{"id":5438,"date":"2014-02-12T18:19:28","date_gmt":"2014-02-12T17:19:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5438"},"modified":"2014-02-12T18:24:40","modified_gmt":"2014-02-12T17:24:40","slug":"au-revoir-simone-koeln-10-02-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/au-revoir-simone-koeln-10-02-2014\/","title":{"rendered":"Au revoir Simone &#8211; K\u00f6ln, 10.02.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Luca Vasta<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5439\" alt=\"Au revoir Simone\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/12.jpg\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/12.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/12-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Ein Name wie der Abschiedsbrief an eine verflossene Liebe: Au revoir, Simone. <strong>Au revoir Simone<\/strong> aus New York liefern dazu die passende Musik: vertr\u00e4umter, leicht tanzbarer, immer optimistisch klingender Elektro-Pop. Mach\u2019s gut, wir werden uns nie wiedersehen, aber das Leben geht trotzdem weiter. So in etwa w\u00fcrde ich es umschreiben, oder aber mit den Worten: superweicher Dreampop.<br \/>\nWenn <strong>Erika Forster<\/strong>, <strong>Annie Hart<\/strong> und <strong>Heather D&#8217;Angelo<\/strong> in den Gesang starten, wird diese anger\u00fchrte Zuckerwatte nochmals eine Spur klebriger und weicher. Aber es ist ein sch\u00f6ner Wattebausch, denn die Band aus New York aufbaut. Klassische Instrumente brauchen sie dazu nicht: sehr selten, wie zum Beispiel bei \u201eCrazy\u201c kommt die Gitarre zum Einsatz, ansonsten dominieren Keyboards und Synthesizer und im Hintergrund wummert der Drumcomputer. Das typische Bandgeflecht (Gitarre, Schlagzeug, Bass) haben Au revoir Simone nicht zu bieten, es ist eher der <strong>Kraftwerk<\/strong>\u2019sche B\u00fchnenaufbau, der uns im Geb\u00e4ude 9 pr\u00e4sentiert wird. Drei Keyboards stehen frontal zur B\u00fchne.<br \/>\nEs sieht sehr aufger\u00e4umt aus, als Erika Forster, Annie Hart und Heather D&#8217;Angelo die B\u00fchne betraten. Die drei Damen mit nahezu identischen Frisuren stellen sich entsprechend den Haarfarben, blond \u2013 braun \u2013 schwarz hinter ihren Instrumenten auf und klackern los. <!--more-->Erst startet der Drumcomputer, dann die drei Keyboards. Das wird die n\u00e4chste gute Stunde so weitergehen. Wir Zuh\u00f6rer haben nun zwei M\u00f6glichkeiten. Entweder lassen wir uns in die zarten Elektrokl\u00e4nge fallen, schweben mit ihnen leicht von dannen und schlie\u00dfen dabei vielleicht ab und an die Augen und beginnen wegzutr\u00e4umen, oder aber wir lassen uns angenerven von der vermeintlichen Eint\u00f6nigkeit der Keyboardkl\u00e4nge und dem hibbeligen Rumgehampel einer Annie Hart. Ja es stimmt, Sambatanzschritte seitlich zum Keyboard sieht man sicher nicht h\u00e4ufig auf Indiekonzerten, aber wen st\u00f6rt das schon. Mich nicht, ich f\u00fchle mich jedoch nach dem Konzertende mit meiner Meinung eher allein. Da wurde dieses und auch das H\u00fcftengewackel (Zitat) der anderen beiden kurz thematisiert. Und das nicht im Guten.<br \/>\n\u201eFrank hat das anders gesehen, aber der hat sich auch gerade sehr verliebt.\u201c Die Frage ist nur, in wen von den Dreien. Von Song zu Song schwanke ich hin und her. So richtig festlegen konnte ich mich im Laufe des Konzertes nicht. Aber vielleicht doch in Annie Hart. Ah, ich lass\u2018 das besser.<\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne wirken die drei sehr konzentriert. Und aufger\u00e4umt. Erika Forster g\u00f6nnt sich nur wenige Blicke ins Publikum und Heather D&#8217;Angelo ordnet nach jedem Song akribisch ihre DIN A5 Karteikarten mit den Songinformationen. Die Handbewegungen erinnern mich an einen Vortragenden bei einer Pr\u00e4sentation. Die oberste Karte nach hinten schieben, kurz den Kartenstapel auf dem Rand des Keyboards zusammenschlagen, so dass keine Karte \u00fcbersteht und dann den Stapel vor sich hinlegen. Das wirkt sehr gewissenhaft und sympathisch. Auf einem Konzert habe ich das noch nie gesehen.<\/p>\n<p>Still night, still light, das Vorg\u00e4ngeralbum zu \u201eMove in spectrums\u201c h\u00f6rte ich 2011 w\u00e4hrend eines zweiw\u00f6chigen berlinaufenthaltes nahezu ununterbrochen. Es war meine erste n\u00e4here Bekanntschaft mit Au revoir Simone. F\u00fcr eine lange Zeit war \u201eStill night, still light\u201c eines meiner Albenfavoriten. Ich steh auf diesen sch\u00f6nen, synthiegeschw\u00e4ngerten Kram. Als ich dann im letzten Jahr \u201eCrazy\u201c vom aktuellen Album h\u00f6rte, war ich begeistert, L\u00e4nger hatte ich von Au revoir Simone nichts mehr geh\u00f6rt, ich war mir gar auch nicht immer sicher, ob die Band noch existiert. Aber mit diesem Knaller als neuen Song waren sie f\u00fcr mich direkt wieder da. \u201eCrazy\u201c ist einer meiner Lieblingssongs des letzten Jahres. So richtig pr\u00e4sent im Kopf habe ich auch nur die letzten beiden Alben. Das Fr\u00fchwerk kenne ich gar nicht. Oder nicht wirklich. Ich kann mich zumindest nicht erinnern, irgendwann etwas von den ersten beiden Alben geh\u00f6rt zu haben.<br \/>\nAuch an diesem Abend sollte das nicht passieren, bis auf \u201eStay golden\u201c, ein Zuschauerwunschhaben sie nur St\u00fccke der letzten beiden Alben gespielt.<br \/>\nAu Revoir Simone lieferten einen wunderbaren Abend. Sollen die anderen doch sagen, was sie wollen. Mich st\u00f6rte an diesem Abend nix. Als wir das Geb\u00e4ude 9 verlassen, ruft uns Erika Forster ein akzentuiertes \u201eTsch\u00fcss\u201c hinterher. Und in diesem Augenblick ist die Band wie ihre Musik: h\u00f6flich zur\u00fcckhaltend und zuckers\u00fc\u00df. Aber nicht falsch verstehen, Au revoir Simone machen keinen harmlosen Pop. Im Gegensatz zu <strong>Luca Vasta<\/strong>.<\/p>\n<p>Wie komme ich jetzt auf <strong>M\u2019donna<\/strong>?<br \/>\nLuca Vasta spielen im Vorprogramm von Au revoir Simone und alles riecht nach 80er Pop: Die Mode, die Frisur, der nur noch etwas Haarspray zum perfekten fehlt (ohne aber viel besser aussieht), und als wichtigstes: die Musik. Die ist n\u00e4mlich sehr Retroorientiert.<br \/>\nDie Mitte 20j\u00e4hrige Luca Vasta stammt aus dem Bergischen Land und macht Musik, die sie nicht unmittelbar miterlebt hat. True blue, dass Wahnsinns Madonna Album &#8211; ihr bestes, kein Widerspruch &#8211; klingt oft und stark h\u00f6rbar durch. \u201eLa Isla Bonita\u201c beim dritten oder vierten Song von Luca Vasta ist mir am st\u00e4rksten h\u00e4ngengeblieben. Es war der Song, bei dem der Bassist die Akustikgitarre zugewiesen kam und ihr Auftritt langsam aber stetig in diese sch\u00f6nste aller 80er Popmusik abdriftet. Ob man damit heutzutage noch jemanden hinter dem Ofen herholt, ich wei\u00df es nicht. Aber jeder trend erneuert sich ja in einem Rhythmus von 25 Jahren, habe ich mal gelesen. Dann passt True blue genau in die Zeit.<br \/>\nMit \u201eCut my hair\u201c hat Luca Vasta eine Single, die sie auch live vortrugen. Etwas irritierend fanden wir dabei die teilweisen Gesangseinspielungen einer zweiten Refrainstimme vom Band. <strong>Sandra Cretu<\/strong> war scheinbar unabk\u00f6mmlich.<br \/>\nAlso, was ich sagen m\u00f6chte: Luca Vasta machen sch\u00f6nen Fernsehwerbungspop, der durchaus Qualit\u00e4ten hat, mir aber so gar nicht gef\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong><\/p>\n<p>&#8230;. auf <a title=\"flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157640843065543\/\" target=\"_blank\">Flickr<\/a>.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-5438 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/au-revoir-simone-koeln-10-02-2014\/4-3\/'><img decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/4-200x200.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-5441\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-5441'>\n\t\t\t\tAu revoir Simone\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/au-revoir-simone-koeln-10-02-2014\/attachment\/15\/'><img decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/15-200x200.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-5442\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-5442'>\n\t\t\t\tAu revoir Simone\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/au-revoir-simone-koeln-10-02-2014\/attachment\/10\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/10-200x200.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-5443\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-5443'>\n\t\t\t\tAu revoir Simone\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Vorband: Luca Vasta Ein Name wie der Abschiedsbrief an eine verflossene Liebe: Au revoir, Simone. 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