{"id":4443,"date":"2012-11-04T10:55:13","date_gmt":"2012-11-04T09:55:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4443"},"modified":"2018-07-21T17:15:15","modified_gmt":"2018-07-21T15:15:15","slug":"grizzly-bear-koln-02-11-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/grizzly-bear-koln-02-11-2012\/","title":{"rendered":"Grizzly Bear &#8211; K\u00f6ln, 02.11.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Essigfabrik, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Villagers<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border aligncenter wp-image-2414\" title=\"Grizzly Bear\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Grizzly-Bear.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>Ich hatte diesen Abend falsch eingesch\u00e4tzt. In allen Belangen. Als kurz vor der Essigfabrik \u201eTwo weeks\u201c aus den Lautsprechern erklang, erinnerte ich mich pl\u00f6tzlich wieder: Ach ja, <strong>Grizzly Bear<\/strong> sind die mit diesem Fernsehwerbungslied. Das hatte ich v\u00f6llig vergessen, genauso, wie ich das Album \u201eVeckatimest\u201c v\u00f6llig verdr\u00e4ngt hatte. Es war mein <strong>Grizzly Bear<\/strong> Erstkontakt, und zugegeben ein recht kurzer. Direkt nach der Ver\u00f6ffentlichung kaufte ich es mir, h\u00f6rte es gef\u00fchlt ein halbes mal und legte es dann in den CD Schrank. Als zu einschl\u00e4fernd und folkig klassifizierte ich es damals. Es geriet in Vergessenheit. Als nun vor einigen Wochen das Nachfolgealbum <em>Shields<\/em> erschien, erinnerte ich mich gar im ersten Augenblick nicht mehr an <em>Veckatimest<\/em>. Stattdessen mochte ich ihr neues Album von einem auf den andern Augenblick sehr. Ich glaube, ausschlaggebend war ein dreimaliges nacheinander h\u00f6ren an einem Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen. Tafelmusik und <strong>Grizzly Bear<\/strong>, das passte, und besonders stark im Ged\u00e4chtnis blieb mir immer wieder (also drei Mal) \u201eYet again\u201c, ein Riesenhit.<br \/>\nDas war Anlass genug, f\u00fcr ihr K\u00f6lner Konzert ein Ticket zu kaufen. Die Essigfabrik auf der anderen Rheinseite kannte ich noch nicht, <strong>Grizzly Bear<\/strong> hatte ich noch nicht gesehen (obwohl ich mir da seit gestern Abend nicht mehr so sicher bin); also noch anderthalb Gr\u00fcnde, den Freitagabend f\u00fcr ein Konzert zu nutzen.<br \/>\nAls wir an der Essigfabrik ankamen, war es bereits voll. Drau\u00dfen als auch drinnen. Dies war direkt meine erste Fehleinsch\u00e4tzung: Nie und nimmer h\u00e4tte ich gedacht, dass die New Yorker so viele Menschen ziehen. Die Essigfabrik, die ich auch nicht in dieser Gr\u00f6\u00dfe erwartete hatte, war proppenvoll. H\u00e4tte ich es gewusst, ich w\u00e4re nicht erst um kurz nach 20 Uhr an Ort und Stelle gewesen.<\/p>\n<p>So schien der Abend ein sehr unentspannter zu werden, f\u00fcr einen guten Platz war es nun leider zu sp\u00e4t. Und es gibt nichts f\u00fcrchterlicheres, als in anderer Menschen Laufwege zu stehen. Die Vorband <strong>Villagers<\/strong> ging so v\u00f6llig an mir vorbei. Zu besch\u00e4ftigt waren wir damit, Leuten auszuweichen und uns einigermassen gut zu positionieren. Was von den <strong>Villagers<\/strong> h\u00e4ngenblieb, war die Stimme des S\u00e4ngers, sie erinnerte mich phasenweise sehr an Conor Oberst.<br \/>\nW\u00e4hrend der Umbaupause wurde es komfortzonentechnisch nicht besser. Immer mehr Leute kamen und niemand ging. Nun denn, ich hatte mich schon mit dem Gedanken angefreundet, sp\u00e4testens nach ein, zwei Liedern weiter nach hinten zu gehen. So wie hier und jetzt ging das gar nicht.<\/p>\n<p><strong>Grizzly Bear<\/strong> er\u00f6ffneten mit \u201eSpeak in rounds\u201c, \u201eAdelma\u201c und \u201eSleeping Ute\u201c (toll die \u00dcbergange zur akustischen Gitarre), ihrer Standarder\u00f6ffnung der letzten Konzerte und drei Songs des aktuellen Albums <em>Shields<\/em>. Ein guter und stimmungsvoller Beginn, der mich z\u00f6gern lie\u00df, meinen Platz zu verlassen. Stimmungsvoll war die B\u00fchnenbeleuchtung. Viele quallen\u00e4hnlich aussehende Lichtst\u00e4nder ums\u00e4umten den Hintergrund, dazu kam wohldosiert einsetzendes Scheinwerferlicht. Das passte. Da mich auch das Ambiente \u00fcberraschenderweise weniger nervte als in der Umbaupause bef\u00fcrchtet, blieb ich jetzt erst recht. Ich sollte im Laufe des Abends mit mehr Platz (= Komfortzone) und guter Sichte entsch\u00e4digt werden. Sicherlich der F\u00fclle und der daraus resultierenden schlechten Luft geschuldet, gingen immer mehr Leute zur\u00fcck nach hinten. So wurde es ertr\u00e4glich und nach einer guten Stunde w\u00e4re das Argument \u201eviel zu voll und eng und bl\u00f6d\u201c als Grund f\u00fcr ein schlechtes Konzert nicht mehr haltbar gewesen. Aber es musste nichts gehalten werden, das Konzert entwickelte sich zu einem sehr h\u00f6rensertem h\u00f6renswerten Erlebnis.<\/p>\n<p>Und meine Bedenken, dass es musikalisch eher langweilig und langatmig werden w\u00fcrde, waren gro\u00dfer Unsinn. \u201eYet again\u201c spielten sie fr\u00fch im ersten Drittel und h\u00e4tte man mich vorher gefragt, ich h\u00e4tte sicherlich eingestanden, dass ich nach diesem Song gehen werde. Aber da mich die \u00e4lteren Sachen bis hierin ebenso beeindruckten, wollte ich mehr. Der <em>Vekatimest<\/em> Vierer \u201eReady able\u201c, \u201eI live with you\u201c, \u201e Foreground\u201c und \u201c While you wait fort he others\u201c schreckte mich live viel weniger ab als auf CD. \u201eCheerleader\u201c &#8211; das kam sp\u00e4ter irgendwann &#8211;\u00a0 entpuppte sich gar als Hit. Gegen Ende des Konzerts spielten sie \u201eTwo weeks\u201c, der Song, der am freudigsten erwartet wurde. Wenig \u00fcberraschend. Mir ist \u201eTwo weeks\u201c inzwischen egal geworden, ich habe ihn zu oft im Fernsehen geh\u00f6rt. Und so dolle finde ich ihn auch nicht. Ein akustisch gespieltes \u201eAll we ask\u201c bildete dann nach knappen 2 Stunden einen guten Abschluss.<\/p>\n<p>Konzertort und Ambiente der Essigfabrik sind sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig und nur bedingt konzerttauglich. Es war mein erster Besuch in K\u00f6ln-Poll, ich hoffe, dass ich nicht so schnell wieder her muss. Die Essigfabrik verbreitet mit ihrem gefliesten Boden und der Tarnnetzbeschm\u00fcckung diese Art von Bauerndorfscheunenfeste, die ich fr\u00fcher schon nur bedingt mochte und eigentlich jetzt nicht mehr sehen will. Der Sound war jedoch okay. Also er war laut, die Gespr\u00e4che der anderen um einen herum h\u00f6rte ich so wenigstens kaum.<br \/>\nUnd wenn man denkt, was soll noch passieren, jetzt fahr ich nach Hause, da ist es sch\u00f6n, dann das: ich habe jetzt vier Radkappen weniger. Bei ebay gibt\u2019s seit heute welche f\u00fcr 15 Euro zu ersteigern. Ein lohnenswertes Angebot aus K\u00f6ln, hei\u00dft es im Angebot.<\/p>\n<p>Verdammt, ich habe <strong>Grizzly Bear<\/strong> untersch\u00e4tzt!!!<\/p>\n<blockquote><p>\u201eVillagers und Grizzly Bear auf einem Ticket &#8211; diese Kombination zweier zu Recht gehypter, hochtalentierter Bands lie\u00df erahnen, wie sich die Zukunft des Folkrock anh\u00f6rt.\u201c (via: <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/Villagers-Grizzly-Bear-und-die-Zukunft-des-Folkrock-id22565706.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Augsburger Allgemeine<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist nun aber Quatsch.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/_E5CSTyCa7s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Essigfabrik, K\u00f6ln Vorband: Villagers Ich hatte diesen Abend falsch eingesch\u00e4tzt. 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