{"id":5092,"date":"2013-10-04T18:54:08","date_gmt":"2013-10-04T16:54:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5092"},"modified":"2022-08-27T21:02:59","modified_gmt":"2022-08-27T19:02:59","slug":"pixies-brussel-02-10-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/pixies-brussel-02-10-2013\/","title":{"rendered":"Pixies &#8211; Br\u00fcssel, 02.10.2013"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Ancienne Belgique, Br\u00fcssel<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/IMG_8255.jpg\" alt=\"Pixies\" class=\"wp-image-5093\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/IMG_8255.jpg 900w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/IMG_8255-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mein erstes Pixieskonzert war 1991. Zusammen mit drei Freunden sah ich die Band damals auf dem Gie\u00dfener Bizarre Festival. Wir waren jung und hatten kein Geld, aber Mutters Ford Fiesta.<br>Das Bizarre Festival war sehr bizarr, neben einer Menge an guten Bands (<strong>Lush<\/strong>, <strong>Ride<\/strong>, <strong>Iggy Pop<\/strong>, <strong>Pixies<\/strong>, <strong>The Alarm<\/strong>, <strong>Danzig<\/strong>, <strong>House of love<\/strong>,\u2026) brachte es auch eine Menge an Widrigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>1991 wurde das bis dahin eint\u00e4gige Festival auf zwei Tage ausgedehnt. Dazu wurde als Veranstaltungsort das Waldstadion in Gie\u00dfen gew\u00e4hlt. Als Veranstaltungstage waren Samstag und Sonntag vorgesehen. F\u00fcr die ungef\u00e4hr 28.000 Karten des Vorverkaufs stand nur Platz f\u00fcr etwa 5000 Zelte zur Verf\u00fcgung. Die meisten Besucher reisten schon Freitag abends an, dadurch entstanden sehr chaotische Verh\u00e4ltnisse in Gie\u00dfen. F\u00fcr die Festival-Besucher wurden daher von der Polizei Wiesen der \u00f6rtlichen Bauern beschlagnahmt und als Zeltpl\u00e4tze ausgewiesen.<br>Einige Zelte wurden sogar auf Verkehrsinseln und in Vorg\u00e4rten gesichtet. Sinngem\u00e4\u00dfe Lautsprecherdurchsage nach dem ersten Festivaltag: \u201eBitte verbrennt keine Gartent\u00fcrchen mehr. Die Feuerwehr kommt mit dem L\u00f6schen der Br\u00e4nde nicht mehr nach.\u201c Aufgrund dieser extrem chaotischen Situation in der Stadt dachte man \u00fcber personelle Konsequenzen im Stadtrat nach. (wikipedia)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da war dieses Campinggel\u00e4nde, mitten im Gie\u00dfener Stadtpark. Da war unser unvorbereitet sein, als Festival Neulinge hatten wir au\u00dfer einem Zelt nicht viel dabei. Essen, kann man doch vor Ort kaufen, dachten wir. Und schlafen, na ja, wird schon irgendwie gehen, im vier Mann Zelt zu viert. Und Gie\u00dfen, soweit ist das doch nicht, da kann man hinfahren. Alles Fehleinsch\u00e4tzungen.<br>Mc Donalds hatte noch kein Fr\u00fchst\u00fcck im Sortiment, das Gel\u00e4nde \u00f6ffnete erst um 12 Uhr und das Zelt war viel zu klein und die Fahrt elendig lang. Erst recht f\u00fcr mich als einzigen Fahrer. Am Sonntag waren wir alle hundem\u00fcde. Den gesamten Abend sa\u00dfen wir auf der Trib\u00fcne des Fu\u00dfballstadions (das Bizarre fand in einem Stadion statt) und schauten dem Treiben zu. Spektakul\u00e4r war das Plastikflaschen in die Luft werfen. Zu Iggy Pop war zeitweise der Himmel \u00fcber dem Innenraum voll mit Plastikflaschen. Heute unvorstellbar.<br>Der R\u00fcckweg am Sonntagabend war f\u00fcrchterlich. Mutters Fiesta nicht ausgelegt f\u00fcr eine volle Belegung und das Kassettenradio beschallte den Standardlautsprecher nur notd\u00fcrftig.<br>Aber es waren zwei tolle Tage, alles in allem. Da wir bereisten freitags in Gie\u00dfen waren, konnten wir den Tag voll auskosten. Gegen Mittag startete das Festival, die Pixies spielten am Samstagabend gegen Mitternacht als letzte Band. An sehr viel kann ich mich nicht mehr erinnern, ich wei\u00df nur noch, dass wir den Auftritt nicht bis zum Schluss sahen. M\u00fcdigkeit, \u00dcbers\u00e4ttigkeit durch die vielen Bands davor und Regen trieb uns zum Zelt. Aber das wenige, was ich von den Pixies mitbekam, blieb mir im Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang der 90er Jahre war ihre st\u00e4rkste Phase. <em>Bossanaova <\/em>(\u201eDig for fire\u201c, \u201eCecilia Ann\u201c) und <em>Doolittle <\/em>(alles Hits) sind ihre besten Alben. Davor hatten sie schon \u201eGigantic\u201c und \u201eWhere\u2019s my mind?\u201c. Die <strong>Pixies <\/strong>waren eine gro\u00dfe Band, als sie in Gie\u00dfen auftraten. Im Jahr darauf l\u00f6sten sie sich auf, <strong>Frank Black<\/strong> machte ein paar Solosachen, <strong>Kim Deal<\/strong> k\u00fcmmerte sich um ihre <strong>Breeders<\/strong>. Anfang der 2000er Jahre fanden sie wieder zusammen, schrieben ein, zwei Songs und spielten Festivals. 2009 gingen sie mit <em>Doolittle <\/em>auf Tour.<br>Das war auch mein n\u00e4chstes Wiedersehen mit der Band. In Frankfurt sah ich ihr <em>Doolittle<\/em>-Konzert. Es lie\u00df mich mit gemischten Gef\u00fchlen zur\u00fcck. Nat\u00fcrlich war es toll, aber irgendwie auch nicht. Die Zeit der <strong>Pixies <\/strong>schien vorbei, das Publikum nahm die Band eher reserviert zur Kenntnis, als dass sie abgefeiert wurde.<br>Als dann vor einigen Monaten die Br\u00fcsselkonzerte bekannt gemacht wurden, sagte ich das Mitkommen zwar direkt zu, ich war aber nicht voller enthusiastischer Begeisterung. Daf\u00fcr reichte es nicht, daf\u00fcr war das letzte Konzert nicht atemberaubend genug. Es machte sich ein Gef\u00fchl von &#8217;nun, da fahr ich hin, ich geh ja auch zu <strong>Built to spill<\/strong>, <strong>Bob Mould<\/strong>, <strong>Lee Ranaldo<\/strong> und <strong>Sebadoh<\/strong>&#8218; breit, ein &#8217;nun, das nehme ich eben mit, weil Zeit ist&#8216;. Dementsprechend erwartete ich einen guten und sch\u00f6nen Abend, mehr aber nicht.<br>Meine Entt\u00e4uschung hielt sich dann auch in Grenzen, als es kein guter Abend wurde. Denn es wurde ein herausragender Abend, der mich dazu bringt, mir die Band wenn m\u00f6glich noch in Luxemburg anzusehen. Knappe 30 Songs, darunter bis auf \u201eDig for fire\u201c und \u201eDebaser\u201c alle Hits und ein herausragendes Publikum wecken in mir einfach Lust auf mehr. Selbst dass <strong>Kim Deal<\/strong> nicht mehr dazugeh\u00f6rt, st\u00f6rte mich nicht. (Die neue <strong>Kim<\/strong>, <strong>Kim Shattuck<\/strong>, kann viel besser singen und passt gut zu den anderen alten <strong>Pixies Frank Black<\/strong>, <strong>Joey Santiago<\/strong> und <strong>David Lovering<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p>Wir kamen noch p\u00fcnktlich im AB an. Die Autobahnen vor dem Br\u00fcckenfreitag, und somit vor einem verl\u00e4ngerten Wochenende f\u00fcr viele, waren vollgestopft. Es war der einzige Wermutstropfen an diesem Abend, die geliebten Fritland Pommes auslassen zu m\u00fcssen. Dabei h\u00e4tte eine Portion Fritten mit So\u00dfe Andaluse dem Abend gut gestanden. W\u00e4re das Konzert z. B. im E-Werk angesetzt gewesen, h\u00e4tten wir vermutlich auch das Konzert leicht knicken k\u00f6nnen. Irgendwo im nirgendwo zwischen Theke und Technikpult h\u00e4tten wir uns hinstellen k\u00f6nnen. Im AB, oder generell in Benelux-L\u00e4ndern, l\u00e4uft das anders. Zum einen bedeutet hier auserkauft nicht proppenvoll, zum anderen ist das Publikumsverhalten ein anderes. Hier geht der gr\u00f6\u00dfte Teil erst kurz vor Konzertbeginn in den Saal. Somit konnten wir uns selbst 10 Minuten vor Konzertbeginn noch gute Pl\u00e4tze im vorderen Bereich suchen, ohne uns unh\u00f6flich als Dr\u00e4ngler bezeichnen lassen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Pixies <\/strong>er\u00f6ffnen mit \u201eWave of mutilation\u201c und \u201eWhere is my mind\u201c akustisch. Akustisch deswegen, weil <strong>Frank Black<\/strong> die ersten 10 Songs mit der akustischen Gitarre spielt, bevor er zur E-Gitarre wechselt. Bereits am Ende von \u201eWave of mutilation\u201c ist mir klar, dass es ein herausragendes Konzert werden w\u00fcrde. Ich hoffe an diesem Abend auch sehr auf \u201eHey\u201c, einen Song, den ich seit Anfang der Woche im Ohr habe. Sehr oft passiert mir das nicht, dass ich unbedingt einen bestimmten Song auf einer Setlist haben m\u00f6chte. Als sie es dann als erste Zugabe spielen, gibt es f\u00fcr mich endg\u00fcltig kein Haar mehr in der Pixiessuppe auszumachen. <br>Egal, das \u201eDebaser\u201c und \u201eGigantic\u201c fehlen. Aber \u201eGigantic\u201c ohne <strong>Kim Deal<\/strong> zu spielen, w\u00e4re wohl zu frevelhaft. Und was fehlte sonst noch? Nichts. Die <strong>Pixies <\/strong>bieten alles auf und haben dann immer noch einen Hit in der Hinterhand. Als die am wenigsten gute Phase empfinde ich die beiden Songs \u201eIndie Cindy\u201c und \u201eAnother toe in the ocean\u201c, aber wer danach ein  \u201eRiver Euphrates\u201c, \u201eMonkey gone to heaven\u201c, \u201eVelouria\u201c,  \u201eHavalina\u201c,  \u201eGouge away&#8220; und \u201eBone machine\u201c nachlegen kann, macht sich schnell wieder Freunde. Es ist eine Werksshow und ich komme aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. Ach ja, das gibt\u2019s ja auch noch. \u201eGouge away\u201c, noch ein Hit. \u201eBone machine\u201c, \u201eIsla de encanta\u201c, die Spanier hinter uns gingen steil. Ich habe selten ein Konzert erlebt, in dem sich bei mir ein Begeisterungssturm mit dem n\u00e4chsten abl\u00f6ste. Was passiert denn hier gerade. Es gelingt mir nicht, einzelne Momente herauszuheben, es ist einfach alles wundersch\u00f6n.<br>Nach 90 Minuten sind sie so gut wie durch. Als Zugabe das von mir sehnlichst herbeigeflehte \u201eHey\u201c und zum zweiten Mal \u201eWave of mutilation\u201c, diesmal in der non-Surf Mix Version. Der Kreis zum Anfang des Konzertes ist geschlossen.<br>F\u00fcr gew\u00f6hnlich enden AB Konzerte um halb elf, da kann man die Uhr nach stellen. Aber hey, es war erst 22.25 Uhr, als die <strong>Pixies <\/strong>die B\u00fchne verlie\u00dfen. Sie h\u00e4tten noch f\u00fcnf Minuten Zeit gehabt.<br>Schwamm dr\u00fcber! Saugutes Konzert, TOP 3 2013.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Pixies -  Hey (live @ AB, Brussels 2013)\" width=\"1200\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/NwM1IMlqWus?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/pixies-frankfurt-11102009\/\" target=\"_blank\" data-type=\"post\" data-id=\"1609\">Pixies \u2013 Frankfurt, 11.10.2009 \/ Jahrhunderthalle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein erstes Pixieskonzert war 1991. 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