{"id":4103,"date":"2012-06-10T17:24:15","date_gmt":"2012-06-10T15:24:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4103"},"modified":"2012-06-10T17:26:06","modified_gmt":"2012-06-10T15:26:06","slug":"primavera-sound-festival-barcelona-02-06-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-02-06-2012\/","title":{"rendered":"Primavera Sound Festival &#8211; Barcelona, 02.06.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Parc del Forum, Barcelona<br \/>\n<strong><del><\/del> Bands:<\/strong> Veronica Falls, Kings of Convenience, Atlas Sound, Dominique A, Real Estate, Saint Etienne, Wild Beasts, Yo la tengo<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4109\" title=\"Saint Etienne\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Saint-Etienne.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Saint-Etienne.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Saint-Etienne-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/p>\n<p>Der Saint Etienne Tag. Es war Gin und Tonic Zeit an der gro\u00dfen B\u00fchne des Primavera. Eine sichtlich gut gelaunte Sarah Cracknell schunkelte sich f\u00f6rmlich durch 20 Jahre Saint Etienne Ibiza Sounds. Das war schon toll, was die drei Etiennes, verst\u00e4rkt durch die Backgrounds\u00e4ngerin Depsy eine gute Stunde lang boten. Urspr\u00fcnglich war ihr Konzert f\u00fcr den Mittwochabend am Arc de Triomf geplant (als Teil des kostenlosen Auftaktkonzertes in Barcelona Stadt), durch den Ausfall von Bj\u00f6rk muste aber die Primetime Spielzeit auf der Hauptb\u00fchne nachbesetzt werden. Und da die Organisatoren scheinbar keinen weiteren K\u00fcnstle auf der Ersatzbank hatten, musste die Mannschaft neu aufgestellt werden. Ach, ich bin in der Fussballsprache. (Steffen Simon verwirrt mich gerade aber auch enorm.)\u00a0 Was ich sagen m\u00f6chte ist, dass der Samstagabend auf der San Miguel B\u00fchne nun die Kings of Convenience und eben Saint Etienne vorsah.<br \/>\nDoch bevor Fahrstuhlmusik ert\u00f6nte und Sarah Cracknell uns mit einem beschwipsten \u201eChin Chin, it\u2019s Gin and Tonic time\u201c zuprostete, gab es ein wenig Indiemusik. Veronica Falls er\u00f6ffneten mit fluffigen Melodien und sanfter Pr\u00e4senz unseren letzten Primavera Tag. Ihr Album \u201eVeronica Falls\u201c mag ich nicht so dolle, es klingt mir ein wenig zu sehr nach Belle &amp; Sebastian. Daher war ich mir lange nicht sicher, ob ich mir Veronica Falls live antuen m\u00f6ge. Aber metal ist auch keine L\u00f6sung und Extremamericana ebenso wenig, au\u00dferdem hatte ich einen hartn\u00e4ckigen F\u00fcrsprecher und so begleitete ich ihn zur zweitgr\u00f6\u00dften Festivalb\u00fchne. Doch live nahm ich Veronica Falls auf einmal ganz anders wahr. Es war keine Spur von langweilig, im Gegenteil. Die zwei Damen und Herren wussten mich sehr wohl zu begeistern. Gar zwei, drei neue Songs bauten sie in ihrem dreiviertelst\u00fcndigen Auftritt ein, ansonsten gab es nat\u00fcrlich alle \u201eHits\u201c des Deb\u00fctalbums.<\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kz2QXBacvl0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Damit war schnell am Abend die Festivalm\u00fcdigkeit abgelegt, und die Kings of Convenience konnten kommen. Und Erlend \u00d8ye und Eirik Glambek B\u00f8e kamen zu Beginn des Konzertes erst einmal ohne Band aber mit zwei Gitarren. Als Duo bestritten die beiden Norweger die erste halbe Stunde des Kings of Convenience Konzertes. Musikalisch erinnerte das sehr an Simon &amp; Garfunkel, optisch an Harry Potter und <a title=\"Wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trio_mit_vier_F%C3%A4usten\" target=\"_blank\">Cody Allen<\/a>. Warum kannte ich eigentlich bisher nichts von den Kings of Convenience. Das muss sich schleunigst \u00e4ndern, denn ihre Fr\u00fchst\u00fccksraummelodien gefielen mir au\u00dferordentlich gut! Neben Kleenex Girl Wonder am ersten Tag sind die Kings of Convenience definitiv die zweite Festivalentdeckung des Jahres.<br \/>\n<!--more-->Es war also eine unterhaltsame halbe Stunde, die mir auf der Hauptb\u00fchne pr\u00e4sentiert wurde. Aber trotz aller Gebanntheit und Begeisterung wollte ich weiter, Atlas Sound und Dominique A versprachen doch eine \u00e4hnlich spannende Angelegenheit zu werden.<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Kings of Convenience\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7231\/7352205828_2ac2ac4787_o.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/>Atlas Sound ist das Soloding von Bradford Cox, dem S\u00e4nger der anstrengenden amerikanischen Band Deerhunter. Drei Alben hat Bradford Cox bisher als Atlas Sound ver\u00f6ffentlicht, alle drei kenne ich nicht. Als wir an der B\u00fchne ankamen, sahen wir den Musiker schon spielen. Alleine stand er auf der B\u00fchne, eine Gitarre um den Hals und ein Loop Ger\u00e4t vor seinen F\u00fcssen. Ah, so l\u00e4uft das hier also. Erste Skepsis zog auf, denn seit Jahren kann ich mich f\u00fcr sich selbst-loopenden Musiker nur noch wenig begeistern. (Liam finn). Und so war es auch an diesem Abend, Bradford Cox konnte uns nicht \u00fcberzeugen. Wir blieben zwar bis zum Ende seines Auftritts, allerdings habe ich bis auf seinen letzten Song \u201eMona Lisa\u201c \u2013 der ist wirklich gro\u00dfartig \u2013 wenig Erinnerungen an seinen Auftritt.<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Atlas Sound\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7220\/7352204520_28d88e4347_o.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/>In jeglicher Hinsicht unterschiedlich war das Konzert von Dominique A. Er brachte gleich ein halbes Orchester mit nach Barcelona auf die Festivalb\u00fchne. Ich h\u00f6rte ein Oboe, sah Fl\u00f6ten- und TrompetenspielerInnen. Allerdings, und das fand ich sehr schade, waren damit fast genauso viele Leute auf der B\u00fchne wie davor. Selbst die hinteren Treppen- und Steintrib\u00fcnenstufen, die sonst gerne als Ort des Ausruhens aufgesucht werden und immer gut besucht sind, waren nur zu einem F\u00fcnftel gef\u00fcllt. Die zeitgleich spielenden Beach House schienen unverst\u00e4ndlicherweise mehr zu ziehen als gem\u00fctliches Rumh\u00e4ngen und franz\u00f6sischer Rock-Pop. Sie alle hatten was verpasst. Dominique A und Band gaben sehr gutes und kurzweiliges Konzert. Rockige Passagen wechselten mit getragenen ruhigeren Momenten ab. Dominique A. zeigte, wie vielf\u00e4ltig seine Musik ist. Denn, und das sollte ich erw\u00e4hnen, poppiger Chanson ist nicht sein Ding, obwohl er gerne als Mitbegr\u00fcnder der &#8222;Nouvelle Sc\u00e8ne Fran\u00e7aise&#8220; genannt wird. Dominique A ist \u00e4hnlich wie Yann Tiersen (den wir in Barcelona am Sonntag \u00fcbrigens nicht mehr live sehen konnten) dunkler und komplizierter und st\u00e4rker von Alain Bashung beeinflusst als andere Vertreter der &#8222;Nouvelle Sc\u00e8ne Fran\u00e7aise&#8220;.<br \/>\nDas macht seine Songs besonders und seinen Auftritt beim Primavera erkl\u00e4rbar. Benjamin Biolay \u2013vielleicht das Gegenst\u00fcck zu Dominique A in der franz\u00f6sischen Popmusik &#8211; k\u00f6nnte ich mir hier nicht vorstellen. Nur wirklich schade, dass nicht mehr Leute Interesse an seinem Auftritt zeigten.<\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/6P56a2amICY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<blockquote><p>Real Estate was formed in Ridgewood, New Jersey by singer\/guitarist Martin Courtney, guitarist Matt Mondanile (Ducktails), bassist Alex Bleeker (of Alex Bleeker and the Freaks), and drummer Etienne Pierre Duguay (of Predator Vision) in 2008. In 2011 Jackson Pollis replaced Etienne on drums and Jonah Maurer joined the band on keys and guitar. (Wikipedia)<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich wusste es, den Gitarristen links au\u00dfen kannte ich irgendwoher. Die <a title=\"YouTube\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=59uFA9ietJ4\" target=\"_blank\">Ducktails<\/a> sahen wir letztes Jahr in Barcelona. Nachmittags, in einem Park. Denn Primavera bedeutet nicht nur Festivalgel\u00e4nde, sondern auch \u00f6ffentliche Konzerte in Parks und Clubs der Stadt. So war es auch in diesem Jahr unser Plan, den Samstagnachmittag bei Musik von Bleached und Orbits in einem der vielen st\u00e4dtischen Gr\u00fcnanlagen der Stadt zu verbringen. Gegen 14 Uhr machten wir uns daher auf den Weg in den Parc Central del Poblenou. Dieser lag nicht weit von unserem Hotel entfernt. Wir kannten ihn schon aus dem letzten Jahr, eben von dem Konzert der Ducktails und einer weiteren Band. Nach kurzem Fu\u00dfmarsch kamen wir im Park an, allerdings h\u00f6rten wir keine Musik. Etwas irritiert schlichen wir um die Palmen und Olivenb\u00e4ume, sahen jedoch keine Sonnenbrillentragenden Musiker oder verkaterte Festivalbesucher. Was war los? Wieso ist hier nichts? Google maps brachte die Antwort: Wir waren im falschen Park. Dieses Jahr war ein anderer Stadtpark f\u00fcr die Konzerte ausgew\u00e4hlt worden, ein Park, der mehrere U-Bahnstationen und einen l\u00e4ngeren Fu\u00dfweg entfernt lag und auf die Schnelle nicht zu erreichen war. Also kein Bleached am Nachmittag.<br \/>\nAber Real Estate am Abend. Das war mehr als eine Entsch\u00e4digung. Vier junge M\u00e4nner machen sanften Indiepop, sch\u00f6n und ein mehr als gelungener \u00dcbergang zum Konzert des Abends von Saint Etienne auf der Hauptb\u00fchne.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Real Estate\" src=\"http:\/\/farm9.staticflickr.com\/8158\/7166988871_66b80e4fe0_o.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" \/>Viel los war dort nicht, als wir uns zeitig im vorderen Bereich positionierten. Auch nicht, nachdem die Massen die 10 Minuten Fu\u00dfmarsch von der zweiten B\u00fchne, auf der zuvor Beach House unter Vollauslastung des Platzes spielten, bew\u00e4ltigt hatten und im Hauptbereich des Gel\u00e4ndes eintrudelten. Die Briten schienen nicht so ziehen, uns war das aber egal. So blieb es dann w\u00e4hrend des gesamten einst\u00fcndigen Konzerts bei lockerem Stehen ohne unerw\u00fcnschten K\u00f6rperkontakt. Im Gegenteil, selbst die kleinen Drogendealer konnten relativ stressfrei durch die vorderen Reihen ziehen, Leuten kleine Plastikt\u00fcten unter die Nase halten und kleine Drops und Br\u00f6ckchen zu Kauf anbieten, die aussahen wie ausgekaute lila Hubbabubba Kaugummis und Katzenstreu. Saint Etienne berauschten aber auch ohne dieses Zeugs.<br \/>\nDer Beat wummerte wie in einer Gro\u00dfraumdisco, Sarah und ihre Federboa tanzten, Debsy (die Backgrounds\u00e4ngerin) sang und Bob &amp; Pete besorgten die Technik. Diese war bei allen \u00e4lteren Songs, das Konzert begann mit dem Evergreen \u201eLike a motorway\u201c und endete mit \u201eNothing can stop us\u201c, der ersten Saint Etienne Single mit Sarah als S\u00e4ngerin, allerdings sehr, sehr dr\u00f6hnig und basslastig. Dann machte es nicht ganz so viel Spa\u00df, den vieren zuzuh\u00f6ren. Allerdings wurde dieses kleine Makel durch die Masse der Hits relativ leicht wettgemacht. Wen interessiert schon ein verzerrter Eurodiscobeat, wenn man im Gegenzug Songs wie \u201eSylvie\u201c, \u201eOnly love can break your heart\u201d oder \u201eWho do you think you are\u201d und \u201eYou&#8217;re in a bad way\u201d pr\u00e4sentiert bekommt. Richtig: niemanden! Also besch\u00e4ftigten wir auch wir uns nicht mehr mit unseren Ohren sondern sahen lieber gen\u00fcsslich dem Treiben auf der B\u00fchne zu. Das war Glamour genug und Sarah Cracknell eindeutig die Frau mit dem gr\u00f6\u00dften Charisma dieses Primavera Sound Festivals. Saint Etienne 2012, das war sch\u00f6nste Tanzmusik und allerbeste Unterhaltung.<br \/>\nZum Ausklang unserer Spanienreise h\u00f6rten wir noch etwas Wild Beasts und statteten Yo la Tengo einen Kurzbesuch ab. Dieser war allerdings sehr eindrucksvoll und machte eigentlich Geschmack nach mehr. Yo la tengo boten eine sehr ruppige und raue Interpretation ihrer Songs, wie gemacht f\u00fcr die letzte Festivalnacht. Bereits im Er\u00f6ffnungssong, oder besser Intro, musste eine Gitarre dran glauben und ich denke mal, dass es in \u00e4hnlichem Stile weiterging. Aber f\u00fcr halb zwei war der R\u00fcckweg zum Hotel verabredet und ehrlich gesagt, war ich nach den drei Tagen auch fix und alle.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157630057632346\/\" target=\"_blank\">Flickr-Photos San Miguel Primavera Sound 2012<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Parc del Forum, Barcelona Bands: Veronica Falls, Kings of Convenience, Atlas Sound, Dominique A, Real Estate, Saint Etienne, Wild Beasts, Yo la tengo Der Saint Etienne Tag. Es war Gin und Tonic Zeit an der gro\u00dfen B\u00fchne des Primavera. 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