put your boots on\u201c (wurde leider leider nicht gespielt) gelten. Das sind auch f\u00fcr mich immer noch begeistert geh\u00f6rte Songs, die nichts von ihrer Sch\u00f6nheit einb\u00fc\u00dfen und nie einb\u00fc\u00dfen werden. Beides sind Songs in feinster Beattradition und als im Palladium die letzten Takte von \u201eWalk away\u201c dahin wehten, sagte ich, es w\u00e4re doch toll, wenn <strong>Franz Ferdinand<\/strong> in der Zugabe \u201eSie liebt dich\u201c von den <strong>Beatles<\/strong> covern w\u00fcrden. Das taten sie aber, sondern verfielen in das Zugabenmuster, was ich \u2013 wie ich glaube \u2013 schon mal so gesehen hatte.<br>Ein Trommelinferno zum Ausklang von \u201eOutsiders\u201c (alle Bandmitglieder versammelten sich um das Schlagzeug und kloppten ordentlich drauf) war vor 5 Jahren noch sch\u00f6n \u2013 weil rasanter \u2013 und bemerkenswert. An diesem Abend fand ich es eher unn\u00f6tig und langweilig. Generell hatte ich w\u00e4hrend der Zugabe gemischte Gef\u00fchle. Irgendwie fand ich den Block schwach, \u201eDarts of Pleasure\u201c w\u00e4re doch ein viel besseres Finale gewesen als \u201eRight action&#8220; und \u201eTreason! Animals!\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Franz Ferdinand - This Fire @ Palladium, Cologne\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/c4mh3Er_pr4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Bis zur Zugabe gab es dagegen wenig zu m\u00e4keln. Die gute Laune Hitdichte war so enorm hoch, dass es schon eines sehr miesepetrigen Tages bedurfte, um das Konzert nicht schnell unterhaltsam und gut zu finden. Durch das Opener-Trio \u201eThe dark of the Matin\u00e9e\u201d, \u201eTell her Tonight\u201d und \u201eDo you want to\u201d war die Stimmung sehr schnell hergestellt. Die typischen FF-Stakkato-Gitarren preschten in bekannter Manier nach vorn und die Stimmung wurde z\u00fcgig sehr ausgelassen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zum letzten Mal Bier unfreiwillig in den Haaren hatte. Hier dauerte es genau zwei Lieder.<br>Dass das Stimmungsniveau die guten 100 Minuten Konzertl\u00e4nge gleichbleibend hoch blieb, ist einzig das Verdienst von <strong>Franz Ferdinand<\/strong>. Die Band zeigte sich in gro\u00dfer Spiellaune und \u00fcberzeugte live vollauf. 100 Minuten Hits schaffen nicht viele.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinn also ein gutes Konzert, trotzdem sind sie f\u00fcr mich irgendwie durch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br><\/strong><a title=\"Rock am Ring 2006\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=40\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rock am Ring &#8211; N\u00fcrburgring<strong>, <\/strong>04.05.2006<strong><br><\/strong><\/a><a title=\"Franz Ferdinand \u2013 K\u00f6ln, 14.03.2009\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1040\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Franz Ferdinand &#8211; K\u00f6ln, 14.03.2009\u00a0\/ Palladium<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/rock-a-field-luxemburg-28062009-3\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1282\">Rock a Field &#8211; Luxemburg, 28.06.2009<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-31-05-2012\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Primavera Sound Festval &#8211; Barcelona, 31.05.2012<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franz Ferdinand sind durch. 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