{"id":4307,"date":"2012-09-19T19:29:39","date_gmt":"2012-09-19T17:29:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4307"},"modified":"2012-10-27T19:26:31","modified_gmt":"2012-10-27T17:26:31","slug":"254-koln-18-09-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/254-koln-18-09-2012\/","title":{"rendered":"2:54 &#8211; K\u00f6ln, 18.09.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Lingby<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414\" title=\"2:54\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/1.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"506\" \/><br \/>\nNachdem er aus London zur\u00fcckgekehrt ist, erh\u00e4lt Mac Taylor in der vierten Staffel CSI:NY jeweils um 3.33 nachts anonyme Telefonanrufe. Scheinbar h\u00e4ngen diese Anrufe nicht mit den aktuellen Mordf\u00e4llen zusammen.Um 11:14 abends spielen sich in einer amerikanischen Kleinstadt merkw\u00fcrdige Dinge ab, ein Angestellter \u00fcberf\u00e4llt seinen eigenen Supermarkt, ein Mann entdeckt, dass seine Tochter einen Mord begangen hat versucht diesen zu vertuschen und es werden zwei Menschen \u00fcberfahren.<br \/>\nWas sich um 2:54 Uhr ereignete, wei\u00df ich nicht. Ich will es auch gar nicht wissen. Ich unterstelle dem Bandnamen einfach eine Uhrzeit, ohne mir die M\u00fche machen zu wollen, dieses zu recherchieren. In irgendeinem Interview oder auf irgendeinem Musikblog w\u00fcrde ich sicherlich die Antwort finden, aber in diesem Fall ich finde die Ungewissheit spannender.<br \/>\n2:54 sind die beiden Schwestern Colette und Hannah Thurlow aus London. Vor einigen Wochen spielten sie im Vorprogramm der XXe \u2013 was ihre musikalischen Eck-Koordinaten passend definiert \u2013 nun sind sie f\u00fcr drei Konzerte kurz zur\u00fcck. Eine EP (Scarlet) und ein Album (2:54) sind bereits ver\u00f6ffentlicht, Anfang 2010 gr\u00fcndeten sie ihre Band, zu der mittlerweile auch Alex Robins und Joel Porter z\u00e4hlen.<br \/>\nAls ich am Geb\u00e4ude 9 ankam, spielte die Vorband Lingby bereits.<br \/>\n<!--more-->Die beiden 2:54er Schwestern standen derweil drau\u00dfen an ihrem Tourbulli und husteten um die Wette. Das klang kr\u00e4nklich, waren sie aber scheinbar nicht, denn sp\u00e4ter am Abend merkte man ihnen keinerlei Schw\u00e4chen an. Gut so.<br \/>\nDass es ab und an ratsam ist, auf Kulturteile in Tageszeitungen zu achten und deren Ratschl\u00e4ge zu befolgen, zeigte sich bei der regionalen Vorgruppe Lingby. Wie schrieb der Stadtanzeiger doch am Morgen: P\u00fcnktlich da sein, Vorgruppe sind die wunderbaren Lingby. Nun, da hatte das Tagesblatt nicht zu viel versprochen. Wundervoll waren die Lingbys definitiv, zu viert pr\u00e4sentierten sie knappe zwei H\u00e4nde voll Songs mit Trompete, Gewitterrassel, Akustikgitarre, Keyboard, Trommeln und Rasseln. Das war schnuckeliger Indiepop mit Kaffeehaus-Atmosph\u00e4re. Lingby spielten die Songs ihres Albums wohl bedacht und ohne gro\u00dfen Heckmeck. \u201eCount the stars\u201c erschien vor 2 Jahren und ich glaube tats\u00e4chlich, dass es so ist, wie die Band es auf ihrer <a title=\"bandcamp\" href=\"http:\/\/lingby.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\">Bandcamp Seite<\/a> beschreibt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cIncluding four years of composing music. Listen to it carefully, the whole beauty develops after a few times.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>In knappen vier Wochen werden sie \u201ein laut und krachiger\u201c und in Vollbesetzung (im G9 waren sie nur zu viert) im Subway erneut zu sehen sein. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, werden Lingby dort ihre neue EP pr\u00e4sentieren.<br \/>\nZu viert waren auch 2:54 auf der B\u00fchne und boten das erwartete Konzert: Viel Nebel, wenig Licht, 80er Indiefrisur und Cure Gitarren. Ach, das klingt so herrlich abgedroschen und oberfl\u00e4chlich und vorhersehbar, aber die vorher kurz angelesenen Artikel berichten, dass all das bei und zu 2:54 passt: Post Punk, Gothic, Wave und Dream Pop.<br \/>\nWas mir nach wenigen Sekunden auff\u00e4llt sind zwei Dinge: Alison Moyet und eine \u00e4u\u00dferlich nicht wegzudiskutierende Verwandtheit von Hannah Thurlow und Romy Madley. Aber wahrscheinlich m\u00f6gen die beiden nicht nur den gleichen Kleidungsstil, sondern teilen auch dieselben Lieblingsbands. Gitarrenspieltechnisch ist die dunkelhaarige Schwester das Jesus-and-Mary-Chain-Lush-Cure role model schlechthin: Wippender Oberk\u00f6rper, Fu\u00dfhaltung, Gallup\u2019sche Tanzschritte. Kennt man.<br \/>\nNaturgem\u00e4\u00df gelten S\u00e4ngern die gr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit, aber bei mir und 2:54 war das anders. Ich ertappte mich immer wieder dabei, wie ich \u00f6fters nach links schaute. Zwar hatte Hannah auch ein Mikro, aber ihren Zweitgesang hauchte sie nur dreimal ins Mikrofon. Und jedes Mal so leise, dass man ihn nicht h\u00f6rte. Der Begriff S\u00e4ngerin z\u00e4hlte f\u00fcr sie an diesem Abend nicht, alles andere war jedoch sehr faszinierend und unterhaltsam.<br \/>\nDie beiden m\u00e4nnlichen Bandmitglieder wirken irgendwie nicht dazugeh\u00f6rend. Bassist Joel Porter erschien mir komplett vom B\u00fchnengeschehen abgekapselt und auch der Schlagzeuger erschien mir nur da zu sein, weil eben ein Schlagzeuger da sein muss. Ich fragte mich ernsthaft, ob die vier eine Band sind oder ob \u201enur\u201c eine zwei plus zwei Tourpaarung auf der B\u00fchne steht. Allerdings waren zwischenmenschlichen Interaktionen generell sp\u00e4rlich ges\u00e4t, von daher sind meine Beobachtungen sicherlich sehr \u00fcberinterpretiert.<br \/>\nMusikalisch war es erwartungsgem\u00e4\u00df. Erwartungsgem\u00e4\u00df sch\u00f6n! Wenig Licht, viel Nebel, eine k\u00fchle Grundstimmung, die durch eine zeitweise aufleuchtende bl\u00e4uliche indirekte Saalbeleuchtung noch unterst\u00fctzt wurde. Das gesamte Konzert eine stimmige Hommage an eben jene 80er. Da haben die XXe alles richtig gemacht, indem sie zusammen mit 2:54 auf kleine Sommertour gingen. Wie ich heute sp\u00fcrte, passen beide Bands perfekt zusammen. Und da ich The xx musikalisch und auch live sehr sch\u00e4tze (und gerade bei xx Liveauftritten gehen die Meinungen ja sehr auseinander), gefielen mir auch 2:54.<br \/>\nEs war eine gute Idee, diesen Abend trotz Champions League nicht zuhause zu verbringen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201cThink about the sonic signifiers of Lush and PJ Harvey bottled inside a band that named itself after a specific moment in a Melvins song (\u201cA History Of Bad Men\u201d) that\u2019s tight with the xx and Warpaint and you\u2019ve rendered a fairly accurate composite sketch.&#8220; (stereogum.com)<\/p><\/blockquote>\n<p>Mehr Referenzen von Lieblingsbands in einem Satz geht ja kaum! Und die Sache mit dem Namen ist jetzt auch raus.<br \/>\nIhr Seal \u201eKiller\u201c Cover haben sie leider nicht gespielt. Der einzige Wermutstropfen. Das h\u00e4tte ich gerne in der 2:54 Fassung geh\u00f6rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Vorband: Lingby Nachdem er aus London zur\u00fcckgekehrt ist, erh\u00e4lt Mac Taylor in der vierten Staffel CSI:NY jeweils um 3.33 nachts anonyme Telefonanrufe. 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