{"id":5403,"date":"2014-02-02T19:13:37","date_gmt":"2014-02-02T18:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5403"},"modified":"2019-06-20T13:22:09","modified_gmt":"2019-06-20T11:22:09","slug":"stephen-malkmus-the-jicks-koeln-31-01-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/stephen-malkmus-the-jicks-koeln-31-01-2014\/","title":{"rendered":"Stephen Malkmus &#038; The Jicks &#8211; K\u00f6ln, 31.01.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> The Megaphonic Thrift<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5404\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/7.jpg\" alt=\"Stephen Malkmus and the Jicks\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/7.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/7-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Beim Betrachten der letzten Setlisten der aktuellen <strong>Stephen Malkmus and the Jicks<\/strong> Tour geriet ich enorm ins schw\u00e4rmen. Nicht nur alte <strong>Pavement<\/strong> Gassenhauer fanden sich darunter, sondern auch so obskure Cover von <strong>The Offspring<\/strong> und logische Cover von <strong>Boston<\/strong> und anderen Classic Rock Bands. Frankfurt schien diesbez\u00fcglich den Vogel abgeschossen zu haben, eine Zugabeliste fast so lang wie das normale Konzert. Wow!<br \/>\nIn Berlin kochten Malkmus und Kollegen dagegen eher auf Sparflamme, und als ich von diesem Konzert h\u00f6rte kam in mir eine Theorie auf, die f\u00fcr den K\u00f6lner Abend nicht unbedingt gut ausging. <strong>Stephen Malkmus<\/strong> wohnte in Berlin (mittlerweile nicht mehr, wenn ich dem Internet glaube) und hat dort so sicherlich noch viele Bekannte. Die wollte er vermutlich alle wiedersehen und hielt so den Konzertabend in einem normalen Ma\u00df. In den anderen St\u00e4dten ist die Bekanntenmarke wahrscheinlich geringer, also kann die Band auch mehr Zeit auf der B\u00fchne verplempern.<\/p>\n<p>Und K\u00f6ln?\u00a0Nun, Hier gibt\u2019s ebenso eine Reihe von bekannten und Freunden, die Spex schreibt gar in ihrer Besprechung zum aktuellen Stephen Malkmus and the Jicks Album \u201eWig out the jagbags\u201c folgendes:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eZur weiteren Verwirrung tr\u00e4gt eine Liste mit Inspirationsquellen bei, die Malkmus vorab ver\u00f6ffentlichte: Deutschland, und da in erster Linie K\u00f6ln stehen darauf, Can und Gas, Rosemarie Trockel, Jan Lankisch,\u2026\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Gut, also auch viele Freunde in K\u00f6ln. Nach meiner Theorie wird es dann ein eher \u00fcberschaubarer Konzertabend. Und manche Theorien ben\u00f6tigen nur wenig empirisches Material zur Verifizierung, denn genau so kam es. Nur <strong>Beck<\/strong>\u2019s \u201eThe golden age\u201c und zwei, drei <strong>Pavement<\/strong> Klassiker bildeten dass non-Jicks Rahmenprogramm.<\/p>\n<p>Eine erste kleine Entt\u00e4uschung, k\u00f6nnen doch <strong>Malkmus<\/strong>\u2019sche Spontancover und wirres Gitarrengeniedel so herrlich erfrischend und lustig sein. Denn genau deswegen mag ich <strong>Stephen Malkmus<\/strong> in seinen drei Variationen so sehr. Egal ob mit <strong>Pavement<\/strong>, solo oder den <strong>Jicks<\/strong>, es gelingt ihm immer, sich selbst beim Musikmachen nicht so ernst zu nehmen. Bei Konzerten wird viel Selbstironie verteilt und jegliches Verspielen lachend weggetan.<\/p>\n<p>So war es auch dieses Mal, symptomatisch hierf\u00fcr eine Szene vor \u201eShare the red\u201c, als die Bassistin <strong>Joanna Bolme<\/strong> lachend die Arme in die H\u00f6he rei\u00dft, als ihr Leadgitarrist nach anf\u00e4nglichem Geplinker und leichtem Verspielen doch noch irgendwie die richtige Tonreihenfolge und Melodie zum Song trifft. \u201eYeah, er hat\u2019s\u201c, sagte diese nicht ganz ernst gemeinte Geste. Gro\u00dfartig, f\u00fcr diese Momente allein lohnt ein jedes <strong>Malkmus<\/strong> Konzert.<br \/>\nUnd es gibt viele \u00e4hnlicher Momente, wenn sich zum Beispiel die anderen Musiker fragend anschauen, der Gitarrist blickt dann zum Schlagzeuger, dieser zur Bassistin und diese auf die Finger von Malkmus. \u201eWas er macht er jetzt wieder? Was kommt nun f\u00fcr ein Zwischenspiel?\u201c sagt dann dieser Blick, und \u201eWie komme ich da mit\u201c. Meistens klappt es irgendwie, vom freien Gejamme in den n\u00e4chsten Song zu huschen, aber einmal jedoch ist Joanna Bolme v\u00f6llig raus. Als dritten Song der Zugabe spielten sie nach kurzer Absprache \u201eThe Golden age\u201d von <strong>Beck<\/strong>. Ein wunderbarer alter 90er Klassiker, mit dem aber die Bassistin just nichts anfangen kann. \u201eWas ist das\u201c fragte sie den Gitarristen <strong>Mike Clark<\/strong>, als dieser Song als n\u00e4chstes abgesprochen wurde. &#8218;Wir spielten das heute beim Soundcheck&#8216;, kam es zur\u00fcck. Das allein reichte ihr aber scheinbar nicht als Ged\u00e4chtnisnachhilfe, nach wenigen Minuten verabschiedete sich der Bass aus dem Song. Das machte aber \u00fcberhaupt nichts, denn Malkmus stiftete unter den anderen beiden Musiker noch weiter Verwirrung, indem er einige Zeilen eines anderen Beck Songs einbaute und kurze Zeit g\u00e4nzlich in seiner eigenen Welt spielte. Das war erneut gro\u00dfartig, und genauso m\u00fcssen seine Konzerte sein.<\/p>\n<p>Was live so wunderbar anzuschauen ist, ist auch auf CD ein gro\u00dfer Spa\u00df. Meine Lieblingszeile aus \u201eWag out the Jatbag\u201c steht in \u201eScattergories\u201c: &#8218;Condoleezza\u2019s rice &#8211; scattered on the floor&#8216;. Das hat Qualit\u00e4ten!<\/p>\n<p>Der <strong>Stephen Malkmus and the Jicks<\/strong> Auftritt im Geb\u00e4ude 9 auch. Ein paar Songs brauchte die Band, um sich zu akklimatisieren. Der Anfang war gem\u00e4chlich, erst als <strong>Joanna Bolme<\/strong> die Arme hochrei\u00dft, kam etwas mehr Schwung in den Abend. War \u201eShare the red\u201c schon famos, kamen anschlie\u00dfend mit \u201eLariat\u201c und \u201eSenator\u201c die besten Konzertmomente.<br \/>\nMhh, nur zwei? Irgendwie schon, denn die <strong>Jicks<\/strong> spielten leider nahezu ausschlie\u00dflich Songs der letzten beiden Alben. Und das tat dem Abend nicht immer gut. Ich finde das \u201eWag out the Jatbag\u201c ist das schw\u00e4chste Malkmus Album der letzten Jahre. Es hat mit \u201eLariat\u201c, \u201eShibboleth\u201c und \u201eScattergories\u201c (das sie leider nicht gespielt haben) zwar Welthits, aber auch einige L\u00e4ngen. \u201eThe janitor revealed\u201d oder \u201eChartjunk\u201d gefallen mir nicht so. Weder auf Platte noch live. In Kombination mit l\u00e4ngeren Gitarren waren das dann auch die schw\u00e4cheren Momente im Geb\u00e4ude 9 und gute Zeitpunkte, ein Getr\u00e4nk zu kaufen. Aber der Weg in den Vorraum war weit und der Saal doch sehr gut gef\u00fcllt, so dass ich erst gar nicht auf diese Idee kam. Und \u00fcberhaupt, als Fan steht man auch die weniger euphorischen Momente durch; was f\u00fcr den Fu\u00dfball gilt, gilt f\u00fcr Lieblingsmusiker schon lange. Trotzdem h\u00e4tte ich mir gegen Mitte des Konzertes schon die ein oder andere lustige Coverversion gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Die Zugabe war dann vers\u00f6hnlich: \u201eBox elder\u201c mit Bassistin <strong>Joanna Bolme<\/strong> und Schlagzeuger <strong>Jake Morris<\/strong> im Rollentausch erinnerte nicht nur wegen der \u00e4hnlichen Figur von <strong>Jake Morris<\/strong> an <strong>Mark Ibold<\/strong> und damit etwas an die gute alte Zeit. Auch das <strong>Beck<\/strong> Cover war gro\u00dfe Unterhaltung und \u201eHouston Hades\u201d ist, als einer der besseren Songs von \u201eWag out the Jatbag\u201c, eh grandios.<br \/>\nTrotz der zeitweiligen unspektakul\u00e4ren Phasen war es ein guter Abend, der durch die 90er Jahre Revivalband <strong>The Megaphonic Thrift<\/strong> perfekt komplettiert wurde. Die Norweger, die uns vorher w\u00e4rmstens ans Herz gelegt wurden, \u00fcberzeugten voll und waren alle Vorschusslorbeeren wert. Ihre Musik war ein bisschen <strong>Dinosaur Jr.<\/strong>, etwas <strong>My bloody Valentine<\/strong>, <strong>Screaming Trees<\/strong> und was sonst alles damals noch hip war. Best of both worlds quasi. Das ist nicht neu (auch wenn der letzte Song der <strong>Megaphonic Thrift<\/strong> \u201eNeues\u201c hie\u00df) , aber toll.<\/p>\n<p>Es gilt, <strong>The Megaphonic Thrift<\/strong> weiter im Auge zu behalten.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong><a title=\"Pavement, The xx \u2013 Primavera, 27.05.2010\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2371\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Primavera Sound Festival \u2013 Barcelona, 27.05.2010<\/a><br \/>\nPavement \u2013 Berlin, 19.05.2010, Columbiahalle<br \/>\nPavement \u2013 Nijmegen, 06.07.2010, Doornroosje<br \/>\n<a title=\"Pavement \u2013 New York, 21.09.2010\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2629\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pavement \u2013 New York, 21.09.2010, Summerstage Central Park<\/a><br \/>\n<a title=\"Pavement \u2013 New York, 23.09.2010\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2645\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pavement \u2013 New York, 23.09.2010, Summerstage Central Park<\/a><br \/>\n<a title=\"Stephen Malkmus \u2013 K\u00f6ln, 09.06.2012\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4115\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stephen Malkmus \u2013 K\u00f6ln, 09.06.2012, Museum Ludwig<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4218\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stephen Malkmus &amp; The Jicks &#8211; K\u00f6ln, 20.08.2012, Geb\u00e4ude 9<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5395\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stephen Malkmus &amp; The Jicks &#8211; Berlin, 27.01.2014, Postbahnhof<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Betrachten der letzten Setlisten der aktuellen Stephen Malkmus and the Jicks Tour geriet ich enorm ins schw\u00e4rmen. 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