{"id":4519,"date":"2012-11-29T17:37:10","date_gmt":"2012-11-29T16:37:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4519"},"modified":"2023-05-28T18:15:32","modified_gmt":"2023-05-28T16:15:32","slug":"mono-koln-27-11-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/mono-koln-27-11-2012\/","title":{"rendered":"Mono &#8211; K\u00f6ln, 27.11.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Dirk Serries&#8216; Microphonics<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"Mono\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Mono.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>Es ist einfach Postrock Musik.<br \/>\nAuf der B\u00fchne steht kein einziges Mikrofon. Die beiden Gitarristen <strong>Takaakira Goto<\/strong> und <strong>Hideki Suematsu<\/strong> sitzen auf Drehhockern, der Schlagzeuger hat hinter sich eine riesige Metallscheibe stehen, auf die er ab und an schl\u00e4gt und die Bassistin <strong>Tamaki Kunishi<\/strong> spielt bei drei neuen Songs Keyboard.<br \/>\nDas sind <strong>Mono<\/strong>.<br \/>\nDie japanische Band entdeckte dich eher zuf\u00e4llig vor ein paar Jahren. Ich glaube, es war so: ich hatte mal wieder ein paar Tage Langeweile und litt unter Konzertabstinenz als ich durch diese beiden Dinge getrieben, spontan ins Auto stieg um nach Dortmund ins FZW zu fahren. Dort sollten <strong>Mono<\/strong> an jenem Abend auftreten. Die Band kannte ich bis dato nur vom lesen, ich wusste: sie machen Postrock.<br \/>\nDa ich in dieser Zeit sehr oft <strong>Mogwai<\/strong> und \u00e4hnliche Scheiben h\u00f6rte, hielt ich meinen Ausflug ins Ruhrgebiet f\u00fcr nicht allzu gewagt. Postrock ist ja doch immer irgendwie gleich: lange Songs, viele Gitarren.<br \/>\nBei <strong>Mono<\/strong> ist das nicht anders. Oder doch. Ich gebe zu, ich bin nicht so ganz fit in Sachen Postrock. Gef\u00e4hrliches Halbwissen ist das, was ich habe. Und so finde ich es immer wieder hoch interessant und unterhaltsam, wie unterschiedlich Postrockbands klingen k\u00f6nnen. <strong>Mogwai<\/strong> klingen komplett anders als <strong>Mono<\/strong>, <strong>Maybeshewill<\/strong> sehr different zu den erstgenannten. Diese Bands fallen mir spontan ein, wenn ich an Postrock denken muss. <strong>Mogwai<\/strong>, weil ich sie sehr mag (vielleicht sind sie die einzige Postrockband, die ich wirklich anhimmele), <strong>Maybeshewill<\/strong>, weil ich sie erst letztens gesehen habe und <strong>Mono<\/strong>, weil sie mich faszinieren. Warum alle Bands mit \u2018M\u2018 anfangen, ist mir allerdings schleierhaft.<br \/>\n<strong>Mono<\/strong> spielen instrumental. Ihre Songs bewegen sich meist jenseits der 10 Minuten Grenze. Das kann anstrengend werden. Gerade an einem Abend, der einen nervigen Tag nach sich zieht und einen abgehetzt und m\u00fcde in den Konzertsaal schleift. Gelingt es dann nicht, sich auf die sehr strukturiert und durchdacht aufgebauten Songs einzulassen, wird es schwer. Ich glaube, mein Nachbar hatte einen solchen Tag. Bereits nach einer halben Stunde (drei Songs), wippte er von links nach rechts und schaute angestrengt. Man merkte, dass er zu k\u00e4mpfen hatte. Er wurde hibbeliger, je mehr Zeit verstrich, ihm gelang es definitiv nicht so ganz, sich auf <strong>Mono<\/strong> einzulassen. Ich hatte weniger Probleme damit.<br \/>\nUnd ich hatte eine Wand im R\u00fccken, an der ich mich anlehnen konnte. Das war im Vorfeld eine meiner zwingenden Bedingungen f\u00fcr diesen Abend. An der Wand stehen. Daf\u00fcr nahm ich auch die ein Song Vorgruppe <strong>Dirk Serries&#8216; Microphonics<\/strong> in Kauf. Den belgischen \u201eAmbientgitarristen\u201c fand ich allerdings sehr langweilig, die guten 25 Minuten dr\u00f6ge.<br \/>\n<a title=\"homepage\" href=\"http:\/\/www.thepostrock.de\/dirk-serries-microphonics-xix\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Postrock.de<\/a> ist enthusiastischer und beschreibt <strong>Dirk Serries<\/strong> sicherlich treffender:<\/p>\n<blockquote><p>Dirk Serries setzte mit den ersten T\u00f6nen ein und das vorher erlebte war sofort ausgeblendet (in den Tiefen des Langzeitged\u00e4chtnisses vergraben). Genau dieser Teil des Abends ist auf Platte verewigt. \u201cMicrophonics XIX\u201d beginnt leise, mit E-Bow getragenen Sounds, dann setzen dezente Pickings ein und die Soundwand w\u00e4chst langsam an. Die Aufnahmen von Serries geben den Sound des Abends gut wieder. Der notd\u00fcrftig verputzet Kellerraum mit seinen m\u00e4chtigen Rohren unter der Decke hat den Sound der Gitarre warm klingend und druckvoll weitergeleitet. Nach wenigen Minuten baut Serries eine geloopte Disharmonie in seinen Sound ein, die das sph\u00e4risch schwebende Soundger\u00fcst immer wieder auf den Boden zur\u00fcckholt, wie bei einem Flieger, der kurz vor dem Abflug den Schub zur\u00fccknimmt. Leider ist nach knapp 24 Minuten das Set zu Ende.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dann <strong>Mono<\/strong>. Es ist das vorausgesehene Konzert. Ganz genauso hatte ich es mir vorgestellt. Ich denke, das war auch nicht sonderlich schwer. <strong>Mono<\/strong> haben ihren Stil nicht ge\u00e4ndert seit dem letzten Mal, gut. <strong>Tamaki Kunishi<\/strong> spielt bei den neuen Songs ein bisschen Keyboard, aber das Grunds\u00e4tzliche an der B\u00fchnenperformance und an den Songs blieb bestehen. Die vier JapanerInnen spielten elegisch aber wild, wohl\u00fcberlebt aber \u00fcberraschend. Es ist schwer, beschreibende Worte f\u00fcr diesen Abend zu finden. Es passiert nichts au\u00dfer Musik. Die beiden Gitarristen sitzen auf ihren Hockern, die Gitarre auf dem Scho\u00df, in der B\u00fchnenmitte steht <strong>Tamaki Kunishi<\/strong>, hinter hier das Schlagzeug. Aber dieses Nichts reicht, um das Geb\u00e4ude 9 von einem Jubelsturm zum n\u00e4chsten zu ziehen. Das magische Momentum dieser Band ist enorm, nur selten erlebe ich ein Publikum, das seiner Band quasi geschlossen \u00fcberall hin folgen w\u00fcrde. Auch ich kann ihrem Auftritt viel abgewinnen, selbst wenn ich zwischendurch das Gef\u00fchl hatte, dass es jetzt etwas z\u00e4h sei. Hibbelig wie mein Nachbar wurde ich nie.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2103\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mono \u2013 Dortmund, 23.03.2010<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist einfach Postrock Musik. Auf der B\u00fchne steht kein einziges Mikrofon. 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