{"id":545,"date":"2008-07-23T20:57:54","date_gmt":"2008-07-23T19:57:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=545"},"modified":"2018-07-21T16:53:53","modified_gmt":"2018-07-21T14:53:53","slug":"melt-festival-20072008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/melt-festival-20072008\/","title":{"rendered":"Melt! Festival &#8211; Dessau, 20.07.2008"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Ferropolis, Dessau<br \/>\n<strong>Bands:<\/strong> Hot Chip, NeonNeon, Get well soon, Battles, Bj\u00f6rk<\/p>\n<p>Der Tag beginnt mit Kunst. Architekturkunst und Design. In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrtausends war das in Dessau beheimatete Bauhaus die Innovationsschmiede schlechthin. Der Stil der Bauhausschule zeichnete sich durch Klarheit und Geradlinigkeit aus. Durch Einfachheit und Schlichtheit in Form und Funktion wollten die Bauhausmeister (so nannte man die Lehrer und Professoren) die Trennung von Kunst und Produktion aufheben. Kunst als Gebrauchsgegenstand. Ist ihnen gelungen, m\u00f6chte ich sagen. Dann kamen die Nazis und mit dem Bauhaus war Schlu\u00df.<br \/>\n2008 sollte <strong>Bj\u00f6rk<\/strong> in unmittelbarer N\u00e4he Dessaus mit einem visuell beeindruckenden Liveset die Kunst in ihre &#8222;Ursprungsform&#8220; zur\u00fccksetzen.<img decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"Melt! Festival 18. - 20.07.2008\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/7\/13\/12\/2471312.e047f2b4.240.jpg\" alt=\"Melt! Festival 18. - 20.07.2008\" width=\"240\" height=\"135\" align=\"right\" border=\"0\" \/> Aber dazu sp\u00e4ter. Vorher unterhielten uns <strong>Get well soon<\/strong>, <strong>NeonNeon<\/strong>, die <strong>Battles<\/strong> und <strong>Hot Chip<\/strong> mehr oder weniger gut.<br \/>\nWeniger gut taten dies <strong>NeonNeon<\/strong> und <strong>Hot Chip<\/strong>. Letztere finde ich v\u00f6llig \u00fcberwertet und eine reine Modeerscheinung mit bereits angebrochenem Verfallsdatum. Erstere kannte ich bis dato noch nicht, und so freute ich mich vor Beginn des Sets auf ein kennenlernen.<br \/>\nBei den ersten Kl\u00e4ngen des instrumentalen Intros dachte ich gleich: <strong><a title=\"Wiki-Homepage\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Survivor_(Rockband)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Survivor<\/a><\/strong> (ja, die mit dem Rocky Theme), <strong><a title=\"Wiki-Homepage\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Foreigner\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Foreigner<\/a><\/strong>, <strong><a title=\"Wiki-Homepage\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harold_Faltermeyer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Harold Faltermeyer<\/a><\/strong> (ja, Axel F. Theme)&#8220;. Alles schreckliche Bands bzw. Produzenten aus l\u00e4ngst vergangenen Tagen. Das <a title=\"Wiki-Homepage\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keytar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umh\u00e4ngekeyboard<\/a> inbegriffen. Bei <strong>NeonNeon<\/strong> tauchte es auf. Will man sowas noch h\u00f6ren und sehen? Ich weiss es nicht&#8230;<\/p>\n<p>In der Folgezeit wurde es nicht besser. <strong>Peter Gabriel<\/strong> und <strong>Marillion<\/strong>, alles scheint m\u00f6glich, auch Bongo und Calypsorasseln. Als Special guest tauchte sp\u00e4ter noch <strong>DJ Superstar<\/strong> auf. Jetzt wurde es richtig belanglos. &#8218;You are amazing&#8216; gr\u00f6llte er uns zu. &#8218;You are not&#8216;, m\u00f6chte man antworten. Wir haben uns mittlerweile auf die Treppen im hinteren Bereich zur\u00fcckgezogen. Der schweinchenrosa Farbklecks (<strong>DJ Superstar<\/strong> hatte ein neonrosa Oberteil an &#8211; zumindest leuchtete es aus der Entfernung so) auf der B\u00fchne rannte noch ein wenig hin und her, dann war Schluss.<img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Melt! Festival 18. - 20.07.2008 get well soon\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/7\/13\/78\/2471378.19dbc67d.240.jpg\" alt=\"Melt! Festival 18. - 20.07.2008\" width=\"240\" height=\"135\" align=\"left\" border=\"0\" \/><br \/>\nFazit des Auftritts: die Portion gebratene Nudeln vom Asia-Mann war gar nicht mal so \u00fcbel!<\/p>\n<p><strong>Get well soon<\/strong> hoben anschliessend das Niveau um ein Vielfaches und sind das erste Highlight des Tages. Gut zu sehen, dass die Umsetzung der komplexen Songs wunderbar funktioniert. Das erzeugt bei uns auch vor dieser grossen Festivalb\u00fchne eine G\u00e4nsehaut. Sehr beeindruckend. Das schafft nicht jeder Musiker. Grosses Kompliment! Get well soon sind eine unbedingte Liveempfehlung. Es waren intensive 35 Minuten, die den Sonntagsbesuch alleine gerechtfertigt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Im Anschluss <strong>Battles<\/strong>. Das Programmheftchen schreibt irgendwas von Rock 3.0. Dies und die Tasache das sie aus New York kommen, lassen mich gespannt ihrem Auftritt entgegensehen. Ich werde schnell \u00fcberrascht, die Rowdies bauen keinen einzigen Mikrofonst\u00e4nder auf. Mikrofone brauchen die <strong>Battles<\/strong>. Bis auf zwei, drei Songs ist ihr Set instrumental. Und sehr laut. Und sehr wuchtig.<br \/>\nGitarre trifft Keyboard. Und das zweimal. Erg\u00e4nzt werden <strong>Ian Williams<\/strong> und <strong>Tyonday Braxton<\/strong> durch Drummer <strong>John Stanier<\/strong> und Bassist <strong>Dave Konopka<\/strong>. Das die Band aus New York kommt, h\u00f6rt man ihr an. Experimentell und innovativ klingt ihr Auftritt. <strong>TV on the Radio<\/strong> plus Technobeats, <strong>Atari Teenage Riot<\/strong> mit weniger Punk ist mein erster Kategorisierungsvorschlag. jetzt bin ich mir nicht mehr sicher ob ich das stehenlassen kann, zu einzigartig ist das, was die Battles pr\u00e4sentieren.<br \/>\nDas Schlagzeug ist weit am B\u00fchnenrand aufgebaut, die Keyboards direkt daneben. Die Band ist der Frontmann.<img decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"Melt! Festival 18. - 20.07.2008 Battles\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/7\/16\/34\/2471634.720a5246.240.jpg\" alt=\"Melt! Festival 18. - 20.07.2008\" width=\"240\" height=\"135\" align=\"right\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Bei <strong>Bj\u00f6rk<\/strong> ist die Rollenverteilung wieder klassisch. Hier die S\u00e4ngerin, dort die Band, bzw. die Begleitmusiker. Eine neunk\u00f6pfige Bl\u00e4serkapelle steht auf der B\u00fchne. Dazu zwei Keyboarder. Und mittendrin die kleine Isl\u00e4nderin.<br \/>\nDie Show ist sensationell. H\u00e4tte man von <strong>Bj\u00f6rk<\/strong> was anderes erwarten sollen? Grosse Fahnen und vier riesen-LCD Monitore gestalten das B\u00fchnenbild. Das Licht ist abwechselnd blau, gelb und rot. Die B\u00fchne wird dabei indirekt ausgeleuchtet, kaum Spots, wenig Helligkeit. Alles wirkt sehr sph\u00e4risch.<br \/>\nF\u00fcr alle DigiKamFotoknipser machte das die Sache nicht einfach. Gut ausgelichtete Bilder werden wohl eher die Ausnahme bleiben. Und wenn ich das richtig geshen habe, Pressefotografen wurden nicht vor die B\u00fchne gelassen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Melt! Festival 18. - 20.07.2008Bj\u00f6rk\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/7\/18\/23\/2471823.da014b18.240.jpg\" alt=\"Melt! Festival 18. - 20.07.2008\" width=\"240\" height=\"135\" align=\"left\" border=\"0\" \/><br \/>\nDie Lichtfarben spiegeln sich in den Fahnen und in <strong>Bj\u00f6rks<\/strong> Kost\u00fcmkleid wider. Die Blaskapelle (\u00fcbrigens allesamt Frauen) sieht aus wie eine Mischung aus schweizer Garde und W\u00e4chter des Traumlandes. Es passt perfekt. Zeitweise erinnert alles an ein Musical oder eine fantastische M\u00e4rchenshow.<br \/>\nDas Set ist zweigeteilt. Die erste halbe Stunde geh\u00f6rt schwerpunktm\u00e4ssig den Blasinstrumenten, Bj\u00f6rk hat ihre Songs entsprechend umarrangiert. Es ist der ruhigere Teil, mehr zum zuh\u00f6ren als zum mitgehen. Das geht eher im zweiten Teil, der aus den tanzbareren, elektronischen Songs zusammengestellt ist. <strong>Bj\u00f6rks<\/strong> Musikspektrum scheint unbegrenzt.<\/p>\n<blockquote><p>I\u2019d like to intrrrrrrroducing the Band<\/p><\/blockquote>\n<p>sagte Bj\u00f6rk vor kurz vor Ende mit diesem wunderbar rollendem rrrr. &#8218;Keyboarrrrrrds \u2026..&#8216; da, schon wieder. Kann es einen smarteren Englischakzent geben? Nach einer guten Stunde ist der Hauptteil vorbei, es folgt ein kleiner Zugabenblock. &#8218;I live by the ocean\u2026&#8216; erkenne ich sofort. Eigentlich habe ich in den letzten 12 Jahren wenig <strong>Bj\u00f6rk<\/strong> geh\u00f6rt, aber \u201cThe Ancor song\u201d blieb haften. Grandios! Das Konzert ist ein w\u00fcrdiger Abschluss eines Tages, an dem es keinen einzigen Regentropfen gab.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen treffe ich <strong>Los Campensinos!<\/strong> im Fr\u00fchst\u00fccksraum unseres Hotels. Ihren Auftritt hatte ich am Sonntag nicht ganz mitbekommen. Sie sehen m\u00fcde aus. Sie essen ein wenig, schmieren sich Lunchpakete f\u00fcr unterwegs und nehmen eine Wasserflasche vom B\u00fcffettisch mit. Haben wohl Nachdurst\u2026<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag beginnt mit Kunst. Architekturkunst und Design. In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrtausends war das in Dessau beheimatete Bauhaus die Innovationsschmiede schlechthin. Der Stil der Bauhausschule zeichnete sich durch Klarheit und Geradlinigkeit aus. Durch Einfachheit und Schlichtheit in Form und Funktion wollten die Bauhausmeister (so nannte man die Lehrer und Professoren) die Trennung von Kunst und Produktion aufheben. Kunst als Gebrauchsgegenstand. Ist ihnen gelungen, m\u00f6chte ich sagen. Dann kamen die Nazis und mit dem Bauhaus war Schlu\u00df.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"%%sitename%% in concert: %%title%%","_seopress_titles_desc":"Der Tag beginnt mit Kunst. Architekturkunst und Design. 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