{"id":4677,"date":"2013-02-04T20:15:46","date_gmt":"2013-02-04T19:15:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4677"},"modified":"2014-11-15T17:46:05","modified_gmt":"2014-11-15T16:46:05","slug":"the-joy-formidable-brussel-01-02-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-joy-formidable-brussel-01-02-2013\/","title":{"rendered":"The Joy Formidable \u2013 Br\u00fcssel, 01.02.2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Botanique, Br\u00fcssel<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> We are animals<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"The Joy Formidable\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/joy-formidable.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"562\" \/><\/p>\n<p>\u201eHast du am Freitag schon was vor?\u201c Mit dieser Frage am Dienstagabend kurz vor Beginn des Paul Banks Konzertes fing alles an. Nein, ich hatte noch nichts vor am Freitag, und so kam es, dass ich spontan und voller Neugierde dem Angebot zustimmte, mit nach Br\u00fcssel in die Botanique zu fahren um mir die bis dahin nur namentlich bekannte walisisch, schottisch, amerikanische Bandkombination Namens The Joy Formidable anzusehen. \u201eAustere\u201c, so erfuhr ich im weiteren gespr\u00e4chsverlauf, k\u00f6nne ich kennen, es sei so etwas wie ein kleiner Riesenhit der band. Egal, es bedurfte keiner weiteren \u00dcberzeugungs- oder \u00dcberredungsk\u00fcnste, f\u00fcr einen unterhaltsamen Abend mit Musik bin ich immer zu haben. Da bin ich dabei, da fahre ich auch gerne mit nach Belgien. Insgeheim bin ich gar \u00fcber jedes Angebot zum Besuch der Botanique dankbar, ist sie doch einer meiner allerliebsten Konzertorte.<br \/>\nDie Sache war also abgemacht, und so startete am sp\u00e4ten Freitagnachmittag die Fahrt ins nicht so weite Br\u00fcssel. Die Besonderheit daran war diesmal, dass sie ohne moderne Navigationshilfen durchgezogen wurde, papierenes Kartenmaterial sollte uns schon hinf\u00fchren. Wir waren ja bereits oft genug da und der Weg eigentlich klar. Eigentlich insoweit, als dass wir uns nur nicht verfahren d\u00fcrfen. Einmal falsch abbiegen, und die Klarheit w\u00fcrde auf den ersten 10 Metern schwinden. Br\u00fcssel ist verkehrstechnisch ein tiefer Moloch, der einen rasch an die Orientierungsgrenzen f\u00fchren kann. Erst recht im Regen, erst recht im Dunkeln. Und es kam wie es kommen musste und wir \u00fcbersahen die richtige Ausfahrt von der Autobahn. Irrfahrt Nummer eins begann, obwohl, so richtig irre war sie nicht. Wir waren zwar nicht mehr auf dem direkten Weg, aber immer noch im Rahmen der Google Maps Ausdrucke. Wir wussten, wo wir waren, zumindest phasenweise. Dass wir noch einigerma\u00dfen im Zeitplan ankommen w\u00fcrden, war also absehbar und wurde auch eingehalten. Ein allzu gro\u00dfes Interesse an der Vorband bestand eh nicht, so dass wir We are animals denn auch zugunsten eines Abendsnacks sausen lie\u00dfen. Haben wir was verpasst? Ich denke nein, und essen ist ja auch wichtig!<br \/>\nEin Blick auf die Eingangst\u00fcr der Orangerie verriet uns, dass The Joy Formidable um neun Uhr die B\u00fchne betreten sollten. Konzertzeitpl\u00e4ne sind eine gute Sache, warum gibt es sie eigentlich bei uns nicht?<br \/>\nEs war also noch Zeit f\u00fcr einen Besuch beim T\u00fcrken um die Ecke, und der gr\u00f6sste Saal der Botanique sah uns ges\u00e4ttigt gegen kurz nach neun wieder. <!--more-->Wir waren etwas sp\u00e4t dran, The Joy Formidable spielten bereits \u201eCholla\u201c, als wir uns der Orangerie n\u00e4herten. \u00dcberrascht stellten wir fest, dass der Saal voll war. Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, dass diese Band ein so grosses Publikum anzieht. Da aber die B\u00fchne nicht am Kopfende des Saals platziert ist, sondern an der l\u00e4ngeren linken Seite, war es nicht problematisch, sich noch einen guten und angenehmen Platz abseits und weit weg des Eingangs zu sichern. Nichts ist ja schlimmer, als bei Konzerten in der N\u00e4he oder im Laufweg der Eingangst\u00fcren zu stehen. Ein ruhiges Verfolgen des B\u00fchnengeschehens ist dort quasi unm\u00f6glich.<br \/>\nWir hatten es uns gerade eingerichtet, als die ersten T\u00f6ne von \u201eAustere\u201c erklangen. Mensch, das spielen sie aber fr\u00fch, f\u00fcr Sp\u00e4tank\u00f6mmlinge wie uns vielleicht etwas zu fr\u00fch. Ein, zwei Songs zum Akklimatisieren w\u00e4ren nicht verkehrt gewesen, dann w\u00e4re die Wirkung von \u201eAustere\u201c auf mich st\u00e4rker ausgefallen. So verpuffte der Hit leider und war nicht wirklich als ein Konzerth\u00f6hepunkt anzusehen. Dabei hatte ich hierauf vorher eine Bank gewettet. Schade, aber nicht zu \u00e4ndern.<br \/>\nIn der Folge ging es im Wechsel mit Songs der Alben \u201eThe big roar\u201c und \u201eWolf\u2019s law\u201c weiter.<br \/>\nPower-pop-Rock at its best. S\u00e4ngerin Ritzy Bryan wirbelte \u00fcber die B\u00fchne der gutgelaunten Orangerie und ich fragte mich, an wen mich die S\u00e4ngerin nur so erinnert. Nat\u00fcrlich kam ich nicht sofort drauf, erst am Samstagmittag n\u00e4herte ich mich der L\u00f6sung langsam an. Die Band m\u00fcsse mit \u201eR\u201c anfangen, oder aber ihr Hit. Und die S\u00e4ngerin h\u00e4tte einen Pagenschnitt mit schwarzen Haaren und einer roten Str\u00e4hne. Was ich mir nicht so merke. Alles war richtig. \u201eReady to go\u201c und Republica, genauer gesagt die S\u00e4ngerin von Republica waren die gesuchte Assoziation. Mehr als \u201eReady to go\u201c ist mir von dieser 90er Jahre Power-Rock Band allerdings nicht in Erinnerung.<br \/>\nThe Joy Formidable scheinen diesen Sommer gro\u00dfes vor zu haben. Zumindest wenn man sich ihre B\u00fchnendekoration anschaut. Die ist bereit f\u00fcr die mittelgrossen Konzerts\u00e4le. Und in denen werden sie auch spielen, das Vorprogramm der Bloc Party Tour in einigen Tagen ist ihnen sicher. Eine enorme Videoleinwand flankiert die R\u00fcckseite, darauf werden immer mal wieder stylische schwarz-wei\u00df Filmchen oder Bilder projiziert. Davor h\u00e4ngt ein in Leuchtketten eingefasster schematischer Wolfskopf. Ganz gro\u00df. Die \u00fcbrige Lichtgestaltung passt sich alledem an, dass Publikum auch. Es ist in Mitklatsch-Stimmung und nimmt jeden dieser Parts dankend und enthusiastisch auf. Mitklatsch-Teile gibt es viele, fast jeder Song hat einen. Es ist einfach Power-Rock, nach immer demselben Muster. Das bl\u00f6de daran ist, dass nach einer guten Weile die Songs f\u00fcr mich austauschbar klingen. Ruhiger Beginn, wachsende Lautst\u00e4rke, Mitklatsch-Part und fulminantes Ende. Das ist alles sch\u00f6n und gut, aber auch sehr vorhersehbar. Je l\u00e4nger das Konzert dauert, desto mehr w\u00fcnschte ich mir eine Abwechslung, einen \u00dcberraschungsmoment. Nat\u00fcrlich war jeder Song f\u00fcr sich gut oder sehr gut, nur in der Summe verpuffte durch die Gleichf\u00f6rmigkeit etwas die Qualit\u00e4t der einzelnen St\u00fccke. Dass es sie gibt, daran m\u00f6chte ich nicht zweifeln, f\u00fcr schlechte Songs sind die drei Joy Formidable\u2019s einfach zu sympathisch. Jemand mit einem so sch\u00f6nen walisischen Akzent wie Ritzy Bryan kann keine schlechten Songs schreiben. Das geht nicht \u00fcberein. Vielleicht liegt es auch am Genre Power-Pop. Der l\u00e4sst wenig Platz f\u00fcr experimentelles, und Gott sei Dank verzichten The Joy Formidable auf balladeske T\u00f6ne. Die w\u00e4ren dann doch zu viel der Abwechslung. Auf dem n\u00e4chsten Album sollten sie dennoch etwas neues in ihrer Musik einbauen. F\u00fcr 75 Minuten war das alles jedoch sehr unterhaltsam, lustig und hat enormen Spass gemacht.<br \/>\nMit einem fulminanten \u201eWhirring\u201c endete ihr Konzert. Beim Abendessen sagte ich noch, ich w\u00fcrde mir ein lautes Konzert w\u00fcnschen. Nun, laut war es, allerdings nicht schmerzend laut. Der Sound in der Orangerie bot sich gut ausgepegelt dar, ohne Lautst\u00e4rke missen zu lassen. Vielleicht standen wir auch nur zu weit aus der Mitte heraus, um nicht die volle Wucht abzubekommen. Sei es wie es war, auch das passte zum guten Gesamteindruck des Abends.<br \/>\nAm Merch-Stand kauften wir noch zwei Platten, das daraus resultierende meet-and-greet mit der Band lie\u00dfen wir jedoch sehr gerne sausen. Jeder, der f\u00fcr 30 Euro einkaufte bekam das Angebot, die Band pers\u00f6nlich zu treffen, aber wir hatten darauf wenig Lust und schwatzten bis zur R\u00fcckfahrt lieber noch ein wenig auf der Sonnenterasse der Botanique.<br \/>\nAch ja die R\u00fcckfahrt. Die war auch toll. Lost in the outskirts of Brussels.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: Cholla<br \/>\n02. Austere<br \/>\n03: This ladder is ours<br \/>\n04: The greatest light is the greatest shade<br \/>\n05: Little blimp<br \/>\n06: While the flies<br \/>\n07: Cradle<br \/>\n08: Tendons<br \/>\n09: Silent treatment<br \/>\n10. Maw maw song<br \/>\n11: I don&#8217;t want to see you like this<br \/>\n12: The everchanging spectrum of a lie<br \/>\nZugabe:<br \/>\n13: Forest Serenade<br \/>\n14: Wolf&#8217;s Law<br \/>\n15: Whirring<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\n<a title=\"flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157632671554514\/\" target=\"_blank\">flickr-Fotos<\/a><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/rz3UC6GVLcs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Botanique, Br\u00fcssel Vorband: We are animals \u201eHast du am Freitag schon was vor?\u201c Mit dieser Frage am Dienstagabend kurz vor Beginn des Paul Banks Konzertes fing alles an. 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