{"id":4873,"date":"2013-05-29T14:31:06","date_gmt":"2013-05-29T12:31:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4873"},"modified":"2013-12-28T14:55:12","modified_gmt":"2013-12-28T13:55:12","slug":"primavera-sound-festival-barcelona-25-05-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-25-05-2013\/","title":{"rendered":"Primavera Sound Festival &#8211; Barcelona, 25.05.2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Parc del Forum, Barcelona<br \/>\n<strong>Bands:<\/strong> The Babies, Merchandise, Sean Nicholas Savage, The Sea and cake, Wu-Tang Clan, Meat Puppets, Liars, Deerhunter<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" alt=\"Deerhunter\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Deerhunter.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>\u201eWe are Band of Horses \u2013 the reckoning.\u201c (Bradford Cox)<br \/>\nEs ist der letzte Tag des Festivals. Der R\u00fccken \u00e4chzt, die F\u00fc\u00dfe schmerzen, die Spuren der vergangenen drei Tage haben uns nicht verschont. Durch den ver\u00e4nderten Standort der ATP fehlt eine Sitztrib\u00fcne, an der Ray-ban waren wir so gut wie nie (auch mit Steintrib\u00fcnen), das ewige hin und her des gestrigen Tages sowie permanentes Stehen auf dem Asphalt und ungewohnt gefederte Hotelbetten geben ihr \u00fcbriges. Oh ja, es ist jammern auf hohem Niveau. Wer Musik sehen will, muss leiden. Punkt.<br \/>\nOder eben auch nicht. Am Nachmittag machen wir einen Abstecher in den Parc de la Ciutadella, ganz in der N\u00e4he des Picassoviertels. Das Primavera bietet neben dem eigentlichen Festival auch eine Menge an kostenloser Musikshows in der ganzen Stadt an. Am Samstag und Sonntag zum Beispiel werden die beiden kleinen B\u00fchnen im Parc de la Ciutadella von 17 Bands dazu genutzt, ihre Musik unters Volk zu bringen. Und so sitzen wir dann auf wei\u00dfen Plastikgartenst\u00fchlen, holen uns einen leichten Sonnenbrand bei angenehmen 21 Grad und sehen kurz The Babies und l\u00e4nger Sean Nicolas Savage und erneut Merchandise.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" alt=\"The Babies\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/The-babies.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>The Babies sind das Nebenprojekt der Vivian Girls S\u00e4ngerin Cassie Ramone. Der leicht twee-ige und sixties angehauchte Rockpop der Amerikaner passt hervorragend in das Gartenkonzertambiente. Wir schauen entspannt zu, genie\u00dfen das Wetter und richten uns sp\u00e4ter an der Nachbarb\u00fchne h\u00e4uslich ein.<br \/>\nSean Nicolas Savage schlurfte noch kurz zuvor mit seinem Gitarrenkoffer durch den Park, nun liegt er auf der B\u00fchne und wartet darauf, dass nebenan der L\u00e4rm etwas nachl\u00e4sst. The Babies sind noch nicht ganz durch, der Zeitplan hinkt, aber der Kanadier gibt sich entspannt. Warum auch nicht, \u201eit\u2019s a wonderful place\u201c und ein \u201esunny afternoon\u201c. Recht hat er, also es gibt \u00fcberhaupt keinen Grund, hektisch zu werden. Sein Solokonzert passt noch einen Tacken besser in dieses Umfeld. Ruhig und gelassen begleitet Savage sich auf der elektrischen Gitarre und singt von Herzschmerz und anderen weltlichen Wehwehchen. Da st\u00f6rt es \u00fcberhaupt nicht, dass keiner der Umstehenden so genau wei\u00df, wie lange das Konzert den gehen darf. Zweimal erkundigt sich Savage bei den Technikern, wie lange er noch spielen darf, zweimal erntet er ein Achselzucken als Antwort.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" alt=\"Sean Nicholas Savage\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Sean-Nicholas-Savage.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>Und so spielt er einfach weiter, h\u00e4ngt einen Song an den n\u00e4chsten und verspr\u00fcht diese wohlige und entspannte Samstagsnachmittagsatmosph\u00e4re, die man erst nach einer zu kurzen Nacht so richtig sch\u00e4tzen kann. \u201eYou changed me\u201c bleibt mir im Kopf h\u00e4ngen, warum, ich habe keine Ahnung. Aber mir gef\u00e4llt sein zeitgem\u00e4\u00dfer adult-Pop sehr, und so wird seine knappe Stunde eines der Konzerth\u00f6hepunkte des diesj\u00e4hrigen Primavera.<br \/>\nSo perfekt Sean Nicolas Savage in den Parc de la Ciutadella passt, so fremd wirken Merchandise zwischen all den m\u00fcden Konzertg\u00e4ngern und den Gew\u00e4chsh\u00e4usern. Ihr, \u2018tschuldigung, vergleichsweise brutaler L\u00e4rm rei\u00dft die entspannte Ruhe f\u00f6rmlich entzwei. Merchandise verstehen sich jedoch gut in dem, was sie tun. Ihre Rockopern passen dann irgendwie doch hierhin, wie ich nach einigen Minuten feststellen muss. Der Platz vor der B\u00fchne wird im Laufe des Sets dann auch zunehmend voller. Scheinbar bin ich nicht der einzige, der die Band aus Florida an diesem Wochenende f\u00fcr sich entdeckt hat. Ach, was soll ich sagen, \u201eAnxiety&#8217;s Door\u201c oder \u201eTotal nite\u201c sind einfach tolle Songs. Die funktionieren auch in Gartenst\u00fchlen sitzend.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" alt=\"Merchandise\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Merch4.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>Gut vier Stunden sp\u00e4ter stand ich wieder auf dem Festivalgel\u00e4nde. Allerdings eine Stunde zu sp\u00e4t. Wollte ich nicht Mount Eerie und \/ oder Adam Green zugesehen haben? Als wir uns gegen sechs im Hotelfoyer trafen wurde mir dieses schlagartig klar. Leider etwas sp\u00e4t. Aber gut, der Abend hatte noch genug Bands und Baustellen. Immer noch war ich unentschlossen. The Sea and cake oder doch Apparat im Auditori. Ich konnte mich nicht zu einer Entscheidung durchringen, da aber niemand meiner Konzertbegleiter mit ins Auditori wollte und ich alleine keine Lust hatte, blieb die ATP B\u00fchne und The Sea and cake. Im Nachhinein m\u00f6chte ich sagen, eine gute und die richtige Wahl. The Sea and cake sind mehr Institution als Band. Seit vielen Jahren macht die Band um Sam Prekop unaufgeregten Postrock. manchmal h\u00f6rt man auch kleine Jazz Anleihen heraus, so wie in \u201eEarth star\u201c, einem ihrer \u00e4lteren St\u00fccke. Dieses rein instrumentale St\u00fcck spielten sie auf der Festivalb\u00fchne jedoch nicht. Auf der ATP B\u00fchne war der Fokus mehr auf den aktuelleren Platten Runner und Car Alarm. The Sea and cake haben vielleicht keine \u00dcberhits, aber ihre Songs sind allesamt Hits. Und so wurde es eine unterhaltsame und kurzweilige Stunde. Eine sehr solide und immer wieder gern anzuschauende Band, diese Sea and cake.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" alt=\"The sea and cake\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/The-sea-and-cake.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend war mein Dilemma gro\u00df. Finale oder Wu-Tang Clan? Da die Band of Horses ihren Auftritt kurzzeitig abgesagt hatte, viel die dritte der m\u00f6glichen Optionen Gott sei Dank ins Wasser. Nach einer nicht allzu langen \u00dcberlegung entschloss ich mich dazu, dem Fu\u00dfball Vorrang zu geben. Doch wo gucken? Wenn n\u00f6tig, musste ich eben ins Hotel zur\u00fcck. Zuf\u00e4llig erfuhren wir jedoch davon, dass in einem der angrenzenden Hotels in der Lobby eine Leinwand installiert worden war, und man dort viel bequemer und mit weniger Zeitverlust das CL-Finale sehen konnte. Also vom Festivalgel\u00e4nde auschecken und in das zero-Hotels direkt auf der anderen Stra\u00dfenseite. Wir waren nicht die einzigen drei Bayern Fans, mehr Dortmunder und ein paar objektive Gucker sa\u00dfen bereits auf den Lederb\u00e4nken der Lobby. Das Festival hatte f\u00fcr 90 Minuten Pause, und ein bisschen Wu-Tang Clan war nach dem Abpfiff auch noch drin. Es schien also nahezu alles perfekt. 94 Minuten sp\u00e4ter war es das nicht mehr ganz. Der Bayern-\u201eFan\u201c (darf man eigentlich von Fan sprechen, wenn jemand 10 Minuten vor der Halbzeit zur Zigarettenpause vor die T\u00fcr geht und erst lange nach der Halbzeitpause wieder zur\u00fcckkehrt?) vor mir nervte die gesamten 90 Minuten und auch das Endergebnis des Spiels trug nicht zur guten Laune bei. Die Luft war danach irgendwie raus.<br \/>\nTrotzdem schaffte ich es, den Wu-Tang Clan unterhaltsam zu finden. Die New Yorker boten das, was ich von einer guten HipHop Konzert erwarte: die H\u00e4nde zum Himmel und dann auf und nieder. Ich bin nicht sehr firm im Wu-tang\u2019schen Backkatalog, aber \u201eGravel Pit\u201c kenne selbst ich. Und da es dieses Jahr gilt, 20 Jahre \u201e36 Chambers\u201c zu feiern (gerne auch in der Spiegel Vinyl Classics Edition), fehlten auch \u201eC.R.E.A.M.\u201c und andere Tracks des Albums nicht. Das der Wu-Tang Clan zu einem der wichtigsten HipHop Kollektiven geh\u00f6rt, ist unstrittig und so klar wie Klo\u00dfbr\u00fche. Dass es sich bei den K\u00fcnstlern jedoch nicht nur um nette Jungs handelt, konnte man vor einem guten Jahr \u00fcberall nachlesen (ich tat das erst heute Mittag). Das FBI ver\u00f6ffentlichte seine <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/music\/2012\/jan\/11\/fbi-wu-tang-clan-ol-dirty-bastard \" target=\"_blank\">Wu-Tang und Ol\u2019Dirty Bastard Akten<\/a>, in denen einen Vielzahl von Delikten rund um den Wu-Tang Clan dokumentiert sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" alt=\"Meat Puppets\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Meat-puppets.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>Nun gut, nach dem kleinen HipHop Ausflug an die zweitgr\u00f6\u00dfte Primavera B\u00fchne war wieder 90er Jahre angesagt. Die Meat Puppets standen auf meinem Tagesprogramm. Die Meat Puppets k\u00f6nnte man von der 1993er Nirvana unplugged Session kennen. Sie war eine der Lieblingsbands von Kurt Cobain und so kam es, dass die Kirkwood Br\u00fcder Nirvana bei ihrem Akustikauftritt unterst\u00fctzten und sie zusammen mit &#8222;Plateau&#8220;, &#8222;Oh, me&#8220; und &#8222;Lake of fire&#8220; drei Meat Puppets Songs spielten. Ihr in den USA weltbekanntes Album \u201eToo high to die\u201c aus dem Jahr 1994 ist ihr erfolgreichstes, es errang Goldstatus und machte die ehemalige SST- Band und ihren sogenannten Cow-Punk (was es nicht alles an Musikgenres gab!) kurzzeitig sehr bekannt.<br \/>\n\u201ePlateau\u201c und \u201eLake of fire\u201c spielten sie auch beim Primavera Konzert, das ansonsten ein komisches war. Es war extrem leer vor der ATP B\u00fchne, scheinbar war die zeitgleich angesetzte Konkurrenz mit Nick Cave und Camera Obscura zu stark, oder aber die Meat Puppets zu unbekannt und zu untersch\u00e4tzt. So wurde es um Mitternacht eine k\u00fchle Angelegenheit; der Wind wehte kr\u00e4ftig um die B\u00fchne und es fehlten w\u00e4rmende Menschen um mich herum. Ja, es gab viel Platz, die Komfortzone war gro\u00df wie nie bei dem diesj\u00e4hrigen Primavera. Die Meat Puppets spielten ein zweigeteiltes Set. Es gab Bl\u00f6cke von neueren Songs, die eher nach Country und Squaredance klangen, und es gab die rockigeren-punk-grunge Songbl\u00f6cke. So bildete sich eine krude Mischung aus zwei v\u00f6llig getrennten Konzerterlebnissen, die so \u00fcberhaupt nicht zusammenwachsen wollten.<br \/>\nUm eins war die Luft dann endg\u00fcltig raus. Zwar schauten wir noch kurz bei den Babies, aber viel h\u00e4ngen blieb nicht mehr. Und so blieb denn auch eher das Thekengespr\u00e4ch mit einer finnischen Konzertg\u00e4ngerin in Erinnerung als das anschlie\u00dfende Liars Konzert auf der Pitchfork B\u00fchne.<br \/>\nEs war an der Zeit, das diesj\u00e4hrige Primavera Festival zu beenden. Ruhigen Gewissens konnte ich Crystal Castles und My bloody Valentine sausen lassen. Letztere hatte ich bereits zweimal gesehen und werde dieses Jahr voraussichtlich noch zweimal sehen, so dass ich mir die Festivalshow der Briten, von der ich eh nie glaubte, dass sie so gut funktioniert wie ein Klubkonzert, aus dem Hotelzimmer anh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Multimedia:<\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PBC1b-DUygI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/R4ImPHMHwMI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ejJPD5M8M-A?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Parc del Forum, Barcelona Bands: The Babies, Merchandise, Sean Nicholas Savage, The Sea and cake, Wu-Tang Clan, Meat Puppets, Liars, Deerhunter \u201eWe are Band of Horses \u2013 the reckoning.\u201c (Bradford Cox) Es ist der letzte Tag des Festivals. 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