{"id":4691,"date":"2013-02-17T16:53:22","date_gmt":"2013-02-17T15:53:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4691"},"modified":"2021-12-31T12:24:58","modified_gmt":"2021-12-31T11:24:58","slug":"sophie-hunger-dortmund-15-02-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/sophie-hunger-dortmund-15-02-2013\/","title":{"rendered":"Sophie Hunger &#8211; Dortmund, 15.02.2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Konzerthaus, Dortmund<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"Sophie Hunger\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/SophieHunger3.jpg\" alt=\"Sophie Hunger,Konzertbericht,Konzerthaus Dortmund\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>Ich mag Menschen, die einen melancholisch-traurig Blick haben. Bei ihnen f\u00fchle ich mich gut aufgehoben. Nat\u00fcrlich mag ich auch andere Menschen, aber ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mich zu den scheinbar eher melancholischen Menschen hingezogen f\u00fchle. <strong>Jakub B\u0142aszczykowski<\/strong> ist mein derzeitiger Dortmunder Lieblingsfu\u00dfballer, fr\u00fcher war es <strong>St\u00e9phane Chapuisat<\/strong>. <strong>Jakub B\u0142aszczykowski <\/strong>bekam beim BVB den Spitznamen &#8218;der gro\u00dfe Melancholiker&#8216;. \u00c4hnliches sagte man auch in den 1990ern \u00fcber den besten Schweizer Fu\u00dfballer des letzten Jahrtausends. Ich k\u00f6nnte noch ein, zwei weitere Menschen aufz\u00e4hlen, belasse es aber bei einem: <strong>Sophie Hunger<\/strong>, auch Schweizerin, auch mit eher traurig-nachdenklichem Blick.<br \/>\nVor einigen Jahren wurde ich Fan. Ihr Album <em>Monday\u2019S Ghost<\/em> war mir eine Zeitlang sehr wichtig. \u201eBirthday\u201c, \u201eMonday\u2019s ghost\u201c und vor allem \u201eWalzer f\u00fcr niemand\u201c sind Songs, an denen ich sehr h\u00e4nge. Ich erinnere mich noch gut an ihr erstes Konzert im Geb\u00e4ude 9. Es war im Fr\u00fchjahr, es war voll und <strong>Sophie Hunger<\/strong> wirkte auf eine Art sympathisch, die mir sehr gefiel. Seit diesem Zeitpunkt habe ich sie auf dem Zettel. Zweimal sah ich sie danach noch, und beide Male best\u00e4rkten mich ihre Konzerte in meinem ersten Eindruck. Ja, <strong>Sophie Hunger<\/strong> ist eine feine Musikerin und ihre Konzerte jedesmal ein besonderes Erlebnis.<br \/>\nDie Dortmunder Konzerthausank\u00fcndigung \u00fcber das <strong>Sophie Hunge<\/strong>r Konzert nahm ich daher wohlwollend entgegen. Ich versprach mir von dem E-Musik-esken Ambiente eines Konzertsaales einen gelungeneren Abend als in einigen Wochen vom K\u00f6lner Gloria. Dort wird <strong>Sophie Hunger<\/strong> auch spielen, aber ich werde h\u00f6chstwahrscheinlich nicht hingehen.<\/p>\n<p>Also Konzertsaal, also Oberrang. Die Platzanweiser schicken mich mit meinem Ticket in die dritte Etage. Ich hatte mich f\u00fcr die g\u00fcnstigste Kategorie entschieden, weil ich zum einen <strong>Sophie Hunger<\/strong> schon gesehen habe und wei\u00df, wie sie aussieht, und zum anderen, weil ich im Falle eines zu sp\u00e4t Kommens nicht durch den halben Konzertsaal schleichen wollte. Bei meinem letzten Konzerthausbesuch war dies n\u00e4mlich der Fall. Und das war sehr bl\u00f6d und mir ein bisschen unangenehm.<br \/>\nIch komme p\u00fcnktlich zum ersten Glockenschlag im Konzerthaus an. Irgendwie habe ich auf der Fahrt Zeit und Raum verloren. Vorher dachte ich, auch wenn es etwas sp\u00e4ter werden sollte &#8211; die Situationen des freit\u00e4glichen Autobahnverkehrs sind bekannterma\u00dfen unberechenbar &#8211; , verpasse ich eben die Vorband.<br \/>\nPustekuchen, es gibt keine Vorband. Punkt acht Uhr betreten <strong>Sophie Hunger<\/strong> und Band (drei M\u00e4nner und eine Frau, die ich erst nach einer halben Stunde entdecke \u2013 so viel zu sichtbehinderten Pl\u00e4tzen) die B\u00fchne. \u201eRererevolution\u201c er\u00f6ffnet den Abend. Es folgt \u201eCan you see me\u201c und ich denke, oh, das wird dann wohl eher ein lauter Abend. <strong>Sophie Hunger<\/strong> und Band spielen bis dahin mit ordentlich Schmiss, wenig bed\u00e4chtig und viel energischer, als ich die Songs von Platte her kenne. Von <strong>Sophie Hunger<\/strong> sehe ich bis dato nur den R\u00fccken. Zielsicher habee ich mit dem linken Oberrang &#8211; aus Macht der Gewohnheit des &#8218;vorne links&#8216; bei Konzerten &#8211; die falsche Seite gew\u00e4hlt. Es ist aber auch egal, denn die Vogelperspektive des Oberrangs auf die B\u00fchne l\u00e4\u00dft sowieso keine genaueren Blicke zu.<br \/>\nWichtiger ist, dass die Musik wirkt. Macht sie! Da ich eh nicht viel von der B\u00fchne sehe, lehne ich mich gem\u00fctlich in meinem Sessel und h\u00f6re dem Konzert einfach nur zu. Ab und an r\u00fccke ich nach vorne und linse \u00fcber die Br\u00fcstung um nachzusehen, was los ist. Aber das sind seltene Momente. Es ist viel sch\u00f6ner, nichts zu sehen, sondern nur zu h\u00f6ren. <strong>Sophie Hunger<\/strong> spielt gro\u00dfartig. Sie nimmt sich Zeit, zwischen den St\u00fccken gibt es Ruhe, auch w\u00e4hrend der Ansagen. &#8218;Il n\u2019ya pas de feu au lac.&#8216; So nennt der Franzose etwas abwertend und belustigend die schweizerische Art des Redens. Ich empfinde sie eher als angenehm, vielleicht, weil ich in diesem Punkt sehr schweizerisch bin.<\/p>\n<p>Ab und an changieren alle Musiker. Der Bassspieler wird zum Cellisten, der Schlagzeuger zum Gitarristen, der Gitarrist setzt sich ans Klavier. Oder so \u00e4hnlich. Also alles gute Musiker, die sich da unten versammelt haben. Aber wie gesagt, so oft habe ich nicht nach unten geschaut.<br \/>\n21 St\u00fccke spielen sie insgesamt, dreimal kommen sie zu Zugaben auf die B\u00fchne zur\u00fcck. Im ersten Zugabenteil spielt <strong>Sophie Hunger<\/strong> das von mir schon lang herbeigesehnte \u201eWalzer f\u00fcr niemand\u201c.<br \/>\nDirekt bei den ersten Klavieranschl\u00e4gen l\u00e4uft mir ein kalter Schauer \u00fcber den R\u00fccken. Der Zauber ist noch da, auch wenn ich \u201eWalzer f\u00fcr niemand\u201c l\u00e4nger nicht mehr bewusst geh\u00f6rt habe.<br \/>\nEin gutes Zeichen. Es ist f\u00fcr mich immer noch ein wichtiges Lied und hat seinen Platz nun definitiv in den Lebenszeit TOP 10 sicher. Genauso wie ich meine Rubrik &#8218;Top 3 allerliebste Lieblingss\u00e4ngerinnen&#8216; langsam in eine Top 4 erweitern sollte.<\/p>\n<p>Wie schrieb ich vor dreieinhalb Jahren: <strong>Sophie Hunger<\/strong>, du bist toll! Die Gef\u00fchlslage heute ist unver\u00e4ndert.<br \/>\nOder um Markus vom Konzerttagebuch zu zitieren: &#8218;Wer an diesem Abend von ihrer Musik nicht ergriffen wurde, hat kein Herz.&#8216; Recht hat er!<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/sophie-hunger-koln-29092009\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sophie Hunger &#8211; K\u00f6ln, 29.09.2009 \/ Kulturkirche Nippes<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/sophie-hunger-koln-23-05-2010\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sophie Hunger &#8211; K\u00f6ln, 23.05.2010 \/ Gloria<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mag Menschen, die einen melancholisch-traurig Blick haben. Bei ihnen f\u00fchle ich mich gut aufgehoben. Nat\u00fcrlich mag ich auch andere Menschen, aber ich ertappe mich immer wieder dabei, wie es mich zu den eher nachdenklich dreinblickenden Menschen hinzieht. Jakub B\u0142aszczykowski ist mein derzeitiger Dortmunder Lieblingsfu\u00dfballer, fr\u00fcher war es St\u00e9phane Chapuisat, beide eher von ruhiger und nachdenklicher Natur. Denn sicher nicht ohne Grund bekam Jakub B\u0142aszczykowski den Spitznamen \u201eder gro\u00dfe Melancholiker\u201c. \u00c4hnliches sagte man auch in den 90ern \u00fcber den besten Schweizer Fu\u00dfballer des letzten Jahrtausends.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4692,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"pretty-paracetamol in concert: %%post_title%%","_seopress_titles_desc":"Ich mag Menschen, die einen melancholisch-traurig Blick haben. Bei ihnen f\u00fchle ich mich gut aufgehoben. Nat\u00fcrlich mag ich auch andere Menschen, aber ich ertappe mich immer wieder dabei, wie es mich zu den eher nachdenklich dreinblickenden Menschen hinzieht. 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