{"id":437,"date":"2008-03-08T13:16:05","date_gmt":"2008-03-08T12:16:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=437"},"modified":"2018-08-23T10:59:49","modified_gmt":"2018-08-23T08:59:49","slug":"amy-macdonald-koln-06-03-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/amy-macdonald-koln-06-03-2008\/","title":{"rendered":"Amy Macdonald &#8211; K\u00f6ln, 06.03.2008"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Liam Gerner<\/p>\n<p>Die erste \u00dcberraschung erlebe ich zwei Tage zuvor. Auf der Homepage des Geb\u00e4udes 9 ist zu lesen, dass das Konzert ausverkauft sei. Das erstaunt mich, denn ich h\u00e4tte <strong>Amys<\/strong> Bekanntheitsgrad au\u00dferhalb des britischen Eilandes nicht so hoch angesetzt. Das Deb\u00fct-Album ist hierzulande noch nicht lange auf dem Markt, sie hat keine &#8222;Foundation&#8220; \u00e4hnliche Single auf Dauerrotation im H\u00f6rfunk. Gut, in England steht ihr Album auf Platz 2 der Charts, aber England ist weit. Woher kennen die Menschen nun <strong>Amy Macdonald<\/strong>?<br \/>\nZum Beispiel aus dem Vorprogramm der letztj\u00e4hrigen <strong>Paul Weller<\/strong> Akkustiktour. Damals spielte sie &#8211; zumindest in K\u00f6ln &#8211; gross auf und begeisterte nicht nur mit einer <strong>Killers<\/strong> Coverversion sondern mit ihrem gesamten halbst\u00fcndigen Set. Oder zum Beispiel aus dem Internet und Itunes &#8218;Free single of the week&#8216; Werbeprogramm. Hier tauchte Mitte letzten Jahres &#8222;Youth of today&#8220; als Gratis-download auf. Oder einfach aufgrund der Tatsache, dass sich gute Musik auch ohne Werbemaschinerie und Radiopr\u00e4senz verbreitet. Sch\u00f6n zu wissen.<\/p>\n<p>Als ich um kurz vor neun am Geb\u00e4ude 9 ankomme, wundere ich mich, dass keine Menschen im Innenhof stehen. Normalerweise ist es hier vor Konzertbeginn immer recht rege. Man wartet hier im Freien bis die Musik beginnt, denn in der Halle ist oft sehr schnell sehr dicke Luft, der man sich so sp\u00e4t wie m\u00f6glich aussetzen m\u00f6chte. Und begonnen hat der Abend auch noch nicht, es dr\u00f6hnt nichts aus dem Geb\u00e4ude. Im Vorraum das gleiche Bild, kaum jemand der hier rumlungert. Die Theke ist verwaist. Ist heute alles anders? Scheint so.<\/p>\n<p>In der Halle ist es rappelvoll. Hier geht nichts mehr.\u00a0<strong>Liam Gerner<\/strong>, ein australischer Singer- Songwriterpoet er\u00f6ffnet den Abend. Er hat leichtes Spiel, musikalisch passt seines gut zu Miss <strong>MacDonald<\/strong> und nach wenigen Songs wird klar, dass er dar\u00fcberhinaus ein guter Entertainer ist. Zwischen den Songs erz\u00e4hlt <strong>Liam<\/strong> kleine D\u00f6nekes. Der Auftritt l\u00e4sst mich kurz an <strong>Olli Schulz<\/strong> in nicht ganz so albern denken. Das Geb\u00e4ude 9 f\u00fchlt sich vom mann mit der Gitarre gut unterhalten. Bei seinen Songs ist es mucksm\u00e4usenstill im Publikum. Man k\u00f6nnte ein Handy vibrieren h\u00f6ren. Die h\u00f6chste Anerkennung, die eine Vorband vom Publikum bekommen kann.<br \/>\nUm zwanzig vor zehn r\u00e4umt Liam Gerner die B\u00fchne, doch es scheint als w\u00fcrde er noch l\u00e4nger bleiben wollen. Vor dem vorletzten und letzten Song schaut er kurz nach links. Sagt ihm da eine Stimme aus dem dunklen Off: &#8222;Es reicht.&#8220;? Es sieht so aus.<\/p>\n<p>Nun sind vier Rowdies an der Reihe. Da es keine Instrumente ab- und aufzubauen gibt, alles steht schon bereit, checken sie viermal die Mikrofone, pr\u00fcfen dreimal jede Gitarre und sehen sehr besch\u00e4ftigt aus, wenn sie immer wieder die B\u00fchne verlassen um kurz danach mit nichts wieder auftauchen. Das wirkt sehr gross und Mainstagekompatibel und macht sich bestimmt besser bei T in the Park als auf der B\u00fchne des Geb\u00e4udes 9. Obwohl noch voll im Umbaupausenzeitsoll wird das Publikum leicht unruhig und scharrt mit den F\u00fcssen. Alle sind sehr gespannt. Es liegt dieser typische Geruch von Vorfreude und ich-weiss-nicht-was-mich-erwartet in der Luft, der so oft bei Tourpremieren zu f\u00fchlen ist. Jeder hat eine Vorahnung, einen Traum von dem, wie die K\u00fcnstler live auftreten. Hat man eine Band hingegen schon mal live gesehen, ist dieses Element nicht mehr so stark. Dann wei\u00df man um die Bewegungen, kennt die B\u00fchnenpr\u00e4senz.<br \/>\nUm kurz nach zehn hat das Warten ein Ende. Erst betritt ein Laptop die B\u00fchne, kurz darauf die Band und <strong>Amy Macdonald<\/strong>.<br \/>\n<strong>Amy<\/strong> und Kollegen beginnen rockig. Zwei schnelle Songs stehen am Anfang, ehe zum ersten Mal entschleunigt wird. Hatte ich vom rockigen Beginn \u00fcberraschen lassen, wirkte es nun vertrauter und kam mehr nach der Konserve. Was nicht heissen soll, dass das Rockige <strong>Amy<\/strong> nicht gut steht. Im Gegenteil, reine Singer-Songwriter Veranstaltungen ohne Tempo- und Lautst\u00e4rkenwechsel sind eh etwas dr\u00f6ge, so freut es mich sehr, dass live der Sound mehr nach vorne ist als auf der CD. Selbstverst\u00e4ndlich darf auch die Coverversion nicht fehlen, die mich seinerzeit hat aufmerksam werden lassen, der <strong>Killers<\/strong> &#8222;Mr Brightside&#8220;. Als diese in der Mitte des Sets gespielt wurde, musste ich nochmals kurz an die Autofahrt zur\u00fcckdenken. Bei 1live scheint es eine neue Rubrik zu geben, &#8222;Verdeutschung bekannter Hits&#8220; nennt sie sich. (Oder so \u00e4hnlich.). Die K\u00f6lner <strong>Wolke<\/strong> covern dort gro\u00dfe Hits und geben ihnen deutsche Texte. Diesmal war &#8222;Today&#8220; von den<strong> Smashing Pumpkins<\/strong> an der Reihe. &#8222;Ich brenne mir meine Augen aus, bevor ich rausgeh&#8216;.&#8220; Naja, das war nicht allzu schwer zu erraten, und ich h\u00e4tte bestimmt gute Chancen gehabt und diesen abgekarterten Anrufgewinnspielen einen Lolli gewonnen.<br \/>\nDa habe ich im September schon l\u00e4nger geknobelt, bis ich <strong>Amy MacDonalds<\/strong>\u00a0&#8222;Mr Brightside&#8220; erkannt habe. Und vor allem, bis mir der Titel eingefallen ist. Es ist doch so, man h\u00f6rt ein paar bekannte Textzeilen, sagt sich &#8222;halt, das kenn ich doch&#8220;, sucht dann man nach der Melodie des Originals, und wenn man sie im Ohr hat, f\u00e4llt einem doch partout der Titel nicht ein. Geschweige denn die Band.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck nach 2008. Nach guten 45 Minuten verschwanden die vier Jungs und <strong>Amy<\/strong> von der B\u00fchne. Wie ich es vermutet hatte, endete das regul\u00e4re Set mit &#8222;Let&#8217;s start a band&#8220;, diesem rasanten St\u00fcck, das zum Ende hin immer ausufernder wird. Da kann man sich noch einmal so richtig austoben. Der perfekte Schlusssong. Und um das andere Thema abzufr\u00fchst\u00fccken:<br \/>\n&#8222;Foundation&#8220;, na klar, der <strong>Kate Nash<\/strong> Vergleich darf nicht ausbleiben. Er passt ja auch ach so wunderbar: beide M\u00e4dels sind Anfang 20, beide kommen von der Insel, haben diese typische Seitenscheitelm\u00e4dchenfrisur und sind do-it-yourself K\u00fcnstlerinnen.<br \/>\nIn Nuancen hinkt es aber gewaltig. <strong>Amy<\/strong> ist mehr Singer- Songwriterin. Bei ihr fliessen traditionelle Musikstrukturen ein. Manchmal meint man f\u00fcr ein zwei Takte ein schottisches Heimatlied zu h\u00f6ren.<br \/>\nUnd w\u00e4hrend <strong>Kate Nash<\/strong> \u00fcber Pickel, die erste Liebe, Boyfriends und gibbeligen M\u00e4dchenkram singt, heissen <strong>Amys<\/strong> Themen eher &#8222;was will ich im Leben&#8220; (&#8222;This is the life&#8220;), und drehen sich um mehr als den eigenen oder Freundeskreiskosmos (wie in &#8222;Footballer&#8217;s wife&#8220;).<br \/>\nDas l\u00e4sst ihre Songs erwachsener und reifer klingen, und spricht damit scheinbar auch ein \u00e4lteres Publikum an, wie im Geb\u00e4ude 9 zu beobachten war. Kein Teenagerpublikum wie seinerzeit in der Kantine, eher das Mitt-\/ Endzwanziger Publikum mit Peaks Richtung \u00e4lter.<a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/isdasniedlich.twoday.net\/stories\/4657077\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste \u00dcberraschung erlebe ich zwei Tage zuvor. Auf der Homepage des Geb\u00e4udes 9 ist zu lesen, dass das Konzert ausverkauft sei. Das erstaunt mich, denn ich h\u00e4tte Amys Bekanntheitsgrad ausserhalb des britischen Eilandes nicht so hoch angesetzt. Das Deb\u00fct-Album ist hierzulande noch nicht lange auf dem Markt, sie hat keine &#8222;Foundation&#8220; \u00e4hnliche Single auf Dauerrotation im H\u00f6rfunk. Gut, in England steht ihr Album auf Platz 2 der Charts, aber England ist weit. Woher kennen die Menschen nun Amy Macdonald?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":0,"_seopress_analysis_target_kw":"","ocean_post_layout":"","ocean_both_sidebars_style":"","ocean_both_sidebars_content_width":0,"ocean_both_sidebars_sidebars_width":0,"ocean_sidebar":"","ocean_second_sidebar":"","ocean_disable_margins":"enable","ocean_add_body_class":"","ocean_shortcode_before_top_bar":"","ocean_shortcode_after_top_bar":"","ocean_shortcode_before_header":"","ocean_shortcode_after_header":"","ocean_has_shortcode":"","ocean_shortcode_after_title":"","ocean_shortcode_before_footer_widgets":"","ocean_shortcode_after_footer_widgets":"","ocean_shortcode_before_footer_bottom":"","ocean_shortcode_after_footer_bottom":"","ocean_display_top_bar":"default","ocean_display_header":"default","ocean_header_style":"","ocean_center_header_left_menu":"","ocean_custom_header_template":"","ocean_custom_logo":0,"ocean_custom_retina_logo":0,"ocean_custom_logo_max_width":0,"ocean_custom_logo_tablet_max_width":0,"ocean_custom_logo_mobile_max_width":0,"ocean_custom_logo_max_height":0,"ocean_custom_logo_tablet_max_height":0,"ocean_custom_logo_mobile_max_height":0,"ocean_header_custom_menu":"","ocean_menu_typo_font_family":"","ocean_menu_typo_font_subset":"","ocean_menu_typo_font_size":0,"ocean_menu_typo_font_size_tablet":0,"ocean_menu_typo_font_size_mobile":0,"ocean_menu_typo_font_size_unit":"px","ocean_menu_typo_font_weight":"","ocean_menu_typo_font_weight_tablet":"","ocean_menu_typo_font_weight_mobile":"","ocean_menu_typo_transform":"","ocean_menu_typo_transform_tablet":"","ocean_menu_typo_transform_mobile":"","ocean_menu_typo_line_height":0,"ocean_menu_typo_line_height_tablet":0,"ocean_menu_typo_line_height_mobile":0,"ocean_menu_typo_line_height_unit":"","ocean_menu_typo_spacing":0,"ocean_menu_typo_spacing_tablet":0,"ocean_menu_typo_spacing_mobile":0,"ocean_menu_typo_spacing_unit":"","ocean_menu_link_color":"","ocean_menu_link_color_hover":"","ocean_menu_link_color_active":"","ocean_menu_link_background":"","ocean_menu_link_hover_background":"","ocean_menu_link_active_background":"","ocean_menu_social_links_bg":"","ocean_menu_social_hover_links_bg":"","ocean_menu_social_links_color":"","ocean_menu_social_hover_links_color":"","ocean_disable_title":"default","ocean_disable_heading":"default","ocean_post_title":"","ocean_post_subheading":"","ocean_post_title_style":"","ocean_post_title_background_color":"","ocean_post_title_background":0,"ocean_post_title_bg_image_position":"","ocean_post_title_bg_image_attachment":"","ocean_post_title_bg_image_repeat":"","ocean_post_title_bg_image_size":"","ocean_post_title_height":0,"ocean_post_title_bg_overlay":0.5,"ocean_post_title_bg_overlay_color":"","ocean_disable_breadcrumbs":"default","ocean_breadcrumbs_color":"","ocean_breadcrumbs_separator_color":"","ocean_breadcrumbs_links_color":"","ocean_breadcrumbs_links_hover_color":"","ocean_display_footer_widgets":"default","ocean_display_footer_bottom":"default","ocean_custom_footer_template":"","osh_disable_topbar_sticky":"default","osh_disable_header_sticky":"default","osh_sticky_header_style":"default","osh_sticky_header_effect":"","osh_custom_sticky_logo":0,"osh_custom_retina_sticky_logo":0,"osh_custom_sticky_logo_height":0,"osh_background_color":"","osh_links_color":"","osh_links_hover_color":"","osh_links_active_color":"","osh_links_bg_color":"","osh_links_hover_bg_color":"","osh_links_active_bg_color":"","osh_menu_social_links_color":"","osh_menu_social_hover_links_color":"","ocean_post_oembed":"","ocean_post_self_hosted_media":"","ocean_post_video_embed":"","ocean_link_format":"","ocean_link_format_target":"self","ocean_quote_format":"","ocean_quote_format_link":"post","ocean_gallery_link_images":"off","ocean_gallery_id":[],"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1108,24,5,1048,1342],"class_list":["post-437","post","type-post","status-publish","format-standard","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