{"id":5399,"date":"2014-01-30T20:48:12","date_gmt":"2014-01-30T19:48:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5399"},"modified":"2020-02-22T18:19:08","modified_gmt":"2020-02-22T17:19:08","slug":"polica-koeln-28-01-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/polica-koeln-28-01-2014\/","title":{"rendered":"Poli\u00e7a &#8211; K\u00f6ln, 28.01.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Kulturkirche Nippes, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Marijuana Deathsquads<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5400\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/2.jpg\" alt=\"Poli\u00e7a\" width=\"1000\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/2.jpg 1000w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/2-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Laura steht ein, zwei Meter neben mir. Zusammen schauen wir uns den wunderbaren Auftritt von <strong>Poli\u00e7a<\/strong> in der Kulturkirche Nippes an. Das Licht ist stark abgedunkelt, bodentiefe Scheinwerfer und kaltes blaues Licht bilden eine schummrig sch\u00f6ne Ausleuchtung der B\u00fchne, die sehr gut die herbstlich dunklen Elektrobeatst\u00fccke des Quartetts aus Minneapolis untermalen. <strong>Poli\u00e7a<\/strong> machen diese Art von moderner Tanzmusik, die nicht freudestrahlend durch die Charts h\u00fcpft, sondern \u00e4hnlich wie bei <strong>Portishead<\/strong> tiefgr\u00fcndiger und substanzieller daherkommt. Ein Bass, zwei Schlagzeuge und ein bisschen Elektrogefrickel. Das sind <strong>Poli\u00e7a<\/strong> und damit bin ich schnell zu begeistern. Zu laura sp\u00e4ter mehr.<br \/>\nBereits im Vorprogramm hatte die S\u00e4ngerin <strong>Channy Leaneagh<\/strong> einen Kurzauftritt. Zusammen mit ihrem Bassisten <strong>Chris Bierden<\/strong> begleitet sie die <strong>Marijuana Deathsquads<\/strong> bei ihrem letzten Song. Die Minneapolitaner kommen aus dem <strong>Poli\u00e7a<\/strong> Umfeld, der geographische Ort verbindet die beiden Bands. So ist Schlagzeuger <strong>Ben Ivascu<\/strong> (der, der am linken Schlagzeug sitzt) auch Teil der <strong>Marijuana Deathsquads<\/strong>. Die Band aus Minneapolis tritt zu vier in der Kulturkirche. Auch sie kommt aus der Elektro Ecke, ihr post-elektro Noise kommt genauso wie <strong>Poli\u00e7a<\/strong> ohne Gitarre aus und erinnert mich zeitweise an die <strong>Dirty Beaches<\/strong>. Das war zwar sehr laut, rumpelig und der Gesang unh\u00f6rbar, wenn man sich jedoch Zeit nimmt, und sich auf die wirren Soundstrukturen einl\u00e4sst, findet man sehr schnell Gefallen an den Kn\u00f6pfendrehspielereien. Zumindest ging es mir so.<!--more--><br \/>\nUnd so steht dann bei besagtem letzten Song dreiviertel <strong>Poli\u00e7a<\/strong> auf der B\u00fchne. Genauer gesagt standen zwei Viertel auf der B\u00fchne, ein Viertel lugt mit Mikrofon und Bierpulle in der Hand von der Kanzel auf die B\u00fchne herab. Es war der donnernde Ausklang eines heftigen Noise Konzertes, das mich durchaus beeindruckte und mir gefiel. So ein bisschen steh ich ja auf sowas. Es war eine gute halbe Stunde, die ich nicht so interessant erwartet hatte. Beim reinh\u00f6ren in die Songs der <strong>Marijuana Deathsquads<\/strong> am Nachmittag erschienen sie mir etwas zu eint\u00f6nig und l\u00e4rmig. Aber live ist immer eine andere Hausnummer.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Umbaupause, die kurzweilig verging, nahm ich Laura nicht wahr. Ehrlich gesagt wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie in meiner N\u00e4he steht. Als einige Minuten nach neun <strong>Poli\u00e7a<\/strong> die B\u00fchne betreten, sieht diese relativ \u00fcbersichtlich aus: Ein Mikrofonst\u00e4nder halbmittig, rechts der Elektrokasten und im hinteren B\u00fchnenbereich zwei Schlagzeuge. Es gibt also viel Raum f\u00fcr S\u00e4ngerin <strong>Channy Leaneagh<\/strong>, da <strong>Chris Bierden<\/strong> seinen Platz am Mikrofon h\u00e4lt und die Schlagzeuger eh nicht ihre Schemel verlassen. Neben dem schon bekannten <strong>Ben Ivascu<\/strong> sitzt dort auch <strong>Drew Christopherson<\/strong>, der ebenso ab und an bei den <strong>Marijuana Deathsquads<\/strong> als Schlagzeuger aushilft. Himmel, das sind ja Bandverpflechtungen wie einst in Seattle! Na ja fast\u2026<\/p>\n<p><strong>Poli\u00e7a<\/strong> spielen von Beginn an gro\u00df auf, und, ich kann nichts anderes sagen: <strong>Channy Leaneagh<\/strong> ist toll! Sie passt mit ihrem Stil und ihrem Ganzen Auftreten so hundertprozentig zu ihrer Musik, dass es einfach wunderbar war, ihr bei der Arbeit zuzusehen. Ich bin sehr gefangen! Von meiner Position aus konnte ich gut dem Treiben auf der B\u00fchne zusehen, und nicht schien einem entspannt vergn\u00fcglichen Konzerttreiben im Weg zu stehen. Doch als ein achtlos auf die B\u00fchne geworfener Bierbecher sekundenlang mit sehr straffenden Blicken von <strong>Chenney<\/strong> in Richtung des Werfers getadelt wird, dachte ich erst, es g\u00e4be dem abend einen Bruch. Der Blick war sehr lang und sehr w\u00fctend. Er w\u00fcrde perfekt in jedes Security-Mann-Ausbildungsvideo &#8218;Wie gucke ich Zuschauer wirklich b\u00f6se an&#8216; passen. Am Ende des Songs hebt die S\u00e4ngerin den Becher auf, sagt etwas wie<\/p>\n<blockquote><p>&#8217;noch ein Becherwurf und wir h\u00f6ren auf, das ist sehr gef\u00e4hrlich&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>und legt ihn beiseite. Stimmt! Damit war der Standpunkt klar und nach einem kurzen upps-Moment war er auch wieder vergessen. Gut so.<\/p>\n<p>&#8218;Lauraaaaa!!! Ahhh!!!&#8216; das war der zweite Moment, der mich aus meinen Konzertr\u00e4umen riss. Zwei M\u00e4dchen hechten f\u00f6rmlich zu dem M\u00e4dchen, das ein, zwei Meter neben mir steht. Aha, das ist also Laura. Anderthalb Songs lang wird sich begr\u00fc\u00dft, gequatscht und gemeinsam Drogenzigaretten pr\u00e4pariert. Dann begeben sich die zwei wieder an ihren urspr\u00fcnglichen Stehplatz. Und ehrlich gesagt, war ich froh dar\u00fcber. Und auch erleichtert, dass ihnen die Zigarette auf den Boden fiel und somit schnell ausging. Es soll zwar jeder das inhalieren, was er m\u00f6chte, aber in diesem Moment war mir nicht so nach Qualm und \u00fcberhaupt, alles au\u00dfer Weihrauch sollte aus Gr\u00fcnden in einer Kirche nicht genutzt werden. (Ich frage mich aber gerade, ob es in der evangelischen Kirche \u00fcberhaupt Weihrauch gibt).<br \/>\nDas zwei kleine Randgeschichten, die auch zu einem Konzertbesuch dazugeh\u00f6ren. Nur die Musik allein ist ja nix. Erst das Drumherum machen Konzertbesuche so interessant.<\/p>\n<p>Musikalisches Highlight war sicherlich die drei Songs-Phase um \u201eDark Star\u201c und \u201eChain my name\u201c. Sp\u00e4testens, aber wirklich allersp\u00e4testens zu \u201eChain my name\u201c war ich vollkommen hin und weg. <strong>Channy Leaneagh<\/strong> schwebt f\u00f6rmlich \u00fcber die B\u00fchne, ihre Leichtigkeit und Anmut fand ich sehr faszinierend. Beim vorletzten \u201eWandering star\u201c schwebt sie gar noch h\u00f6her!<br \/>\nIhre Stimme klingt klar und hell, der Bass wummerte ordentlich tief. Alles ist perfekt austaxiert, nichts dr\u00f6hnt oder versumpft (immer eine Gefahr bei bass- und beatlastigen Konzerten). Klanglich ist der Abend auf einem guten Niveau und so passt der Sound tadellos zum Licht und beides tadellos zu <strong>Poli\u00e7a<\/strong>.<\/p>\n<p>In der Zugabe spielen sie ein Cover (\u201eYou don&#8217;t own me\u201d; ich musste mich beim Verlassen der Kulturkirche belehren lassen. Es ist gut, wenn man in schlauer Begleitung unterwegs ist). Wenn Cover die schlechtesten Songs bei einem Konzert sind, spricht das f\u00fcr die Band. Dieses \u201eYou don&#8217;t own me\u201d war nicht der beste Song des Abends, ein weiterer Pluspunkt f\u00fcr <strong>Poli\u00e7a<\/strong>.<br \/>\nIn der Abschlussbesprechung war nicht jeder von uns so begeistert \u00fcber das Konzert wie ich. Der allgemeine Grundtenor war eher: &#8218;Jaja, schon interessant und sch\u00f6n, aber nicht \u00fcberragend. Etwas eint\u00f6nig vielleicht sogar. Aber klar, dass es dir gefallen hat.&#8216;<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong>&#8211;<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laura steht ein, zwei Meter neben mir. Zusammen schauen wir uns den wunderbaren Auftritt von Poli\u00e7a in der Kulturkirche Nippes an. Das Licht ist stark abgedunkelt, bodentiefe Scheinwerfer und kaltes blaues Licht bilden eine schummrig sch\u00f6ne Ausleuchtung der B\u00fchne, die sehr gut die herbstlich dunklen Elektrobeatst\u00fccke des Quartetts aus Minneapolis untermalen. 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