{"id":493,"date":"2008-05-10T13:22:01","date_gmt":"2008-05-10T12:22:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=493"},"modified":"2024-07-26T18:03:09","modified_gmt":"2024-07-26T16:03:09","slug":"kettcar-koln-09052008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/kettcar-koln-09052008\/","title":{"rendered":"Kettcar &#8211; K\u00f6ln, 09.05.2008"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> E-Werk, K\u00f6ln<br><strong>Vorband: <\/strong>Ola Podrida<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/01_Kettcar_09052008-1100x619.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20322\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/01_Kettcar_09052008-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/01_Kettcar_09052008-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/01_Kettcar_09052008-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/01_Kettcar_09052008-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/01_Kettcar_09052008.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich war es nicht mein Plan, dieses Jahr ein <strong>Kettcar <\/strong>Konzert zu besuchen. Ich f\u00fchlte mich nicht in der Stimmung und fand auch keine Begeisterung oder Vorfreude auf das neue Album <em>Sylt<\/em>. Es war mir egal. Ich hatte das Interesse verloren, vielleicht war ich auch satt und \u00fcberdr\u00fcssig ob der <strong>Kettcar<\/strong>, <strong>Tomte <\/strong>und dem ganzen <strong>van Cleef<\/strong> Kram in den letzten Jahren. Kein Festival, kein Jahr in dem sie einem nicht \u00fcber den Weg liefen. Schon beim letzten Tomte Album fiel mir auf, dass es mir weniger sagte als die Alben davor. Abnutzungserscheinungen. <br>Oder bin ich dieser musikalischen Phase entwachsen? Fest steht, ich kann die <strong>Uhlmann&#8216;<\/strong>sche und <strong>Wiebusch<\/strong>&#8217;sche Lyrik derzeit irgendwie nicht ab, diese schlauen und fuchsigen Satz-, Wort- und Sinnkonstrukte, die durch ihre Einzigartigkeit in der deutschsprachigen Musik die Merkmale dieser Bands sind, nerven mich an. Ich werfe mal beide Bands in einen Topf, weil sie f\u00fcr mich miteinander verbunden geh\u00f6ren, auch wenn ihre Geschichte eine andere ist und ihre Texte differente Aussagen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom K\u00f6lner Konzert erwartete ich mir eine kl\u00e4rende Antwort auf meine <strong>Kettcar<\/strong>&#8211; Positionsfrage. Ein gl\u00fccklicher Umstand liess mich eine Karte f\u00fcr das ausverkaufte E-Werk ergattern. Der Freund eines Freundes konnte nicht, und so war ich im Boot.<br>In den letzten Tagen machte sich dann zu meiner Verwunderung eine leichte Neugierde breit. Obwohl ich die neuen Sachen nicht kenne, mir das Album <em>Sylt <\/em>wohl auch nicht zulegen werde (zugegeben, das Cover, ein Print des <strong>David Schnell<\/strong> Werkes <em>Hochbahn<\/em>, ist optimalst gew\u00e4hlt) hege ich seit voriger Woche verst\u00e4rkt Sympathie f\u00fcr <strong>Kettcar<\/strong>. Schuld sind Interviews, die ich von der Band gelesen habe. Dort stehen gute und interessante Aussagen \u00fcber die Generation, die die <strong>Kettcars <\/strong>und ich teilen. &#8218;Ich f\u00fchre das Leben eines Jugendlichen. Ich werde in ein paar Wochen auf den B\u00fchnen dieser Welt mit Chucks rumlaufen &#8211; und das f\u00fchlt sich richtig an.&#8216; Und: &#8218;Die mid-ager Generation ist heute eine andere als noch vor 10-15 Jahren.&#8216; Stimmt. Wir sind die 37 bis 45 J\u00e4hrigen, die weiterhin Konzerte besuchen, nicht loslassen k\u00f6nnen und nicht kampflos die Ausgehst\u00e4tten und Jugendkulturen den Twentysomethings \u00fcberlassen wollen.<br>Sympathie durch Zustimmung.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8218;Kettcar gehen zum lachen in den Keller.&#8216; <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wohl nicht an diesem Abend. Extrem gut gelaunt boten die f\u00fcnf Freunde eine gute, kurzweilige Show. Bevor <strong>Lars <\/strong>und <strong>Markus Wiebusch<\/strong>, <strong>Reimer Bustorff<\/strong>, <strong>Erik Langer<\/strong> und <strong>Frank Rosales<\/strong> gegen halb zehn die B\u00fchne betreten werden stehen dort erst einmal <strong>Ola Podrida<\/strong>. Ein typisches <strong>van Cleef<\/strong> Produkt, denke ich bei den ersten Kl\u00e4ngen. Die Band um Mastermind <strong>David Wingo<\/strong> liess mich sofort an die <strong>Weakerthans <\/strong>denken, eine ehemalige van Cleef Band aus Kanada. Mit ihren leicht traurig klingenden, ruhigen Sounds und vor allem in der Art des Gesangs erinnern sie mich stark an die Band aus Winnipeg. <strong>Ola Podrida<\/strong> kommen aus Brooklyn und gaben, nach eigener Aussage, gestern ihr Europadeb\u00fct. (Heute fand ich allerdings ein YouTube Schnipsel eines Auftritts aus Portugal, was ja bekanntermassen auch zu Europa zu z\u00e4hlen ist.). In Amerika k\u00f6nnte man die Band aus diversen Film- und Fernsehsoundtracks kennen. Hierzulande sind sie eher unbekannt. Obwohl ihr 40 Minuten Auftritt teilweise leicht lethargisch und schleppend daherkommt, werden sie vom Publikum gut aufgenommen.<br>Sie passen aber auch verdammt gut ins Portfolio. Und wer <strong>Kettcar <\/strong>mag, mag auch <strong>Tomte <\/strong>und m\u00fcsste eigentlich automatisch alles von <strong>van Cleef<\/strong> m\u00f6gen. Die <strong>van Cleef<\/strong> Jungs haben schon ein grosses und gutes Gesp\u00fcr f\u00fcr Gleichgesinnte und Artverwandte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/07_kettcar_09052008.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-495\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Kettcar <\/strong>starten mit \u201eDeiche\u201c. Sofort tobt das E-Werk und mutiert zu einem grossen Chor. Die B\u00fchnendeko ist die einer Rockshow w\u00fcrdig. Ein paar Diodens\u00e4ulen im Hintergrund, ansonsten dominiert eine einfache rote oder blaue Lichtausleuchtung. Oft fordern die Musiker die Saalbeleuchtung, um das Publikum sehen zu k\u00f6nnen. Um den Jubel nicht nur zu h\u00f6ren, sondern um ihn auch in den Gesichtern zu sehen. Die gute Laune der Band \u00fcbertr\u00e4gt sich auf&#8217;s Publikum. Oder umgekehrt. &#8218;Weil wir alle gleich aussehen, sind wir alle gleich.&#8216; Die oben auf der B\u00fchne sind uniform gekleidet. Dunkle Jeans, dunkelblaues oder schwarzes Hemd bzw. Polohemd. Diese typische erwachsenen Indie-Klamottenkombination. Leichtes Understatement, aber stilsicher und klassisch zeitlos. Wir hier unten sind das traditionelle Indiepublikum. Angenehm unaufgeregt, zeitgem\u00e4ss, aber keine Fashon- Victims.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/11_kettcar_09052008.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-496\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Als zweites dann \u201eKein aussen mehr\u201c, gefolgt von \u201e48 Stunden\u201c und \u201eLandungsbr\u00fccken raus\u201c, wahrscheinlich meinem Kettcar Liebling. Wie die ersten Songs andeuten, es war ein guter Mix aus allen drei Kettcar Alben. So richtig vermisst habe ich nichts. Live klingen die alten Sachen schneller und h\u00e4rter als auf Konserve, passen so gut zu den rockig, fordernden neuen St\u00fccken des Sylter Albums. Alles zusammen ergibt ein harmonisches Gesamtbild. Nach zwei Zugabebl\u00f6cken beenden die Wiebusch-Br\u00fcder alleine mit einem abschliessenden \u201eBalu\u201c diesen unterhaltsamen Konzertabend.<br>Wie ist das denn nun mit mir und Kettcar? Nun, eigentlich wie immer. H\u00f6re ich Kettcarst\u00fccke en bloc, wird es mir schnell langweilig. Sp\u00e4testens nach dem vierten oder f\u00fcnften Song. Liegt es an der Gleicht\u00f6nigkeit der Songstrukturen? Liegt es an dem monotonen und immer gleichartigem Gesang? Ich weiss es nicht so genau. Auch die neuen Sachen finde ich nicht so spannend und neu wie \u00fcberall zu lesen war. Das ist schade und wird der Band \u00fcberhaupt nicht gerecht. Aber so ist es nun mal. Und sei dies nicht schon tragisch genug, so kam mir w\u00e4hrend des Konzerts noch ein anderer Gedanke: <strong>Kettcar <\/strong>sind <strong>Pur <\/strong>viel n\u00e4her als man es sich w\u00fcnschen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Objektiv war es ein sehr sehr gutes <strong>Kettcar <\/strong>Konzert, keine Frage. Doch leider ist das Ganze ein bischen an mir vorbei gegangen. Nur dabei statt mittendrin. Ich glaube, ich mach mal ne l\u00e4ngere Deutschrockpause&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Kettcar - Im Taxi weinen - LIVE im E-Werk K\u00f6ln\" width=\"1200\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/8FAFNkiFSho?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Deiche<br>02: Kein Au\u00dfen mehr<br>03: 48 Stunden<br>04: Landungsbr\u00fccken raus<br>05: Graceland<br>06: Balkon gegen\u00fcber<br>07: Nullsummenspiel<br>08: Money left to burn<br>09: Jenseits der Bikinilinie<br>10: Agnostik f\u00fcr Anf\u00e4nger<br>11: Im Taxi weinen<br>12: W\u00fcrde<br>13: Stockhausen, Bill Gates und ich<br>14: Am Tisch<br>Zugabe I:<br>15: Ausgetrunken<br>16: Handyfeuerzeug gratis dazu<br>Zugabe II:<br>17: Tr\u00e4nengas im High-End-Leben<br>18: Ich danke der Academy<br>Zugabe III:<br>19: Balu<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/isdasniedlich.twoday.net\/stories\/4657077\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urspr\u00fcnglich war es nicht mein Plan, dieses Jahr ein Kettcar Konzert zu besuchen. 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