{"id":4227,"date":"2012-08-27T16:45:14","date_gmt":"2012-08-27T14:45:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4227"},"modified":"2017-04-22T13:40:06","modified_gmt":"2017-04-22T11:40:06","slug":"bootboohook-festival-hannover-24-08-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/bootboohook-festival-hannover-24-08-2012\/","title":{"rendered":"BootBooHook Festival &#8211; Hannover, 24.08.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Eine Wiese auf dem \/ am ehemaligen Expogel\u00e4nde neben IKEA<br \/>\n<strong>Bands:<\/strong> Locas in love, Like a stuntman, To Rococo Rot, Palais Schaumburg, Japandroids, Of Montreal, Tocotronic<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4228\" title=\"Locas in love\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/locas-in-love.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/locas-in-love.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/locas-in-love-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/>Das gibt es tats\u00e4chlich noch! Ein mittelgro\u00dfes deutsches Indiefestival ohne die beiden musikalischen Vorzeigeathleten Get well soon und The Notwist. Nun gut, ich bin nicht der Dauerfestivalgast, f\u00fcr mich gibt es keine Festivalsaison, f\u00fcr mich gibt es zwei, drei Festivals pro Sommer, aber in den letzten Jahren hiess es tats\u00e4chlich, kein deutsches Festival ohne eine der beiden Bands. Egal ob das Juicy Beats vor einem und vor zwei Jahren, das Maifeld Derby, das diesj\u00e4hrige L\u00fcften Festival oder das tolle, bald stattfindende New fall Festival, eine der beiden Bands kamen uns immer unter.<br \/>\nBeim diesj\u00e4hrigen BootBooHook in Hannover wird mit dieser Tradition gebrochen. Dass Get well soon letztes Jahr hier spielten und The Notwist im Jahr davor ist sch\u00f6n zu wissen. Wo diese beiden Bands spielen, kann kein schlechtes Open Air sein, so meine schon lange gezogene Schlussfolgerung. Dass das 2012er BBH aber locker ohne die beiden auskommen kann zeigt allein der Freitag: Locas in love, Like a stuntman, die Japandroids, of Montreal und Tocotronic. F\u00fcr unsere Favoriten reicht so gerade eine Hand, und dann sind da ja noch Palais Schaumburg und To Rococo Rot. An den \u00fcbrigen Tagen sieht das nicht anders aus. Das ist jedoch nicht sonderlich verwunderlich, wenn man liest, dass die Menschen von Tapete Records mit viel Fachverstand und Musikgesp\u00fcr \u00fcber das BootBooHook Festival wachen.<br \/>\nEgal, der Freitag sollte den ersten Schwung an Bands bringen, wegen denen ich mich nach Hannover aufmachten. Japandroids, ja! Of Montreal, ja! Tocotronic, kann man mitnehmen. Am Samstag kamen dann noch Whitest Boy Alive und We have Band dazu, so dass aus einem Tagesausflug planerisch schnell ein 2-Tagesausflug gemacht wurde. Als ich mir dann die Ticketpreise und die \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten im Messeviertel der Landeshauptstadt ansah, war auch das nicht genug. Nein, e3s sollte das volle Programm sein und wenn es Erkl\u00e4rungsrechtfertigungen ben\u00f6tigte, dann diese: ein drei Tagesticket kostet genauso viel wie zwei Ein-Tagestickets. Und am Sonntag spielen ja noch Ja, Panik, eine der unbedingt sehenswerten Bands. Als sich dann herausstellte, dass die Luxusabsteige in knappen 800 Metern Festivalentfernung auch nicht das kostet, was sie kosten k\u00f6nnte oder gar musste, wurde aus einem Festival-Freitag ein komplettes Festivalwochenende. Wenn schon, denn schon. 3 Tage Hannover also.<br \/>\n<!--more-->Mit einer zeitlichen Punktlandung betraten wir das Festivalgel\u00e4nde gleich gegen\u00fcber vom IKEA Markt. Die K\u00f6lner Lemminge Locas in love betraten genau 2 Minuten sp\u00e4ter die Hauptb\u00fchne. Auf Grund zweier Autobahnstaus kurz vor Hannover hatte ich nicht mehr damit gerechnet, des p\u00fcnktlich zu schaffen und insgeheim mein Premierenkonzert der von vielen Leuten sehr gesch\u00e4tzten Locas in love abgeschrieben.<br \/>\nLoca in love geh\u00f6ren zu dieser kleinen feinen Gruppe deutscher Bands, die man gerne untersch\u00e4tzt. Auch ich geh\u00f6rte zu denen, die sich bisher nicht aufraffen konnten, sich ein Konzert der vier K\u00f6lner in ihrer Heimatstadt anzuschauen. Davon gab es in den letzten Jahren einige, aber auch gutes Zureden half nicht. Ich weigerte mich standhaft. Um festzustellen, dass das dumm und unbegr\u00fcndet war, daf\u00fcr musste ich erst knappe vier Stunden nach Hannover fahren. Locas in love gefielen mir auf Anhieb mit ihrem s\u00fc\u00dfen, angenehm unaufgeregtem Indiepop. Vor der B\u00fchne hatten sich f\u00fcr diesen fr\u00fchen Zeitpunkt bereits eine ordentliche Menge Besucher eingefunden, die die sanfte Nachmittagssonne und die trockene Wiese ausnutzend, dem knapp einst\u00fcndigen Set der Band lauschten. Ich kannte nur ihren letzten Song, \u201e\u2026\u201c, das Video dazu hatte ich mir Donnerstagabend noch schnell angeschaut. Bis dahin vermisste ich ihn jedoch nicht, denn auch die anderen St\u00fccke hatten hohen Unterhaltungswert und brachten uns gut in das Festival. Diese Band hat mehr Aufmerksamkeit verdient und ich bin froh, sie \u2013 wenn auch etwas ungewollt \u2013 endlich kennengelernt zu haben. Oh ja, ab und an sollte ich Musikempfehlungen durchaus Vertrauen schenken.<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4230\" title=\"Like a stuntman\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Like-a-stuntman.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Like-a-stuntman.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Like-a-stuntman-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/>Nach Locas in love ebbte die konzertiale Anfangseuphorie etwas ab. Weder Like a stuntman im \u201eBierzelt\u201c (das BookBooHook hatte neben der Hauptb\u00fchne noch zwei Zeltb\u00fchnen: eine in einem rechteckigen wei\u00dfen Dachzelt und eine in einem zirkus\u00e4hnlichen Zeltbau) noch To Rococo Rot schafften es, \u00e4hnlich viele Besucher vor ihre B\u00fchnen zu locken. Fr\u00fche Konzerte am ersten Festivaltag leiden darunter, dass viele noch mit Zeltaufbauen oder Anreise besch\u00e4ftigt sind, erst recht an einem Freitagnachmittag, wenn die Stra\u00dfen voll sind und \/ oder der Arbeitstag noch nicht beendet ist. Ist dann die Musik der Bands noch speziell, so dass man schon Fan sein muss, um das komplette Set durchzuhalten, wird es f\u00fcr die Musiker schwierig. Like a stuntman zum Beispiel machen eine intelligente (oder wahlweise anstrengende) Mischung aus Elektro-, Indie- Artpop, die es dem Gelegenheitsh\u00f6rer sehr leicht macht, sich nach 10 Minuten wieder abzuwenden. So gab es im Zelt auch kaum Laufkundschaft. Dabei ist die Band aus Frankfurt sehr wohl in der Lage, einen zu faszinieren. Mit zwei Keyboards, zeitweise zwei Trommlern und einem grundsympathischen Auftritt passten die vier gut ins Festivalprogramm. Das sehr unterhaltsame Programmheft sagt zu Like a Stuntman:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u2026 vier Freunde aus Frankfurt und Hamburg zeigen, wie es anders, besser geht. Sie machen Musik, die mit dem Tanzschuh nach Pop\/Rock Schematat tritt. Sie machen drei (!) Platten in elf (!) Jahren. Was dabei rauskommt kann man Kunst der Gegens\u00e4tze nennen: laut schillernde Freude, nerv\u00f6s zum Beat h\u00fcpfende Verzweiflung. Alle Farben!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4231\" title=\"To rococo Rot\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/To-rococo-Rot.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/To-rococo-Rot.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/To-rococo-Rot-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/>Auch To Rococo Rot kommen teilweise aus Hamburg, die anderen zweidrittel aus D\u00fcsseldorf und anderswo. Ihr schlummernder Instrumentalpop klingt auf den ersten Blick unscheinbar und austauschbar. Auf den zweiten hat er aber etwas, dem man sich nicht mehr entziehen kann. Vielleicht sind es wirklich diese markanten Basslinien Stefan Schneiders, die einen so sch\u00f6n hypnotisieren. Je l\u00e4nger wir vor der B\u00fchne rumlungerten, desto weniger oft dachte ich daran, aufzustehen und mich auf dem Gel\u00e4nde umzuschauen. Ich war \u2013 und das \u00fcberraschte mich \u2013 auf eine sehr sch\u00f6ne Art gefangen. Das Programmheft umschreibt es zwar komisch aber je l\u00e4nger ich dr\u00fcber nachdenke, sehr passend:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u2026. Besonders gut h\u00f6rbar ist das an Stefan Schneiders Basslinien, die sich, warm und leicht angezerrt, wie die Spur eines Maulwurfs durch die St\u00fccke schieben.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Leider bekamen To Rococo Rot nur sehr wenige mit. Gerade mal circa 50 Besucher fl\u00e4zten sich auf der Wiese vor der Hauptb\u00fchne und genossen den Tag. Diese Band sollte erst am zweiten oder dritten Tag eines Festivals spielen, wenn sich der gemeine Festivalbesucher, ausgezerrt und angem\u00fcdet, nur noch eines w\u00fcnscht: Hinsetzen, tr\u00e4umen und apathisch unaufgeregter Musik zuzuh\u00f6ren. Dazu sind To Rococo Rot perfekt geeignet.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4232\" title=\"Palais Schaumburg\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Palais-Schaumburg.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Palais-Schaumburg.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Palais-Schaumburg-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/>Anders als Palais Schaumburg und die Japandroids. \u00dcber die beiden Kanadier Brian und Daniel kann ich und muss man nur eines sagen: beste Liveband f\u00fcr immer. Bisher haben sie mich live nie entt\u00e4uschten. Egal ob nachts um drei oder sp\u00e4tnachmittags um sieben. Die beiden spielen immer mit 100%igem Einsatz und voller Energie und Leidenschaft, die auf den Alben meist gar nicht so r\u00fcberkommt. \u201eCelebration Rock\u201c, ihr zweites Album ist ein Kracher, ohne Frage. \u201eEvil\u2019s sway\u201c oder \u201eThe house that heaven build\u201c sind glasklare Rockhits. Diese Band muss man einfach live erleben. Und man sollte sich nicht von den ersten Minuten ihres Konzertes irritieren lassen. Die Japandroids brauchen immer ein paar Minuten, um in ihr Konzert zu kommen. Dann aber gibt es kein Halten mehr. Ruckzuck ist eine Stunde um ohne das man es merkt. Eine Gitarre und ein Schlagzeug k\u00f6nnen ganz sch\u00f6n viel L\u00e4rm machen. Die Japandroids setzten definitiv das erste Ausrufungszeichen und er\u00f6ffneten den f\u00fcr uns interessantesten Teil des ersten Festivaltages. Doch bevor im Anschluss das Biest of Montreal und die Tocos die B\u00fchne betraten, noch ein paar S\u00e4tze zu Palais Schaumburg.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4233\" title=\"Japandroids\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/japandroids.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/japandroids.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/japandroids-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/>Ich gebe zu, dass ich von dieser Band bisher nichts kannte. Und auch erst jetzt f\u00e4llt mir auf, dass ja auch das Bonner Bundeskanzleramt so hiess. Anfang der 80er war ich noch zu jung, um mich abseits der Hitparaden NDW Bands (ich meine Markus, Nena und Trio) tiefer mit deutschsprachiger Musik zu besch\u00e4ftigen. H\u00e4tte es das Internet und Blogs schon gegeben, w\u00e4re das vielleicht anders gewesen, aber so drang der Name Palais Schaumburg nicht bis in ein kleines Dorf im M\u00fcnsterland vor. Daher bin ich auch hier dem Programmheft dankbar, dass es meine Wissensl\u00fccken auff\u00fcllt:<br \/>\n\u201eF\u00fcr die J\u00fcngeren unter euch: Palais Schaumburg sind sowas wie die Hot Chip der fr\u00fchen Achtziger. Nur in verr\u00fcckter. Palais Schaumburg hatten den durchsten DADA und den draufsten Funk von allen Bands, die damals nach England blickten.\u201c<br \/>\nDas passt. Aus heutiger Sicht ist es schwer zu glauben, dass es noch irrer und abgedrehter geht als bei DAF und Andreas Dorau. Aber es ging. Das Palais Schaumburg Konzert war ein interessantes Erlebnis. Man muss jedoch alt genug sein, um ihre Musik zu verstehen und einordnen zu k\u00f6nnen. Sonst bringt sie keinen Spa\u00df. \u201ePapagei und Kolibri\u201c diese Refrainzeile blieb h\u00e4ngen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4234\" title=\"of Montreal\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/of-Montreal.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/of-Montreal.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/of-Montreal-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/>Of Montreal habe ich in den letzten Monaten besonders sch\u00e4tzen gelernt. Die Band aus Athens ist bisher meine Entdeckung des Jahres. In k\u00fcrzester Zeit besorgte ich mir ihre Alben \u201eParalytic stalks\u201c, \u201eFalse priest\u201c und \u201eHissing fauna, are you the destroyer?\u201c, etwas, was mir seit langen bei keiner band mehr passiert ist. So war es klar, dass ihr Konzert an diesem Abend gesetzt ist. Und auch wenn diesmal die tanzenden Hasen und anderen Fantasiefiguren fehlten, auch ohne den visuellen Schnickschnack \u00fcberzeugten mich of Montreal sehr. Zu siebt standen sie auf der B\u00fchne und t\u00e4nzelten zwischen psychodelischen Rock, Indiepop und 11 Minutenkrachern hin und her. \u201eThe past is a grotesque animal\u201c, fr\u00fch als dritter Song im Set eingebaut, entsch\u00e4digte allein f\u00fcr alles. Ein gro\u00dfartiger Song! Und ein of Montreal Konzert ist eine Augenweide.<br \/>\nMit den Hamburgern sollte ich nun endlich meinen Frieden machen. Wirklich, aber auch wirklich bei jedem ihrer Konzerte \u00e4rgere ich mich \u00fcber Dirk von Lowtzow und seine nervigen Songansagen. Ganz zu schweigen von der Schlafm\u00fctzigkeit und der mir immer wieder so vorkommenden Energielosigkeit, mit der sie ihren alten Songs spielen. Da vermisse ich die Wucht und das Konsequente, das die alten Tocotronic Sachen brauchen. Dieser radikale Glanz, der auf den Alben so sch\u00f6n r\u00fcberkommt, geht ihnen live v\u00f6llig ab. Oder empfinde nur ich das so? \u201eBald sind sie Slowcore\u201c, dachte ich mitten in ihrem Set. Wie schon beim letzten Toco Konzert verstehe ich auch auf dem BootBooHook lange Zeit nicht, warum ich noch auf dem Festivalgel\u00e4nde rumstehe und nicht l\u00e4ngst ins Hotel zur\u00fcckgegangen bin.<br \/>\nDabei bieten sie ein tolles Set, starten gleich mit den besagten Klassikern und spielen sich durch beinahe alle ihre Alben. \u201eVerehrtes Publikum, die Gruppe Tocotronic bietet ihnen heute einen bunten Strauss von Melodien aus den fr\u00fchen Neunzigern bis zur Gegenwart\u201c so w\u00fcrde es Dirk von Lowtzow bestimmt sagen.<br \/>\nEs war ein typisches Tocotronic Konzert. Ruhig, sachlich mit der Konzentration auf die Musik. Daran gibt es nichts zu kritteln, musikalisch sind die vier 1a. Hektisch wurde es nur einmal: Gegen Mitte des Sets gab es scheinbar Probleme mit Dirks Mikrofon und wir beobachteten eine wilde Gestikorgie in Richtung B\u00fchnenrand. Ganz so, wenn Trainer am Spielfeldrand dramatisch wirkende Auswechselzeichen an den Schiedsrichter senden. In diesem Augenblick kamen die Tocos einmal kurz aus der Fassung. Im n\u00e4chsten Jahr feiern sie ihr 20j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Wow, eine lange Zeit! Insgeheim hatte ich gehofft, dass sie den ein oder anderen Song aus ihrem kommenden Album spielen werden. Aber dazu waren die Tocos scheinbar noch nicht bereit.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01:Freiburg<br \/>\n02: Ich m\u00f6chte Teil einer Jugendbewegung sein<br \/>\n03: Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen<br \/>\n04: Sie wollen uns erz\u00e4hlen<br \/>\n05: Die Grenzen des guten Geschmacks<br \/>\n06: Die Folter endet nie<br \/>\n07: This boy is Tocotronic<br \/>\n08: Mein Ruin<br \/>\n09: Kapitulation<br \/>\n10: Aber hier leben, nein danke<br \/>\n11: Jungs hier kommt der Masterplan<br \/>\n12: Jackpot<br \/>\n13: Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit<br \/>\n14: Let there be rock<br \/>\n15: Macht es nicht selbst<br \/>\n16: 17<br \/>\nZugabe:<br \/>\n17: Im Zweifel f\u00fcr den Zweifel<br \/>\n18: Sag alles ab<\/p>\n<p><strong>Video:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/R-Zq6zNK8Lk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/7iLZ32XLeaM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Eine Wiese auf dem \/ am ehemaligen Expogel\u00e4nde neben IKEA Bands: Locas in love, Like a stuntman, To Rococo Rot, Palais Schaumburg, Japandroids, Of Montreal, Tocotronic Das gibt es tats\u00e4chlich noch! 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