{"id":4426,"date":"2012-10-30T19:58:26","date_gmt":"2012-10-30T18:58:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4426"},"modified":"2014-12-14T18:45:41","modified_gmt":"2014-12-14T17:45:41","slug":"i-like-trains-koln-29-10-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/i-like-trains-koln-29-10-2012\/","title":{"rendered":"I like trains &#8211; K\u00f6ln, 29.10.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Der Rest<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"i like trains\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/i-like-trains-5.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p>I like trains kenne ich. Ein bisschen. Vor knapp zwei Jahren besuchte ich ihr Konzert an gleicher Stelle und war sehr angetan. Das war 2010 und ihr Album \u201eHe who saw the deep\u201c war just erschienen. Ich h\u00f6rte es sehr oft und Songs wie \u201eProgress is a snake\u201c oder \u201eBroken bones\u201c brannten sich in mein Ged\u00e4chtnis. Damals fand ich das alles passend, die Musik, die Jahreszeit, das Wetter. Also mollige gitarrenlastige Melancholie, Winter, nasse K\u00e4lte.<br \/>\nZwei Jahre sp\u00e4ter sind die Eingangsparameter nahezu identisch. I like trains haben derweil ein drittes Album ver\u00f6ffentlicht und letzte Woche erinnerte ich mich an die Band und ihr wohliges Konzert. Mit Paul Cezanne beschloss ich <a title=\"Homepage\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2943\" target=\"_blank\">seinerzeit<\/a> den Abend, sein Satz \u201cI think, everything is lost.\u201d kam mir damals sehr passend als eine ein-Satz Zusammenfassung vor.<br \/>\n\u201eEverything is lost.\u201c Das passt irgendwie immer. Aber \u201ees ist erst das Ende, wenn es gut ist\u201c auch. Und da New York nach jetzigem Stand der Dinge nicht untergehen wird (allerdings der tolle Atlantic City Boardwalk teilweise verschwunden ist), ist nichts verloren. Weder hier noch dr\u00fcben, und erst recht nicht gestern Abend im Geb\u00e4ude 9.<br \/>\nI like trains. Es war ein gutes Konzert, \u00fcberraschenderweise kannte ich viele der gespielten Songs. Das bedeutet, zum Leidwesen meines Konzertfreundes, der die dunkle Seite der Band sehr zu sch\u00e4tzen wei\u00df, dass die Nordengl\u00e4nder viele Songs ihres vermeintlich schw\u00e4chsten zweiten Albums gespielt haben. So waren ein Drittel der Setlist von \u201eWe saw the deep\u201c, zugespitzt in der einzigen Zugabe des Abends, \u201eSea of regrets\u201c, dieses wundervoll getragene poppige Etwas.<br \/>\nWie schon knapp zwei Jahre zuvor hatte ich auf dem Nachhauseweg das gute Gef\u00fchl, in I like trains eine Band gefunden zu haben, zu deren Konzerten man gefahrenlos gehen kann. M\u00f6gen ihre bisherigen Alben auch musikalisch indifferent und sehr unterschiedlich sein, live schafft es die Band, einen roten Faden zu spinnen, der die unterschiedlichen Ausrichtungen sehr gut in der Reihe h\u00e4lt und Br\u00fcche oder komische Momente \u00fcberhaupt nicht erst aufkommen l\u00e4sst.<br \/>\n<!--more-->Da st\u00f6rte es auch nur minimal, dass der Gesang zeitweise nur sehr vage wahrnehmbar war und oft hinter den Instrumenten anstand. Optisch wettgemacht wurde das durch die sehr ambitionierte Videoberieselung, die zu jedem Song die passenden Bilder im Cinemascope Format an die R\u00fcckwand der B\u00fchne projizierte. Das sah gut und untermalte die Musik sehr passend. Erg\u00e4nzt durch gutes Licht und ein unaufgeregtes Auftreten der Band waren die \u00e4u\u00dferen Eindrucke sehr begeisternd.<br \/>\nEs gelang mir so tats\u00e4chlich, voll in das Konzert einzutauchen, die Gedanken abschweifen und mich einfach nur berieseln zu lassen. Ungewohnt schnell verging die Zeit, real dauerte das Konzert gute 90 Minuten. So richtig bewusst wurde mir dies beim drittletzten Song \u201eTerra nova\u201c. Dieser laute Gitarrenstampfer riss mich abrupt aus meiner Vertr\u00e4umtheit. Ein Riesenhit, der mit den nachfolgenden \u201eThese feet of clay\u201c und dem abschlie\u00dfenden \u201eReykjavik\u201c den gelungenen Abschluss des Konzertes darstellten. \u201eReykjavik\u201c ist ein Song des aktuellen Albums \u201eThe shallows\u201c, den ich vorher nicht kannte, der mich aber durch das herrlich gitarrenhaft ausufernde Ende sehr beeindruckte. Mit dieser Sicht stand ich nicht allein. Als wir uns nach dem Konzert \u00fcber dieses St\u00fcck unterhielten, war Begeisterung der gemeinsame Nenner.<br \/>\nAls I like trains zur Zugabe das wunderbare \u201eSea of regrets\u201c anstimmten, war der Abend endg\u00fcltig gro\u00dfartig. Oh ja, David Martin, Guy Bannister, Alistair Bowis und Simon Fogal machten auch an diesem Abend vieles richtig.<br \/>\nDer Rest (also die Vorband) war interessant. Ich gebe zu, ich mag diese Art von Musik nicht sonderlich dolle. Ich wei\u00df auch gar nicht, wie ich sie beschreiben soll. W\u00e4hrend der knappen halben Stunde Der Rest kamen mir oft Therapy?! und \/ oder das Auge Gottes in den Sinn. Mit I like trains teilten sich die drei die schwarze B\u00fchnengarderobe, musikalisch waren sie so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Nein, wie Tag und Nacht ist nicht richtig, Tag und Nacht ist nicht so unterschiedlich, wie man vordergr\u00fcndig vermuten k\u00f6nnte. Der Rest w\u00e4hlte einen anderen Ansatz, eine andere Ausgangsbasis, um thematische der I like trains Grundstimmung nahezukommen.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wenn Vergebung eine Tugend ist, dann beherrsche ich diese wohl nicht. Aber nichts k\u00f6nnte mir gerade mehr egal sein. Rechts und links rafft es die Unschuldigen hin, mein eigenes Schicksal ist dabei so unwichtig, dass es mir Tr\u00e4nen in die Augen treiben k\u00f6nnte. Leute, die auf der Strecke bleiben, sind das Einzige, an dem es hier wirklich nicht fehlt. Einmal ein Schritt daneben, und du bist im Visier.&#8220;<br \/>\nPuh, mal ehrlich: Wer muss allein bei diesen ersten reimlosen Zeilen aus &#8222;Vorsicht&#8220; nicht direkt an den weiten Dunstkreis der Hamburger Schule denken? An Dirk von Lotzow und sein dahingebrabbeltes Selbstmitleid, an Jochen Distelmeyers Nonchalance, an die Pop-Philosophie von Tilmann Rossmy oder an die Alltagssoziologie der K\u00f6lner Band Erdm\u00f6bel?<br \/>\n(via laut.de)<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00c4hh, ich. Aber wie gesagt, ich stand nicht so auf ihren Ansatz, und \u201eGloria\u201c r\u00f6hrende Bassisten machen mir grunds\u00e4tzlich Angst.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2943\" target=\"_blank\">I like trains &#8211; K\u00f6ln, 19.01.2011<\/a><\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\n<a title=\"flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157631889746678\/\" target=\"_blank\">flickr-Album<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Vorband: Der Rest I like trains kenne ich. Ein bisschen. Vor knapp zwei Jahren besuchte ich ihr Konzert an gleicher Stelle und war sehr angetan. Das war 2010 und ihr Album \u201eHe who saw the deep\u201c war just erschienen. 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