{"id":4699,"date":"2013-02-24T16:20:58","date_gmt":"2013-02-24T15:20:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4699"},"modified":"2013-02-24T16:23:49","modified_gmt":"2013-02-24T15:23:49","slug":"esben-and-teh-witch-koln-22-02-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/esben-and-teh-witch-koln-22-02-2013\/","title":{"rendered":"Esben and the witch &#8211; K\u00f6ln, 22.02.2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/thoughtformsband.blogspot.de\/p\/video.html\" target=\"_blank\">Thought Forms<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" alt=\"Esben and the witch\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/esben.jpg\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>Action Mike gibt alles. Es ist bereits nach Mitternacht, als wir noch im Vorraum des Geb\u00e4ude 9 herumstehen und versuchen, gegen die laute Musik des DJs anzureden. Der Raum hat sich geleert, und die wenigen, die es nach dem Esben and the witch Konzert noch nicht in die kalte Nacht getrieben hat, interessiert die Musik wenig. Einzig Charlie Romijn tanzt neben uns zur Dinosaur Jr. Version von \u201eJust like heaven\u201c. Soviel Elan verspr\u00fchte sie Stunden zuvor auf der B\u00fchne des G9 nicht. Es h\u00e4tte auch nicht zu der Musik ihrer Band Thought Forms gepasst. Die machen eher eine Mischung aus Shoegaze und indisch-psychodelischen Post-Rock. Das klingt interessant, es war jedoch leider nicht Fisch und nicht Fleisch. So richtig \u00fcberzeugen konnten mich die drei Briten also nicht, allerdings a) habe ich nicht &#8211; wie viele andere &#8211; w\u00e4hrend ihres Auftritts den Saal verlassen und allerdings b) erkannte ich sie als Vorband und nicht als Esben and the witch (was nicht jedem im Publikum gelang) und allerdings c) war es nicht so schlimm, wie ich zu Beginn des ersten Songs bef\u00fcrchtet hatte. Da kniete der Gitarrist Deej Dhariwal neben seinem Mikrofonst\u00e4nder und br\u00fcllte oder brummelte unverst\u00e4ndliches ins Publikum, w\u00e4hrend Charlie Romijn mit ihrer rechten Hand indische Rasseln schlug. In den 80ern h\u00e4tte man das als Hare-Krishna Zeugs abgetan, heute hat dieser Begriff nur noch wenig Existenzberechtigung (zumindest habe ich seit Kula Shaker nichts mehr \u00fcber Hare Krishna gelesen oder geh\u00f6rt). Thought Forms\u2018 Bandaufstellung war klassisch, das Schlagzeug in der Mitte der B\u00fchne wurde von den beiden Gesangsstimmen, die sich in und mit den Songs abwechselten, eingerahmt. Die drei wurden f\u00fcr mich immer dann gut, wenn sie die Lethargie etwas ablegten und sich in wilderen Gitarren austobten. Doch leider waren diese Momente selten, nicht jeder ihrer langen Songs endete in einem kleinen Inferno. Thought Forms waren nicht schlecht, aber sie rissen mich eben nicht vom Hocker und meine F\u00fc\u00dfe im zugigen Geb\u00e4ude 9 wurden nicht unbedingt warm. Oh Gott ja, es war kalt. <!--more-->Drau\u00dfen und auch drinnen. Prinzipiell habe ich nichts gegen Konzerte im Winter, im Gegenteil, ich finde sie sogar sch\u00f6ner. Die Luft ist weniger stickig, der Schwitzfaktor ist geringer und die Frische der Luft &#8211; nachdem man den Konzertort verlassen hat und drau\u00dfen noch ein wenig rumsteht und sich voneinander verabschiedet &#8211; ist angenehmer als eine warme Sommernacht. Aber am Freitag war es selbst mir eine Spur zu k\u00fchl. Vielleicht h\u00e4tten wir auch nicht rechts an der B\u00fchne stehen sollen, in der N\u00e4he der Holzt\u00fcr, deren Planken Schlitze zulie\u00dfen, durch die die kalte Luft str\u00f6mte. Vielleicht aber haben wir nicht zuf\u00e4llig diesen Platz gew\u00e4hlt, wir standen so direkt vor den beiden S\u00e4ngerinnen beider Bands. Denn sowohl Charlie Romijn als sp\u00e4ter auch Rachel Davies machten die linke B\u00fchnenh\u00e4lfte zu ihren Lieblingsorten. Esben and the witch. Der K\u00f6lner Stadtanzeiger k\u00fcndigte ihr Konzert mit dem Begriff \u201eNightmare Pop\u201c An. Was immer genau ich darunter verstehen soll. <a title=\"lastfm\" href=\"http:\/\/www.lastfm.de\/tag\/nightmare%20pop\/artists\" target=\"_blank\">Lastfm<\/a> listet unter dem Begriff sowohl Soko als auch Joy Division und eine Reihe anderer Bands, die ich nicht kennen m\u00f6chte. Arte.tv bezieht sich bei der Begriffserkl\u00e4rung schon eher auf die S\u00fcdengl\u00e4nder, jedoch nicht ohne zuvor melodramatische Eingangsworte zu finden. Hach, das liest sich toll:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Zeiten von Dark Wave oder neumodisch Bat Cave genannt, bei denen der Trauerrand unter den Fingern\u00e4geln der Grusel-Fans vor Begeisterung zitterte, sind aus, vorbei und tot. Jetzt f\u00fcrchtet man sich gern beim &#8222;Nightmare Pop&#8220;: Schaurige Musik, alptraumhafte Texte, d\u00fcstere Performances.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und weiter:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eErfunden haben den Begriff die Mitglieder von Esben &amp; The Witch aus Brighton: zwei Jungs, ein M\u00e4dchen, zweimal Gitarre, einmal Bass, dazu Elektro-Beats aus dem Laptop. Ihr Bandname ist inspiriert von einem d\u00e4nischen M\u00e4rchen. Statt Fakten zur Band-Bio erz\u00e4hlen die Nightmare-Popper lieber geheimnisvolle M\u00e4rchen und erkl\u00e4ren auf ihrer Homepage, wie der Aderlass funktioniert. Dazu gibt\u2019s Bilder von ausgestopften Eulen und Gespenstern.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Okaye. So nightmare-haft war das Konzert allerdings nicht. Was vielleicht an den Songs des neuen Albums \u201eWash the sins not only the face\u201c liegt, die f\u00fcr mich weniger nach Albtraum klingen als die des Deb\u00fcts. Zumindest war das mein Eindruck der aktuellen Songs, die neu f\u00fcr mich waren, weil ich \u201eWash the sins not only the face\u201c (\u00fcbrigens, was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Albumtitel!) noch nicht geh\u00f6rt habe. Ansonsten war vieles wie vor fast genau zwei Jahren. Das Geb\u00e4ude 9 gut besucht, die B\u00fchnenbeleuchtung sp\u00e4rlich, das Ambiente kalt. Damals schrie ich auch etwas \u00fcber den Begriff nightmare pop und dar\u00fcber, wie dunkel und d\u00fcster ihr Konzert war. Aber wie gesagt, so dunkel und d\u00fcster empfand ich es am Freitag nicht.<br \/>\nS\u00e4ngerin Rachel Davies spielte auch keine Trommeln mehr, das \u00fcbernahm David Copeman. Ein \u201erichtiges\u201c Schlagzeug hat die Band nicht. Es sind nur zwei Trommeln und ein Hi-Hat, wichtiger und dominierender in der B\u00fchnenoptik sind die Keyboards, die er auch spielt. Und die Gitarren. Rachel Davies und Thomas Fisher konzentrieren sich auf sie, sie spielen Bass bzw. Gitarre.<br \/>\nEine gute Stunde lang h\u00f6ren wir Song der beiden Alben, wobei mir \u201eMarching Song\u201c (neben \u201eEumenides\u201c der einzige Song von \u201eViolet Cries\u201c) und \u201eWhen that head splits\u201c am besten gefielen. Aber auch die anderen neuen St\u00fccke hinterlie\u00dfen einen sehr guten Eindruck. \u201eDeathwaltz\u201c, \u201eYellow wood\u201c, ach, irgendwie war alles gut und sehr unterhaltsam. Als die Band nach guten 60 Minuten die B\u00fchne verl\u00e4sst f\u00e4llt uns auf, dass auch der \u201eSchlagzeuger\u201c keine Schuhe tr\u00e4gt.<br \/>\nDoch wieso auch und wieso fiel es uns \u00fcberhaupt auf?<br \/>\nNun, w\u00e4hrend der Umbaupause hatten wir uns \u00fcber die Doc Martins der S\u00e4ngerin unterhalten, dass sie noch relativ neu sein m\u00fcssten und designm\u00e4ssig anders aussehen als die Stiefel, die man hier in Deutschland kaufen kann. Eben die \u00fcbliche Art von Pausengespr\u00e4chen, bei denen man B\u00fchnenbeobachtungen teilt. Nein, wir sind beileibe keine Schuhexperten und keine Modeopfer, aber Geschichten \u00fcber das Einlaufen dieser britischen Klassiker kennen wir schon. Und dann entdeckten wir, dass der Gitarrist in Socken auf der B\u00fchne stand. Seine waren grau, an die rot-gr\u00fcnen Ringelsocken des Keyboarder\/Schlagzeugers reichten sie nat\u00fcrlich nicht heran.<\/p>\n<p>Fazit: Esben and the witch sind eine dieser Bands, die man sich immer und zu jeder Zeit sorglos ansehen kann.<\/p>\n<p>Den Begriff Bat Cave google ich als n\u00e4chstes!<\/p>\n<p>(Gerade habe ich mir ein paar Videos der Thought Forms angesehen. Aus der Konserve klingt das alles viel besser und weit lebendiger als es mir am Freitag im Geb\u00e4ude 9 erschien. Das irritiert mich\u2026)<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: Iceland Spar<br \/>\n02: Slow wave<br \/>\n03: Marching song<br \/>\n04: Lucia, at the Precipice<br \/>\n05: Despair<br \/>\n06: When that head splits<br \/>\n07: Eumenides<br \/>\n08: Yellow wood<br \/>\n09: Deathwaltz<br \/>\nZugabe:<br \/>\n10: The fall of Glorieta Mountain<br \/>\n11: Smashed to pieces in the still of the night<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2987\" target=\"_blank\">Esben and the witch &#8211; K\u00f6ln, 13.02.2011<\/a><\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/uA7JQmG0GFE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Vorband: Thought Forms Action Mike gibt alles. 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