{"id":4937,"date":"2013-06-12T21:51:08","date_gmt":"2013-06-12T19:51:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4937"},"modified":"2023-07-03T21:39:05","modified_gmt":"2023-07-03T19:39:05","slug":"phoenix-koln-10-06-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/phoenix-koln-10-06-2013\/","title":{"rendered":"Phoenix &#8211; K\u00f6ln, 10.06.2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Alter Wartesaal, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4939\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/1.jpg\" alt=\"Phoenix\" width=\"900\" height=\"506\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/1.jpg 900w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/1-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p><strong>Phoenix<\/strong> sind f\u00fcr mich das Ph\u00e4nomen des Jahres bisher. Als ihr Name als eine der gro\u00dfen Bands des Primaveras auftauchte, war meine Verwunderung nur gering. Das Primavera ist eben immer noch irgendwie ein Indiefestival und <strong>Phoenix<\/strong> im Indie-Pop bisher eine konstante Gr\u00f6\u00dfe. Als jedoch ihre Tourank\u00fcndigung von der D\u00fcsseldorfer Mitsubishihalle sprach, war ich verwundert. Sind sie tats\u00e4chlich so gro\u00df? Ist ihr aktuelles Album wirklich nochmals eine Steigerung zu <em>Wolfgang Amadeus Phoenix<\/em>, das diese Hallenausma\u00dfe gerechtfertigt? Haben sie tats\u00e4chlich den Geheimtipp- Status hinter sich gelassen. Klar, die Singles dieses Albums waren allesamt Hits und wurden auch oft im Jugendradio gespielt, aber stehen sie wirklich bei so vielen Leuten auf den Zetteln, dass sie, wie <strong>Oasis<\/strong> und andere Stadienbands, diese Halle f\u00fcllen.<br \/>\nDass <strong>Phoenix<\/strong> eine hervorragende Liveband sind, steht au\u00dfer Frage und ist auch mir sp\u00e4testens seit dem Konzert im Dortmunder FZW klar, das ich im Rahmen ihrer letzten Albumtour sah. Da hatte es mich schon sehr \u00fcberrascht, die Franzosen derart &#8218;wild&#8216; zu sehen. Nach dem H\u00f6ren ihrer <strong>La Boum<\/strong>-esken Songs hatte ich mir das so nie vorgestellt. Ich erinnere mich noch gut an eine Schl\u00fcsselszene: nach dem letzten Song warf S\u00e4nger <strong>Thomas Mars<\/strong> sein Mikrofon volle Wucht auf den B\u00fchnenboden, so dass es \u00fcber die Lautsprecher einen gro\u00dfen Knall gab. Fini, aus, Ende im Gel\u00e4nde. Dass er zuvor zweimal durch das Publikum stagedivete und auf die hintere Theke kletterte, war da schon zur verwunderten Nebens\u00e4chlichkeit geworden. Ja, seit diesem Abend bin ich wohl <strong>Phoenix<\/strong>-Konzerte-Fan. In diesem Jahr sah ich die Franzosen nun zum zweiten Mal, und beide Konzerte, so unterschiedlich sie auch gewesen sind, waren herausragend. Doch erst die Nacht in Barcelona, als sie ihre Headlineransetzung am ersten Abend mehr als gerechtfertigten, rief mir die guten Livequalit\u00e4ten nochmals ins Ged\u00e4chtnis zur\u00fcck. Und die vielen Hits des vorletzten Albums. Ach ja, \u201e1901\u201c, ach ja \u201eLove like a sunset\u201c, ach ja \u201eLasso\u201c, ach ja \u201eGirlfriend\u201c.<br \/>\nAnfang der Woche dann das Radiokonzert im kleinen Wartesaal zu K\u00f6ln. Eigentlich sind Radiokonzerte doof, weil es auch immer Gewinnertypen gibt, die vielleicht nicht so ganz Fans sind sondern irgendwie an die Karten gekommen sind oder einfach so beim Gewinnspiel mitmachten und gewannen. So kam es mir zumindest phasenweise vor, als ich mir die Reihen anschaute. Das war in Spanien noch anders: unz\u00e4hlige gro\u00dfe, dunkle Augen schmachteten <strong>Thomas Mars<\/strong> und seine Kollegen geradezu an und umjubelten jede seiner Bewegungen. Das muss der La-Boum-Effekt sein.<br \/>\nAber zur\u00fcck zum Wartesaal, der proppenvoll und saunam\u00e4ssig warm ist. Das Gedr\u00e4nge ist gro\u00df, die Stimmung neugierig euphorisch, als die Band die B\u00fchne betritt. Zu einem Radiokonzert geh\u00f6rt, dass man vorher nochmals darauf aufmerksam gemacht wird, die Band mit allergr\u00f6sstem Jubel zu empfangen. Die Radioh\u00f6rer sollen extrem neidisch sein, nicht hier sein zu k\u00f6nnen, so die Erl\u00e4uterung. Albern.<\/p>\n<p>A propos Radio. Immer wenn ich dieser Tage die aktuelle <strong>Daft Punk<\/strong> Single h\u00f6re, f\u00fchle ich mich an <strong>Phoenix<\/strong> erinnert. Auch <strong>Daft Pun<\/strong>k haben in \u201eGet lucky&#8220; diese typischen franz\u00f6sischen Popmelodien, die so einzigartig 1980er Jahre geschw\u00e4ngert daherkommen.* <strong>Sophie Marceau<\/strong> fand ich nicht nur damals unheimlich toll, daher vielleicht mein Faible f\u00fcr diese Art von Musik. Mit <strong>Daft Punk<\/strong> haben <strong>Phoenix<\/strong> allerdings sonst nur gemein, dass Gitarrist <strong>Laurent Brancowitz<\/strong> kurz zur <strong>Daft Punk<\/strong> Band geh\u00f6rte. Ob sie damals auch schon Helme trugen, keine Ahnung. Ich glaube gar, dass sie sich seinerzeit noch nicht einmal <strong>Daft Punk<\/strong> nannten.<\/p>\n<p>Ich ergattere eines der Tickets, die in den regul\u00e4ren Vorverkauf gingen, bin also kein Gewinnertyp sondern wollte unbedingt <strong>Phoenix<\/strong> sehen. Zu geflasht schien ich noch vom Primaveraauftritt der Band, dass ich mir ein zweites Konzert kurz danach nicht entgehen lassen wollten. Dass es dann im alten Wartesaal so schnell kam, war umso sch\u00f6ner.<br \/>\nIm alten Wartesaal war ich lange nicht mehr, finden hier \u00fcberhaupt noch Konzerte statt? Ride habe ich hier mal gesehen, dass ist aber auch meine einzige Wartesaalerinnerung. Knapp 1000 Leute hatte das Radio in den Saal geschleust, sehr viel weniger als vor der gro\u00dfen Heineken B\u00fchne in Barcelona, weniger als im November die Philipshalle besuchen werden und etwas weniger als bei Rock am Ring am Wochenende, als <strong>Phoenix<\/strong> auf der AlternaStage spielten und es vor dem TV so aussah, als ob es doch sehr viel Platz vor der B\u00fchne gab.<br \/>\nDer Band scheint der Konzertort jedoch egal. Sie ist in jeder Umgebung gleich gut. <strong>Phoenix<\/strong> wissen, wie Livekonzerte gehen und so ist der Wartesaal nicht schlechter dran als die Heinekenb\u00fchne. Wer gleich zu Beginn seine aktuelle Single verbraten kann und ein \u201eLiztomania\u201c hinterherschiebt, der braucht Jubel nicht zu suchen. Und so ist die Stimmung von Beginn an auf 100, den k\u00fcnstlichen Jubelaufruf zu Beginn hat es dazu gar nicht notwendig. Und <strong>Phoenix<\/strong> sind direkt infiziert und in bester Spiellaune. So geht ein Austausch zwischen Publikum und Band. Ist das Publikum begeistert, ist es auch die Band, und umgekehrt. Konzerte k\u00f6nnen manchmal sehr einfach sein.<br \/>\nDie Stimmung ist also on top, die Band eventuell ein bisschen m\u00fcde aussehend, jedoch bestens gelaunt. Gibt es denn nichts zu rumzum\u00e4keln? Nun, vielleicht dies: <strong>Phoenix<\/strong> Konzerte unterscheiden sich kaum voneinander. Kennst du eins, kennst du alle Handlungen, die so w\u00e4hrend einer <strong>Phoenix<\/strong>stunde passieren: zum Beispiel die Ansage &#8218;hallo, wir sind Phoenix aus Paris, Frankreich&#8216; zwischen \u201eLiztomania&#8220; und \u201eLasso&#8220;, das ist seit Jahren so. Oder dass sich S\u00e4nger <strong>Thomas Mars<\/strong> zu dem instrumetalen \u201eSunskript!\u201c (das tolle \u201eLove Like a Sunset\u201c \/ \u201eBankrupt!\u201c mash-up \u2013 das sich zum Ende hin mit brachialen Gitarren ausblendet, mein Lieblingslivest\u00fcck!) auf den Boden legt und eine Monitorbox als Kopfst\u00fctze verwendet, ist auch nicht neu. Genausowenig wie seine Publikumsausfl\u00fcge zu \u201e1901\u201c und \/ oder \u201eRome\u201c, die er bei jedem Konzert gnadenlos durchzieht. (Wenn das Mikrofonkabel lang genug ist; in der Eifel, wie ich im TV sehen konnte, war es das nicht). Unter all dem leidet ein <strong>Phoenix<\/strong> Konzert nat\u00fcrlich nicht, es ist nicht nur \u00e4rgerlich f\u00fcr den Nebenmann, der dies einfach ungefragt vor dem Konzert erf\u00e4hrt und so der \u00dcberraschungen beraubt wird.<br \/>\n\u201eLasso\u201c, \u201eLisztomania\u201d, \u201cLong distance call\u201d, \u201cToo young\u201d, \u201cGirlfriend\u201d , \u201cRally\u201d, \u201c1901\u201d, \u201cRome\u201d. Selbstverst\u00e4ndlich spielen sie alle Hits. Allein wenn man diese komprimiert in einer Stunde um die Ohren geknallt bekommt, kann nichts schief gehen. Dann ist es schon ein Konzert der Extraklasse. Da st\u00f6rt auch die kleine Schw\u00e4chephase um \u201eBourgoise\u201c und \u201eArmistice\u201c nur wenig. Ja, als das B\u00fchnenlicht blau wurde, ist die Luft kurzzeitig raus.<br \/>\nMit \u201e1901\u201c aber schnell wieder drin. Als Zugabe, die Radiokonzertstunde ist da schon um, spielen sie ein ruhiges \u201eCountdown\u201c, zudem der Ehemann von <strong>Sofia Coppola<\/strong> auf einer der Boxent\u00fcrme sitzt und sich nur von <strong>Christian Mazzalaian<\/strong> an der Gitarre begleiten l\u00e4sst, sowie ein live lange nicht geh\u00f6rtes \u201eIf I ever feel better\u201c, an diesem Abend der zweite Song vom <em>United<\/em> Album.<br \/>\nF\u00fchle ich mich je besser? Ja, das sicherlich schon, aber nichtsdestotrotz war es ein verdammt gutes Konzert, das mir lange im Ged\u00e4chtnis bleiben wird. <strong>Phoenix<\/strong> scheinen tats\u00e4chlich kurz vor &#8218;ganz gro\u00df&#8216; zu sein. Zu g\u00f6nnen w\u00e4re es ihnen.<\/p>\n<p>* oder liegt es doch nur an der Er\u00f6ffnungstextzeile: Like the legend of the phoenix.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/phoenix-koln-14112009\/\">Phoenix &#8211; K\u00f6ln, 14.11.2009 \/ E-Werk<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2006\/11\/phoenix-bochum-04112006\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Phoenix &#8211; Bochum, 04.11.2006 \/ Zeche<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Phoenix sind f\u00fcr mich das Ph\u00e4nomen des Jahres bisher. Als ihr Name als eine der gro\u00dfen Bands des Primaveras auftauchte, war meine Verwunderung nur gering. Das Primavera ist eben immer noch irgendwie ein Indiefestival und Phoenix im Indie-Pop bisher eine konstante Gr\u00f6\u00dfe. 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