{"id":4157,"date":"2012-07-05T18:26:54","date_gmt":"2012-07-05T16:26:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4157"},"modified":"2025-02-15T14:10:06","modified_gmt":"2025-02-15T13:10:06","slug":"lee-ranaldo-koln-04-07-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/lee-ranaldo-koln-04-07-2012\/","title":{"rendered":"Lee Ranaldo &#8211; K\u00f6ln, 04.07.2012"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Disappears<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1080\" height=\"608\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2690-1080x608.jpg\" alt=\"Lee Ranaldo - K\u00f6ln, 04.07.2012\" class=\"wp-image-18676\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2690-1080x608.jpg 1080w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2690-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2690-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2690-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2690.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Auf dieses Konzert freute ich mich seit dem Tag, an dem ich feststellen musste, dass ich die Band <strong>Disappears<\/strong> im K\u00f6lner King Georg verpasst hatte. Das war irgendwann im Fr\u00fchjahr des Jahres. Als dann wenig sp\u00e4ter die Ank\u00fcndigung des <strong>Lee Ranaldo<\/strong> Konzertes zu mir durchdrang und gleichzeitig bekannt wurde, dass <strong>Disappears<\/strong> die Vorband sein werden, war die Anwesenheit Pflicht.<br>Da ist es auch egal und kein Argument zuhause zu bleiben, wenn das Wetter einen dazu dr\u00e4ngt. Konzerte im schw\u00fclen Sommerwetter Mitteleuropas k\u00f6nnen schnell nervig anstrengend werden. Ich mag Hitze noch weniger als Vanilleso\u00dfe und verkr\u00fcmel mich am liebsten in angenehm schattigen Orten abseits von Sonne, W\u00e4rme und stickiger Luft. Alles Gegenteile zu Konzerts\u00e4len (also bis auf die Sonne). In diesen Momenten \u00e4rgere ich mich, dass ich nicht in den Staaten wohne und dort Konzerte besuchen kann. Klimaanlagentechnisch herabgek\u00fchlt auf 18 Grad macht ein Geb\u00e4ude 9 im Sommer sicherlich mehr Spa\u00df als so, wie es ist. Aber \u00fcbers Wetter jammern kann jeder, \u00fcber ein Lee Ranaldo Konzert berichten nur der, der da war. Also, los jetzt:<br><strong>Lee Ranaldo<\/strong> geh\u00f6ren meine liebsten <strong>Sonic Youth<\/strong> Songs. Knapp vor <strong>Thursten Moore<\/strong> und <strong>Kim Gordon<\/strong> h\u00f6re ich seine Stimme am liebsten: \u201eSkip tracer\u201c, \u201eSaucer-like\u201c von <em>Washing machine<\/em>, \u201eRats\u201c von <em>Rather ripped<\/em> , \u201eKaren revisted\u201c (<em>Murray street<\/em>) oder \u201eMote\u201c (<em>Goo<\/em>), alles <strong>Sonic Youth<\/strong> Favoriten. Aber mit <strong>Sonic Youth<\/strong> ist das ja seit einem Jahr so eine Sache. Gibt\u2019s sie noch, gibt\u2019s sie nicht mehr, die Dinge scheinen offen.<br>Da passte es mir ganz gut, dass <strong>Lee Ranaldo<\/strong> Anfang des Jahres ein &#8218;Solo&#8216;-Album ver\u00f6ffentlicht hat. <em>Between the tides and the times<\/em> klingt grunds\u00e4tzlich nach bekanntem und wer <strong>Sonic Youth<\/strong> mag, mag auch dieses Album. Es ist eben schwer, seine jahrelange Heimat abzustreifen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIn fr\u00fcheren Jahren habe ich die Zeit au\u00dferhalb von Sonic Youth eigentlich immer f\u00fcr Erkundungen jenseits des Songformats genutzt\u201c, so Ranaldo. \u201eAber dadurch, dass die Zeit zwischen unseren Platten immer l\u00e4nger wurde, hatte ich pl\u00f6tzlich gar keine M\u00f6glichkeit mehr, an strukturierteren St\u00fccken zu arbeiten, und ich merkte irgendwann, dass mir das fehlte.\u201c Etwa zu der Zeit erhielt er die Einladung, ein Solokonzert beim Midi-Festival im s\u00fcdfranz\u00f6sischen Hy\u00e8res zu spielen. Er begann, neben akustischen Versionen von alten Sonic-Youth-Songs, wie \u201eEric\u2019s Trip\u201c oder \u201eHey Joni\u201c, neue Lieder zu erarbeiten. \u201ePl\u00f6tzlich hatte ich Material f\u00fcr eine ganze Platte zusammen\u201c, so Ranaldo. \u201eZun\u00e4chst dachte ich, es w\u00fcrde ein akustisches Soloalbum werden.\u201c<br>Als Ranaldo dann allerdings im Sonic-Youth-Studio Echo Canyon in Hoboken, New Jersey mit Schlagzeuger Steve Shelley und Bassist Irwin Merken die Aufnahmen vorbereitete, entwickelten die Songs ein Eigenleben, wollten gr\u00f6\u00dfer werden und lauter. So nahm \u201eBetween The Tides And the Times\u201c Gestalt an. (<a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.rollingstone.de\/news\/meldungen\/article288033\/lee-ranaldo-das-erste-soloalbum.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">rollingstone.de<\/a>)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Gestern nun wollte ich mir das live anh\u00f6ren. Als wir gegen neun Uhr das Geb\u00e4ude 9 betraten passierte noch nix. Die ganze Meute sa\u00df noch drau\u00dfen und sch\u00f6pfte jede Sekunde frische Luft aus, bevor es mit der Musik in einem doch recht stickigen Geb\u00e4ude 9 losgehen sollte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8218;Summer in cologne&#8216;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>wie <strong>Ranaldo<\/strong> sp\u00e4ter lapidar anmerkte. Diese Konstellation f\u00fchrte vielleicht auch dazu, dass <strong>Disappears<\/strong> erst gegen halb zehn anfingen. Mehrmals lugte jemand hinter dem B\u00fchnenvorhang hervor, sah einen leeren Saal und dachte sich: okay, ist noch niemand drin, warten wir noch ein paar Minuten. Ich wei\u00df nicht mehr, wer dann zuerst da war, das Publikum oder die Band, in der Hauptsache ist es auch nur wichtig, dass beide Seiten sich in den Konzertsaal bewegt hatten. <strong>Disappears<\/strong> sind diese kleine feine Chicagoer Band um S\u00e4nger <strong>Brian Case<\/strong> und Tausendsassa- Schlagzeuger <strong>Steve Shelley<\/strong>, der ab dem zweiten Album <em>Guider<\/em> zur Band geh\u00f6rt. Nebenbei bemerkt spielt <strong>Steve Shelley<\/strong> auch Schlagzeug in <strong>Lee Ranaldos<\/strong> Band, was bedeutete, dass er heute den l\u00e4ngsten Abend aller Musiker haben sollte. Aber er hatte auch zwei Hemden dabei, so dass er nach der Umbaupause mit unverschwitztem Oberteil in die zweite Halbzeit gehen konnte. Sicherlich etwas angenehmer und ehrlich gesagt, ich h\u00e4tte nicht tauschen wollen. Mir reichte schon das blo\u00dfe rumstehen.<br><strong>Disappears<\/strong> sind live genauso wie auf ihren Alben. Auf den ersten H\u00f6reindruck klingt alles toll und super. Toll ist es auch noch nach weiteren H\u00f6rdurchg\u00e4ngen, allerdings relativiert sich das &#8217;super&#8216; etwas, mittlerweile entdecke ich auf <em>pre-language<\/em> doch die ein oder andere L\u00e4nge. Das klingt dramatischer als es ist, eine Grundklasse ist in allen Songs nat\u00fcrlich da. Und live war von L\u00e4ngen im <strong>Disappears<\/strong> Set nichts zu h\u00f6ren. <strong>Brian Case<\/strong> Gesang klingt so besonders, die <strong>Disappears<\/strong> Gitarren so sch\u00f6n altbacken, dass die 45 Minuten Spielzeit lange nicht ausreichten, um sich daran satt zu h\u00f6ren.<br>Den Begriff Vorgruppe finde ich daher unpassend, <strong>Disappears<\/strong> sind mit <strong>Lee Ranaldo<\/strong> auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eXtina as i knew her&#8220;, dieser Song erforderte die l\u00e4ngste Einleitungserkl\u00e4rungsrede an diesem Abend. Ich m\u00f6chte das jetzt nicht im Einzelnen wiederholen, was es mit <strong>Lees <\/strong>alter Freundin Christina auf sich hat. Wem das wichtig ist, h\u00f6rt sich das am besten selbst live an, mehr Konzertzuschauer als an diesem Abend in K\u00f6ln hat <strong>Lee Ranaldo<\/strong> n\u00e4mlich definitiv verdient. Knapp halbvoll war das Geb\u00e4ude 9, als gegen halb elf <strong>Steve Shelley<\/strong> erneut die B\u00fchne betrat. Zu viert bestritten sie die n\u00e4chsten 80 Minuten. <strong>Alan Licht<\/strong> war dabei, und ein Bassist namens <strong>Eric<\/strong>, der, f\u00fcr mich als Instrumentenlegastheniker, zeitweise eine interessante Saitenwischtechnik zeigt. \u201eXtina as i knew her&#8220; war also ein erster H\u00f6hepunkt, die beiden gegen Ende des Konzertes gespielten Coverversionen die n\u00e4chsten. Ich bin weder gro\u00dfer Kenner von <strong>Neil Young<\/strong> noch von <strong>Talking Heads<\/strong> Songs, aber nachdem mir die <strong>Talking Heads<\/strong> damit diese Woche zum zweiten Mal aufgetischt wurden, denke ich, ist das ein Zeichen, mich endlich mit ihnen zu befassen. \u201eThank you for sending me an angel\u201d kannte ich folglich nicht, empfand das Cover aber als gelungen. Wie den gesamten Abend. Mein Genu\u00dffaktor war hoch, die ruhig vorgetragenen hochmelodi\u00f6sen Songs und die abklingende Sommerw\u00e4rme lie\u00dfen uns gegen Mitternacht gl\u00fccklich in den Abend fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Mann und seine Gitarren, die haben es einfach drauf! Weitermachen, auch mit <strong>Sonic Youth<\/strong>!<br>A pro pos Gitarren. <strong>Lee Ranaldo<\/strong> besitzt viele davon. Anfangs kam es mir so vor, dass er f\u00fcr jeden Song eine neue, andere Gitarre in die Handgedr\u00fcckt bekam. Erst nach vielen Songs entdeckten wir eine bereits vorher gesehene. Und wie ist das eigentlich mit den Aufklebern auf den Gitarrenk\u00f6pfen? Kleben Musiker sie bewusst auf, sind sie Ausdruck von irgendwas, k\u00f6nnten sie Geschichten erz\u00e4hlen oder pappt sie heimlich ein Fremder auf die Instrumente? Nun, bei <strong>Lee Ranaldo<\/strong> erz\u00e4hlen sie auch Geschichten, bzw. der Musiker erz\u00e4hlt die Geschichten zu den Aufklebern. So wie zu dem wohl recht neuen &#8218;Occupy Athens&#8216; Aufkleber und dem Vancouver Poster Papp auf der Gitarrenr\u00fcckseite. Beide lassen sich gut erkl\u00e4ren. Aber welche Ereignisse ranken sich wohl um den Vans Sticker &#8218;off the wall&#8216; und die Aufforderung &#8218;Ride your bike&#8216;? Das hat uns <strong>Lee Ranaldo<\/strong> an diesem Abend nicht verraten.<br>Seinen Moonlander hatte er \u00fcbrigens nicht dabei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dieses Konzert freute ich mich seit dem Tag, an dem ich feststellen musste, dass ich die Band Disappears im K\u00f6lner King Georg verpasst hatte. Das war irgendwann im Fr\u00fchjahr des Jahres. 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