{"id":4119,"date":"2012-06-13T18:53:12","date_gmt":"2012-06-13T16:53:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4119"},"modified":"2025-11-20T23:22:53","modified_gmt":"2025-11-20T22:22:53","slug":"4119","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/4119\/","title":{"rendered":"The Stone Roses &#8211; Amsterdam, 12.06.2012"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Heineken Music Hall, Amsterdam<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"670\" height=\"377\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/The-Stone-Roses.jpg\" alt=\"The Stone Roses,2012,Amsterdam,Konzert\" class=\"wp-image-4120\" title=\"The Stone Roses\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/The-Stone-Roses.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/The-Stone-Roses-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der NME wei\u00df es bereits knappe 10 Minuten nach Konzertende:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>The Stone Roses frontman Ian Brown called the band&#8217;s drummer Reni a &#8218;c**t&#8216; onstage in Amsterdam at tonight&#8217;s (June 12) gig at the Heineken Music Hall.<br>It was rumoured on Twitter that Reni had walked offstage during the show, but in fact, Ian Brown returned to the stage after the band had played their main set. The crowd were expecting an encore of &#8218;I Am The Resurrection&#8216; &#8211; which the Roses had played at their show in Barcelona last week. Instead, Brown told the crowd &#8222;the drummer&#8217;s gone home&#8220;.<br>NME&#8217;s source at the show explained that the crowd weren&#8217;t sure if Brown was being serious or not as he repeated, &#8222;I&#8217;m not joking, the drummer&#8217;s gone home.&#8220; Brown continued: &#8222;Get all your aggro out on me, I can take it.&#8220; Then he added: &#8222;What can I say, the drummer&#8217;s a c**t.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Tja, so sind sie, die Manchester Bands der ersten Stunde. <strong>Oasis <\/strong>schafften das nie! (und sie \u00e4rgern sich sicherlich ma\u00dflos dar\u00fcber!) Mein erstes H\u00f6rverst\u00e4ndnis, den Schlagzeuger h\u00e4tte vor der Zugabe eine Spontankrankheit ereilt, stimmte also gar nicht. Aber das mit der Stimme und dem Verstehen von <strong>Ian Brown<\/strong> ist sowieso eine separate Geschichte. Eine von vielen die, dieses Konzert f\u00fcr uns bereithielt.<br>Genau, es war seit langem wieder eine dieser Konzertfahrten, die f\u00fcr h\u00f6chste Unterhaltung gut war. Doch der Reihe nach. Was hatten wir uns gefreut, als wir vor einigen Wochen davon erfuhren, dass eine unserer Lieblingsband der anfangenden 90er, die <strong>Stone Roses<\/strong>, doch noch ein Konzert in unserer N\u00e4he spielen w\u00fcrden. Schnell buchten wir die Karten, innerhalb der ersten Stunden nach Freischaltung des Ticketverkaufs lagen sie als pdf in unseren Postf\u00e4chern. Dass dies alles v\u00f6llig unn\u00f6tig, weil die Amsterdam Arena l\u00e4ngst nicht ausverkauft sein sollte, konnten wir damals nicht ahnen. Die z\u00fcgigen sold-out Meldungen der anderen Roses Auftritte lie\u00df anderes bef\u00fcrchten. Nun gut, wir waren auf der sicheren Seite, so oder so.<br>Das Amsterdamer Konzert sollte mein zweites <strong>The Stone Roses<\/strong> Konzert werden. 1995 sah ich sie im K\u00f6lner E-Werk. Den damaligen Abend kann ich mit einem Wort beschreiben: desolat. Positive Erinnerungen habe ich keine, nach diesem fahrigen Auftritt wollte ich kein <strong>The Stone Roses<\/strong> Fan mehr sein und \u00fcberlegte ernsthaft, meine <strong>Roses <\/strong>CDs zu verschenken. Da die Band kein drittes Album mehr aufnahm und sich kurze Zeit sp\u00e4ter aufl\u00f6ste, wurden mir viele derlei \u00dcberlegungen abgenommen. Danach verschwand die Band, viele neue &#8211; und bessere \u2013 Brit-Bands \u00fcbernahmen ihren Platz. <strong>Ian Browns<\/strong> Solosachen haben mich nie begeistert, <strong>The Seahorses<\/strong>, die nachfolgende Band des Gitarristen <strong>John Squire<\/strong> mochte ich sehr und sah sie im Vorprogramm von <strong>Oasis <\/strong>drei Jahre sp\u00e4ter in Oberhausen.<br>Als die <strong>Stone Roses<\/strong> im letzten Jahr eine Reuniontour ank\u00fcndigten spekulierten wir schon \u00fcber einen Primavera Auftritt. Der fand nicht statt und lange Zeit sollte es so aussehen, als ob die Briten \u00fcberall aber nur nicht in unserer N\u00e4he spielen sollten. Trotz oder gerade wegen der desolaten 90er Jahre Konzerterinnerung war es irgendwie logisch, dass ich sie nochmals live sehen wollte. Als dann das Amsterdamer Konzert in den bestehenden Tourplan eingeschoben wurde, war alles klar.<br>Unter normalen Umst\u00e4nden w\u00e4re es ein Konzertausflug gewesen, \u00fcber den wir uns auf der R\u00fcckfahrt ma\u00dflos ge\u00e4rgert h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"670\" height=\"377\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Ian-Brown.jpg\" alt=\"The Stone Roses,2012,Amsterdam,Konzert\" class=\"wp-image-4121\" title=\"Ian Brown\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Ian-Brown.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Ian-Brown-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die lange Fahrt f\u00fcr 70 Minuten Konzert, ein mehr als teuer offizieller Parkplatz vor der Heineken Music Hall, anstrengendes Publikum um uns herum und Bierpf\u00fctzen auf dem Boden. All das nahmen wir \u00fcberraschend gelassen hin, \u00e4rgerten uns nicht und wunderten uns genau dar\u00fcber auf der R\u00fcckfahrt. Also muss doch irgendwas Magisches an diesen <strong>Stone Roses<\/strong> sein\u2026<br>Sehr p\u00fcnktlich waren wir auf dem Vorplatz der Amsterdam Arena. Obwohl der Name anderes vermuten l\u00e4sst, ist die Halle mehr ein Arena-chen als eine Arena. 5000 Leute passen in die sch\u00f6ne Konzerthalle, die einen sehr guten Eindruck auf uns machte. Eine zweirangige Sitztrib\u00fcne gegen\u00fcber der B\u00fchne, ein passendes Verh\u00e4ltnis von Saalbreite zu Saall\u00e4nge und eine gute Akustik sorgten f\u00fcr sch\u00f6ne Rahmenbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir den Saal betraten, es war kurz vor acht, war es nicht voll. Einige Konzertreisende waren schon da, aber alles in allem war die Arena vielleicht zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt. Da es im Vorfeld klar war, dass es keine Vorband geben w\u00fcrde, richteten wir uns auf einen Konzertbeginn von viertel vor neun, neun Uhr ein. Die Setlisten der ersten beiden <strong>Stone Roses<\/strong> Konzerte aus Barcelona (den britischen Warm-up Gig nicht eingerechnet) lie\u00dfen auf eine Konzertdauer von guten 80 Minuten schlie\u00dfen, so dass wir uns den Amsterdamausflug am Wochenende noch damit sch\u00f6nredeten, um 2 Uhr wieder in K\u00f6ln zu sein. Als um viertel nach neun immer noch keine B\u00fchnenaktionen in Sicht waren, war uns auch das egal, genauso wie die sich in Scharen um uns herum gruppierten Inselbewohner, die sich gef\u00fchlt alle 5 Minuten mit sechs- bis 10 Bierbechern in der Hand an uns vorbei schoben oder in unserem R\u00fccken zu Mallorcahymnen ravten. Ab da war klar, der Abend wird feucht fr\u00f6hlich. Es zeigte aber auch, dass die <strong>Stone Roses<\/strong> wohl nur mit britischem Publikum funktionieren (oder in Japan). Von daher ist die Easy Jet Stadt Amsterdam als Konzertort abseits der gro\u00dfen Festivals geschickt gew\u00e4hlt, bietet sie doch die Gelegenheit, g\u00fcnstig und fix zum Konzert anzureisen. Und dieses Angebot nahmen sehr viele Briten wahr.<br>Die Stimmung war entsprechend, als die <strong>Stone Roses<\/strong> erwartungsgem\u00e4\u00df mit \u201eI wanna be adored\u201c starteten. Dass die Madchester-Gr\u00fcnder nicht nur gro\u00dfe Hits haben und leicht \u00fcbersch\u00e4tzt wurden, zeigte sich sehr schnell in den Songs 3 bis 5. Gleichklingende Popsongs mit langgestreckten Gitarrensoli lie\u00dfen uns Festlandeurop\u00e4er unabgeholt zur\u00fcck. Jetzt tanzte und sang nur ein Drittel der Arena zu \u201eMercy paradise\u201c oder \u201eWhere angels are play\u201c.<br>So war das Zwischenfazit nach der H\u00e4lfte des Sets, das von mir nie gemochte \u201eFools gold\u201c in einer sehr ausgedehnten Version hatte ich gut gerade \u00fcberstanden, wenig \u00fcberraschend:<br><strong>Ian Brown<\/strong>, der Gallagher Prototyp, ist immer noch der Vollspaten, <strong>Mani<\/strong>, <strong>Reni <\/strong>und <strong>Johni <\/strong>(<strong>Squire<\/strong>) immer noch die guten Handwerker und einige der <strong>Roses<\/strong> Songs immer noch leicht \u00fcberbewertet.<br>Bei \u201eDon\u2019t stop\u201c, diesem vertrackten und verdrehten Rave-Bombastding, f\u00e4llt mir <strong>Johnis <\/strong>und <strong>Manis <\/strong>Gitarrenspiel besonders eindrucksvoll auf. Wie kann man nur all diese abrupten Wendungen gitarrengrifftechnisch hinbekommen? Ich dachte immer, es w\u00fcrde mit Keyboards gespielt und nicht mit Gitarren. Sagenhaft. Ich h\u00f6rte aber auch, dass <strong>Ian Brown<\/strong> sowas von keine Tonlagen trifft und h\u00e4lt. Sein Gesang, und das h\u00f6rten wir immer in den Momenten deutlich heraus, wenn er direkt an der Box vor uns herum turnte, wurde k\u00fcnstlich verst\u00e4rkt. Wir h\u00f6rten immer eine zweite Stimme, sahen aber keinen weiteren S\u00e4nger (gut, <strong>Reni <\/strong>hatte ein Mikrofon, allerdings klang es nicht so, als ob der Schlagzeuger die Zweitstimme geben w\u00fcrde).<br><strong>Saint Etienne<\/strong> l\u00f6sten vor einer Woche das gesanglich \/ textliche Problemchen ihrer Frontfrau geschickt dadurch, dass sie ihr eine Backgrounds\u00e4ngerin zur Seite stellten. Wunderbar und gut. Die <strong>Stone Roses<\/strong> l\u00f6sten es anders. Egal ob vom Band unterst\u00fctzt oder anders, das ausw\u00e4rtige Publikum war textsicher und sang gnadenlos alles mit. Daher sp\u00fcrte man den Stimmdefizit nur sehr selten in wenigen Momenten.<br>Die ganz gro\u00dfe Show (eine gro\u00dfe war es ja bereits) begann mit \u201eWaterfall\u201c. In Reihenfolge kamen anschlie\u00dfend mit \u201eDon&#8217;t stop\u201c, \u201eThis is the one\u201d, \u201cShe bangs the drums\u201d und \u201cMade of stone\u201d all die Riesenhits, die ich immer noch sehr gerne h\u00f6re. Junge, Junge, besser geht es nicht! Jetzt lief das Ding auf h\u00f6chster Umdrehung und <strong>Ian Brown<\/strong> war in seinem Poserelement: hier ein paar Grimassen f\u00fcr das M\u00e4dchen links in der ersten Reihe, dort ein paar Boxert\u00e4nzelschritte oder einfach mal das Mikrofon in die Hosentasche stecken und beidarmig die Rasseln schwingen. Herrlich, gro\u00dfartig! Mag er gesanglich nicht mehr ganz auf der H\u00f6he sein, eine Rampensau ist <strong>Ian Brown<\/strong> nach wie vor. Nach \u201eLove spread\u201c verlie\u00df die Band die B\u00fchne und alles wurde f\u00fcr eine Zugabe &#8211; wir erwarteten \u201eI am the resurrection\u201c \u2013 vorbereitet. Nach einigen Minuten kam dann <strong>Ian Brown<\/strong> aus dem Backstagebereich ans Mikrofon und verk\u00fcndete, dass es keine Zugabe mehr geben werde. Den Grund verstanden wir auch bei der dritten Wiederholung nicht wirklich richtig. Das war es dann also, das Konzert war beendet. Licht an, Abbau. Ein sehr unterhaltsamer Abend fand sein \u00fcberraschendes Ende. Ein Ende jedoch, das gut zu diesem <strong>Stone Roses<\/strong> Konzertabend passte, da waren wir uns auf der R\u00fcckfahrt einig. Komischerweise \u00e4rgerten wir uns auch nicht dar\u00fcber.<br>Dieser Abend war viel besser als mein erstes <strong>Stone Roses<\/strong> Konzert. Der Ausflug hat sich gelohnt.<br>&#8218;Everybody&#8217;s dancin&#8216; shoes?&#8216; Jep!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tja, so sind sie, die Manchester Bands der ersten Stunde. Oasis schafften das nie! (und sie \u00e4rgern sich sicherlich ma\u00dflos dar\u00fcber!) Mein erstes H\u00f6rverst\u00e4ndnis, den Schlagzeuger h\u00e4tte vor der Zugabe eine Spontankrankheit ereilt, stimmte also gar nicht. Aber das mit der Stimme und dem Verstehen von Ian Brown ist sowieso eine separate Geschichte. Eine von vielen die, dieses Konzert f\u00fcr uns bereithielt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21379,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"pretty-paracetamol in concert: %%post_title%%","_seopress_titles_desc":"Tja, so sind sie, die Manchester Bands der ersten Stunde. 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