{"id":5377,"date":"2014-01-14T19:02:41","date_gmt":"2014-01-14T18:02:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5377"},"modified":"2014-01-21T14:53:16","modified_gmt":"2014-01-21T13:53:16","slug":"slut-koeln-13-01-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/slut-koeln-13-01-2014\/","title":{"rendered":"Slut &#8211; K\u00f6ln, 13.01.2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> And the golden choire<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5378\" alt=\"Slut\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_0044.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_0044.jpg 900w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_0044-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p>Wer rechtzeitig seine Mails liest, ist manchmal im Vorteil.<\/p>\n<blockquote><p>Bei Facebook steht, dass Slut im Stau standen und die Halle erst um halb neun aufmacht!<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Satz in der Mail eines Konzertfreundes erreichte mich gestern Abend um kurz nach 18 Uhr, leider las ich ihn erst heute Morgen. So verpasste ich die Tatsache, das 20 Uhr am Geb\u00e4ude 9 locker eine halbe Stunde zu fr\u00fch ist, dass all das feierabendliche Abhetze eine Spur zu unn\u00f6tig war. Von den Umst\u00e4nden her also ein suboptimaler Start in das neue Konzertjahr. Und so stand ich wie eine \u00d6lsardine in der B\u00fcchse im Vorraum des Geb\u00e4udes und betrachtete einen d\u00e4mlichen Film auf dem \u00fcber der Theke installierten Fernseher. 3sat wird auch immer komischer. Gut, ich h\u00e4tte mich wieder aus dem Vorraum rausquetschen k\u00f6nnen, aber was sollte das bringen? Die anderen kamen ja erst um neun Uhr, also just genau in dem Moment, in dem die Vorgruppe \u201eAnd The Golden Choir\u201c und damit genauer gesagt Tobi Siebert, auf die B\u00fchne kam. \u201eIhr habt alles richtig gemacht\u201c, sagte ich und dachte \u201eich nicht.\u201c. \u201eHast du denn meine Mail nicht gelesen?\u201c kam es zur\u00fcck. \u201eNein.\u201c<!--more--><br \/>\nAlso Slut. Ein Konzertjahr kann schlimmer beginnen. Die Band aus Ingolstadt ist f\u00fcr mich das personifizierte \u201euntersch\u00e4tzt werden.\u201c Seit guten 20 Jahren gibt es Slut, die ersten f\u00fcnfzehn Jahre habe ich davon locker verschlafen. Nat\u00fcrlich hatte ich Ende der 90er und\/oder Anfang der 00er Jahre Slut-Konzerte gesehen, aber keines blieb mir so nachhaltig in Erinnerung, dass ich die Band h\u00e4tte besser verfolgen m\u00fcssen. Wie gro\u00dfartig sie aber gerade auf ihren ersten beiden Alben war, zeigte mir \u201eFor Exercise And Amusement\u201c vor einigen Jahren. Slut waren auf Albumtour und ich wurde zum kleinen Slut Fan. Endlich, k\u00f6nnte man sagen. Aber besser jetzt als nie mehr. Den Winter rund um dieses Konzert h\u00f6rte ich die Band fast ausschlie\u00dflich, \u201eFor Exercise And Amusement\u201c war ein fast t\u00e4glicher Wegbegleiter und \u201eVirus\u201c, \u201eI know\u201c und \u201eCloudy day\u201c gro\u00dfe Lieblingslieder.<br \/>\nNach dieser Jubil\u00e4umstour wurde es wieder ruhig um die Band, im Sommer drauf noch ein Festivalauftritt beim Maifeld Derby, und dann verschwanden Slut langsam wieder aus meinem Musikkosmos. Bis letztes Jahr \u201eAlienation\u201c erschien und die dazugeh\u00f6rige Tour angek\u00fcndigt wurde. Zweifel hinzugehen hatte ich nie, zu wichtig war mir die Band geworden, als dass ich ein Konzert verpassen m\u00f6chte. Und da der Januar traditionell saure Gurkenzeit ist, was andere Termine angeht, gab es keine Entschuldigung und Ausrede.<br \/>\nNachdem Tobi Siebert, der \u00fcbrigens auch Produzent ist und in diesem Job Anteil am neuen Slut Album hatte, f\u00fcnf Songs gingen produktionsstechnisch auf seine Kappe, nach einer guten Dreiviertelstunde die B\u00fchne verlie\u00df, hatte ich eigentlich noch kein Konzertgef\u00fchl. Der Auftritt, bei dem f\u00fcr mich nicht immer klar war, was denn nun von Platte kam (auf der B\u00fchne stand ein Schalplattenspieler, und nach jedem Song legte Tobi Siebert eine neue Platte auf, die sich musikalisch mit dem von ihm gespielten Instrumente deckte) und was von ihm live gespielt wurde, ging komplett an mir vorbei. Zu Beginn gelang es mir noch sehr gut, mich in die elektronisch anmutenden Songs hinein treiben zu lassen, je l\u00e4nger das Set dauerte, desto schwieriger und langweiliger empfand ich den Auftritt. Na, dass hielt nicht, was es in den ersten Minuten versprach.<br \/>\nTobi Siebert hatte damit jedoch noch nicht Feierabend. Bei Slut ist er auf dieser Tour neben der Stammbesetzung Christian Neuburger, Rainer Schaller, Gerd Rosenacker, Matthias Neuburger und Ren\u00e9 Arbeithuber der sechste Mann. Nun, warum nicht. Ob die Hereinnahme notwendig war, kann ich nicht beurteilen. Aber warum sollte er sonst dabei sein? Es gibt mit Sicherheit Gr\u00fcnde daf\u00fcr und der auf der B\u00fchne stehende Instrumentenpark wollte ja auch bedient werden. Mann, die B\u00fchne, und im Geb\u00e4ude 9 ist sie nicht so klein, war vollgestellt. Diverse Trommeln und Keyboards verbauten fast die gesamte linke B\u00fchnenh\u00e4lfte.<br \/>\nUnd jetzt kommt der Teil, wo ich bei Slut Konzerten regelm\u00e4\u00dfig ins hadern komme. Muss das alles sein, braucht\u2018s so viele Instrumente wirklich? Auch gestern hatte ich phasenweise den merkw\u00fcrdigen Eindruck, dass sich Slut durch die vielen Instrumentenoptionen zu sehr im Weg stehen. In diesen Momenten denke ich immer \u201ejetzt werden sie wieder \u00fcberambitioniert\u201c. Dann verlaufen sich die Songs in l\u00e4ngeren Instrumentalpassagen und die Gitarren wirken weniger als Punktlandung, die ich es von den Platten gew\u00f6hnt bin. Das ist mir aber manchmal egal. Gestern freute ich mich in diesen egalen Augenblicken \u00fcber die \u00e4lteren Songs. Wie sagte doch S\u00e4nger Matthias Neuburger sinngem\u00e4\u00df nach einer guten ersten halben Stunde, in der sie haupts\u00e4chlich Songs des neuen Albums \u201eAlienation\u201c gespielt haben: \u201eDas neue Album haben wir f\u00fcr heute fast durch. Nun folgen die Filetst\u00fccke der vergangenen Alben.\u201c Passt, es kamen unter anderem \u201eEasy to love\u201c, immer wieder gro\u00df, \u201eStill No 1\u201c, \u201eReminder\u201c und \u201eWhy pourquoi?\u201c Und dieser Mischmach aus neu und alt lie\u00df den Abend zu einem guten Konzert werden. Slut haben f\u00fcr ihre Konzertreihe zum neuen Album die richtigen Songs gew\u00e4hlt, wie ich meine. Jedes Mal \u201eCloudy day\u201c und \u201eI know\u201c ist ja auch nix.<br \/>\nDas \u201eMoritat von Mackie Messer\u201c er\u00f6ffnete schlussendlich die Zugabe, die mit den sch\u00f6nsten Cure Gitarren Ingolstadts am wundersch\u00f6nsten endete: \u201eHope\u201c.<\/p>\n<p>Slut sind eine Indieinstitution, von ihnen gibt es nicht viele in diesem Land. Neben The Notwist sind sie der zweite gro\u00dfe, alte Brecher. Bitte weitermachen! Denn wenn ihr weiterhin so spannend bleibt wie mit dem neuen Album, dann seid ihr immer eine gute Band. Oder wie die Spex sagt:<\/p>\n<blockquote><p>Eine gute Indierockband ist eine gute Indierockband ist eine gute Indierockband.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kontextkonzert:<br \/>\n<\/strong><a title=\"Slut \u2013 K\u00f6ln, 10.11.2010\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2748\" target=\"_blank\">Slut &#8211; K\u00f6ln, 10.11.2010<br \/>\n<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>[flickr_set id=&#8220;72157625362531938&#8243;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Vorband: And the golden choire Wer rechtzeitig seine Mails liest, ist manchmal im Vorteil. Bei Facebook steht, dass Slut im Stau standen und die Halle erst um halb neun aufmacht! 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