{"id":4705,"date":"2013-02-28T19:54:14","date_gmt":"2013-02-28T18:54:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4705"},"modified":"2025-12-21T17:31:38","modified_gmt":"2025-12-21T16:31:38","slug":"benjamin-biolay-mainz-27-02-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/benjamin-biolay-mainz-27-02-2013\/","title":{"rendered":"Benjamin Biolay &#8211; Mainz, 27.02.2013"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Frankfurter Hof, Mainz<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/45_Benjamin-Biolay_26022013-1100x619.jpg\" alt=\"Benjamin Biolay - Mainz, 27.02.2013\" class=\"wp-image-21423\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/45_Benjamin-Biolay_26022013-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/45_Benjamin-Biolay_26022013-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/45_Benjamin-Biolay_26022013-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/45_Benjamin-Biolay_26022013-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/45_Benjamin-Biolay_26022013.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Der Mittwochabend begann 24 Stunden zuvor. Ich sa\u00df gerade am Tisch als ich die Tageszeitung aufschlug und im beigef\u00fcgten Magazin las, dass <strong>Benjamin Biolay<\/strong> an diesem Abend in der Bonner Harmonie spielt. &#8218;Mist&#8216;, sagte ich, &#8218;h\u00e4tte ich das eher gewusst w\u00e4re ich hingefahren.&#8216; Es war bereits gegen 20 Uhr und somit viel zu sp\u00e4t, um noch zeitig die 30 km nach Bonn zur\u00fccklegen zu k\u00f6nnen. Das war schon sehr \u00e4rgerlich, diesen Termin nicht gekannt zu haben, denn all diese franz\u00f6sischen Nouvelle Chanson K\u00fcnstler machen sich in Deutschland sehr rar. <strong>Benjamin Biolay<\/strong> hat seit Jahren nicht mehr in Deutschland live gespielt, <strong>Dominique A.<\/strong> ist ebenso wenig oft zu sehen und f\u00fcr alle anderen gilt das \u00e4hnlich.<br>In K\u00f6ln hat man da noch das Gl\u00fcck, dass die flei\u00dfigen Leute vom Le Pop Team ein-, zweimal im Jahr ihre Konzerte veranstalten und in diesem Rahmen die franz\u00f6sischen Stars in den Stadtgarten oder \u00e4hnliche Orte locken k\u00f6nnen. Aber das ich jetzt gerade<strong> Benjamin Biolay<\/strong> verpasst habe, sehr \u00e4rgerlich.<br>Doch zur\u00fcck zur Zeitungslekt\u00fcre und dem Dienstagabend. Ich hatte gerade ausgelesen, als eine sms eintrudelte. &#8218;Hattest du gewusst das Benjamin heute in Bonn spielt?&#8216; so die kurze Frage. Ich antwortete mit &#8218;ja, aber erst seit 10 Minuten.&#8216; Im Gegenzug kam: &#8218;Morgen spielt er in Mainz.&#8216; Da war mir klar, wohin diese Konversation f\u00fchren wird. In Gedanken sah ich mich schon im Auto nach Mainz sitzen. Die knappe Relativierung &#8218;Mainz ist weit&#8216; wurde mit der Nachricht &#8218;180 km, es gibt noch Karten, sag was&#8216; gekontert. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter waren die Tickets ausgedruckt und 20 Stunden sp\u00e4ter sa\u00dfen wir im Wagen nach Mainz.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich durch die Platten <strong>Benjamin Biolays<\/strong> h\u00f6rt wird merken, dass seine Musikstile stark wechseln. Pop, New Wave, Sprechgesang. Einzig seine Texte handeln immer \u00fcber das gleiche Thema: Die Menschen sind eher schlecht als gut und das Leben eine Anstrengung. Nicht ohne Grund hei\u00dft sein zweites Album <em>Negatif<\/em>, und Textzeilen lauten &#8218;Ich habe die Augen voller Blut, das ist ansteckend, geh weg&#8216;. (Aus einer w\u00fcsten Internetrecherche). In Mainz k\u00fcndigt er \u201eDans mon dos\u201c mit den Worten &#8218;This is a very mean song about a very mean person. But i like it.&#8216; an. Das sagt vieles und \u201eDans mon dos\u201c ist ein trauriger Traum. Mir gefallen die getragenen, dunklen Songs von <strong>Biolay<\/strong> am besten. An diesem Abend spielte er neben \u201eA l\u2019origine\u201c, \u201eLe Cerfs volants\u201c auch &#8222;Rendez vous qui sait&#8220;. Das klingt stellenweise sehr nach The Smiths und so ist es nicht verwunderlich, dass wir in \u201eRendez vous qui sait&#8220; einen kurzen Teil von \u201eHeaven knows I&#8217;m miserable now&#8220; h\u00f6ren.<br>In diesen Momenten kommt f\u00fcr mich eher zusammen, was zusammen passt, als in denen von <em>Dans le Merco Benz<\/em>. Das spielen sie sehr spacig, ibiza-esk keyboard-synthie-lastig. Oder im ersten Song \u201eProfite\u201c, der an diesem Abend sehr, sehr nach Schlager klingt. Es fehlte merklich die <strong>Vanessa Paradis<\/strong> Zweitstimme.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzert ist so wie seine Platten. Stilwechsel ohne Ende. Es beginnt mit Schlagermusik und endet mit einem famos aufgespielten \u201eA l\u2019origine\u201c. Dazwischen liegen Pop, Sprechgesang, <strong>The Smiths<\/strong> und Songs vom neuen Album <em>Vengeance<\/em>. Das erschien vor ein paar Monaten und die f\u00fcnf Deutschlandkonzerte (sowie viele andere in Frankreich und Benelux im Laufe des Fr\u00fchjahrs) sind die Tour dazu.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Benjamin Biolay - Aime Mon Amour - Live in Munich 2013-02-25 - HD\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/MViL4TOINEg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach den eher kleinen Clubs in Deutschland geht es also zur\u00fcck in die franz\u00f6sisch sprechenden L\u00e4nder und zur\u00fcck in die gro\u00dfen Hallen. Ja, in Frankreich und auch Belgien spielt <strong>Benjamin Biolay<\/strong> vor 20 bis 50facher Publikumsmenge. Eigentlich unvorstellbar. Warum will <strong>Benjamin Biolay<\/strong> in Deutschland niemand sehen? Ich versteh das nicht. Der Mann ist toll, sein Musikverst\u00e4ndnis ist gro\u00df, sehr gro\u00df. Und er hat keine B\u00fchnenall\u00fcren, kein &#8218;ach Gott ist der Laden klein, und nicht einmal voll; ich bin doch viel Gr\u00f6\u00dferes gewohnt&#8216; Gehabe. Nein, nichts von dem. Nachdem er seine Anfangsnervosit\u00e4t abgelegt hatte, hatte der den Frankfurter Hof voll im Griff und wirkte dabei ausgesprochen sympathisch.<br>Die Band ist zu dritt. Schlagzeug und anderes Gerassel kommen aus der Konserve. Neben <strong>Biolay <\/strong>stehen noch ein Gitarrist\/ Bassist und ein Keyboarder auf der sehr gro\u00dfen B\u00fchne. Alle drei wirken dort etwas verloren. Benjamin Biolay macht den Anschein, als wisse er in der ersten Viertelstunde nicht so recht, wohin. Am Ende der Songs achtet der Gitarrist links von ihm darauf, dass er seine Gitarre entst\u00f6pselt, wenn er sie ablegt. Zweimal pr\u00fcft er das. Vor dem Mikrofon steht ein Notenst\u00e4nder. Die Texte scheinen noch nicht ganz zu sitzen (oder sind sie nur ein backup?). Ab und an linst Biolay auf die Zettel. Das st\u00f6rt jedoch keineswegs.<br>Also, ein Schlager zu Beginn, ein famoses \u201eA l\u2019origine\u201c zum Ende und dazwischen eine gute Mischung aus <em>Rose Kennedy<\/em>, <em>N\u00e9gatif<\/em>, <em>A l&#8217;origine<\/em>, <em>La superbe<\/em> und <em>Vengeance<\/em>. Aber \u201eA l\u2019origine\u201c war das beste und ein sehr guter Abschluss des regul\u00e4ren Sets. \u201eA l\u2019origine\u201c kommt rauh daher, wahrscheinlich liegt es an den Keyboardsounds, der lauten Gitarre und dem fehlendem Schlagzeug und der Harfe; <strong>Biolay <\/strong>beendet es auf dem Boden kniend mit w\u00fctend-verzweifeltem Geschrei und erinnerte mich ein bisschen an <strong>Falco<\/strong>\u2018s \u201eJeanny\u201c.<br>Zu zwei Zugaben kommen die drei nochmal zur\u00fcck, besser gesagt kommen sie zweimal f\u00fcr je einen Song. \u201eLe Cerfs volants\u201c wird auch live angef\u00fcttert mit einem Sample aus \u201eThe river of no return\u201c (sehr gelungen) und dass das Konzert beendende \u201ePadam\u201c mit einem eingebauten \u201eClint Eastwood\u201c <strong>Gorillaz <\/strong>Zwischenspiel im Mittelteil.<br>Nach schlanken 90 Minuten war der Abend um. C\u2018est ca. Sch\u00f6n war\u2019s! Mainz war eine Reise wert!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Profite<br>02: Aime mon amour<br>03: Chere inconue<br>04: La plage<br>05: Confetti<br>06: Night stop<br>07: Laisse aboyer les chiens<br>08: La superbe<br>09: Rendezvous qui sait<br>10: Mon amour m a baise<br>11: Heritage<br>12: Personne dans mon lit<br>13: Dans la Merco Benz<br>14: Jardin d&#8217;hiver<br>15: Danss mon dos<br>16: A l\u2019origine<br>Zugabe:<br>17: Le Cerfs volants<br>18: Padam<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2359\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Benjamin Biolay \u2013 Esch-Alzette, 22.05.2010<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mittwochabend begann 24 Stunden zuvor. 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