{"id":456,"date":"2008-04-02T18:41:37","date_gmt":"2008-04-02T17:41:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=456"},"modified":"2019-03-02T14:59:24","modified_gmt":"2019-03-02T13:59:24","slug":"larry-coryell-washington-27032008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/larry-coryell-washington-27032008\/","title":{"rendered":"Larry Coryell Power Trio &#8211; Washington DC, 27.03.2008"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Blues Alley, Washington D. C.<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7984\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/1.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1149\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/1-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/1-1012x568.jpg 1012w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>Wir betreten gegen 7.30 PM das <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.bluesalley.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blues Alley<\/a>. Es ist ein kleiner Laden in <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.georgetowndc.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Georgetown<\/a>. Der Jazzclub der Stadt, so heisst es. Es sitzen schon einige Leute an den kleinen, quadratischen Tischen. Auf jedem Tisch steht eine Kerze. Manche essen, andere trinken nur etwas. Ich bestelle Suppe, Classic Onion Soup, dazu Amstel light Bier. Der Mietwagen steht in Huntington an der Metrostation, und es ist nicht erstrebenswert, alkoholtechnische Schwierigkeiten zu bekommen. Um kurz nach 8.00 PM betreten <strong>Larry Coryell<\/strong> und seine beiden Begleiter an Bass und Schlagzeug, <strong>Mark Egan<\/strong> und <strong>Paul Wertico<\/strong> die B\u00fchne. Vorher gibt es vom Mischpult aus die Ansage und Vorstellung der Protagonisten. Es wird gebeten, die Handys und Pager auszustellen, keine Fotos zu machen (so ganz kann der Bitte nicht Folge geleistet werden) und nicht zu laut zu reden. Oder wollte er sagen: nicht zu laut zu schmatzen. Denn einige Leute essen noch oder bestellen gerade erst den Absackerkaffee.<br \/>\nJazz als Tischmusik. Na, das kann was werden. Ich bin gespannt.<br \/>\nDer Laden ist mit 200 Besuchern gut gef\u00fcllt, aber nicht ganz ausverkauft. Dieses ist die erste von zwei Shows an diesem Abend. Die zweite ist f\u00fcr 10.00 PM angesetzt. Also knappe 90 Minuten pro Show mein Tipp. Ich sollte nicht ganz recht behalten.<br \/>\nEhrlich gesagt ist Jazz nicht so mein Ding. Oder &#8217;noch&#8216; nicht! Ich f\u00fchle mich noch zu jung dazu. Noch nicht in dem Alter, in dem ich den Jazz und seine vielen Spielarten verstehe. Ab Mitte 40, so meine Theorie, ist es an der Zeit, sich mit diesem Genre zu befassen. (Zugegeben, ein bischen ist die These von <strong>Arne<\/strong>, dem Drummer von <strong>Tocotronic<\/strong>, abgekupfert, der mal \u00e4hnliches gesagt hat.) Aber heute bin ich hier. Es bot sich die Gelegenheit, die ich wahrnahm. Ich war noch nie in einem Jazzclub, und 25 Dollar sind heutzutage f\u00fcr einen Europ\u00e4er nicht 25 Euro. Was also sprach dagegen, sich die Show anzusehen?<br \/>\n<strong>Larry Coryell<\/strong> ist ein grosser Gitarrenheld der Jazzszene. Er tourte schon mit den ganz <a title=\"Wiki-Homepage\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Larry_Coryell\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">grossen Musikern<\/a> <span style=\"text-decoration: line-through;\">und war<\/span> <span style=\"text-decoration: line-through;\">unter anderem Begleitmusiker bei einer der letzten Madonna Welttourneen<\/span>. <span style=\"text-decoration: line-through;\">Das brachte ihm<\/span> <span style=\"text-decoration: line-through;\">in der Szene heftige Kritik ein,<\/span> <span style=\"text-decoration: line-through;\">hob aber die musikalische Qualit\u00e4t der Madonna Shows in enorme H\u00f6hen<\/span>. Der im Vorfeld f\u00fcr heute angek\u00fcndigte Bassist <strong>Victor Bailey<\/strong> begleitete <strong>Madonna<\/strong> auf einer ihrer Weltourneen, erntete daf\u00fcr viel Kritik, hob aber die musikalische Qualit\u00e4t der Shows der Queen of Pop.<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10797\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/2_01.jpg\" alt=\"Blues Alley\" width=\"2048\" height=\"1149\" \/>Ich war guter Dinge, der Tag verlief angenehm. Das Softwaretraining war nicht so anstrengend, die Unterhaltungen mit den Ausbildungskollegen waren gut, am\u00fcsant und kurzweilig.<br \/>\nF\u00fcr diesen Abend hatten wir uns einen Ausflug ins Blues Alley vorgenommen, die Karten hierf\u00fcr hatten mein Arbeitskollege und ich bereits zuhause gekauft. Immer nur in Hoteln\u00e4he in Huntington rumzuh\u00e4ngen oder in Malls zu fahren, ist ja auch nix. Das ein Konzert den Tag dann so gut abrunden k\u00f6nnte, wusste ich seinerzeit nat\u00fcrlich noch nicht. Georgetown ist ein guter Ort f\u00fcr ein Jazzkonzert. Von der Architektur her ist alles sehr \u00fcberschaubar und gem\u00fctlich klein. Skyscraper gibt es hier nicht, eher zwei- und dreigeschossige Backsteinh\u00e4user aus der vorletzten Jahrhundertwende. In einem solchen Haus ist auch das Blues Alley untergebracht. Das passt, wie ich finde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"larry_coryell_27032008\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/07_larry_coryell_27032008.jpg\" alt=\"larry_coryell_27032008\" align=\"left\" \/>Das Trio beginnt furios und energetisch. Nach zwei St\u00fccken wird das Tempo ein wenig heruntergefahren. Nun spielen sie leichteren Jazz, den auch ich verstehe. <strong>Larry<\/strong> nennt es zwischendurch mal <a title=\"Wiki-Homepage\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Smooth_Jazz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Smooth-Jazz<\/a>. Kaufhausmusik w\u00fcrde ich es nennen. Die Band spielen akkurat. Jedes auch noch so kleine und feine T\u00f6nchen sitzt. Und von den feinen gibt es eine Menge. Ich bin gefangen und begeistert von der Atmosph\u00e4re.<br \/>\nDie Band spielt &#8222;Twinkle twinkle&#8220; von <strong>Thelonious Monk<\/strong>, das &#8211; Achtung!- ab und an bei <strong>Monk<\/strong> (der TV Serie) im Hintergrund l\u00e4uft, und andere Sachen, die in diese Richtung gehen. &#8222;Bumping on sunset&#8220; von <strong>Wes Montgomery<\/strong> ist der zweite Titel, der mir bekannt vorkommt. Interessant, was ich so alles kenne, obwohl ich mich nicht f\u00fcr Jazz interessiere. Der Rest ist mir aber g\u00e4nzlich unbekannt.<br \/>\nGegen Mitte des Sets darf auch Larry&#8217;s Frau <strong>Tracy<\/strong> kurz mitmachen. Sie \u00fcbernimmt den Gesangspart bei einem St\u00fcck. Ansonsten ist es ein reines Instrumentalkonzert. <strong>Mark Egan<\/strong> und <strong>Paul Wertico<\/strong> am Schlagzeug verstehen ihr Handwerk. Beide sind ausgezeichnete Musiker.<br \/>\nNach einer guten Stunde ist das Konzert vorbei. Ein bischen kurz, naja. \u00c4ndern k\u00f6nnen wir das nicht.<\/p>\n<p>Wenn wir nicht zur zweiten Vorstellung an diesem Abend bleiben wollen, was nochmals 25 Dollar bedeuten w\u00fcrde, m\u00fcssen wir uns er Essen bezahlen und den Klub verlassen. Das tun wir.<br \/>\nGem\u00fctlich geht es durch das n\u00e4chtliche Georgetown zur\u00fcck Richtung Metrostation Foggy-Bottom. Wir sehen nochmals den Watergate Geb\u00e4udekomplex. Soll das nicht abgerissen werden?<br \/>\nF\u00fcr mich war es ein interessanter Abend und ein erstes bewusstes Kennenlernen mit dem Genre Jazz. Ich bin zwar noch nicht ganz Mitte vierzig, aber der erste Schritt scheint getan. Es war ein Einstieg, der besser nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Hier gilt es, etwas zu entdecken.<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-10798 size-full\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/16_Larry_Coryell_27032008.jpg\" alt=\"Blues Alley\" width=\"2048\" height=\"1149\" \/>Am Sonntag feierte <strong>Larry Coryell<\/strong> seinen 65. Geburtstag. Jazz scheint die Musik der alten M\u00e4nner zu sein. Dieses Vorurteil sehe ich heute abend nicht best\u00e4tigt. Das Publikum im Blues Alley ist nicht ganz so alt, aber haupts\u00e4chlich m\u00e4nnlich. Mitte\/ Ende 40, so sch\u00e4tze ich das Durchschnittsalter. Und fast alle tragen schwarze Pullis oder Hemden. Ist das der Jazz- Dresscode? Aber auch die <strong>Ally McBeal<\/strong> Generation ist vertreten. Nicht \u00fcberm\u00e4ssig stark, aber an einigen Tischen sah man sie sitzen. Eine interessante Publikumsmischung, aber irgendwie so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und mittendrin wir, zwei Deutsche auf Dienstreise.<br \/>\nEs war ein guter Tag auf dem anderen Kontinent.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10799\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/17_Larry_Coryell_27032008.jpg\" alt=\"Georgetown\" width=\"2048\" height=\"1149\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Blues Alley, Washington D. C. Vorband: &#8211;Wir betreten gegen 7.30 PM das Blues Alley. Es ist ein kleiner Laden in Georgetown. Der Jazzclub der Stadt, so heisst es. Es sitzen schon einige Leute an den kleinen, quadratischen Tischen. Auf jedem Tisch steht eine Kerze. Manche essen, andere trinken nur etwas. 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