{"id":538,"date":"2008-07-10T19:03:50","date_gmt":"2008-07-10T18:03:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=538"},"modified":"2023-03-15T18:11:12","modified_gmt":"2023-03-15T17:11:12","slug":"death-cab-for-cutie-koeln-10-07-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/death-cab-for-cutie-koeln-10-07-2008\/","title":{"rendered":"Death cab for cutie &#8211; K\u00f6ln, 10.07.2008"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Live Music Hall, K\u00f6ln<br><strong>Vorband: <\/strong> Styrofoam<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1400\" height=\"786\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/02_DeathCabForCutie_1007200.jpg\" alt=\"Death cab for cutie,K\u00f6ln,Konzert,Review,Konzertbericht\" class=\"wp-image-12399\"\/><\/figure>\n\n\n<p>Mitunter kommt es vor, dass einem eine Band, obwohl sie in das eigene \u201eInteressensspektrum Lieblingsmusik\u201c f\u00e4llt, durch die Lappen geht. Man kennt den Namen, streift ab und an Magazinberichte oder Internetlinks, l\u00e4sst aber dar\u00fcber hinaus alles unversucht, diese Band n\u00e4her kennenzulernen. Man denkt, &#8218;ja, ich wei\u00df wie die klingen, ich les das ja immer, das passt nicht.&#8216; Bis man erkennt: &#8218;das passt ja doch&#8216;.<br \/>Meist geschieht der Gedankenwandel \u00fcber den Umweg eines Nebenprojektes. <strong>The Postal Service<\/strong> hei\u00dft das Nebenprojekt des <strong>Death cab for cutie<\/strong>, kurz <strong>DCFC<\/strong> S\u00e4ngers <strong>Benjamin Gibbard<\/strong>, die dazugeh\u00f6rige CD <em>Give up<\/em> steht seit ihrem Ver\u00f6ffentlichungsmonat im CD-Regal und wurde und wird von mir sehr oft geh\u00f6rt. Im April kam dann der Punkt, als ich den Schritt weiterging. Ich besorgte mir <em>We have the facts and we\u2019re voting yes<\/em> von <strong>DCFC<\/strong>. <em>Plans<\/em> und <em>Narrow Stairs<\/em> folgten im Juni. Die Chemie stimmte. Rasch wurden wir Freunde, alle drei Alben laufen rauf und runter. Erste Lieblinge wurden schon herausgefiltert. Es kommt zusammen was schon eher h\u00e4tte zusammenkommen sollen. Endlich, m\u00f6chte ich denken!<br \/>Ein Mittwoch im Juli. Die neuen Freunde spielen in der Live Music Hall. Teenagerpublikum hat sich eingefunden. <strong>Death Cab for Cutie<\/strong> sind bekannte Hunde. Sp\u00e4testens seit dem sie f\u00fcr einschl\u00e4gige TV Serien wie <em>Six feet under <\/em>oder <em>O.C.<\/em> Hintergrundmusiken lieferten und als Lieblingsband des Serienhelden herhalten d\u00fcrfen (<em>O.C.<\/em>), kennt man sie auch in Deutschland.<br \/>So kommt es nicht von ungef\u00e4hr, dass die Live Music Hall gestern abend komplett ausverkauft ist. Sch\u00f6n zu sehen, dass so viele Leute musikalische Geschmackssicherheit beweisen, aber einen sommerlichen Hallenkonzertbesuch macht das zur k\u00f6rperlichen Tortur. Um zehn nach acht steht die Luft bereits, gef\u00fchlte 40 Grad schlagen mir ins Gesicht. Die sch\u00f6nen <strong>Styrofoam<\/strong> verdienen es aber, dass man ihnen zuschaut. Die drei aus Antwerpen stammenden Musiker machen herzerfrischenden Indiepop. <strong>Styrofoam<\/strong> &#8211; extradierter Polystyrolschaum der als W\u00e4rmed\u00e4mmstoff f\u00fcr den Einsatz im erdber\u00fchrenden Bereich verwendet werden kann (sagt der Baufachmarkt) &#8211; ist das Baby von <strong>Arne von Petergem<\/strong>, der sich f\u00fcr die ein oder andere Aufnahme gerne die Stimme musikalischer Freunde ausleiht. U. a. standen neben<strong> Ben Gibbard<\/strong> (daher wohl die Verbindung und der gestrige Support) <strong>Markus Acher<\/strong> und <strong>Jim Adkins<\/strong> auf seiner G\u00e4steliste. <br \/>Live \u00fcbernimmt <strong>Arne<\/strong> den Gesangspart, dessen Stimme mich auch spontan an eine andere Band erinnerte; leider wei\u00df ich noch immer nicht, an welche. Referenzen wie <strong>Stars<\/strong> oder J<strong>oy Zipper<\/strong> fallen. Das trifft es, wie immer, nur teilweise und in Sequenzen, gibt aber einen ersten guten Anhalt. <br \/><strong>Styrofoam<\/strong> passen perfekt ins Beuteschema der <strong>DCFC<\/strong> Zielgruppe und werden geb\u00fchrend aufgenommen.<br \/>Zwanzig nach acht verlassen sie die B\u00fchne und ich hoffe auf eine schnelle Umbaupause. Der Schwei\u00df l\u00e4uft und l\u00e4uft, mit jeder Minute wird die Warterei qualvoller. Doch meine Hoffnung wird nicht erf\u00fcllt. <strong>DCFC<\/strong> beginnen um kurz nach neun.<br \/>Mit dem ersten Schlagzeugschlag sind alle Qualen passe. Das Konzert ist gro\u00dfartig und jeden geflossenen Schwei\u00dftropfen wert. Von Anfang an f\u00fchle ich mich gefangen. Niemand kann sich diesen wundervollen Momenten entziehen. Ich harre aus und genie\u00dfe. Vergessen die gef\u00fchlten 45 Grad.<br \/>Keiner hier bewegt sich, niemand verl\u00e4sst seinen Platz. Nicht nach einer Stunde (einem guten Zeitpunkt, um ein Konzert in frischerer Luft und mit einem Getr\u00e4nk in der Hand entspannt zu Ende zu schauen), nicht nach 75 Minuten am Ende des regul\u00e4ren Sets.<br \/>Die vier aus Seattle sind nassgeschwitzt, ihre Hemden kleben am K\u00f6rper. Aber sie kommen wieder. F\u00fcr drei oder vier Zugaben, ich wei\u00df es nicht mehr genau. Der Moment dauert noch an. Er \u00fcberdauert auch den ersten Zugabeblock. Noch sind wir nicht entlassen, und noch immer verl\u00e4sst niemand seinen Platz in den vorderen Reihen. Noch einmal, f\u00fcr das wunderbare \u201eTransatlanticism\u201d, kommt der Moment zur\u00fcck. <br \/>Dann geht das Saallicht an. Erst jetzt l\u00f6st sich langsam alles auf, l\u00e4uft der grandiose Abend nochmals im Zeitraffer in Gedanken ab. Gab es wirklich nur Hits? Na ja fast, \u00dcberbr\u00fccker oder L\u00fcckenf\u00fcller fallen mir jedoch gerade auch nicht ein. Es passte also. Gl\u00fccklich und beseelt verlassen wir die Live Music Hall.<br \/>Nach kurzer Irrfahrt durch das n\u00e4chtliche K\u00f6ln, mit einem Abstecher auf die A57 &#8211; auf was f\u00fcr Ideen doch so ein Navigationsger\u00e4t kommt &#8211; erreichen wir den Bahnhof. Fahrplanm\u00e4\u00dfig f\u00e4hrt der Zug: jetzt. Doch auf die Bahn AG ist Verlass. Eine halbe Stunde Versp\u00e4tung wird signalisiert. Alles ist gut.<br \/>Ein verpasster Zug w\u00fcrde auch nicht zu diesem Abend passen. So nimmt der Tag ein Ende, das er verdient hat: ein gutes Ende.<\/p>\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitunter kommt es vor, dass einem eine Band, obwohl sie in das eigene \u201eInteressensspektrum Lieblingsmusik\u201c f\u00e4llt, durch die Lappen geht. Man kennt den Namen, streift ab und an Magazinberichte oder Internetlinks, l\u00e4sst aber dar\u00fcber hinaus alles unversucht, diese Band n\u00e4her kennenzulernen. Man denkt, \u201eja, ich wei\u00df wie die klingen, ich les das ja immer, das passt nicht.\u201c Bis man erkennt: \u201cdas passt ja doch\u201d.<br \/>\nMeist geschieht der Gedankenwandel durch den Umweg eines Nebenprojektes. Postal Service hei\u00dft das Nebenprojekt des DCFC S\u00e4ngers Benjamin Gibbard, die dazugeh\u00f6rige CD \u201eGive up\u201c steht seit ihrem Ver\u00f6ffentlichungsmonat im CD-Regal und wurde und wird von mir sehr oft geh\u00f6rt. Im April kam dann der Punkt, als ich den Schritt weiterging.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12400,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"pretty-paracetamol in concert:  %%post_title%%","_seopress_titles_desc":"Mitunter kommt es vor, dass einem eine Band, obwohl sie in das eigene \u201eInteressensspektrum Lieblingsmusik\u201c f\u00e4llt, durch die Lappen geht. 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