{"id":4394,"date":"2012-10-16T19:17:41","date_gmt":"2012-10-16T17:17:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4394"},"modified":"2024-03-18T20:29:26","modified_gmt":"2024-03-18T19:29:26","slug":"radiohead-koln-15-10-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/radiohead-koln-15-10-2012\/","title":{"rendered":"Radiohead &#8211; K\u00f6ln, 15.10.2012"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Lanxess Arena, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Caribou<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Radiohead.jpg\" alt=\"Radiohead,Konzertbericht,K\u00f6ln,2012,lanxess Arena,Caribou,Setlist\" class=\"wp-image-2414\" title=\"Radiohead - K\u00f6ln, 15.10.2012\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201ePenny, ich bin Physiker, ich habe fundierte Kenntnisse \u00fcber das gesamte Universum und alles, was darin ist.\u201c<br>\u201eWer ist Radiohead?\u201c<br>\u201eIch habe bedeutende Grundkenntnisse \u00fcber die WICHTIGEN Dinge des Universums.\u201c<br>(Big Bang Theory, Staffel 2 Folge 18)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wie kann ich einen perfekten Abend beschreiben? Ich wei\u00df es nicht, vielleicht will ich ihn auch gar nicht gro\u00df in Worte fassen. Dass, was <strong>Radiohead<\/strong>, und davor <strong>Caribou <\/strong>abgeliefert haben, war nicht mehr und nicht weniger als das Konzert des Jahres. Ein kleines Konzert einer gro\u00dfen Band in einer gro\u00dfen Halle. Wow!<br>Warum &#8218;kleines Konzert&#8217;\u201c&#8216;? Weil es mir nicht als Stadionkonzert vorkam, was uns <strong>Radiohead <\/strong>zweieinhalb Stundenlang boten. Aus mehreren Gr\u00fcnden f\u00fchlten wir uns eher in einen kleineren Konzertsaal versetzt. Lag es daran, dass wir vorne standen, lag es daran, dass <strong>Radiohead <\/strong>keine gro\u00dfe B\u00fchnenshow aufboten oder lag es einfach daran, das <strong>Thom Yorke<\/strong> es schaffte, die Arena Arena sein zu lassen und Gef\u00fchle von N\u00e4he und Intimit\u00e4t verspr\u00fchte, die man diesem hibbeligen kleinen Mann gar nicht zutrauen w\u00fcrde?<br>Es lag sicherlich an allem. Wenn sich die Videoplatten wie eine zweite Decke \u00fcber die K\u00f6pfe der Band absenken, wird das Hallendach ganz nah, der Raum nach oben sehr klein. Es schmeckt dann nach Kellergew\u00f6lbe und Flaschenbier, weniger nach Nachos und Pfandbechern mit Henkel. Bei \u201e15 steps\u201c setzten sie dieses Stilelement ein und just ab diesem Zeitpunkt, war ich v\u00f6llig gefangen. Sprachlos und paralysiert vom Rest des Abends.<br>Ich habe <strong>Radiohead <\/strong>untersch\u00e4tzt, sehr untersch\u00e4tzt. Vorher unterhielten wir uns noch dar\u00fcber, ob <strong>Radiohead <\/strong>wirklich so wichtig sind, wie ich nicht glauben wollte, dass sie es sind. Nachher, oder besser gesagt nach zwei Stunden und einem famosen \u201eWeird fishes\u201c muss ich alle Gedanken revidieren. <strong>Radiohead <\/strong>sind so bedeutend, wie man nur sein kann. Punkt.<br>Das erw\u00e4hnte \u201eWeird fishes\u201c und \u201eReckoner\u201c waren meine herausragenden Momente. Auf der Zugfahrt heim lie\u00df mich dieser Intimgedanke des Konzertes nicht los. Wieso schaffen das <strong>Radiohead<\/strong>? Klar, wenn <strong>Coldplay <\/strong>Konfetti, Zweitb\u00fchne und Feuerwerk einsetzen, ist der Intimgedanke schnell verflogen. Wenn <strong>Muse <\/strong>das Klavier unter der Hallendecke aufbauen, auch.<br>Also weniger Schnickschnack gleich Intimit\u00e4t? So einfach ist es wohl auch nicht, ein bisschen was muss die Band noch dazutun und ein bisschen muss der Moment auch magisch sein.<br>Mit <strong>Caribou <\/strong>fing es schon gut an. F\u00fcnf Songs spielten die vier Mannen um <strong>Dan Snaiths<\/strong>. Was nach wenig klingt, waren immerhin fast f\u00fcnfunddrei\u00dfig Minuten Spielzeit; ein annehmbarer Wert f\u00fcr eine Vorband bei einem solchen Konzert. Vorne am B\u00fchnen Rand standen sie eng beieinander, Schlagzeug und Keyboard nahezu umringend. So, wie man sie sich vorstellt. Mit \u201eOdessa\u201c und \u201eSun\u201c endete ihr Set gr\u00f6\u00dftm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6lner Stadtanzeiger umschreibt es heute Morgen passend:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Zuvor er\u00f6ffnete Dan Snaiths, Doktor der Mathematik, mit seinem Elektro-Projekt Caribou. Vier Mann, die eng beisammenstehen und wie ein K\u00f6rper grooven.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Radiohead <\/strong>starten mit drei Schlagzeugaufbauten in den langen Abend. Indirekt sind damit die Rahmenparameter gesetzt. Es soll eine Klangreise sondergleichen werden, ein Indiekonzert im Stadionformat.<br><strong>Radiohead <\/strong>machen keine Mitklatschmusik und bieten keinen B\u00fchneenschnickschnack im Grossformat. Wohl nur ganz selten sieht man in einer gro\u00dfen unbestuhlten Konzertarena so unbeweglich stehend und faszinierend starrende Menschen im Innenraum. Ungl\u00e4ubige Augen, offenen M\u00fcnder, kontrolliertes Kopfsch\u00fctteln im Takt nerviger <strong>Radiohead <\/strong>Sounds der letzten beiden Alben, es war immer das gleiche Bild, das ich erblickte. Gut, die beiden Teenagerm\u00e4dels vor uns ausgenommen, die waren anders unterwegs. Alle anderen lie\u00dfen sich scheinbar genauso gerne wie ich faszinieren von einem zappelig tanzenden <strong>Thom Yorke<\/strong> und solide auftrumpfenden Gebr\u00fcdern <strong>Greenwood<\/strong>.<br>Was f\u00fcr ein Unterschied zu meinen letzten Liveerlebnissen mit <strong>Radiohead<\/strong>. Im E-Werk vor vielen Jahren waren sie noch die wilden Gitarrennerds, die einen \u00fcberrollten und im H\u00f6hepunkt abrupt stehen lie\u00dfen, oder in Oberhausen, als ich \u00e4hnlich verschnupft und erk\u00e4ltet wie gestern die Elektrophase der Band dazu nutzte, um entspannt auf einem Sitzplatz den gr\u00f6\u00dften Teil des Konzertes medikament\u00f6s dahinzud\u00e4mmern.<br>Gestern war es irgendwie von beiden etwas, aber alles wirkte gereifter und etablierter. Will sagen: Radiohead haben die Jahre genutzt, um still und heimlich eine sehr gro\u00dfe Band zu werden.<br>\u201eThe daily mail\u201c, irgendwann im Zugabenteil eins gespielt, ist die Blaupause f\u00fcr vieles an diesem Abend. <strong>Thom Yorke<\/strong> sitzt am Klavier, den R\u00fccken halb der Menge zugedreht und spielt die ersten T\u00f6ne. Auf den Videoleinw\u00e4nden wird sein Gesicht gezeigt, wie es sich fast in das Mikrofon gr\u00e4bt. Es ist still in der Arena, alle starren gebannt auf die B\u00fchne.<br>Dann setzt die Band ein, dann bricht der Jubel los. Einer von vielen magischen Momenten. Grossartig!<br>Das Konzert ist eine runde Sache. Wenn <strong>Thom Yorke<\/strong> ein Keyboard ben\u00f6tigt, wurde es reingetragen, wenn er sein Klavier braucht, wird es an den B\u00fchnenrand geschoben. Den Fluss mindert all das nicht. Alles erscheint so selbstverst\u00e4ndlich und leicht, erscheint ohne Starget\u00f6se.<br>Ich studiere gerade die Setlist, die wirkt abgedreht. Gestern Abend sagte ich, dass ich spontan nur f\u00fcnf Songs kenne. Beim Lesen der Songtitel komme ich nicht einmal auf diese f\u00fcnf. Zu selten habe ich die letzten Alben geh\u00f6rt und zu lange ist das her. Egal, es spielte keine Rolle, nie wirkten (scheinbar) unbekannte Songs so vertraut und bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder wie <strong>Penny <\/strong>treffend fragte: &#8218;Wer ist <strong>Radiohead<\/strong>?&#8216; und <strong>Sheldon Coopers<\/strong> Antwort h\u00e4tte lauten m\u00fcssen: &#8218;Eine er wichtigsten Bands des Universums.&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>Konzert des Jahres!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Idioteque - Radiohead live @ the Lanxess Arena, K\u00f6ln 2012\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/FRGUzPjaao0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Bloom<br>02: Lucky<br>03: 15 Step<br>04: Morning Mr. Magpie<br>05: The National Anthem<br>06: The Gloaming<br>07: Separator<br>08: Reckoner<br>09: Pyramid Song<br>10: These are my twisted words<br>11: Nude<br>12: Identikit<br>13. Lotus Flower<br>14. There There<br>15: Feral<br>16: Bodysnatchers <br>Zugabe I:<br>17: Weird Fishes\/Arpeggi<br>18: Full Stop<br>19: The Daily Mail<br>20: Myxomatosis<br>21: Paranoid Android <br>Zugabe II:<br>22: How to disappear completely<br>23: Everything in Its right place<br>24: Idioteque<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann ich einen perfekten Abend beschreiben? Ich wei\u00df es nicht, vielleicht will ich ihn auch gar nicht gro\u00df in Worte fassen. Dass, was Radiohead, und davor Caribou abgeliefert haben, war nicht mehr und nicht weniger als das Konzert des Jahres. Ein kleines Konzert einer gro\u00dfen Band in einer gro\u00dfen Halle. Wow!<br \/>\nWarum &#8218;kleines Konzert&#8217;\u201c&#8216;? Weil es mir nicht als Stadionkonzert vorkam, was uns Radiohead zweieinhalb Stundenlang boten. 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