{"id":4181,"date":"2012-07-29T18:12:51","date_gmt":"2012-07-29T16:12:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4181"},"modified":"2012-07-29T18:19:07","modified_gmt":"2012-07-29T16:19:07","slug":"other-lives-munchen-25-07-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/other-lives-munchen-25-07-2012\/","title":{"rendered":"Other lives &#8211; M\u00fcnchen, 25.07.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Feierwerk &#8211; Kranhalle, M\u00fcnchen<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.catesleila.com\" target=\"_blank\">Cate\u2019s Leila<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4182\" title=\"Other lives\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/02_Other-lives_25072012.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/02_Other-lives_25072012.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/02_Other-lives_25072012-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/p>\n<p>Same, same but different.<br \/>\nKonzertbesuche auf Dienstreisen. Da gibt es immer viel zu erz\u00e4hlen. Neue Klubs, andere Leute, keine etablierten und tausendmal gefahrene Anfahrtswege. Konzertbesuche an fremden Orten in anderen St\u00e4dten sind kleine Erlebnisse mit hohem Unterhaltungswert und mittlerweile meine liebsten Konzerte. Und so gibt es zum Other lives Konzert im M\u00fcnchener Feierwerk gleich drei Geschichten und ich f\u00fcrchte, ich komme nicht umher, sie alle zu erz\u00e4hlen.<br \/>\nGeschichte 1:<br \/>\nAuf Dienstreisen sind die Tage wohl organisiert. Die Zeitpl\u00e4ne der Besprechungen, Schulungen oder Konferenzen bestimmen die Abl\u00e4ufe bis 17 \u2013 18 Uhr. Erst danach wird es schwierig. Manchmal gibt es sogenannte social events, an denen die ganze Teilnehmerbande zu einem gemeinsamen Abendessen gebeten wird. Social events k\u00f6nnen lustig sein, meistens sind sie jedoch dr\u00f6ge. Allerdings kommt man aus dieser Nummer nur selten raus, wohl oder \u00fcbel richtet man sich daher einen Abend ein. An den \u00fcbrigen Abenden jedoch ist man mehr oder weniger sich selbst \u00fcberlassen. Juhu, Freizeit. Aber was tun? Die Stadt erkunden, im Hotel die Zeit totschlagen oder sich mit Bekannten verabreden \u2013 sofern es denn welche in der Fremde gibt. In M\u00fcnchen war ich dieses Jahr schon drei Mal, die Stadt erkunden ist daher nicht zwingend notwendig. Also schaute ich im Vorfeld, ob sich nicht ein nettes Konzert auftuen m\u00f6ge, das mir die Zeit am Abend etwas vertreiben k\u00f6nne. Ich fand als einzig interessante M\u00f6glichkeit das Other lives Konzert im Feierwerk. Nun gut, besser als nichts, so plante ich es ein. Other lives sind nicht unbedingt eine must-see Band von mir, das sollte ich vorwegschicken, allerdings war meine Neugierde gro\u00df genug, sie sehen zu wollen. Dass Neugierde nicht nur Katzen t\u00f6tet, sondern auch gut und richtig sein kann, sollte ich drei Stunden sp\u00e4ter mit gro\u00dfer Zufriedenheit feststellen. Das Other lives Konzert brachte mir einen wundervoller Abend!<\/p>\n<p>Geschichte 2:<br \/>\nIch erwischte die U-Bahn auf den letzten Dr\u00fccker. Einmal umsteigen am HBF und ich sollte das Feierwerk erreichen. Den Klub kannte ich noch vom Mai, das Mudhoney Konzert fand an gleicher Stelle statt. Auf der Fahrt zum Hauptbahnhof teilte ich den Viererblock mit einem amerikanischen Touristenpaar. Man erkennt sie ja sofort: New Balance Freizeitschuhe, Sportrucks\u00e4cke und weite, leichte Ausflugskleidung. Die Frau schien erk\u00e4ltet zu sein, sie studierte intensiv den Beipackzettel einer Flasche Hustenl\u00f6ser. Soweit, so unspektakul\u00e4r. Lustig wurde die Geschichte erst, als sie den Beipackzettel zur\u00fccklegte und skeptisch dreinblickend zu ihrem Mann sagte: \u201eDas ist deutscher Hustensaft. Der schmeckt bestimmt eklig und bitter.\u201c Genau, Hustensaft in Marshmallow Geschmacksrichtung haben wir nicht. Unsere Medizin schmeckt nach Medizin, auch die rezeptfreie. \u201eLeckere Medizin hilft auch nicht\u201c h\u00e4tte ich am liebsten geantwortet, aber leider musste ich umsteigen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nGeschichte 3:<br \/>\nUm p\u00fcnktlich im Feierwerk zu sein, sollte ich mich sputen. Welche Linie war das noch? Linie 4? Also rein in die Bahn. Nach zwei Stationen stellte ich fest, dass ich zwar in der richtigen U-Bahnlinie stand, aber in die falsche Richtung fuhr. Also wieder raus und retour. Jetzt passte es. Die n\u00e4chste Frage jedoch lie\u00df nicht lange auf sich warten: Schwanthaler H\u00f6he muss ich raus, oder? Ich stieg aus, die Station kam mir jedoch unbekannt vor. (Ich bilde mir ein, Orte direkt wiederzuerkennen, auch wenn ich sie nur einmal vorher besucht hatte.) Als ich die U-Bahnstation verlie\u00df, war klar, ich bin eine Station zu fr\u00fch ausgestiegen. Also wieder rein in die U-Bahn und eine Station weiter. Jetzt war ich richtig. Ich entdeckte die Stra\u00dfen\u00fcberf\u00fchrung und marschierte den Rest zu Fu\u00df.<\/p>\n<p>Als ich im Feierwerk ankam, spielte die Vorband bereits. Auf der B\u00fchne erblickte ich eine Frau und einen Mann. Die Frau sa\u00df an einem Klavier, der Mann spielte Gitarre. Die drei Songs, die ich von ihnen mitbekam, gefielen mir. Teilweise erinnerten sie mich an eine unplugged Variante der von mir sehr gesch\u00e4tzten Band Hundreds. Im Vordergrund stehender Gesang mit sch\u00f6nen, sp\u00e4rlich und zur\u00fcckhaltenden Melodien im Hintergrund. Wie die beiden hie\u00dfen, erfuhr ich zwei Stunden sp\u00e4ter, als der Other lives S\u00e4nger sich bei der Vorband f\u00fcr die Unterst\u00fctzung bedankte. \u201eCathy\u201c, verstand ich, in der U-Bahn lie\u00df mich lastfm wissen: Cate\u2019s Leila war der korrekte Name. Das Duo sollte ich mir merken, Cate Martin (Klavier, Gesang) und Micha Holland (Kontrabass, E &#8211; Bass, Gesang) sind zusammen Cate\u00b4s Leila, ihr Deb\u00fctalbum &#8222;How the ligh gets in&#8220; kommt bald.<br \/>\nOther lives kannte ich nur aus einem Video. In der Vorbereitung zum Primavera Festival h\u00f6rte ich mir \u201eDark horse\u201c an und entschied, sie mir nicht auf dem Festival anzuschauen. Das Video reichte nicht aus um neugierig zu werden, \u00fcberdies lie\u00df es das andere B\u00fchnenprogramm nicht zu, mir Other lives anzusehen. Ich h\u00e4tte Wichtigeres verpasst.<br \/>\nIn dieser Woche war das anders. Ich verpasste nichts und angefixt durch die Nachfrage, ob ich nicht mit zum K\u00f6lner Konzert kommen w\u00fcrde, entschied ich mich f\u00fcr\u2019s neugierig-sein.<br \/>\nG\u00e4nzlich ohne Erwartungen stand ich in der Kranhalle, als die Band die B\u00fchne betrat. Der S\u00e4nger signierte ein paar Platten, die ihm aus der ersten entgegengehalten wurden, und dann \u2026 begann es noch nicht. Die Situation war verwirrend, die Pausenmusik ging aus und auch die \u00fcbrigen Musiker kamen nach und nach auf die B\u00fchne und schnallten sich ihre Instrumente um. Aber vor dem Konzert stand der Soundcheck, und dieser wurde nun von Other lives durchgef\u00fchrt. Der lokale Tonmann bemerkte dies auch und wir h\u00f6rten wieder Pavement und PJ Harvey. Bereits hier machten die Amerikaner einen gutgelaunten und spielfreudigen Eindruck. Nach einer schnellen Viertelstunde Mikrofone und Steckverbindungen testen ging es mit dem Konzert los. Ich war sehr gespannt, wie mir ihre Musik gefallen w\u00fcrde, sympathisch waren Other lives mir zu diesem Zeitpunkt schon allemal. Grundskeptisch h\u00f6rte ich mir die ersten Songs an, als Folkrockverweigerer entdeckte ich nat\u00fcrlich scheu\u00dfliche Momente mit Westerntrompete und squaredance-esken Melodien.<br \/>\nAber schnell merkte ich auch, das Other lives mehr k\u00f6nnen. Und dieses &#8218;mehr&#8216; begeisterte mich. Es waren die lauten Augenblicke, in denen es rockig und interessant wurde, auch weil \u2013 wie <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/meinzuhausemeinblog.blogspot.de\/2012\/07\/other-lives-koln-240712.html\" target=\"_blank\">Christoph<\/a> schon richtig feststellte &#8211; Jesse Tabish Stimme phasenweise sehr nach Paul Banks klang und mir dann sofort Interpol in den Sinn kamen. Das passte musikalisch zwar \u00fcberhaupt nicht, aber gerade dieser Irrwitz machte den Other lives Auftritt so bemerkenswert. Zwei sehr unterschiedliche Bands, die nun doch irgendwie zusammenkommen und auch zusammen passten. Pluspunkt Nummer zwei. Sp\u00e4testens ab diesem Zeitpunkt hatten Other lives gewonnen. Daran konnte auch das mit \u00fcblen Westerngaloppsound durchsetzte \u201eFor 12\u201c nichts \u00e4ndern oder die Zugabe \u201eDusk bowl II\u201c, ein \u00fcbler Folkrockstampfer. Zu stark waren die tollen Songs. \u201eDark horse\u201c (live mochte ich es viel mehr als im Video), das sich in ein acht Minuten Ding ausuferte, indem es in \u201eLandforms\u201c \u00fcberging, oder \u201eWeather\u201c oder \u201eTake us alive\u201c.<\/p>\n<p>Nach den gespielten zwei Zugaben w\u00e4re das Konzert eigentlich vorbei, erkl\u00e4rte uns Jon Mooney, als sie erneut auf die B\u00fchne zur\u00fcckkamen. Das sei der Other lives Konzert-Masterplan 2012, der nur eine bestimmte Anzahl an Songs zulie\u00df. \u201eWir sind nicht im Training. Wir touren bereits so lange und spielen immer nur diese Songs, da haben wir unsere anderen vergessen.\u201c Trotzdem wollten sie uns noch nicht entlassen, zu sehr gefiel ihnen der Abend, das Feierwerk und das Publikum. So entschieden sie sich, eine Coverversion zu spielen: \u201eNow I wanna sniff some glue\u201c von den Ramones. Other live w\u00fcrden es in einer Burt Bacharach Version spielen, versprach Gitarrist und Trompeter Jon Mooney und die Band hielt das Versprechen. \u201eSniff some glue\u201c im Easy listening Mantel. Gro\u00dfartig! Das i-T\u00fcpfelchen auf den Abend. Das perfekte Finale, das mich mit einem guten Gef\u00fchl zur\u00fcck ins Hotel schickte.<br \/>\nOh ja, \u00fcberzeugt. Other lives sind eine tolle Liveband. Ihre Alben kaufe ich mir dennoch nicht; dieses gute Konzert m\u00f6chte ich mir nicht vermiesen.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/KzA02MPiYqE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Feierwerk &#8211; Kranhalle, M\u00fcnchen Vorband: Cate\u2019s Leila Same, same but different. Konzertbesuche auf Dienstreisen. Da gibt es immer viel zu erz\u00e4hlen. Neue Klubs, andere Leute, keine etablierten und tausendmal gefahrene Anfahrtswege. Konzertbesuche an fremden Orten in anderen St\u00e4dten sind kleine Erlebnisse mit hohem Unterhaltungswert und mittlerweile meine liebsten Konzerte. 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