{"id":5501,"date":"2014-02-27T19:30:27","date_gmt":"2014-02-27T18:30:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5501"},"modified":"2023-05-18T19:25:58","modified_gmt":"2023-05-18T17:25:58","slug":"nina-persson-koeln-25-02-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/nina-persson-koeln-25-02-2014\/","title":{"rendered":"Nina Persson &#8211; K\u00f6ln, 25.02.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Gloria, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5506\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/61.jpg\" alt=\"Nina Persson\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/61.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/61-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><br \/>\nAnfang der 00er Jahre spielten die <strong>Cardigans<\/strong> im E-Werk. Im Publikum standen lauter P\u00e4rchen und ich. Ich kann mich so gut an das Konzert der Schweden erinnern, weil es mehrere bleibende Momente hatte. Zum einen war es eines meiner ersten Konzerte, zu denen ich spontan gefahren bin. In der Regel plane ich zumindest drei, vier Tage vorher meine Konzertbesuche (ich habe ja auch noch andere Dinge zu tun). Zum anderen war ich \u00fcberrascht \u00fcber die gem\u00fctliche leere des Konzertsaales, dass dunkle Erscheinungsbild der Band und \u00fcber die tolle Stimme von <strong>Nina Persson<\/strong>.<br \/>\nSo richtig kannte ich bis zu diesem Konzert die Musik der <strong>Cardigans<\/strong> nicht, einzig die gro\u00dfen Hits wie \u201eLovefool\u201c, \u201eMy favourite game\u201c oder \u201eErase\/Rewind\u201c waren mir gel\u00e4ufig. Aber es reichte, um seinerzeit ins E-Werk zu fahren, eine gewisse Neugierde auf Livemusik versp\u00fcrte ich schon damals. \u201eP\u00e4rchen verpisst euch keiner vermisst euch\u201c, <strong>Christiane R\u00f6singer<\/strong> beziehungsweise die <strong>Lassie Singers<\/strong> bildeten ungewollt den Soundtrack f\u00fcr mein <strong>Cardigans<\/strong>konzert, aber die <strong>Cardigans<\/strong> selbst zelebrierten dieses Statement in ihren bitters\u00fc\u00dfen Songs so eindrucksvoll, dass ich mich noch an diesem Abend in die S\u00e4ngerin der Band <strong>Nina Persson<\/strong> und ihre melancholische Art verliebte. Damals konnte ich das Konzert nicht so richtig einordnen, in den letzten Jahren kam ich immer mehr zu der Erkenntnis, wie gut es doch war, die <strong>Cardigans<\/strong> damals gesehen zu haben. Sie machten Musik, die f\u00fcr mich heute noch genauso schlagkr\u00e4ftig ist wie damals. \u201eI need some fine wine and you, you need to be nicer\u201d, ein Songtitel so hilfreich in der ein oder anderen Lebenssituation, dass er nie aus der Mode kommen kann. Gro\u00dfartig.<\/p>\n<p>Die <strong>Cardigans<\/strong> jedoch kamen aus der Mode, sie legten sich f\u00fcr unbestimmte Zeit still und ihre Bandmitglieder Nina Persson, <strong>Peter Svensson<\/strong>, <strong>Magnus Sveningsson<\/strong>, <strong>Bengt Lagerberg<\/strong> und <strong>Lars-Olaf Johansson<\/strong> k\u00fcmmerten sich um andere Projekte.<br \/>\n<strong>Nina Persson<\/strong> zum Beispiel gr\u00fcndete eine neue Band: <strong>A Camp<\/strong>. Zwei Alben wurden mit <strong>Niklas Frisk<\/strong> und <strong>Mark Linkous<\/strong> produziert und auf der Tour zum zweiten Album <em>Colonia<\/em> besuchte ich ihr Konzert im Luxor in K\u00f6ln. Was nicht nur namentlich gut passte, sondern auch musikalisch. So super dramatisch schlecht schien der Abend nicht gewesen zu sein (ich las gerade nochmals nach \u2013 wof\u00fcr habe ich so einen Konzerte-Erinnerungen-Blog) und ich f\u00fcrchte, ich habe mich seinerzeit erneut in diese Frau verliebt. Zumindest f\u00fcr die S\u00e4ngerin schien es eine gute musikalische Zeit nach den <strong>Cardigans<\/strong> zu geben.<br \/>\nNach dem Konzertabend wurde es f\u00fcr mich ruhig um <strong>Nina Persson<\/strong>, ich h\u00f6rte nat\u00fcrlich noch ab und an die <strong>Cardigans<\/strong> (&#8222;I need some fine wine\u2026&#8220; undsoweiter), aber wesentliche Neuigkeiten vernahm ich nicht. Bis ich Ende letzten Jahres von einem neuen Soloalbum las. Soweit so gut, n\u00e4her besch\u00e4ftigt habe ich mich mit dieser Nachricht jedoch nicht. Meine einzige Handlung bestand darin, mir ein Konzertticket f\u00fcr den Konzertabend im K\u00f6lner Gloria zu kaufen. Rezensionen lesen, Blognachrichten auswerten oder gar den Albenstream abh\u00f6ren? Nee, so gro\u00df war die Neugierde nicht und schlie\u00dflich w\u00fcrde es ja immer noch reichen, das irgendwann mal zu machen. Sp\u00e4testens beim Konzert w\u00fcrde ich ja die neuen Sachen h\u00f6ren.<br \/>\nJe n\u00e4her der Konzerttag r\u00fcckte, desto lauter wurden aber die Stimmen dar\u00fcber, dass das aktuelle <strong>Nina Persson<\/strong> Album <em>Animal Heart<\/em> doch eher schw\u00e4cher ausgefallen sei. Von vielen Seiten kam das Gespr\u00e4ch immer wieder auf diesen Abend und auf die Frage, ob schon jemand das Album geh\u00f6rt h\u00e4tte. Nee, und das sei ob der Kritiken wohl auch besser so, war der Grundtenor.<br \/>\nGut, die Konzertzeichen stehen suboptimal, als ich um kurz vor neun ein sehr leeres Gloria betrat. Himmel, viel los ist wirklich nicht und prompt vielen mir die schlechten Kritiken zum Album wieder ein. Dann muss wohl was dran sein, dachte ich so, als ich mich, langsam akklimatisierend, in Richtung B\u00fchne bewege. Die Vorband hatte ich verpasst, aber wie ich im Umbaupausengespr\u00e4ch erfahre, dabei nichts wirklich Weltbewegendes. Es war also die richtige Entscheidung, erst nach dem Fu\u00dfball hierhin zu kommen.<br \/>\nMeine Erwartungen sind eh gering. Zwar schrecken mich die schlechten Plattenkritiken zu <em>Animal Heart<\/em> nicht g\u00e4nzlich ab, aber etwas stimmungsd\u00e4mpfend wirken sie doch. Am Morgen h\u00f6rte ich die aktuelle Single \u201eAnimal heart\u201c, sie best\u00e4tigte meine Vorabmeinung ein wenig, lie\u00df aber auch etwas Hoffnung auf einen nicht zu poppig seichten Belanglosabend. So schlecht finde ich \u201eAnimal Heart\u201c nicht.<br \/>\nLeider wurden meine Hoffnungen nicht erh\u00f6rt. <strong>Nina Perssons<\/strong> Auftritt ist extrem z\u00e4h und langatmig. Nicht nur wir haben zu k\u00e4mpfen, es scheint, als ob auch die Band mit den schwachen Liedern zu k\u00e4mpfen hat, als ob sie genau wei\u00df, dass sie damit keinen Staat und kein Konzertpublikum der Welt \u00fcberzeugen kann. Ist der Beginn noch fluffig und annehmbar (\u201eAnimal Heart\u201c), so flacht es im Verlauf stark ab. Zeitweise komme ich mir vor wie auf einer dieser trostlosen Musikveranstaltungen in anonymen Mehrzweckr\u00e4umen von Altersheimen oder Bingospielhallen, in denen in einer Ecke eine B\u00fchne steht, notd\u00fcrftig ein paar Dekoelemente aufgestellt wurden und in lockeren Stuhlreihen drei H\u00e4nde voll Menschen dem Konzert lauschen. So steril, so wenig sagend kommen mir einige Passagen des Konzertes vor. Wo war nur die l\u00e4ssige Bittersweetness, das dramatisch Sch\u00f6ne der <strong>Cardigans<\/strong> und <strong>A Camp<\/strong>?<br \/>\nDer so markante Gesang von <strong>Nina Persson<\/strong> ist komplett weg. Ihre Stimme klingt nicht mehr nach Popmelancholie mit Ecken und Kanten, sondern weichgesp\u00fclt. Selbst die <strong>A Camp<\/strong> Songs (unter anderem \u201eI can buy you&#8220;), die die Band in das Konzert einstreut, wirken auf mich glattpoliert. Dass sie in dieser Variante trotzdem die H\u00f6hepunkte des Konzertes ausmachen, sagt viel aus. 18 Songs stehen auf der Setlist, aber nach 8 St\u00fccken ist die Luft bereits derma\u00dfen raus, dass nicht nur ich mich nach einem guten Song sehne. Bis auf zwei gro\u00dfe <strong>Nina Persson<\/strong> Fans in der ersten Reihe und einem mittelgro\u00dfen neben mir wirkt das Gloria wie in Schockstarre. Stimmung m\u00f6chte nicht so recht aufkommen. Es war ein komisches Ambiente, das weder die Band noch wir ablegen konnten.<\/p>\n<p>\u201eWe are a kind of a Band\u201c sagt <strong>Nina Persson<\/strong> irgendwann, wohlwissend, dass sie eigentlich ein Soloprodukt ist und die Musiker um sie herum (Gitarrist, Bassist\/Keyboarder, Schlagzeuger und Keyboarderin) nur eine Liveband sind. Als zur zweiten Zugabe \u201eThis is heavy metal\u201c <strong>Nina Persson<\/strong> und die Keyboarderin nochmals zur\u00fcckkehren, wirkte es auf mich denn auch eher wie ein Chef\/Angestelltenverh\u00e4ltnis zwischen den beiden. Die Angestellten machen ihren Job jedoch gut, keine Frage. F\u00fcr das Besondere sind sie nicht vorgesehen.<br \/>\nDas blieb bei <strong>Nina Persson<\/strong>. Die Schwedin wirkt allerdings angeschlagen, so, als f\u00fchle sie sich nicht sonderlich wohl in der Rolle der Hauptfigur. Oder auf einer B\u00fchne vor einem wenig begeisternden Publikum. So genau kann ich das nicht ausmachen. Vielleicht ist sie auch einfach nur erk\u00e4ltet und nicht ganz fit.<br \/>\nSei es wie es war, wenig \u00fcberzeugende Songs und ein ern\u00fcchternder Auftritt ergeben in der Summe dann leider kein gutes Konzert.<\/p>\n<blockquote><p>Gestern Abend dann kam ich noch mal kurz ins gr\u00fcbeln dar\u00fcber, warum ich hier bin. Doch es wurde mir die, zugegeben eher rhetorische Frage, schnell beantwortet. \u201eWeil Nina Persson die sch\u00f6nste S\u00e4ngerin der Jetzt- Zeit ist.\u201c Richtig, und sie allein hat den gestrigen Abend verzaubert.<\/p><\/blockquote>\n<p>So schrieb ich \u00fcber das <strong>A Camp<\/strong> Konzert vor guten 5 Jahren (Himmel, schon 5 Jahre!). F\u00fcr den gestrigen Abend kann die Begr\u00fcndung leider nicht mehr ganz und so einfach hergenommen werden.<br \/>\nWas ist in den letzten 5 Jahren blo\u00df passiert?<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"homepage\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1113\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">A Camp \u2013 K\u00f6ln, 13.04.2009\u00a0 Luxor<\/a><\/p>\n<p><strong>Video:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Nina Persson - I can buy you - Live @ Heimathafen, Berlin - 02\/2014\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5VlmBD6U5m8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang der 00er Jahre spielten die Cardigans im E-Werk. Im Publikum standen lauter P\u00e4rchen und ich. 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