{"id":4238,"date":"2012-08-29T22:52:22","date_gmt":"2012-08-29T20:52:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4238"},"modified":"2012-10-12T18:16:27","modified_gmt":"2012-10-12T16:16:27","slug":"bootboohook-festival-hannover-25-08-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/bootboohook-festival-hannover-25-08-2012\/","title":{"rendered":"BootBooHook Festival &#8211; Hannover, 25.08.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Eine Wiese auf dem \/ am ehemaligen Expogel\u00e4nde neben IKEA<br \/>\n<strong>Bands:<\/strong> French Films, Gravenhurst, Fehlfarben, Superpunk, We have band, The hundred in the hands<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"French Films\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/French-Films.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/><\/p>\n<p>\u201eEs ist so richtiges Erk\u00e4ltungswetter\u201c sagte ich noch Freitagnachmittag, als sich Sonne und 20 Grad mit zugigen Windb\u00f6en und bedecktem Himmel abwechselten. Ich h\u00e4tte es nun wirklich nicht beschreien sollen, der Samstagmorgen zeigte es mir sehr deutlich. Neben dem obligatorischen Hang-over eines anstrengenden Tages und eines langen Abends merkte ich deutlich eine schniefende Nase und diese untr\u00fcgliche, aufkommende Mattheit.<br \/>\nAber ein ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck brachte verbrauchte Energien zur\u00fcck. Festivals mit Hotelanbindung sind was Feines und f\u00fcr mich als fourty-plus ein wichtiges Kriterium bei der Open Air Auswahl. Das muss wohl mit meinem elenden Heuschnupfen zusammenh\u00e4ngen, der mich fr\u00fcher alle sommertagelang qu\u00e4lte und den ich erst vor drei Jahren gut in den Griff bekam. Evan Dando sagte einst \u201ei lied about being the outdoor type.\u201c Ich unterschreibe das.<br \/>\nGegen 12 Uhr war ich bereit f\u00fcr den zweiten Festivaltag. Da dieser erst zwei Stunden sp\u00e4ter beginnen sollte, blieb Zeit, die Sch\u00f6nheiten des Hannoveraner Stadtteils Latzen zu erkunden. Geh\u00e4ssig k\u00f6nnte ich anmerken, dass dies schnell erledigt war, weil es in diesem messenahen Ortsteil au\u00dfer vierspurigen Stra\u00dfen und Hotels nicht viel zu sehen gab. Aber auch mehrst\u00f6ckige Wohngeb\u00e4ude im Waschbetonstil der 70er haben ihren Charme. Das Einkaufcenter gl\u00e4nzt zwar mit eindimensionaler K\u00fcche (drei Asiaten) aber ansonsten mit allem notwendigen, was ein Vorst\u00e4dter so braucht. Nach dieser kleinen Ortsbesichtigung ging es dann bei immer noch ungem\u00fctlich windigem aber trockenem Wetter zur\u00fcck zum Festivalgel\u00e4nde.<br \/>\nDie jungen M\u00e4nner von French Films sollten den Nachmittag er\u00f6ffnen. Mit so einer Band macht ein Festivalveranstalter nichts falsch. Fr\u00fch verspr\u00fchte ihr Charme aus Cure Gitarren und Interpolesang gute Laune unter den kaffeetrinkenden Besuchern. Das war sehr tanzbar und klang trotz der Wohlvertrautheit von Gesang und Gitarren keineswegs langweilig. French Films ist eine dieser Bands, die auf einem Festival am Nachmittag sehr gut funktionieren. Ob das ganze \u00fcber den Festivaltag anh\u00e4lt wird man sehen, ich denke aber dass die noch sehr jungen Finnen sich berechtigte Hoffnungen machen k\u00f6nnen. \u201eImaginary future\u201c ihr letztj\u00e4hrig ver\u00f6ffentlichtes Deb\u00fctalbum h\u00f6rt sich zumindest f\u00fcr mich am Tag danach noch immer sehr gut an.<br \/>\n<!--more--><img decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"The hundred in the hand\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/The-hundreds-in-the-hand.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/>The hundred in the hands h\u00e4tten einem in diesem Sommer sehr oft \u00fcber den Weg laufen k\u00f6nnen. Sie standen auf den Spielpl\u00e4nen vieler Open Airs. Wir jedoch verpassten sie in D\u00fcsseldorf und anderswo, zu den gro\u00dfen Festivalg\u00e4ngern geh\u00f6ren wir n\u00e4mlich eher nicht. So nahmen wir denn auch die Gelegenheit dankbar an, Eleonore Everdall und Jason Friedman, unterst\u00fctzt durch einen Schlagzeuger, live zu erleben.<br \/>\nHier Deb\u00fctalbum \u201eThe hundred in the hands\u201c steht daheim im CD Regal, aber sehr oft habe ich es nicht geh\u00f6rt. Warum eigentlich nicht? Songs wie \u201ePigeons\u201c oder \u201eDressed in Dresden\u201c sind wunderbare Popmusik, angeshoegazt klingt ihr Keyboard, s\u00e4uselnd vertr\u00e4umt der Gesang Eleonore Everdalls. The hundreds in the hands bringen uns \u00fcber den Nachmittag. Sie d\u00fcrfen sogar zwei Songs mehr als geplant spielen, scheinbar sind auch die B\u00fchnentechniker und B\u00fchnenverantwortlichen so \u00fcberzeugt von den dreien, dass sie gar nicht genug bekommen k\u00f6nnen.<br \/>\nF\u00fcr uns gab es ab jetzt kein entfliehen mehr. Der Rest des Tages geh\u00f6rte dem BootBooHook. Nacheinander waren die Briten Gravenhurst, die Wuppertaler Fehlfarben sowie We have band und Superpunk angesagt.<br \/>\nVor der Bierzeltb\u00fchne war es voll, als wir uns hinzugesellten. Gravenhurst aus Bristol schien seine Anh\u00e4nger zu haben. Ich kannte die Band nicht und war irritiert, leise und akustische Gitarrent\u00f6ne zu h\u00f6ren. Stand im Programmheft nicht etwas von Wall of Sound, etwas von einem Melodienerbe der My bloody Valentine, der Cure und den Smith? Das, was Nick Talbot mit seinen beiden Begleitmusikerinnen am Schlagzeug und Bass \/ Keyboard vortrug, klang jedoch ganz anders. \u201eThis is Gavenhurst tech-no\u201c sagte <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.policediversnotebook.blogspot.de\/\" target=\"_blank\">Nick Talbot<\/a> zwischendurch und da ich seine Platten nicht kenne, wei\u00df ich nicht, wie er es meinte. Gibt es auch die Wall of sound Gravenhurst? Nun, in ihrem einst\u00fcndigen Festivalauftritt gab es sie nicht.<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"Gravenhurst\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Gravenhurst.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/>Aber je l\u00e4nger ich dem ruhigen Vortrag zuh\u00f6rte, desto weniger vermisste ich irgendetwas. Gravenhurst sind toll!<br \/>\nUnd die Fehlfarben sind schon sehr lange dabei.\u201cEin Jahr (es geht voran)\u201c war ihr ungewollter gro\u00dfer Hit, den jeder kennt. F\u00fcr Peter Hein war die nicht abgesprochene Ver\u00f6ffentlichung dieses Songs als Single ein Grund, die Band zu verlassen. Das ist angelesenes Wissen, ich habe zu der Musik von Fehlfarben keinen Bezug. Anfang der 80er war ich noch zu jung, um sie zu verstehen, und als sie sich Anfang der 00er Jahre originalbesetzt wiedervereinigten, liefen sie folgerichtig nicht unter meinem Schirm. Warum auch, f\u00fcr mich hatten die Fehlfarben keine Geschichte. Textlich m\u00f6gen ihre Songs zeitlos sein, musikalisch klingen sie f\u00fcr mich relativ uninteressant. Zu diesem Urteil komme ich im Laufe des B\u00fchnenprogramms einer der wichtigsten und bedeutendsten Bands Deutschlands. \u201eSch\u00f6n sie einmal gesehen zu haben\u201c, denke ich, \u201eaber mehr Fehlfarben brauche ich im Moment nicht.\u201c Anders als vielleicht Palais Schaumburg haben sie zu wenig Ber\u00fchrungspunkte mit aktuellen Musiktendenzen. Das macht sie unattraktiv, mir fehlen so die aha- Momente der Verlinkungen der Jahrzehnte. Ein, zweimal bleibe ich bei New Order Gitarren h\u00e4ngen und frage mich, wer sie zuerst hatte: Die Wuppertaler oder die Band aus England.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"Fehlfarben\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Fehlfarben.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/>Und ich entdeckte hinter dem Schlagzeug die gleiche Frau, die schon tags zuvor bei Locas in love das Schlagzeug spielte. Ein Smartphone und das Internet halfen weiter: Saskia von Klitzing hei\u00dft die junge Frau, die auch schon f\u00fcr die Band Karpatenhund trommelte. Wenn man Zeit f\u00fcr sowas hat, dann l\u00e4uft auf der B\u00fchne etwas falsch.<br \/>\nAlles richtig machten am Abend We have Band. \u201cBeste Live-Band f\u00fcr immer\u201c steht im Programmheft. Nun ja, ein Anreiz muss das Booklet geben. Ich nahm den Textauszug nicht allzu ernst, war jedoch Willens, mich \u00fcberzeugen zu lassen. We have band brauchten 10 Minuten oder zwei Songs. G\u00e4nzlich \u00fcberzeugt von der britischen Band um die Eheleute Dede und Thomas Wegg-Prosser verging die Stunde zwischen acht und neun wie im Flug. Es ist die Festivalprimetime, die Minuten, in denen die heimlichen Headliner auftreten d\u00fcrfen. An diesem Abend f\u00fcllten die Briten zu recht und sehr bequem diesen Platz aus.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"We have band\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/We-have-band.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/>We have band machen das, was alle modernen britischen Bands derzeit machen: sehr tanzbaren Indiepop. Anfang des Jahres erschien ihr zweites Album &#8222;Ternion&#8220; \u00fcber das der musikexpress folgendes berichtet:<\/p>\n<blockquote><p>Ja, wo sind sie denn? Anders gefragt: \u201eWhere Are Your People?\u201c Es ist nachvoll\u00acziehbar, dass We Have Band jetzt diese Frage stellen. Es ist ihr zweites Album, da ist man sich unsicher, ob man wirklich etwas erreicht hat. Zumal die Band auf einem Terrain unterwegs ist, das hinreichend ausgekundschaftet ist. Musik, durch die sich der Rhythmus der Clubs zieht, die zum Teil im Elektro zu Hause ist und auch ein St\u00fcck weit Pop sein will, ist nun wirklich schon probiert worden. Aber man kann das Londoner Trio beruhigen. Es hat Fortschritte gemacht, weil es seinem eigenen ganz pers\u00f6nlichen Gef\u00fchl folgt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zu dritt haben sie sich am B\u00fchnenrand aufgebaut. Neben ganz links steht mit der heimliche (?) Taktgeber Darren Bancroft. Sein extra trommeln (ein \u201erichtiges\u201c Schlagzeug haben sie auch, es steht im hinteren B\u00fchnenteil) und\/oder Keyboards geben die Richtung vor. Mit kurzen Blickkontakten bespricht er sich immer wieder ohne Worte mit Dede Wegg-Prosser, die b\u00fchnenzentral ihren Platz hat. Die beiden machen ordentlich Dampf, pr\u00fcgeln gleichsam einen Hit nach dem anderen in die zahlreich umstehende Menge. \u201eWhere are the people\u201c, \u201eVisionary\u201c, \u201eTired of running\u201c sind allesamt herausragend. Dass die We have band Musik nicht sonderlich neu ist, ist geschenkt, zappeliger Indiesynthiepop trifft 80er Synthiepopnewwave, der jedoch gar nicht so sehr elektrisch daherkommt wie bei vielen anderen Kollegen machen We have band dann doch speziell. Und live sind sie allemal eine Wucht, da hat das Programmheft schon recht.<br \/>\n\u00dcber Superpunk muss man nichts mehr sagen. Die Band spielte am Samstagabend ihr allerletztes Konzert. Es war ein historischer Augenblick. Zu Recht sehr umjubelt war daher ihr Konzert im Zelt. Ich glaube, es war das stimmungsvollste und bestbesuchte Konzert im Bierzelt. Ihr Spelunken Soul ist aber auch eing\u00e4ngig und unterhaltsam, selbst f\u00fcr die, die bisher sehr wenig mit Superpunk am Hut hatten, zu denen ich mich auch z\u00e4hlen m\u00f6chte. Es waren aber auch Fans vor Ort, viele H\u00e4nde flogen fast bei jedem Song in die Luft. Und Superpunk haben auch tolle Hits. \u201eDas waren Mods\u201c ihre wundersch\u00f6ne Hommage an die Rollerfahrer und gr\u00fcne Jackentr\u00e4ger zum Beispiel. Dieses Lied muss man einfach m\u00f6gen.<br \/>\nAber wer Songs Namen gibt wie \u201eEric Cantona\u201c, kann per se keine schlechten Songs schreiben. \u201eEric Cantona\u201c und \u201eIch bin nicht b\u00f6se geboren\u201c bildeten denn auch den Abschluss ihres Auftrittes. W\u00e4ren sie nicht im Zeitmantel des Ablaufplans gefangen gewesen, sie h\u00e4tten wahrscheinlich noch drei Stunden weitergespielt. Superpunk erf\u00fcllten Musikw\u00fcnsche, erz\u00e4hlten Anekdoten, boten ihren Lichtmischer auf dem Arbeitsmarkt feil und machten Zuschauerfotos. Sehr sympathisch, diese Superpunk. Schlie\u00dfe ich von diesem letzten Konzert auf die restlichen 15 Jahre Superpunk, dann scheinen vieles richtig gemacht zu haben.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-border size full wp-image-2414 aligncenter\" title=\"Superpunk\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Superpunk.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/>Und was war sonst noch so?<br \/>\nNun, dass BootBooHook zeigte sich als sehr entspanntes und harmonisches Festival. Der Zeitplan war sehr besucherfreundlich gestrickt, es gab keine gro\u00dfen \u00dcberlappungen zwischen en Konzerten. War auf der Hauptb\u00fchne ein Konzert beendet konnte man gem\u00fctlich zur Bierzeltb\u00fchne schlendern ohne etwas vom dort spielenden Programm verpasst zu haben. So gelang es uns am Freitag zwischen 16 und 1 uhr komplette Konzerte von LiL, Like a Stuntman, Japandroids, of Montreal, Palais Schaumburg, To Rococo Rot und Tocotronic zu sehen. Das gibt es nicht oft. Als lustiges Gimmick wurde jede Band pers\u00f6nlich anmoderiert. Francesco Wilking, dem diese Aufgabe zufiel, erledigte dies in eleganter schlurfiger Art und Weise.<br \/>\nDas Essen war okay, wenn auch die Portion Pommes f\u00fcr den Preis zu mickrig ausfiel. Aber als quasi innerst\u00e4dtisches Festival hatte man auf dem BootBooHook keine Verpflegungsnot. Direkt nebenan im IKEA gab es K\u00f6ttbullar ohne Ende. Ach ja, ich habe \u00fcbrigens noch nie einen IKEA Family Stand auf einem Festival gesehen.<br \/>\nWenn das Programm n\u00e4chstes Jahr \u00e4hnlich interessant ist, steht das BootBooHook auf unserer Liste. Versprochen.<br \/>\n<strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nhttp:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lvamqrrWHCk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Eine Wiese auf dem \/ am ehemaligen Expogel\u00e4nde neben IKEA Bands: French Films, Gravenhurst, Fehlfarben, Superpunk, We have band, The hundred in the hands \u201eEs ist so richtiges Erk\u00e4ltungswetter\u201c sagte ich noch Freitagnachmittag, als sich Sonne und 20 Grad mit zugigen Windb\u00f6en und bedecktem Himmel abwechselten. 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