{"id":5064,"date":"2013-09-24T18:51:34","date_gmt":"2013-09-24T16:51:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5064"},"modified":"2025-03-18T14:25:25","modified_gmt":"2025-03-18T13:25:25","slug":"incubate-festival-tilburg-21-09-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/incubate-festival-tilburg-21-09-2013\/","title":{"rendered":"Incubate Festival &#8211; Tilburg, 21.09.2013"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> 013 \/ Cul de Sac \/ Clancy&#8217;s Irish Pub, Tilburg<br><strong>Bands:<\/strong> Yuck, Mylets, Moon King, TTNG, Gang of Four, Jef Barbara, Beliefs<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSCN0908.jpg\" alt=\"Incubate Festival\" class=\"wp-image-2414\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Wie locker aus dem \u00c4rmel gesch\u00fcttelt erschien mir das am letzten Wochenende stattgefundene Incubate Festival in Tilburg. Perfekte Clubs und Kneipen, perfekte Organisation, interessante Bands und guter Sound selbst in der kleinsten Bar.<br>Das Incubate ist ein Klubfestival. Bereits unter der Woche und dann am letzten Wochenende fanden in verschiedensten Kneipen, Klubs, Theatern und Kultureinrichtungen Veranstaltungen zu Musik, Film und Literatur statt. Da es hier um Musik gehen soll, und ich in den anderen beiden Sparten noch weniger Ahnung habe als von Musik, bleibt die Beschr\u00e4nkung auf den Konzerten. So waren f\u00fcr das Wochenende unter anderem <strong>I am Kloot<\/strong>, <strong>Eaux<\/strong>, <strong>Dinosaur Jr.<\/strong>, <strong>Coco Rosie<\/strong>, <strong>Gang of Four<\/strong>, <strong>Yuck <\/strong>und viele andere angesetzt. Unz\u00e4hlige Bands also, von denen mich viel interessierte und die ich am liebsten alle gesehen h\u00e4tte. <br>Aber h\u00e4tte, h\u00e4tte Fahrradkette. Von einem geplanten l\u00e4ngeren Wochenendaufenthalt blieb z\u00e4hneknirschend nur der Samstag \u00fcbrig, aber auch der allein  hatte es in sich. Eingeplant hatten wir <strong>TTNG<\/strong>, <strong>Yuck<\/strong>, <strong>Moon king<\/strong>, <strong>Willis Earl Beal<\/strong>, <strong>Mylets<\/strong>, <strong>A place to bury stranger<\/strong>, <strong>Gang of Four<\/strong>, <strong>Jef Barbara<\/strong>, <strong>Beliefs<\/strong>. Neun Bands in acht Stunden, ein volles Programm. Aber ein machbares. Machbarer wurde es einen Tag zuvor, als bekannt wurde, dass <strong>Willis Earl Beal<\/strong> auf den Sonntag verlegt. Schade, sein Lo-Fi Folk-Dings h\u00e4tte ich mir gerne angesehen und angeh\u00f6rt. Aber gut, so blieb Zeit, sich auch ein wenig abseits der B\u00fchnen rumzutreiben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Yuck\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PwFK_mw6gcE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Hauptveranstaltungsort ist das Tilburger Poppodium 013. Diese Art Veranstaltungszentren gibt es in jeder gr\u00f6\u00dferen niederl\u00e4ndischen Stadt, und sie sind alle nach dem gleichen baulichen Konzept entwickelt. Relativ neue, sehr gut durchdachte funktionale Bauten mit meist mehr als einem Konzertraum. Dazu hochmodern und chic. Egal ob in Eindhoven, Heerlen, Njimegen oder eben in Tilburg. In solchen Orten machen Konzerte Spa\u00df. In anderen nat\u00fcrlich auch, aber was Kulturzentren und Infrastrukturen angeht, scheint in den Niederlanden das richtige Geld in die richtigen Kan\u00e4le zu flie\u00dfen. Nachmachen w\u00e4re eine gute Idee. Das 013, so der richtige Name des Poppodiums, sollte am Samstag <strong>TTNG<\/strong>, <strong>Yuck<\/strong>, <strong>A place to bury stranger<\/strong> und <strong>Gang of Four<\/strong> bereithalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich p\u00fcnktlich um 16 Uhr meine Tickets eintausche und mich auf die Suche zur stage 01 mache, folgt Minuten sp\u00e4ter eine \u00e4rgerliche \u00dcberraschung. <strong>TTNG <\/strong>h\u00e4tten ihren Auftritt gecancelt, heisst es. Ein Grund wird nicht genannt. Das ist dumm, den <strong>TTNG <\/strong>sind einer der Gr\u00fcnde, warum wir uns auf den Weg nach Tilburg gemacht haben.<br>Aber gut, der Abend ist noch jung und auch andere Bands haben tolle Lieder. Also bleibt Zeit, die \u00fcbrigen Konzertorte kurz anzuschauen. Im Cul de Sac, einer Bar mit improvisierter B\u00fchne im hinteren Bereich, werde ich mir sp\u00e4ter noch <strong>Moon King<\/strong>, <strong>Jef Barbara<\/strong> und <strong>Beliefs <\/strong>ansehen &#8211; ein rein kanadischer Abend also hier &#8211; und in einem Irish Pub den Soloartisten <strong>Mylets<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Yuck<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSCN0939.jpg\" alt=\"Yuck\" class=\"wp-image-2414\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Endlich mal wieder. <strong>Yuck<\/strong>\u2019s Deb\u00fctalbum mag ich sehr. Ich h\u00f6re es sehr oft beim Laufen im Stadtwald. Es hat diese sch\u00f6ne Mischung aus <strong>The Cure<\/strong> und <strong>Dinosaur jr<\/strong>. Beim Primavera Sound vor Jahren habe ich <strong>Yuck <\/strong>zum letzten und einzigen Mal gesehen. Seitdem ist musikalisch nicht viel passiert, wie mir ihr Auftritt in einem gut gef\u00fcllten kleinen Saal zeigte.<br><strong>Yuck <\/strong>machen nach wie vor diesen Alternative Pop. Personell verlie\u00df S\u00e4nger <strong>Daniel Blumberg<\/strong> die Band, <strong>Mariko Doi<\/strong> (Bass), <strong>Jonny Rogoff<\/strong> (Schlagzeug) und <strong>Max Bloom<\/strong> verblieben. Letzterer \u00fcbernimmt jetzt s\u00e4mtliche Gesangsparts, was ich nicht unbedingt gut finde. Gerade bei den alten <strong>Yuck <\/strong>Songs vermisse ich die etwas markantere N\u00f6rgelstimme <strong>Blumbergs<\/strong>, und wenn jetzt <strong>Mariko Doi<\/strong> \u201eGet away\u201c singt, passt das nur bedingt. Sicherlich ist der fehlende Originalgesang auch ein Grund daf\u00fcr, dass <strong>Yuck <\/strong>mehr von der aktuellen Platte spielen. Also h\u00f6re ich an diesem Abend kein \u201eSuicide Policeman\u201c, \u201eGeorgia\u201c oder \u201eStutter\u201c.<br>Nat\u00fcrlich sind auch die neuen St\u00fccke sch\u00f6n und indiepoptechnisch eins-a, aber sie erscheinen mir belanglos austauschbar und geraten schnell in Vergessenheit. Ich vermisse hier den aha Moment, das besondere, dass mich im Nachgang l\u00e4nger an dieses <strong>Yuck <\/strong>Konzert zur\u00fcckdenken l\u00e4sst. Beim Primavera war es der tranige Gesang, der h\u00e4ngenblieb und <strong>Yuck <\/strong>interessant machte; 2013 war es das nicht. Nichtsdestotrotz sind <strong>Yuck <\/strong>die richtige Band am richtigen Ort.<br>Ein sch\u00f6ner Einstieg in den Abend, der damit aber noch nicht sein Pulver verschossen hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mylets<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSCN1000.jpg\" alt=\"Mylets\" class=\"wp-image-2414\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Quasi die Vorband von <strong>TTNG <\/strong>auf deren aktueller Europatour. Oh je, ich hatte Bef\u00fcrchtungen, dass auch sein Konzert abgesagt wird, als ich durch den Pub bis ganz nach hinten durchgehe. Die Glast\u00fcr zum &#8218;Konzertraum&#8216; ist noch zu, aber &#8211; ich bin erleichtert- da hinten baut <strong>Henri Cohen<\/strong> gerade sein Werkzeug auf: den Drumcomputer.<br>Und da ist doch auch der S\u00e4nger von <strong>TTNG<\/strong>. Sie sind also da, warum haben sie nicht gespielt? <br>Eine Frage, die mir nicht beantworten werden kann. Ich habe sie aber auch niemandem gestellt, sollte ich fairerweise dazu sagen. Vielleicht ist ja jemand von den dreien krank, oder es gab andere logistische Probleme. Ach, wer wei\u00df.<br>W\u00e4hrend des <strong>Mylets <\/strong>Auftritts ergibt es sich, dass aus dem Publikum ein <strong>TTNG <\/strong>Edelfan pl\u00f6tzlich das Wort ergreift, und allen mitteilte, dass <strong>TTNG <\/strong>um seven-thirty auftreten w\u00fcrden. &#8218;Oh cool&#8216;, sagt und denkt nicht nur <strong>Mylets<\/strong>. Auch ich nehme die Information freudig zur Kenntnis.<br><strong>Mylets <\/strong>ist Solok\u00fcnstler, einer dieser Loopisten. Mit der Gitarre und ganz vielen Pedalen nimmt er unentwegt Songsequenzen auf, spielt diese ab um dann dar\u00fcber zu singen oder andere Gitarrendinge zu machen. In Bochum war das schon sehr beeindruckend, leider war dort sein Drumcomputer noch defekt, und kam nicht zum Einsatz. Hier und heute funktioniert das Elektroger\u00e4t einwandfrei und kommt entsprechend zus\u00e4tzlich zur Gitarre zum Einsatz. Toll! Grandios! Er setzt auf die <strong>Mylet<\/strong>\u2019sche Virtuosit\u00e4t nochmals einen drauf. Wie wild springt er zwischen seinen Pedalen hin und her, bedient den Drumcomputer, singt, spielt Gitarre. Das hat hohen Unterhaltungswert und ist \u00fcberdies musikalisch wundervoll. Durch das ewige Geloope sind die Songs alle sehr lang, aber irgendwie nie langweilig. Es passiert so viel, es gibt genug Abwechslung. Und dann das: eine einzigartige Coverversion von <strong>U2<\/strong>&#8217;s \u201eZoostation\u201c. Wof\u00fcr braucht man eigentlich eine ganze Band?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Mylets\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ElsIfGJY1eQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Moon King<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Teil eins des kanadischen Abends im Cul du Sac. Neben <strong>Moon King<\/strong> will ich in dieser Bar\/Restaurant auch noch <strong>Jef Barbara<\/strong> und die ebenfalls wie <strong>Moon King<\/strong> aus Toronto kommenden <strong>Beliefs <\/strong>sehen. Unter der Woche lerne ich aus dem sehr sehenswerten <strong>Ben Affleck<\/strong> Film <em>Argo<\/em>, dass Toronto &#8218;Toronno&#8216; ausgesprochen wird; also ohne das &#8218;t&#8216; gegen Ende des Wortes.<br><strong>Daniel Benjamin<\/strong> &amp; <strong>Maddy Wilde<\/strong> sind die <strong>Moon King<\/strong>, live werden sie von einem Schlagzeuger unterst\u00fctzt. In Tilburg haben sie ihren ersten kontinentaleurop\u00e4ischen Auftritt. <em>Obsession <\/em>heisst ihr Deb\u00fctalbum, mit Dream Pop und Shoegaze bezeichnen sie selbst ihren Musikstil.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSCN1084.jpg\" alt=\"Moon King\" class=\"wp-image-2414\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Das Duo erinnert mich w\u00e4hrend ihres gut halbst\u00fcndigen Konzertes sehr oft an die <strong>Stars<\/strong>. Nicht, weil ihre Musik so klingt, vielmehr liegt das am S\u00e4nger und Keyboarder <strong>Daniel Benjamin<\/strong>, der genauso extrovertiert daherkommz wie <strong>Torquil Campbell<\/strong> von den <strong>Stars <\/strong>und im Zusammenspiel mit seiner Partnerin <strong>Maddy Wilde<\/strong> ein \u00e4hnliches Minenspiel stattfindet wie bei den Duetten oder nicht-Duetten von <strong>Amy Mullen<\/strong> und <strong>Torquil Campbell<\/strong>.<br>Beide sind sch\u00f6n anzusehen. In ihren Songs lassen sie nichts anbrennen, sie erinnern sehr an <strong>Beach house<\/strong> oder <strong>Slowdive<\/strong>. Ich glaube, von dieser Band werde ich noch das ein oder andere h\u00f6ren. Eine irre B\u00fchnenpr\u00e4senz, gute Songs, das ist doch das Geheimrezept, oder?<br>Die <strong>Moon Kings<\/strong> sind mir jede Minute wert und ich bin so angetan, dass ich mir ihren Auftritt in voller L\u00e4nge ansehen muss, und nicht nach zwanzig Minuten zu <strong>TTNG <\/strong>aufbreche. Deren Konzert wird dummerweise genau in die Pause zwischen <strong>Moon King<\/strong> und <strong>Gang of Four<\/strong> gelegt, mit leichten \u00dcberlappungen zu beiden Bands.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>TTNG<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSCN1127.jpg\" alt=\"TTNG\" class=\"wp-image-2414\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ich komme just in dem Augenblick im Konzertraum an, als <strong>Henri Kohen<\/strong> a.k.a. <strong>Mylets <\/strong>zusammen mit <strong>TTNG <\/strong>auf der B\u00fchne steht. Davor schnappe ich noch einige kleine Fetzen eines scheinbar sehr unterhaltsamen B\u00fchnengespr\u00e4chs auf. <strong>Mylets <\/strong>erz\u00e4hlt irgendwas, als ihn <strong>Henry Tremain<\/strong> unterbricht: &#8218;Tell them you\u2019ve got merchandise.&#8216; &#8218;I\u2018ve got merchandise.&#8216; Das nachfolgende Gel\u00e4chter ging hin\u00fcber den gemeinsamen Song. Ich glaube, der aus Amerika stammende <strong>Mylets <\/strong>und die Briten haben sich auf ihrer gemeinsamen Tour ordentlich angefreundet. Nun, da mir alle vier grundsympathisch und nett zu sein scheinen, ergibt das Sinn.<br><strong>TTNG<\/strong>, noch bis vor kurzem <strong>This town needs guns<\/strong> machen Mathrock. So nennt man das, wenn vertrackte Gitarren auf hackeligen, melodienhaften Pop treffen. Mit S\u00e4nger <strong>Henry Tremain<\/strong> haben die Br\u00fcder <strong>Tim <\/strong>und <strong>Chris Collis<\/strong> im Januar ihr zweites Album <em>13.0.0.0.0<\/em> ver\u00f6ffentlicht. Ich bekomme noch eine gute halbe Stunde ihres Auftritts mit, er war genauso unterhaltsam wie vor einigen Wochen im Bochumer Bahnhof Langendreer. Mit diesen beiden Konzerten haben sich <strong>TTNG <\/strong>und <strong>Mylets <\/strong>dick in mein Musikherz gespielt. Bitte, bitte macht noch weiter viele sch\u00f6ne Platten!<br>Das Publikum ist gr\u00f6\u00dftenteils das gleiche wie bei <strong>Mylets<\/strong>. Zufall oder nicht, aber beide K\u00fcnstler scheinen eine Schnittmenge zu haben, die anderen gef\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gang of Four<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSCN1175.jpg\" alt=\"Gang of Four\" class=\"wp-image-2414\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Nach <strong>TTNG <\/strong>habe ich die wichtigsten Bands gesehen. Was jetzt noch kommt, ist ein wenig durchschnaufen und Zugaben.<strong> Gang of Four<\/strong> und <strong>Jef Barbara<\/strong> sind zwar interessant, aber unbedingt sehen h\u00e4tte ich sie  nicht m\u00fcssen. Aber ein Festival macht ja auch deswegen soviel Spa\u00df, weil man die &#8217;nicht unbedingt sehen m\u00fcssenden&#8216; Bands sehen kann und sich anschaut. Und <strong>Beliefs<\/strong>, ach ja, schauen wir dann. So die Denke im voraus. <br><strong>Gang of Four<\/strong> sind als einzige Band im gro\u00dfen Saal des Poppodiums angesetzt. So irritiert uns etwas die um eine halbe Stunde nach hinten versetzte Anfangszeit, gestattet aber einen kurzen Abstecher nach drau\u00dfen. Als ich gegen kurz nach halb neun den gro\u00dfen Saal betraten, tut sich immer noch nichts. <strong>Gang of Four<\/strong>, von denen ich nur das erste Album <em>Entertainment!<\/em> kenne, lassen auf sich warten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Band geh\u00f6rt zu diesen richtungsweisenden Gruppen, auf die sich heutzutage viele Bands und Musiker beziehen. <strong>Gang of Four<\/strong> gr\u00fcndete sich 1977. Von den ersten vier <strong>Andy Gill<\/strong> (Gitarre), <strong>Jon King<\/strong> (Gesang), <strong>Hugo Burnham<\/strong> (Schlagzeug) und <strong>Dave Allen<\/strong> (Bass) ist aktuell nur noch <strong>Andy Gill<\/strong> Teil der Band. In Tilburg tummeln sich um ihn herum drei Jungspunde: <strong>Thomas McNeice<\/strong> und <strong>Mark Heaney<\/strong> &#8211; der \u00fcbrigens auch bei den famosen <strong>Seahorses <\/strong>Schlagzeug spielte &#8211; kann ich ausmachen, der S\u00e4nger ist mir unbekannt. Ein \u00fcbler Poser, der sehr wichtigtuerisch daherkommt.<br>Gegen neun Uhr wird das Publikum merklich ungeduldig, einige verlassen gar den Saal. <strong>A place to bury stranger<\/strong> starten just in diesem Augenblick einen Saal entfernt, es scheint, dass es viele dorthin zieht. Als <strong>Gang of Four<\/strong> gegen viertel nach neun die B\u00fchne betreten, gibt es nicht nur Applaus. So eine Versp\u00e4tung in einem fixen Festivalplan ist aber auch durchaus \u00e4rgerlich, erst recht, wenn sie scheinbar ohne erkennbare Not passiert. <strong>Gang of Four<\/strong> merken dann auch in den ersten Minuten, dass man nicht unbedingt auf sie gewartet hat. Zwar sind sie so etwas wie der Headliner des Festivalabends, wenn ich mal die Aciiiid-Party mit <strong>808 state<\/strong> in der Nacht auslasse, aber anderswo gibt es auch interessante Bands zu sehen. So wird es in den ersten zwanzig Minuten sehr deutlich leerer vor der B\u00fchne. Nachdem noch um viertel vor neun der Saal nahezu voll war, sind jetzt vielleicht noch ein Drittel der Leute da.<br>Aber sie spielen die richtigen Songs, gleich drei von <em>Entertainment!<\/em> in den ersten zwanzig Minuten. Das h\u00e4lt mich vorerst vom gehen ab. Als dann aber eine Mikrowelle als Trommel herhalten muss, verabschiede auch ich mich endg\u00fcltig von den <strong>Gang of Four<\/strong>. Trotz der guten Songs empfinde ich beim Konzert von Anfang ein Gef\u00fchl von Schlussverkauf. Das gefiel mir nicht, und eigentlich will ich auch noch ein bisschen <strong>A place to bury strangers<\/strong> schauen.<br>Als ich in Richtung des kleinen Saals gehe, merke ich aber schnell, dass das ein unm\u00f6gliches Unterfangen wird. Der Saal ist proppenvoll und es ist nicht m\u00f6glich, noch hineinzukommen.<br>Also gehe ich direkt ins Cul de Sac und warte dort auf<strong> Jef Barbara<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jef Barbara<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSCN1177.jpg\" alt=\"Jef Barbara\" class=\"wp-image-2414\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Gro\u00dfartige Unterhaltung! Es ist eine kleine Wohltat, nach dem aufgesetzten <strong>Gang of Four<\/strong> Auftritt ein durch und durch sympathisch wirkendes Konzert <strong>Jef Barbaras<\/strong> sehen zu k\u00f6nnen. Lametta gab es im Cul de Sac zwar auch, aber es war anders. <br>Als ich die vorbereitenden Arbeiten zum Konzert betrachte, f\u00e4llt mir als erstes der gold glitzernde Ganzk\u00f6rperanzug des S\u00e4ngers auf. Was wird mich denn gleich erwarten? Disco 2000? Ich hatte zwar am Morgen kurz in die Songs <strong>Barbaras <\/strong>hineingeh\u00f6rt, aber ehrlich gesagt kann ich mich nur noch vage erinnern. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201cWonderfully weird pop songs brought to you by our generation&#8217;s next superstar. It\u2019s people like Jef Barbara that give the world color. An appearance that puts a big smile on our face and he\u2019s also packing some wonderfully weird (and f\u2019ing catchy) pop songs. Take the charisma of George Michael and Prince, throw that through some great new-wave tracks and play those songs while driving a red Testarossa down Miami boulevards in the 80\u2019s.\u201d<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>So beschreibt es die Incubate Homepage. Und was soll ich sagen, es stimmt. Schon nach wenigen Augenblicken muss ich an <strong>Prince <\/strong>denken. Nach wenigen Minuten hat <strong>Jef Barbara<\/strong> mit seiner Einzigartigkeit die Leute in der Tasche. \u201eFlorida is the future\u201c, hei\u00dft einer seiner Songs vom aktuellen Album <em>Soft to the touch<\/em>. Es verspr\u00fcht sehr eindrucksvoll die tanzbare, varieteehafte Leichtigkeit aller <strong>Jef Barbara<\/strong> Songs. Er hat zwar auch zwei oder drei Begleitmusiker dabei, ob es seine Stammband ist, wei\u00df ich jedoch nicht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich sie kaum beachtet habe. Zu gro\u00df war das B\u00fchnenspektakel des S\u00e4ngers.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beliefs<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSCN1221.jpg\" alt=\"Beliefs\" class=\"wp-image-2414\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Jesse Crowe<\/strong> und <strong>Josh Korody<\/strong> sind <strong>Beliefs <\/strong>und \u201cdrinking buddies\u201d von <strong>Moon King<\/strong> S\u00e4nger <strong>Daniel Benjamin<\/strong>, wie ich fr\u00fcher am Abend erfuhr. <strong>Beliefs <\/strong>sollte mich in die Nacht begleiten, die Kanadier sind die letzte Band, die ich auf dem Incubate sehen wollten.<br>Die B\u00fchne ist fast zu klein, um die Band aufzunehmen. Zwei weitere Gitarristen und Schlagzeuger komplettieren <strong>Josh <\/strong>und <strong>Jesse<\/strong>. Nach den ersten Sekunden ist klar, <strong>Belief <\/strong>passen und gefallen mir sehr. Schon beim Interneth\u00f6ren auf Spotify sagte mir alles zu, live aber war es noch eine Spur besser. Genau so muss Gitarrenmusik sein: Laut, melancholisch, vielschichtig. Und es braucht eine Frauenstimme. Und all das haben <strong>Beliefs<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201cMelancholic duets and sometimes a bit of dream-pop. Shoegaze is back to stare at its own feet and let us drift off\u2026 thank you Beliefs.\u201d<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>So sah ich die beste Band zum Abschluss des Tages mit dem allerbesten Nachtsoundtrack.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3235\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Yuck &#8211; Primavera Sound Festival Barcelona, 28.05.2011<\/a><br><a title=\"TTNG \u2013 Bochum, 03.09.2013\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=5038\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TTNG &#8211; Bochum, 03.09.2013 \/ Bahnhof Langendreer<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie locker aus dem \u00c4rmel gesch\u00fcttelt erschien mir das am letzten Wochenende stattgefundene Incubate Festival in Tilburg. 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