{"id":4732,"date":"2013-03-17T15:23:15","date_gmt":"2013-03-17T14:23:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4732"},"modified":"2013-03-17T15:23:15","modified_gmt":"2013-03-17T14:23:15","slug":"my-bloody-valentine-glasgow-09-03-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/my-bloody-valentine-glasgow-09-03-2013\/","title":{"rendered":"My bloody Valentine &#8211; Glasgow, 09.03.2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Barrowland, Glasgow<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Le Volume Courbe<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" alt=\"My bloody valentine \" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/My-bloody-valentine-9.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>1992. Die Roadies von My bloody Valentine haben nach einer gro\u00dfen Ewigkeit der R\u00fcckkopplungen und des ohrenbet\u00e4ubenden L\u00e4rms die Verst\u00e4rker ausgeschaltet. Endlich Ruhe. Was war das denn gerade? Ich war tief beeindruckt. Gut, es war in der Hauptsache R\u00fcckkopplungsgefiepse, aber in der Summe mit all dem vorangegangen L\u00e4rmausbr\u00fcchen und Gitarren war es mehr als das. Es war ein grandioser Konzertabschluss eines \u00fcberw\u00e4ltigenden Konzertes. W\u00e4re es nicht so gewesen, h\u00e4tte ich nicht mehr so detaillierte Erinnerungen.<br \/>\nDaher war eine Diskussion absurd, als die Idee entstand, My bloody Valentine im M\u00e4rz diesen Jahres in Glasgow anzuschauen. 21 Jahre nach diesem Konzertereignis war es eine Herzensangelegenheit, My bloody Valentine nochmals live zu sehen. Dass die Briten nach fast genauso langer Zeit ein neues Album ver\u00f6ffentlicht haben, nahm ich da schon eher beil\u00e4ufig zur Kenntnis. Das Liveerlebnis aber war mir wichtig, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Vom neuen Album \u201eMBV\u201c hatte ich bis zu diesem Samstagabend gerade mal die ersten die Songs geh\u00f6rt. Danach war aber klar: My bloody Valentine klingen 2013 genauso wie 1992, es hat sich nichts ge\u00e4ndert. Die \u00fcbrigen Songs w\u00fcrde ich mir dann im Barrowland in Glasgow anh\u00f6ren.<br \/>\nUm in den Konzertsaal zu gelangen, mussten wir in die dritte Etage. Der Saal ist kurz vor Konzertbeginn knapp zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt, wenn My bloody Valentine in anderthalb Stunden auftreten werden, ist er gerammelt voll. Es war ihr zweites Konzert auf der Insel, nachdem sie im Jahr bereits einige Konzerte in Asien und Australien gespielt haben.<br \/>\nAm Abend zuvor spielten sie in Birmingham, die Setlist des Konzertes versprach einige Ohhs und Ahhs. Sehr schade fand ich, dass \u201eDon\u2019t ask why\u201c wohl nicht gespielt wird, \u00fcberraschend fanden wir, dass sie wohl nur drei neue Songs spielen. Nun, vor Konzertbeginn Setlisten googlen ist eigentlich nicht mein Ding, aber dieses Mal siegte die Neugierde. Wir sahen schlie\u00dflich My bloody Valentine und nicht irgendeine Band. Eine gewisse Grundspannung und gro\u00dfe Vorfreude lag in der Luft, als wir uns zu Fu\u00df in Richtung Glasgower Innenstadt aufmachten. Das noch am Tag als sehr kalt empfundene Wetter war gar nicht mehr so st\u00f6rend, der gut 20 min\u00fctige Weg kam mir viel k\u00fcrzer vor als am Nachmittag, als wir am Barrowland ankamen.<br \/>\n<!--more-->In der ersten Etage des Barrowland sind der Merchstand, eine Bar und die Garderobe untergebracht. Es war das erste, was wir nach der Einlasskontrolle entdeckten. Die Einlasskontrolle, ein Kapitel f\u00fcr sich. Zum ersten Mal betrat ich durch einen Metalldetektor eine Konzerthalle. W\u00e4hrend gef\u00e4hrlich wirkende Personen bis auf das Kleingeldfach des Portemonnaies penibelst auf Waffen und Drogen kontrolliert wurden, wurde meine Kontrolle durch die scheinbar richtige Antwort \u201eNo\u201c auf die Frage \u201eAre you smoking?\u201c sehr abgek\u00fcrzt.<br \/>\nDie Vorband Le Volume Courbe um die S\u00e4ngerin Charlotte Marionneau begeisterte mich wenig. Die Franzosen hatten ein sehr undurchsichtiges Programm, leichte Neo-Folk-Popnummern wechselten mit Weltmusik und Italowestern-Geigensequenzen.<br \/>\nMy bloody Valentine boten das, was wir von erwartet hatten. Das liest sich furchtbar unspektakul\u00e4r und unaufgeregt, aber genauso war ihr Konzertbeginn. \u201eI only said\u201c und \u201eWhen you sleep\u201c er\u00f6ffneten einfach so aus der maleng heraus. Ohne gro\u00dfen Tamtam waren Bilinda Butcher, Debbie Googe, Schlagzeuger Colm \u00d3 C\u00edos\u00f3ig und Kevin Shields pl\u00f6tzlich auf der B\u00fchne und spielten drauflos. \u201eNew you\u201c, als drittes St\u00fcck der erste neue Song, er fiel gar nicht weiter auf. Was mir direkt auffiel: die Sph\u00e4renhaftigkeit ihrer Songs ist live ph\u00e4nomenal. Auch wenn der Gesang von Belinda Butcher oft im umgebungsl\u00e4rm untergeht, er ist doch da und jederzeit irgendwie sp\u00fcrbar. Immer dann, wenn ihn gar nicht mehr auf der Rechnung hat, h\u00f6rt man ein leichtes s\u00e4useln zwischen den schwebenden, verzerrten Gitarren. Neben \u201eNew you\u201c spielen sich noch \u201eWonder 2\u201c und \u201eOnly tomorrow\u201c vom aktuellen Album, aber sie spielen auch \u201eCigarette in your bed\u201c und \u201eHoney power\u201c von der Tremolo EP. \u201eSoon\u201c erkannte das Barrowland bereites nach den ersten T\u00f6nen, nat\u00fcrlich! Es ist der gro\u00dfe Hit der Band und steht wie kein anderer Song f\u00fcr My bloody Valentine.<br \/>\nWer \u201eSoon\u201c h\u00f6rt, wei\u00df, wie Shoegaze klingt und was britische Indiemusik Anfang der 90er ausgemacht hat. Wie gro\u00df und wichtig \u201eSoon\u201c auch viele Jahre sp\u00e4ter ist zeigen \u00fcbrigens Asobi Seksu, die ihren Song <a title=\"youTube\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XdgPy3cQ8a0\">Sooner<\/a> 2007 ver\u00f6ffentlichen. Ein legitimer Nachfolger.<br \/>\nNach \u201eSoon\u201c verliess ich den vorderen Hallenbereich. Ich dr\u00e4ngelte mich an begeistert dreinblickenden Menschen vorbei nach hinten an die Getr\u00e4nkest\u00e4nde. Ich war sehr \u00fcberrascht, wie voll es auch noch hier hinten im Barrowland zuging. Ja, der Alden war wirklich pickepacke voll. Der getr\u00e4nkestand meldete ausverkauft und ich musste schnell runter in die erste Etage. Als ich wieder in den Konzertsaal zur\u00fcckkam, liefen die ersten Minuten von \u201eYou made me realized\u201c. \u201eIst der Sound jetzt lauter oder liegt es nur an meinem neuen Standort.\u201c fragte ich mich sekundenlang. Die n\u00e4chsten sieben Minuten, die der NME als &#8222;holocaust section&#8220; bezeichnet, bekam ich eine gute Antwort: Ja, My bloody Valentine hatten nochmals die Regler aufgedreht. Es dr\u00f6hnte und h\u00e4mmerte nahe der Schmerzgrenze. Selbst im hinteren Bereich war die Wucht des L\u00e4rms k\u00f6rperlich sp\u00fcrbar. Wow! Ein tolles Erlebnis. Auf 12 Minuten dehnten sie \u201cYou made me realize\u201d, und legten ein abschlie\u00dfendes \u201eWonder 2\u201c nach. Wenn es nach mir gegangen w\u00e4re, h\u00e4tten sie das nicht mehr tun m\u00fcssen. \u201eYou made \u2026\u201c w\u00e4re ein mehr als w\u00fcrdiger Schlusspunkt gewesen. Was bitte sch\u00f6n sollte nach diesen 12 Minuten noch aufregenderes kommen? Das ging gar nicht und so empfand ich das konzertbeendende \u201eWonder 2\u201c als \u00fcberfl\u00fcssig. Ja, es st\u00f6rte mich regelrecht. Danach war endg\u00fcltig Schluss. Kevin Shields sagte noch was und My bloody Valentine verschwanden so, wie sie die B\u00fchne betraten. Unaufgeregt und unspektakul\u00e4r.<\/p>\n<p>Der Glasgowausflug hat sich gelohnt. Ich m\u00f6chte jedem ein My bloody Valentine Konzerts sehr ans Herz legen. Es ist ein gro\u00dfes Erlebnis und eine besondere Erfahrung. Ob ich mir die Briten allerdings im Sommer auf einem der vielen Festivals anschauen werde, glaube ich eher nicht. Diesen guten Eindruck m\u00f6chte ich mir nicht so schnell vermiesen!<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: I only said<br \/>\n02: When you sleep<br \/>\n03: New you<br \/>\n04: You never should<br \/>\n05: Honey power<br \/>\n06: Cigarette in your bed<br \/>\n07: Only tomorrow<br \/>\n08: Come in alone<br \/>\n09: Only shallow<br \/>\n10: Thorn<br \/>\n11: Nothing much to lose<br \/>\n12: To here knows when<br \/>\n13: Slow<br \/>\n14: Soon<br \/>\n15: Feed me with your kiss<br \/>\n16: You made me realise<br \/>\n17: Wonder 2<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/9V1AUNjN7sg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Barrowland, Glasgow Vorband: Le Volume Courbe 1992. 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